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Die Wahrheit · 1902-12-12 · Heft 47 (12.12.1902) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 47 (12.12.1902)
Date
1902-12-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr 47 Oie Wahrheit Seite 7 Dr. Alfred Berger. Nach dem Mmcha-Gebet und nach Vortrag eines Psalmes durch Oberkantor Edelmann mit dem Tempelchore hielt Rabbiner Dr. Bach eine sinnige Festrede, in der er dem Vorstande, an dessen Spitze Herr Heinrich Widner steht, und der Präsidentin des Frauenvereines, Frau Dr. Emilie Weiß, wie auch den anderen Ehrendamen und Mitgliedern Dank und Anerkennung zollte für ihr mühe- und verdienstvolles Wirken, aber auch die Kinder ausforderre, sich für diese Wohlthat dankbar und würdig zu zeige«. — Mit Absingung der Volkshymne vor offener Bundeslade schloß die schöne, erhebende Feier. Es wurden 170 Kinder - Knaben und Mädchen — vollständig bekleidet und erhielten außerdem noch ISO Kinder gute Winterschuhe. Auch Obst und Backwerk bekamen die Kleinen nach der Feier, zu der sie von ihren Lehrern Dr. Weiß, Oehler und Fartitichek geführt wurden, die sich überhaupt um das Gelingen der Feier besonders verdient machten. 2-ien Ter humanitäre Geselligkeits-Verein „Neuer Frrundschafts- Bund" hatte diesn>al seinen Festabend im großen Saale des Gasthauses am Franz Josefs-Bahnhvse, an welchen! 42 Kinder vollständig mit Winterkleidern equipi» l wurden, wobei Herr Obmann Julius Wottitz eine tiefemp'un.ene. zu Herren gehende Ansprache hielt. Darauf folgten die Danksagungen einzelner Kinder in poetischer Form. Nach Bewirthung der Kleinen begann unter art st^cher Leitung des Herrn Josef Neuhauser der gemüthliche Abe»c> und bore» der humoristiscbe Schriftsteller Müller, Wie aucb die Herren Ross und Schubert, letzterer unter Begleitung des Herrn Prozessors Mellion auerkeanenswerthe Leistungen Dann trat der Tanz in seine Rechte. Wien. Es war eine selten schöne und erhebende Feier, welche der unter der L itung des wackeren Obmannes Isidor Schwarz und der Herren Boskovitz, Lcbrisriübrer Löwit und Hoffmann stehende Verein zur Bekleidung armer alter Männer anlässlich der Bekleidung und Bewirthnng von Gretieu am 7. d M. vormittags einhalb elf Uhr veranstal:ete. Die weiten, vom Herrn Hoimann prächtig decorirten Räume der-Restauration Sohr zll. Circusgasse) konnten kaurn die Menge faffeu, unter welcher m m die Bezirksvertretung. Abordnungen vieler Vereine und die Vertreter der isr. Cultusgemeinde bemerkte, und als Frl. Olga Fuchs (Tochter des populären CaietierS Karl Fuchs) die Estrade betrat, um in ausgezeichneter Weise die Worte des Festgedichtes (von Nascher) zur Geltung zu bringen, ergriff die große Zuhörerschaft bei den Schlussworten : T'rum beten wir in andächt'gem Schauern Zum Walter über Leben, über Tod: Erhalte Du die Boten Deines Willens Zur starken Abwehr aller bitter'n Roth. O lehr' uns in Stunden düster'n trüben Dich anzuveten und die Menschen lieben" Rührung und Begeisterung zugleich, welche auch bei den Hymnen, das unter der Leitung des Chordirecrors Löwit ftcbcube« exacten Doppelquartetts (Harmonium Willy Löwit, Tenorsolo für den leider durch Unwohlsein verhinderten Oberkantor Bauer, Herr Stricks) voll zur Geltung kam Obmann Schwarz begrüßte die Anwesenden und errheilte dem ehrwürdigen Prediger Dr. Schmiedl das Wort. In hinreißenden Worten drückte der berühmte Redner dem Feste sein feierliches Gepräge auf. worauf Obmannstellvertreter Boskovitz die Genesis des Bereiues darlegte. Er gedachte des entschluinmerten Mitgliedes Popper und betonte die Errungenschaft, dass Herr Michael Back und Frau eine Spende von 2000 Kronen als Stiitung dem Fonde zuwendeten, worauf großer Beifall sich kundgab. Mit Acclamation wurden die trefflichen gesanglichen Gaben des Oberkantors Guttmann ausgenommen, und die Rede des Cultusvorstehers Tr. Markus Spitzer übte zündende Wirkung aus. An die gedeckte Tafel setzten sich die beschenkten Alten. Oberkantor Guttmann rezilirte stilltnmngsvoll das Tischgebet, worauf die Schlußrede Profeffor Nascher's folgte. In hinreißenden Worten von Geist und Laune resumirt« der vortreffliche Redner die Erscheinungen des Festes, und als er seine unvergleichliche Rede schloß, erhob sich minutenlanger Beifall. So ward diese unvergessliche Feier wirksam abgeschloffen. Möge der werkthätige Verein Wachsen und blühen.! Wie«. (Litterarischer Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen ..Moria") Sonntag den 7. d. M. hielt Herr Dr. I. Sadger einen Bortrag über das interessante Thema „Wahrheit oder Lebenslüge". Ein überaus zahlreiches Auditorium lauschte mit gespannter Aufmerksamkeit den vortrefflichen Ausführungen degeschätzten, wohlbekannten Redners und spendete ihm wohlverdienten Beifall. Da die Präsidentin des Vereines bereits zurückgekehrt ist und die Bereinsleitung wieder übernommen hat. werden sämmtliche Correspondenzen unter ihrer Adresse: Berta Herrmann, VW., Josefstädterstraße S erbeten. 