Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1902-09-19 · Heft 37 (19.9.1902) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 37 (19.9.1902)
Date
1902-09-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3062972-3063113-3063150--02113-3068762
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 37 Die Wahrheit. Seite 7. 10.000 Ä. fiirfcie Arme»der Gemeinde Setzthal; 5000 K.- für das Spital-in Rottenmann; 5000 K. für die Wiener freiwillige Rettungs- Gesellschaft;• 25.000 K. für den Philanthropischen Verein Wien, für Armenbetheiligung; 55.000 K. für diverse Wohlthätigkeitsvereine. Wien. Zu Ehren der Barmizwah-Feier des einzigen Sohnes .Geo:g des Tempelvereinsvorstandes Herr» Jacob Goldner am jüngsten Samstag erschien der Borstand des Tempelvereines im XX. Bezirke vollzählig beim Gottesdienste. Aus diesem Anlässe wurde Herr Rabbiner Dr. Bach zur AbhaltnM einer Predigt eingeladen und vorher richtete derselbe an den Confirmanden eine gehaltvolle^ 2lnsprache. Der Barmziwah trug die Sch lüss-Parasch der Sidra Ki-theze und die Hastora voll Verständnis und Begeisterung vor, ebenso beim Feste selbst eine tiefergreifende Rede nach Unterweisung durch Herrn Obercantor Oesterreicher. Selbstverständlich war die Betheiligung beini Feste eine sehr große und fehlte es nicht an Spenden zu wohlthätigen Zwecken. Herr Jakob Goldner spe dete für die Synagoge ein prachtvolles Kle Kodesch zudem bereits früher gespendeten Sefer Thora. Wien. Samstag den 20. ä. c. findet die Barmizwahfeier des .^Knaben Robert, Sohn des Herrn Vorstandsmitgliedes Michael Goldsand, :im Bet hause Montefiore, IT., Taborstraße 38, um 9 Uhr statt, bei welchem Anlasse seine Ehrwürden Herr Dr. Rosenfeld die Festrede halten wird. ZSien. So oft ein neues Schuljahr beginnt und der Unterrcht, an den öffentlichen Lehranstalten seinen Anfang nimmt, zeigt es sich dass es den meisten unserer Kinder beim Gegenstand Religion an der nöthisen Lern- und Arbeitsfreudigkeit mangelt. Diese Erscheinung, die sowohl bei den neue-«tretenden, wie auch bei den älteren Schülern häufig zutage tritt, ist darauf zurückzuführen, dass Erstere im Elternhause nicht, wie dies beiden profanen Gegenständen Usus ist, auch in der Religio»! vorzeitig präparirt werden, uno Letztere in den Unterklassen nicht die erforderliche Basis in den Fächern der Religion erhalten, auf welcher .dann der erweiterte hebräische Unterricht der höheren Klasseu aufgebaut .werden könnte. Dass es unter solchen Umständen dringende Pflicht der Eltern ist, dafür zu sorgen, dass den Neulingen oder Zurückgebliebenen rechtzeitig die entsprechende Nachhilfe in der Religion ertheilt wird, braucht wohl nicht erst hervorgehoben und beleuchtet zu werden. Abgesehen davon, dass bei schlechter Notification in dem Gegenstand der Religion der Fortgang des Schülers gänzlich in Frage gestellt ist, handelt es sich auch darum, dass die religiöse Stufenleiter hergestellt wird, auf Welcher das jugendliche Kind sich allmälig emvorschwingen und dereinst, wenn es cherangereift und selbstständig geworden,, als gesetzeskundiger und glaubenstreuer Jehudi ein würdiges Mitglied der Gemeinschaft Israels werden soll. Worauf. wir jedoch die P. T. Eltern und Vormünder mit diesen Zeilen aufmerksam machen möchten, ist, dass sie bei der'Wahl von Religionsinstructoren für den Privatunterricht ihrer Sprößlinge etwas vorsichtiger und rigoroser Vorgehen und si h in erster Linie vor Aug»n halten mögen, dass nicht j.eder Pädagoge ist, der Unterricht ertheilt, nicht jeder