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Die Wahrheit · 1902-12-12 · Heft 47 (12.12.1902) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 47 (12.12.1902)
Date
1902-12-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47 Die Wahrheit. Seite 5. Die Luden und der Talmud.! XII. j Die ersten direct zur Ehre Gottes und nicht zur Erj Höhung der Lebensbeqnemlichkeit angefertigten Knnftarbeiten des jüdischen Volkes waren die Arbeiten b(*i Aufstellung und j Einrichtung der Stiftshütte in der Wüste, die ans Befehl > Gottes erbaut wurde. Gott sprach zu Moses: „Und sie (die Israeliten) sollen mir ein Heiligthum machen, und ich werde j unter ihnen wohnen." (Exod. 25. 8.) Der Zweck der Stittshülte! war, die stete Gottesgegenwart in ihrer schützenden Gestalt! symbolisch darzustellen. Deshalb waren daselbst die „Cherubim-! gestalten" und dies sogar im „Allerheiligsten", und gemalte! Bilder gestattet, obwohl Gott sprach: „Mache dir keinerlei j Abbildung n. s. w." (II. M. 20. 4.) Die Stiftshütte bestand j aus drei Abtheilungen: Borhof, Heilrgkhrrm und Allerheiligstes. j Im Vorhof stand der Opieralrar aus Schittimhol; mit! Erz bekleidet, und das eherne Becken auf einem Gestelle von! demselben Metall. Zur Anfertigung dieses Beckens hatte man > metallene Spiegel von den frommen Krauen, die zur Andacht sich an dem Eingänge des Heiligthnms einzufinven pflegten,! verwendet. Der Eingang war gegen Osten. Im Heiligthum stand an der Nordieite der Tisch, mit! den Schaubroden, aus Schittimholz, vergoldet und mit einer gol- | denen Leiste ringsum. Auf der Südseite stand der siebenarmige Leuchter; dessen Arme waren mit mandelförmigen Blumenkelchen, Knospen und Blütheu verziert. Alles von reinem Golde! ans einem Stücke von getriebener Arbeit. Zwischen dem Tisch und der Lampe stand der Ruuchopseraltar, der ganz mit Goldblech bekle-det war. Im Allerheiligsten stand die Bunde: lade aus Schitlimholz, von innen und nutzen mit reinem Golde überzogen, in welcher die zwei Tafeln mir den „Zehn Geboten" lagen. Der Deckel war von massivem Golde von getriebener Arbeit, welcher zu beiden Eildeu in ,,Cherubim" mit ausgebreiteteu Klügeln ausging. Eine sehr kostbare Tapete bekleidete das Innere dieses vergoldetem Holzgerüstes. Es war dies ein Gewebe von gezwirntem Leinen mit Einschlag, durchivirkr mir Cherubimbilderu, dunkelblau, purpur- und kochenilsarb-ig. Kunstvoll gearbeitet lvareu auch die Kleider des Hohenpriesters und der gewöhnlichen Priester. Der Meil (Tatar) hatte künstliche Granatäpfel von verschiedener Karbe, abwechselnd mit goldenen Glöckchen, durch deren Ton der Hohepriester beim Eingang ins Allerheiligste und beim Allsgange sich ankündigte. Am Ephod des Hohepriesters waren in Edelsteiueu die Namen der zwölf Stämme Israels nach dem Alter geordnet eingegraben, sechs zur rechten und sechs zur linken S ite. Das Brustschild (Choschen) hatte zwölf in Gold gefasste, verschiedene Edelsteine, in vier Reihen zu je drei Steinen geordnet, auf welchen die Namen der zwölf Männer eingegraben waren. Auf dem goldenen Stirnblech (Ziz) waren die Worte: „Heilig dem Ewigen!" . Aus den aufgezählten Theilen der Stifrshülte ist zu ersehen, dass zu ihrer Anfertigung Schnitz-, Stein-, Gutz-, Graveur-, Spinn-, Weber- und Wirk-Kunstarbeiten nölhig waren, die noch jetzt die wichtigsten Zweige des Kunstgewerbes bilden. Dass die Israeliten in Verfertigung dieser Kunstwerke originell waren, kann mehrfach begründet werden. Zunächst konnten sie . dies in Aegypten nicht erlernen, denn dort verwendete man sie nnr zur Ziegelbereitung. Höchstens dass etwa die Frauen dort zu ihrem Hausgebrauche spinnen und weben gelernt haben. Die Bibel berichtet aber gewiss absichtlich, dass die hiebei von den Frauen gelieferten Gespinnste autzergewöhnliche Knnstarbeiten waren. „Und jede Frau, weisen Sinnes, spann mit ihren Händen, und sie brachten als Gespinnst die purpurblaue und purpurrothe Wolle, die karmesinfarbige Wolle und den Byssus." Solche Arbeiten waren wohl nicht zum Gebrauche für Ziegelbereiter geeignet. „Und