28tat- (Verein „Die Szeniczer in Wien") in der am 1». Rov. stattgehabten IV. ordentlichen General-Versammlung sind nachbenannte Herren in die Bereinsleitung gewählt worden: Obmann Dr. S. Sinnreich, Obmann Stellvertreter Josef Back, Schriftführer Jakob Fröhlich. Schrift führer, Stellvertreter Hermamm Paskusz; Caffier Max Reichsfeld. Als Ausschussmitglieder die Herren: Josef Birnbaun; Jg. Fröhlich; Jg Mandler; (zugleich Vertreter des Caffiers); Simon Mayer Jak. Schick' Josef Winter. Die Statuten des zu gründenden Losvereines find bereits ailsgearbeitet. Jene Vereins-Mitglieder, welche demselben beirreten wollen, werden gebeten, sich bis längstens 15. December d. I. mündlich oder schrift ich bei der Vereinsleitung zu melden, darnit die Constituirung des Losvereines noch im Lause dieses Jahres erfolgen kann. AkS Vereins* Local wurde Caff6 Kronprinz aufgelaffen und statt dessen ab 7. December 1902, das „Caffv Concordia^, Wien, I.. Coneordiaplatz 4 gewählt. Aaden. (Kaiserjudiläums Stipendium.) Mit Bezug auf die in Aussicht gestandenen Feie» lichtesten anlässlich des fünfzigjährigen RegierungS-JubilänmS Sr. Majestät des Kaisers machte im Jahre 1898 dessen wahrhaft fürstliches Wort die Völker Oesterreichs daraus aufmerksam, alle ihre Loyalitätskundgebungen in Woaltbätigkeilsakte zu belhäligeu. In diesem Sinne baue auch der Vorstand der Badener iiraelitischeu Cultusgeureiuoe am 10. obcitiiteu Jahres beschlossen, ein Stipendium iiir jüvnche bedürftige und würdige Gymuasialschäler in Bade» >u dewill gen, welches am 2. December am Tage des Regiei »lligsantnues um eres glorreichen Monarchen, an die hiezu Vemmmten ausgesolgt werden soll, was sestr» m Jahr für Jahr geichah. Am 2. December d. I. aber als Lnstr lm dieses alle Völker Oenerrerchs beglückende Regiermrgs-Jnvilänms, gestattete )lu Die VerlhetLung des Slipendimns an die Gymnaiialschüter Ernst Pollak und Max Lackenbacher zu einem »oahrdafi erhebeubeu Festabend in der Cultusgemeinde Baden. Im hellerleltchieten Sitzungssaale der Cnltnsg.meinde war das Kaiserbild mn Lordeerpstanzen reichlich decorii t. Die in festlicher Kleidung erschieu.nen Herren und Damen gaben durch ihre gehobene Stimmung dieser patriwiichen Feier ein besonderes Relief. Um 5 Uhr er öffnete der Direktor des hiesigen Gymnasiums, Herr Johann Wittek, die Feier mit einer Ansprache, in welcher er zuerst sich an die Stipendisten wendete und ne sowohl auf das patriotische Moment, wie ans den zu jeder Zeit zum Wohtthun geneigten Sinn der Badener Cultusgemeinde anfme kiam machte i und sie ermahnte, dieie Gesinnung sich für die Zukunft anzueignen und fo dieser Gemeinde würdig zu iein. An den Vorstand richtete er tief und warm empfundene Worte der Aner^ keunung für die in seiner Handlungsweise gelegene moralisch sittliche Förderung der Jugend und munterte ihn zu solchem Fortschreit.n auf. Hieraus erhob sich Herr Rabbiner Wilhelm Reich und richtete, anschlieffend an die Worte seines Vorredners, eine Ansprache an die Stipe>»disten, sie Mit treuer Herzlichkeit wie ein Vaier ermahnend, ihrer Abstammung, ihres Glaubens uno ihrer Zugehörigkeit zu der jüdischen Gemeinde nie zu per» gessei», und nur so werden die guten Engel, die sich der Mensch dllrch sei-te gottgefälligen Thaten schafft, sie auf ihrem Lebenswege begleiten und zum leuchtenden Ziele führen. Mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser schloff er seine Rede. Der Cultusvorsteher, Herr Moriz Lettner, dankte beiden Rednern, tief ergriffen, für ihre wirkungsvollen Ansprachen, worauf durch de» Direktor die Stipendien vertheilt wurden. Mit der Abfiuguug der Volkshymne unter Harmomumdegle tung und Execmirnng des 150. Psalms durch den Eautor. Herrn M. Seifert, mit seinem vorzüglich geschulten Chore schloss die patriotische Feier. Korowitz. Die hiesiige israelitische Cultusgemeinde beginnt im Frühjahre den Bau eines neuen Tempels. Der verstorbene HerrfchastSbefitzer hat zum Baue dieses Gotteshauses 500 Kronen bestimmt, welche in der Sparkasse angelegt wurden und am Tage der Grundsteinlegung zur Auszahlung gelangen.

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