Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1902-10-10 · Heft 39 (10.10.1902) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 39 (10.10.1902)
Date
1902-10-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3062972-3063113-3063152--02137-3068788
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 39 Die Wahrheit. Seite 7. Dr. Gelbhaus, namens des israelitischen Blindeninstituts Präsident Ritter von Täussig, in Vertretung der Handels- und Gewerbekammer Vice-Prasident Kitschelt und Secretär Regierungsrath Dr. Maresch. Für den Creditorenverein, der Klinger zum Ehrenmitglied ernannt hat, kamen der Präsident kais. Rath Bernhard Pollak und der Vice-Präsident Tunkler Ritter v. Treuinfeld. Dann erschienen das Präsidium des Wiener Kaufmännischen Vereines, namens des Exportvereins der Alters« Präsident Franz Wilhelm und Vice-Präsident kais. Rath Hirsch, namens des Verbandes für Leinen-Industrie in Trautenau Commerzialrath Dr. v. Stein, das Präsidium des Vereines der Jute-Industriellen. Die Vertretung der türkisch-israelitischen Gemeinde ließ durch die Präsidenten Marcus Russo und Licco Adutt, sowie den Chacham Papo eine prachtvoll ausgestattete Adresse überreichen, ebenso die Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums, durch die Herren Baurath Stiaßny und Hofschauspieler Adolf v. Sonnenthal; die Israelitische Allianz, vertreten durch Dr. Stern, Dr. Wahrmann, Dr. Knranda und Dr. Katzau; die Armenanstalt, vertreten durch Dr. Katzau, Baurath v. Goldschmidt, Salo Cohn, Dr. Steiner, Josef Jelinek, Julius Wolf, Heinrich Teltscher; Präsident David Schiff mit mehreren Vorstandsmitgliedern, namens der „Israel. Union"; der Verein für Unterstützung Handlungsangehöriger Israeliten; der Cantoren-Verein, vertreten durch den Präsidenten Obercantor Singer, Vicepräses Obercantor Bauer, Obercantor Gutmann und Secretär Dr. Löwy; die Präsidien der „Chewra Kadischa" und der israelitisch-theologischen Lehranstalt Moriz Karpeles mit dem Procuristen Emil Horner und Ortsschulrath Heit; der Oesterreichisch-Jsraelitische Bund; das Gremium der Wiener Kaufmannschaft, geführt von Leopold Pollak; Dr. Jacob Engel, mehrere Vorstandsmitglieder und Secretär Bondi, namens des Mariahilfer Tempelvereines; Bezirksrath Dr. Schnepp, namens des Tempelvereiues im 9. Bezirk; der Josefstädter Tempelverein, geführt vom Präsidenten Beck; Frau Amalie Beck, namens des Fraueu-Wohlthätigkeitsvereines im selben Bezirke; die Vorstände sämmtlicher Tempelvereine in den übrigen Wiener Bezirken, eine Deputation der Religionslehrer, geführt vom Jnspector Kanitz; der humanitäre Verein „Bne- Brith", viele andere Humanitätsuud Krankenvereine; die Vertreter sämmtlicher Fabriksniederlagen des Jubilars mit Arbeiter-Abordnungen, der Verein zur Hebung der Gewerbe unter Führung des Präsidenten Brod, Frau Sofie Grünfeld für das „Ferienheim"; der Niederösterreichische Gewerbeverein, das Präsidium des gewerblichen Credit-Jnstitutes, der Verein der Fortichriltsfreunde; Docent Dr. Zuckerkand! und Dr. Korany für das israelitische Spital, außerdem noch Rabbiner Dr. Schmiedl, Dr. Tag licht, Professor Sulzer, Regierungsrath Dr. Bachrach, Lector Friedmann, Professor Ehrmann, kais. Rath Dr. Kohn, Professor Benedikt, kais. Rath Schefftel, Commerzialrath Neustadtl, Rabbiner Dr. Fink, der Verein „Frauenhort", Theodor Reitlinger, die Vorsteher der Preßburger Cultusgemeinde u. s. w. Schriftlich haben gratulirt: Minister- Präsident Dr. v. Koerber, Statthalter Graf Kielmannsegg, der ein äußerst schmeichelhaftes Schreiben an den Jubilar richtete, Geheimer Rath Freiherr v. Chlumecky, der ungarische Minister a. D. v. Hegedüs, Sectionschef Maraja, Charlotte Baronin Königswarter. David Ritter v. Gutmann, die Herrenhausmitglieder Lobmeyer, Max Freiherr v. Mauthner und Hofrath Professor Grünhut, die Reichsrath-Abgeordneten Dr. Ludwig Vogler, Wrabetz und Rudolf Auspitz, der ungarische Reichsraths-Abgeordnete Berthold Weiß, Hofrath Knranda, Hofrath Rister v. Ullmann, Ober-Baurath Kaiser, die Bürgermeister von Trautenau und von Szepsi-Szent-György, die Professoren Dr. Benedikt, Dr. Pribram, Dr. Leopold ^Köuigstein, Dr. v. Komorczynski uud Dr. Gottlieb (Heidelberg), die