alle Weiber, die ihr Herz in Weisheit erhob, spannen die Ziegenhaare", (^od. 35.25-7-26.) Diese letztere Arbeit war besonders dadurch eine autzergewöhnliche, weit sie von den lebenden Ziegen die Haare herabspannen. (Tr. Sabb. 99.) Ein fernerer wichtiger Beweis dafür, dass diese Kunstarbeiten originell waren, ist der Bericht der Bibel, dass Gott besondere Perioueu als Meiner zur Anfertigung erkoren hat, was zu bei? mitten Kunstwerken nicht uöthig gewesen wäre. Es heitzl daselbst: ,,Uud der Ewige sprach zu Molche wie folgt: Si-he, ich derufe namentlich Bezalel, Sohn Uris, des Sohnes Chui's, vom Stamme Jehnda, und ich habe ihn erfüllt mit dem Geiste Gottes. mit 'Weisheit und Einsicht und Kenntnis und aller Keriigkeil, Gedanken auszudenken, nämlich zu ferneren Kn» stersinduugen, um zu arbeiten in Gold .und in Silber und in Kupier Und im Schneiden der Steine zum Einsetzen, und im Schneiden des Holzes, zu arbeiten in allen Werken. Und siehe, ich gebe ihm bei den Oholiab, Sohn Achlsamachs vom Stamme Oau, und in den Srnn Aller, die weisen Sinnes sind, lege ich Weisheit, dass sie machen Alles, was ich bvr geboren." (Exod. 81. 1—7 ) Diese Ernennung wiederholte Moses umständlich dem Volke, hiuzusügend, dass Gott dem Bezalel und Oholiab auch den Sinn zu unterweisen, d. i. weiter zu lehren, gegeben hat. (Exod. 35. 30—35.) Nicht gruudum» zwecklos werden hier die Berufung der genannten Männer, die Verleihung von Weisheit, Einsicht und Kenntnis, die Gabe zu nuterweiseu uns speziell Die Arcen aller anzufertigenden Kuunarveileu mitgetheilr. Dies alles geschah, um anzuzeigeu. da's hiezu o iginelle Kunstarbeileu gemacht wurden. Eine etwaige Einwendung, dais die genannten Kunitarbeiren nrsprüngl ch erst infolge besonderer göttlicher Kunstsinnverleihnng zustande gekommen sind, würde unserer Behauptung von der originellen Kunst en'luug der Juden gar feinen Abbruch .hau; denn wir gestehen ja offen, dass wl alle nufere irdischen und geistigen Güter als Goilesgabe betrachten, die wir öiivd) unsere phyfiiche und iutellectuelle Thätigkeit zur Ehre Gottes uub zum Nutzen der Menschheit;u verwerlhen streb n. ,,Vou Dir Gott kommt Alles, und von Deiner Hand wird Dir gegeben", (l. Chron. 29. 14.) „Er (Gott) gibt Weisheit den Weifen und Keluilnis den Verständigen." (Daniel 11. 21.) (Fortsetzung folgt.) Beitrag M Geschichte -er Judenverfolgungen in Oefterreich-Rngarn. VIII. Juden-Jeichen. Enlbiereu allen und jeden Pi älareu. Grasen, Kreyen, Herr en, Nittern, Knechten, Lauds-Haubt-Leutheu, Vicedombeu, Vögten, Pflegern, Verwesern, Ambl-Lernheu, Bürgermeistern, Nichrern. Rätheu, Burgern, Gemeinden, und sonst allen andern uusern Uilterlhauen, und getreuen, Geistlichen, und Weltlichen, in was Würden, Stand oder Wesens die allenthalben in unseren Unteren, Oberen, und Vorderen Oesterreichischen Fnrstenlhnmben und Landen Obrigkeiten und Gebieten gesessen seyn, denen dieser offene Briefs fürkomt, den sehn, lesen, hören, oder dctz ionst in Erinnerung kommen werden, unsere Gnad, und alles Gutes. Nach dem Uns nun zu mehr- und öfftermahlen glaublichen angelangr, welchermasseu die Judeaschafft, welcher Wir an etlichen Orthen unserer Fürstenrhumven und Lande znhansen und zuwohnen autz Gnaden zugelasien, und bewilliget, nicht allein mit ihren unzimblichen, nnlehdentlichen Gesuch, und Wncherlichen Oontraotsn, und Handlungen, unserem Christlichen Volck, und Unlerthanen zu bevfelben bejchwärlichen und verderblichen Nachtheil und Schaden, sondern auch sonst in viel ander Weeg sich allerley böser ärgerlicher, und lästerlicher Thaten, zu Schmach, Berschimpffung, und Verachtung unsers heiligen Christlichen Rahmens, Glaubens, und Religion:, übe und gebrauche: welche ärgerliche böse Handlltngeu, guthen theils autz deme erfolgten sollen, daß sie die Juden an mehr Orthen, ohn alle Jüdische Zeichen, und ohn Unterschied der Kleydungen, und trachten unter den Christen wohnen, und wandleu, und von denselben nik unterfchiden. »och erkennet werden mögen;

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