lehren, kann, der Gelehrter ist, dass es überhaupt bei dem heutigen Zeitgeist und bei der heutigen modernen Jugend selbst für den gewiegtesten Schulmann kein Leichtes ist, auf dem Gebiete des Religionsunterrichtes Positives zu leisten und günstige Resultate zu erzielen. Es dürste demnach unseren Lesern recht gelegen kommen, wenn wir sie aus das in unserem Blatte enthaltene Inserat: „Religionsunterricht" verweisen, in welchem eine in den weitesten Kreisen bestbekannte Lehrkraft, gestützt auf ihre vieljährige Berufsthätigkeit und ersprießliche Unterrichtserfolge unter bescheidenen Bedingungen. ihre Dienste anbietet und sowohl Anfang:rn als Vorgeschrittenen in allen Zweigen der Religion eine zielbewusste, rrfolgreiche Nachhilfe zusichert. Wie», Der für die Fugbachsynagoge gewählte Cantor, Herr Ed. Regner, hat infolge seiner bereits früher erfolgten einstimmigen Wahl als Cantor in der Rembrandfiynagoge sich für Annahme der Stelle im letztgenannten Tempel entschieden und daselbst sein Amt bereits angetreten. Der frühere Cantor am Rembrandttempel, Herr Balog, wurde an die Fugbachsynagvge berufen. Wien. Herr Leo Edelmann wurde nach einem mit großem Beifalle abgehaltenen Probevortrage einstimmig als Obercantor für den Tempel im XX. Bezirk aceptirt und hat bereits vergangenen Samstag sein Amt angetreten. Wie». Das Beth-hamidrasch Ohel Abraham im IX. Bezirke,; Grüne Thorgasse 28, hat den bekannten Herrn Abr. Freuder aus Deutsch-Kreuz als Vorderer für die Jomim-Nauroim engagirt. Der genannte Chasan wird bereits Sainstag, den 20. d. M., 7 Uhr morgens, als Vorbeter süngiren, zu welchem Gottesdienste die P. T. Mitglieder und Freunde des erwähnten Vereines eingeladen werden.! l" Wie». (Die „Bodleiayische Bibliothek".) Anlässlichdes bevorstehenden, 300jährig.en Jubiläums der Oxforder Universitäts-Bibliothek macht Herr. Rejligionsprofeffor Dr. Max Grünfeld aus Brünn in der „N. Fr. Presse" folgende Mittheilung : „Die große Oxforder Bibliothek hat auch eine reiche Sammlung von hebräischen Werken , und Handschriften'aus der Bücherei des Gelehrte» David Oppenheimer, geboren zu WlWns, der hön 1690 bis 1704 Rabbiner in. Nikylsburg war, dann bis zu feinem) 1786 erfolgten Tode sin Prag wirkte. Der Censur halber konnte er^diefe mehr als 7000 Druckwerke und 1000 Handschriften enthaltende 'Sammkung nicht in Prag behalten, sondern hatte sie bei seinem Schwiegervater; itt Hannover^ ausbehrghrt- Diese Collection, die von I. Chri ' Wolf, dem Verfaffer der ,,8idUotd«o» üsbrnsa", benützt wurde, ist Nach mannigfachen S . i ffalen im Jahre 1826 endlich der großen Orforder Bibliothek einver.nbt worden. Ueber ihre Geschichte schreiben Steinschneider in der EinU^n^q zum „Catal. Bodleyanaa“, Seite 46 Fürst „Zur Geschichte der jüd.i hen Bibliographie" im dritten Theile der „Bibliotheca jadaica‘c, Seite 45, und Grätz, Band 10, Seite 347." Aie»er-Ve«stadt. Donnerstag, den 18. d. M.. 3 Uhr Nachmitt., fand die feierliche Einweihung des neuer bauten Tempels der hiesigen Cultusgemeinde statt. Ausführlicher Bericht in nächster Nummer. Kremfier. Sonntag, den 28. Sptember feiert unser allverehrter Rabbiner Dr. 21. Frankl-Grün das Jubiläum seiner 25jährigen segensreichen und ersprießlichen 2lmtswirkfamkeit als Rabbiner und Religionslehrer in unserer Gemeinde. Der Jubilar, für welchen aus diesem Anlaffe mannigfache Ovationen geplant find, hat sich durch seine fruchtbare litterarische Thätigkeit auch in weiteren Kreisen ernste Beachtung unaufrichtige Anerkennung errungen. Anhweis. Als jüdischer