Componisten Ignaz Brüll und Charles Weinberger, Biee- Bürgermeister Sigmund (Zwittau), die Regierungsräthe Dr. Bachräch, Kulka und Schott, Dr. Kunwald, Gemeinderath Donat Zifferer, Baurath Baumann, der Secretär der Handelskammer Dr. Schwiedland, Dr. Weiß v. Wellenstein, der Bice- Gouverneur der Oesterreichisch-Üngarischen Bank Leopold von Lieben, die Bankdirectoren Bernhard Popper, Eduard Groag, Felix Kuranda und Stögermayer, dann Dr. Johann Exle, die Großindustriellen Hermann Gerhardus, Richard Lieben, Hermann v. Back. Paltis, Rotter, Haase, Etreich, Siegl, Elsinger, Aaolf Haardt, kaiserl. Rath S. Kohnberger, Commerzialrath Isidor Mauthner, Ernst Mauthner, Wilhelm Meinl, kaiserl. Rath Julius Stern, kais. Rath Wilhelm Pollak, Max Quittuer, j Gebrüder Sponer (Zwittau), Seidl, Ritter v. Watzl, Hämmerte,! I. May, Sigmund Ritter v. Bauer und viel Andere.! Besonders feierlich gestaltete sich am ersten Tage Roschj haschonoh der Gottesdienst im Seitenstettentempel, dem kais.! Rath Klinger, die beiden Vicepräsidenten und viele Cultus-! tprrsteher beiwohnten. Der Jubilar wurde wurde als Maftir j zur < Thora gerufen und nach Verlesung des Abschnittes! recitirte Obercantor Singer einen zu diesem Anlass verfassten Mischeberach. worauf der Chor unter Leitung des Professor Sulzer ein Festlied anstimmte. Oberrabbiner Dr. Güdemann ließ seine Predigt in eine Apostrophe an den Jubilar auskliugen, und indem sich die ganze Gemeinde von den Plätzen erhob, brachte sie dem verehrten Präsidenten eine wohl stille aber desto imposantere Huldigung dar. Im Leopoldstädter Tempel wurde am zweiten Festtage durch Obercantor Guttmann ein Mischeberach für den Jubilar vorgetrage» uns z außerdem noch in den übrig-» Synagogen Wiens. Wilhelm Stiaßny. Auf der Höhe künstlerischen Wirkens uud Schaffens begeht Baurath Wilhelm Stiaßny am 15. October seinen 60. Geburtstag und bei der Betrachtung der bedelltsamen Lebensarbeit, die er bisher geleistet hat, kommt das claffische Wort : „saxa loquuntur“ zur vollsten Geltung. Zahlreiche Werke der Baukunst, die er in genialer Conception entworfen und zuut Preise Gottes und zur Wolfahrt der Menschheit errichtet hat, künden in allen Theilen unseres großen Bater-! landes seinen Ruhm und geben ein beredtes Zeugnis von! seinem feingebildeten künstlerischen «sinn und seinem großen! Verständnis für die praktischen Bedürfuiße des Lebens.! Allein Baurath Wilhelm Stiaßny gilt nicht nur in feinem; engeren Berufsleben als hervorragende Persönlichkeit, auch j als Mensch, als Bürger und als rcener Sohn des Jud.nthums hat er seine Pflichten voll und ganz erfüllt. Auf! allen Gebieten des öffentlich:u Lebens treffen wir de» nimmer-! müden Mann bei gemeinnütziger, fruchtbringender Thätlgkeit,! und wo wir Hinblicken, trägt sein Wirken oen Stem-el hiher! Bildung, umfangreichen Wlffens und vielerprobter Erfahrung. > Innig ist sein Name auch mit der Geschichte der Wiener! Cultusgemeinde verknüpft, in deren Vertretung er vor ungej fahr 23 Jahren gewühlt wurde, als noch Männer wie Wertheimstein, Kuranda, Komperl und Andere von gleichem Klange das Wiener und österreichische Judenthum glänzend repräseulirteu. Welch großartige W^rke hat seit jener Zeit * die Wiener Cultusgemeinde geschaffen, welch segensreiche Institutionen wurden da gegründet! Und an all' diesen Belhätigungen jüdischen Gemeinsinnes hat Banrath W:lhelm Stiaßny. der trotz seiner Bedeutsamkeit immer ei» bescheidener, liebenswürdiger, stets hilfbereiter Mann geblieben ist, mit Rath und That theilgenommen. Von seinem feinsinnigen Verständnitze für die Bedürfniße der Zeit zeugt unter Anderem auch eine Schöpfung jüngeren Datums, die der Initiative Wilhelm Stiaßny's entsprungen ist, die Gesellschaft für Sammlung und Conservirung Kunst- und historischer Denkmäler des Judenthums. Was schien natürlicher, als in einer Zeit, da vielen unserer Glaubensgenoffen das Bewusstsein von der hohen Bedeutung des Judenthums im Cultnrleben der Menschheit verloren gegangen war, dieses wieder neu zu beleben durch den Hinweis auf die leuchtenden Bilder unserer glorreichen Vergangenheit? Aber das Natürlichste wurde

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.