Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1902
- Issue
- Heft 40 (22.10.1902)
- Date
- 1902-10-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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~v*' 4 Seite Me Wahrheit. offenbart einen Ing ber erhabensten himmlischen Weisheit und Fürsorge, Ms sienlitMser Mrabhängigkeit voneinek Erdscholle von MibeMN an' uns Hzt Rechnen gelehrt! "Haben wir uns -och bald, nachdem wir selbstständig' unter die Völker getreten sind, durch unsere Gotteserkenntuis ^zu aller Welt gestellt. War denn der Fall auch nur denkbar, dass sie achtlos au uns vorübergchen werde? ,— dass die Gegensätze über kurz oderlangwerden aüfeinanderplatzeu müssen, —war ganz unvermeidlich. 4 Die Suktoh hat uns aber auch gleichzeitig das wirksamste Mittel an die Hand gegeben, alle Unbilden, die - uns aus unserer eigenartigen Stellung erwachse», abzuwehren. Sie bildet die Bürgschaft für unsere Erhaltung in der Zerstreuung. Die Welt hat kein Mittel unversucht gelassen, um uns aufzureihen. Das, was den Vögeln unter dem. Himmel und dem Wild irr den Forsten nicht versagt werden kann, — das Recht, unter Gottes freiem Himmel zu atmen und zu leben, — uns hat man es entzogen. Die Großen dieser, . Erde waren erbärmlich genug, daraus für ihren Vortheil Capital zu schlagen, indem sie dieses Recht uns wieder um schnödes Geld verkauften. Solcherart drückte mau uns zu Schutzjuden herab! Ja Schutzjuden, das waren wir, aber nicht-durch die Gnade unserer vermeintlichen Beschützer, die uns nur ausgebeutet, sondern wir waren die Schutzjudeu eines ganz anderen Herren. Er ist cs, der uns zu diesem Zwecke in unsere Sukkoh verwiesen hat. So leicht sie auch gebaut, sie hat sich nichtsdestoweniger aufs glänzendste bewährt. Die Burgen und Schlösser unserer Schutzherrn, wie viele sind - ihrer in-' dessen zusammen gebrochen und liegen nur noch, als Ruinen da — unsere Sukkoh dagegen sicht noch heutigen Tages unversehrt, genau so wie ehedem vor Jahrtausenden in der- Wüste. . In diesem Sinne hat auch der Prophet Jesaja die Erhaltung Jsrmls in der Zerstörung hinweg über die Flucht der Zeiten geschaut. Bei ihm findet sich der merkwürdige Ausspruch: Israel wird den Weiden gleich, mitten im Grase längs der Wasserbäche wachsen," (XI. IV, 4). Er gebraucht hier, um den Fortbestand Israels zu versinnlichen, ein Bild. Dasselbe wird mit Weidenbüschen verglichen, die ausschließlich an Wafferbächeu ihr Gedeihen finden. Der Bach nimmt seinen Ursprung in der entlegenen Ferne und durchschreitet im zusammenhängenden Laufe die weiten Ländergebiete. 1 Ein treffender Vergleich in der That für das an seiner Lehre fest: haltende Israel, das in der weiten zeitlichen Ferne, an den Abhängen des Sinai, seinen Ursprung genommen und von da in einem ununterbrochenen Laufe durch Ueberliefernng von Geschlecht zu Geschlecht seinen Weg durch die Zeiten genommen hat. Dieses Wasser ist das wahre Lebeuselement Israels! Mit der Eide hat es wenig Beziehungen, das. Wasser ersetzt ihm alles. — Andererseits ist die Weide ein gar eigenthüm-: liches, man möchte fast sagen, eigensinniges Gewachst Ihr gegenüber versagen alle menschlichen Künste.! Mau versetze sie mitten indas fruchtbarste, paradiesische Erdreich, vom Wasser losgelöst, wird sie dort kein Fortkommen finden. Im gleichen Sinne haben auch alle modernen Künste .an Israel vollständig ihren Zweck verfehlt. Wo man es von dem lebendigen Strom seiner religiösen Ueberliefernng losgelö.r hat, da ist cs zerfallen, zerfällt noch täglichzusehends vor ünseren Augen. ' i Nun wissen wir auch, warum d’öti. •pw u. nny Wasser und Bachweide eine so bedeutende S.tellenü den Opfern unseres Festes einnehmen. Wasser — zeigt e uns," die Bedingung. Bachweide wiederum — dje Grenzen" unserer, ErhaltlUlg. Nicht umsonst haben daher schon in unserer eigenen Mitteln den ältesten Zeiten, die dem /währen Jüdenthuin feindlichen Richtungen, die Sadduzäer,/ gerade, diese -erden so unschuldigen Md doch fo ausdruekvolleu Siilubilder.. so^ heftig; bekämpft. Siewüssten? dass sic dchuir seineit Lebensnerv trafen! Allein mit der Erhaltung eines Volkes ist nur die eine wichtige Aufgabe gelost, die andere, die ihr gleichkommt. M Nr . 