Religionslehrer an Stelle des Herrn Rabbiners Adam Wunder, der auf sein Lehramt in Folge hohen Alters verzichtete, wurde nach der im Tempel kürzlich erfolgten Probe-Predigt Herr Phil. Dr. Josef Krakauer aus Nikolsburg von der hiesigen Cultnsgemeinde angestellt. Arag. 2lm 8. September fand hier die Einweihung des neuen Bethauses des czechischen Betvereines, Ferdinandstraße 23 statt, wobei Herr Dr. Weiner, Rabbiner der Cultusgemeinde Weinberge die czechische Einweihungsrede hielt. Namens des Vereines sprach Herr I. kl. Dr. Reiner. In Vertretung der israelischen Gemeinderepräsentanz war Herr Dr. Ludwig Bendiner erschienen, außerdem Herr Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld, die Rabbiner Professor Dr. Kisch und Stark und sämmtliche Vereinsmitglieder. «strnmau. 2lm 6. d. M. fand im hiesigen neuen Tempel die Installation des neuernannten Rabbiners, Phil. Dr. Leopold Hirsch, unter feierlichem Gepränge statt. Herr Cultusvorsteher Louis Spiro begrüßte namens der Cultusgemeinde den Neuernannten und forderte ihn auf, der Pflichten, die er als Rabbiner zu erfüllen habe, eingedenk zu bleiben. Dr. Hirsch dankte in bewegten Worten' und hieltH hierauf die Festpredigt, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Stanista«. Anlässlich des Todestages unserer unvergesslichen Kaiserin Elisabeth fand am 9. d. M. in unserer Synagoge eine Trauerandacht statt, welcher die Spitzen der Behörden und der Cultusvorstand mit zahlreichen Gemeindemitgliedern beiwohnten. Die andächtige Rede des Rabbiners H. Horowitz und die vom Obercantor I. Szkolnik und seinem tüchtigeil Chore ausgezeichnet ausgeführten Trauergesänge machten bei den 2lnwesenden tiefen Eindruck. Kattowitz. Der außerordentlich beliebte Oberkantor der hiesigen Gemeinde, Herr Simon Singer, erhielt durch den Commiffär, Herrn Brenner, die ehrenvolle Aufforderung, die Obercantorstelle der Gemeinde zu Leipzig zu übernehmen. Mit Rücksicht ans die hiesige vornehme Position lehnte jedoch Herr Singer ab. Neu erschienene Bücher (Besprechung Vorbehalten.) Tanna d’be Eliahu, nach einem vaticanischen Manuscripte aus dem Jahre 1073 ediert, kritisch bearbeitet und commentlrt von Lector M. Friedmann. Mit eine: sehr umfangreicben Einkeitnna. (HebrZ Vas Senedrion in Jerusalem und das große Beth-din in der Quderkammer des jerusalemischen Tempels. Bon Prof. Dr. 'Adolf Büchler. Programnrarbeit. vie Institutionen des ludentkums nach der in den talmudifchert Ouellen angegebenen geschichtlichen Reihenfolge geordnet und erläutert von Rabb. Moses Bloch, Pror. an der Landes-Rabbinerschule in Budapest. II. Theil. III. Band. (HebrZ Kleiner Veinderg. Exhorten für das ganze Schuljahr von Rabbiner Dr. 2ld. Frankl-Grün. Mikra Kodesch. Kritische Bemerkungen zu Ehrlich's „Mikra kipeschuto*1 von Dr. H. Brody. sHebr.f Wird das Gute belohnt? Bortrag von Rabb. Dr. A. Kaminka. Kanrslreden von Dr. David Feuchtwang, Rabbiner zu ^Nikolsburg. II. Theil. Leipzig. M. W. Kaufmann. Populär-wissenschaftliche Vorträge über jüdische Geschichte und Litteratur. Herausgegeben von I. Gaffel, Prediger in Camen. I. Bd. Frankfurt a. M. I. Kauffmann. 4 Mark. 8abbath- und Festpredigten von Israel Nobel. Prediger und Schuldirigent in Berlin. Franks, a. M. Kauffmann. 1*50 Mt. Torath Chajim, hebräische Vorträge für das Trauerhaus von H Rabbinowicz, Lehrer. Frankfurt a. M. Kauffinann. 1 20 Mk. Frankfurter isr. Volks-Kalender für 1902/1903. 0 25 Mk. I nach für 5663. Ofias Geyer, Budapest.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.