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Die Wahrheit · 1903-02-06 · Heft 6 (6.2.1903) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1903
Issue
Heft 6 (6.2.1903)
Date
1903-02-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 6 Die Wahrheit Seite 9. entrollte vor den ungemein zahlreich versammelten Damen und Herren in lebhaften treffenden Zügen das jüd. Familienleben, und erntete wolverdienten Beifall. Eine an den Vortrag anknüpfende Diskussion beschloß den animirten litter. Nachmittag. Wien. Der Allgemeine Kranken- und Unterstützungs-Verein „Montefiore" hielt am 29. v. M. seine ordentliche Generalversammlung ab, die in einer überaus ruhigen und würdigen Weise verlief, so daß über die gestellten Anträge eingehend verhandelt werden konnte. Zum Rechenschaftsberichte pro 1902 berichteten die Revisoren des Vereines. Sie konstatirten, daß die Buchführung und Vermögensverwaltung musterhaft seien, und stellten daher den Antrag, dem Vorstande das Absolutorium zu erteilen, was von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Bezüglich des Vereinsvermögens konnte — trotz der im weitesten Ausmaße geübten Humanität — erfreulicherweise ein Zuwachs verzeichnet werden. Bei der hierauf folgenden Neuwahl von vier Vorstands. Mitgliedern, wurden die statutenmäßig ausscheidenden Herren Leopold Weinwurm und Ignaz Beckmann einstimmig wiedergewählt, und die Herren Jgn. A. Wasservogel und Osiaas Tauber neugewählt. Daß die wiedergewählten Herren, insbesondere der durch sein so humanes Wirken allgemein geschätzte Herr Ignatz Beckmann dem Vorstande erhalten blieben, wurde allgemein mit Freuden begrüßt. Die langjährigen Revisoren des Vereines, die Herren Leopold Winter und Sam. Löwinger, wurden mit allen Stimmen wiedergewählt. Der Vorstand constitüirte sich in seiner am 2. d. M. abgehaltenen Sitzung folgendermaßen: Herr Josef Pollak, Obmann; Herr Leopold Weinwurm, Obmann-Stellvertreter; Herr Edmund Hofmann, Schriftführer; Herr Moritz Koppel, Kassier; Herr Elias Weiß, Controllor; die Herren Jacob Weiß, Moritz Bondi, Ignaz Beckmann, Emanuel Taub, Wilhelm Klepner, Ignaz Wasservogel und Osias Tauber, Vorstandsmitglieder. Wien. Nach langjähriger, ersprießlicher Tätigkeit ist der Rabbiner der israelitischen Cultusgemeinde in Währing, Herr Wilhelm Sor, vorige Woche in den Ruhestand versetzt worden, aus welchem Anlasse Samstag, den 31. Jänner, im Währinger Tempel ein feierlicher Gottesdienst stattfand, an welchem der 2. Vicepräsident der Cultusgemeinde, Landesschulrat Dr. Kohn, mit den Cultusvorstehern Bezirksschulrat Dr. Spitzer, kais. Rät Wilhelm Pollak, Salomon Rosner, Emanuel Hofmann, ferner I. Secretär kais. Rat Dr. Lieben, der gesammte Bethausvorstand, der Vorstand der Chewra-Kadischa und des Frauenvereines in Währing und zahlreiche Gemeindemitglieder teilnahmen. Für die solenne Gestaltung des Gottesdienstes wurde dem sungirenden Cantor, Herrn Serebrenik. allgemeine Anerkennung seitens der anwesenden Cultusvorsteher zu Teil. Wien. Am 4. d. M. verschied hier nach langer Krankheit der bekannte Großindustrielle Herr David' Schwarzmann, Chef der Firma D. Schwarzmann & Co. Das Leichenbegängniß findet am Freitag den 6. d. M. vom Trauerhause, I., Schottenring 35, aus statt, über welches wir in der nächsten Nummer berichten. Der Todesfall erregt in weitesten Kreisen der Bevölkerung lebhafteste Teilnahme.' Wien Im großen Festsaale des Ingenieur- und Architekten- Vereines hielt am letzten Sonntag, 8 Uhr Abends der Verein zur Hebung der Gewerbe seine Monatsversammlung ab. Der Abend war für einen Vortrag des Schriftstellers Jacques Jaeger bestimmt, betitelt: „Eine Reise vom Gotthard durch die Central-Schweiz zum Simplon nach Italien." Die Wichtigkeit des Simplon-Tunnels, die kühne Durchführung desselben und die noch nie in solcher Größe angewendete» Bohrmaschinen, die tadellos Tag und Nacht arbeitenden Apparate, die Genfer Uhrenfabrication und die Niederlassungen Wiener Gewerbetreibender im Löbelthale fesselten die Aufmerksamkeit der Zuhörer ganz besonders. Mehr noch wirkten die von Ritter von Staudenheim beigestellten Skioptikonbilder, die alle vom Vortragenden angeführten Landschaften und, Bauwerke veranschaulichten. Am effectvollsten war das in Oesterreich zum erstenmale vorgeführte Monument unserer verewigten Kaiserin in, Terriket. Lang anhaltender Beifal folgte nach den Dankensworten des Präsidenten Brod an den Vortragenden. Unter den zahlreichen Vertretern der Gelehrtenwelt, der Industrie, des