40. ist die mögttWMM^WstMHmlg MeröHMWWMn 'seiner Mich /schlummern, Es W^ unV^Mk WWIWMrn KWs Völker, Mche Wr die Dringlichkeitdw^rD^Mie.,zweite Aufgabe vergessen. Dieselben erscheinen^Ww^d^^räUmverlorenen Nachtwandler mitten ln dem reichöeweWst Wen der Gegenwart es, ist, als hätte der unabläffigeÄftck in HieHunkelheite» der fernen Vergangenheit ihre AugMiir eMn/Mrsteretr Flor gehüllt, dass sie den lichterfüllten Hag nichi seWt^ Go etwas hat die Thora keineswegs mit unDWgMb^ I Wenn der Prophet von Israel unter dem Bilde .WckHachcheide redet, so hat er damit nur den äußeren RähtW abaesteckt. Innerhalb dieser Grenzen entfaltet sich aber^einMchH', farbenprächtiges Leben, das mitderen ArmscllgM gM nichts Mehr gemein hat. > ' *:■. -; Wie ein wahrhaft jüdisches LebestHtz züMMWwchat, schildert er anschließend, an jenes Wört^lL. ölet^ütutÄteii Zügen: 'Jti nbM* |ir Der eine weihet sKtz^GM mit seinem ganzen. Wesen; vVy.'Md r.ri der andere brMfMMniM Jakobs, zu Ehren, nbir itw' hn der steWI-W KMAMiMr Hand in den Di nst Gottes; und. e n dlichMe letzte--Kllrffe,- Äe schon gar nichts zu leiste» im Äande'kW.d llammert sich wenigste an den Nantes JWeWest^ 7 Schon auf den ersten Blick kann es ksmeu^entgehen, dass der Prophet über Israel nur VasjDge caußsagWwsK durch die Pffauzen unseres Feststen nßesM NldlrM>,Weise zur Darstellungkommt! . Der Essrog-- MahrMk'^erwöhnter Liebling der Natur, den sie mit aHn/VürzugOi dW Gestalt, der Farbe, des kostbaren GeschmäHs ruches verschwenderisch ansgestattet hat. M' bilr-et stellung jener einzigen erhabenen Persönlichkeiten, vön^MM der Prohhet sagt m dass sie sich in!t ihrem ganzest Wesen Gott weihen: und deren es in Israels Mitte Gott Do b zn keiner Zeit gefehlt hat. ' Alle menschlichen Vorzüge Mdeten nur die Voraussetzung ihrer' Bedeutung. Ihr. ganzes'Webe.» galt wiederum ausschließlich deni Ziele, Ihre Gäben älle zur reichsten Entfaltung zu erheben. Solcher-Art konnW sie mit ihrer Persönlichkeit eine einzige Huldigung Gottes darstellen. Das sind IsraelsEdelschopfnngen, W über M Geschlecht weit hinausragenl Unser Feststrauß wU diesenUHM Rang.auch nach Gebühr zu würdigen. Er. nimmt ihn^nicht in den Bund aus, um hn . in der großeil Menge, verschwinden zu machen. Ihnen kommt mit Recht eine , Äusnahme^ stell'uig zu. / ' vir»2 xnp nn das sind die Palmen in unserer' Mitte. Die hochragende Palme /mit ihrem stattlichen Muchs. Md ihrem weitausgebre.iteten Gezweig scheint wie geschafft M. Schutz und Schirm zu spenden: . Alles, wasinihren PereM tritt,'fühlc sich so wohl und dabei noch so sichergeborgen^ Sie vertritt in unserem Feststranß daher jene /üebeutenteil, Männer, deren Namen unsere. Geschichte mit BeMndWW und Dankbarkeit stets nennen wird, weil sie sich MuM fühlten, ein schirmendes Dach um ihre verfolgten, vM der Noth der Zeit hart mitgeuommeueil Brüder auszübreitM Waren und sind doch die furchtbarsten Kräfte an der' Arbeit^ um uns zu vernichten. Jeder Jude, der noch heutigen TagH vorhanden — das kann man ohne Uebertreibung sagen M ist ein lebendiges,, wandelndes Wunder Gottes. -Wer-zählt sie Alle, hie aus solche Weise durch den Schutz der Palmdu in unserer Mitte vor den Stürmen der Zeit bewahrt woMst sind, indes chlles darnach angethan ward,-- ihr Dasein zst eniwurzeln! -' •. 7 V- '-Äv in» nn das : Kennzeichen der Myrtheü H unserer Mitte, die Männer wackerev, idelmüthiger That: Ke Myrthe ist ein-gar zärtsinniges Gewächs/^Sie erschöpft ihre ganze Kraft, um Wohlgeruch-- i» ihrer Umgebung M per* drettep.So aüWn-Ver Mitte Zftaels fteA/frvmntz Männer, thatkraftige edle Frauen - gegeben? bie! / rhr gättzes Leben dem Wohlthun ausschließlich weihten^ Alle Markt-, schreierei vermeiden-- glichen-sie auch'darin dev Myrthe, "