Gewerbestandes bemerkte man Se. Durchlaucht Fürst und Fürstin Wrede, Baron von Potier, Grafen Wurmbrand, ferner Regierungsrath und Gewerbe-Oberinspector Kulka, kais. Rath Dr. Kohn, Architekt Fleischer, Docent Dr. Grünfeld, Professor Kanitz, Bezirksrath Waldstein, Commercialräth Stiaßny, die Präsidentin des Ferienheim, Frau Doctor Sofie Grünfeld, die Präsidentin des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenhort, Frau Dr. Bertha Kohn rc. re Um halb 11 Uhr Nachts schloß der Vorsitzende die Versammlung. Nrün». Dem wirklichen Religionslehrer am k. k. I. deutschen Staatsgymnasium in Brünn, Dr. Max Grünfeld, wurde vom mährischen Landesschulrate der Titel: k. k. Professor verliehen. Iteichenöerg. Seit der Einführung .der Personaleinkommensteuer in Oesterreich waren die hervorragendsten Cultusgemeinden der Monarchie bestrebt, die Cultussteuer auf Basis der Personaleinkommensteuer auszutheilen. Alle diesbezüglichen Bestrebungen waren jedoch erfolglos, weil denselben gesetzliche Hindernisse gegenüberstanden, über welche anscheinend nicht hinwegzukommen war. Unserem Vorstandsmitgliede und Rechnungsführer Herrn Alois Soudek ist es gelungen, dieses schwierige Problem zu lösen und eine Steuerreform auszuarbeiten, wonach die Cultussteuer auf Grund der Personaleinkommensteuer bemessen wird. Diese Steuerreform hat die behördliche Genehmigung erhalten, wurde bereits voriges Jahr in unserer Cultusgemeinde eingeführt und hat sich vortrefflich bewährt. Die Cultussteuer ist nach dem aufgestellten ^Schema in Stufen eingetheilt: die 1 Stufe beträgt K 5 0.33 Perzent des staatlich eingeschätzten jährlichen Einkommens, und steigt progressiv bis 125 Percent. Das Maximum beträgt X 1000. Durch die Einführung der Steuerreform wurden beinahe zwei Drittel der Censiten in der Cultussteuer kermäßigt, und trotzdem bringen wir das Butget nicht nur sehr leicht auf, sondern erzielen auch Ueberschüsse, während wir nach dem früheren Modus der Einschätzung das Budget sehr schwer ausbringen konnten. Ferner hatten wir bisher alljährlich eine überaus große Anzahl von Steuerrecursen, während wir jetzt nur einzelne wenige Recurse haben Das moralisch wichtigste Moment unserer Steuerreform .ist wohl jenes, daß die außerordentlich große Reibungsfläche zwischen der Umlagscommission, beziehungsweise dem Vorstande und den Steuerträgern sich ganz wesentlich vermindert hat und die Steuerlast gleichmäßig nach einer Norm anfgetheilt wird, unter gebührender Berücksichtigung der schwächeren und schwächsten Elemente! Stomfa. Die Stomfaer israel. Status.quo Gemeinde hat sich in ihrer am 1. Februar d. I. stattgefundenen Generalversammlung als eine auth.-orthodox-israelit. Cultusgemeinde erklärt. Najetz. Am 14. Jänner ist der hiesige Cantor Hermann Feldmann nach kurzem Leiden im 49. Lebensjahre gestorben. Eine Wittwe und sieben unmündige Kinder, welche in Not zurückgeblieben sind, beklagen den Heimgang ihres Ernährers. Ignaz und Rosalie Wolf sehe Krankenunterstützungs* Stiftung. Am -2. Jjar (29. April) d. J. gelangen die halbjährigen Interessen der obigen Stiftung K 200.— an arme hilfsbedürftig® Kranke der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde in der Weise zur Yerteilung, dass keiner der Beteilten einen Betrag unter K 50.— erhält. Die Bewerber haben ihre“ mit dem Armuts- und Krankheitszeugnisse belegten Gesuche im Einreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde Wien, I. Bez. Seitenst.ttengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr Yormitt. unentgeltlich zu beheben sind, bis längstens 28. Februar 1902 zu iibereiehen. Gesuchssteller, welche ihre Verwandtschaft mit den Stiftern nachzuweisen, in der Lage sind, geniessen unter gleichen Verhältnissen vor anderen Bewerbern den Vorzug. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde in Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, 1. Februar 1903. Das Kuratorium der Ignaz und Rosalie Wolf'sehen Kranken- Unterstützungs-Stiftung. Hamnazeach i-r» 13 Heft© g©th.eil"fc-, pro £L_ 1_—_ Zu beziehen beim Verfasser: M. WODAK, Wien, II., Traunfelsgasse Nr. 6. l|2|yy|nQ_n2}fklf von den berufenen Autoritäten vorzüglichst be ndllllldZCciMI, gutachtet und als vortreffliche Arbeit und nach jeder Richtung bedeutsame Erscheinung wärmstens empfohlen, enthält Alles, was ein Israel. Cantor innerhalb und ausserhalb des Tempelan Chasoous, Recitativon und Casualien benöthigt, in reichster Fülle

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