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Die Wahrheit · 1902-06-20 · Heft 24 (20.6.1902) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 24 (20.6.1902)
Date
1902-06-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 24. Dt« Wahrheit. Seite 5. ran* n'pHJf i2X;t£> xan oSi>6 pbn n~h \tr Sxt^* bi »an tfwh. pbn nnb yw £xi nxsnm *r Tpye 'jjüö *»: yix | , . ,131 awn |ö min pxi mmn jo a*nan nmn px -loxn; „Jeder Israelit ist des ewigen Lebens theilhastig. wie es heißt:! „Dein Volk —alle Gerechten — werden das Land in Ewigkeit? besitzen, sie sind Sprößlinge meiner Pflanzung, das Werk. meiner Hände ist rühmenswerth. Doch folgende haben keinen! Antheil am ewigen Leben: „wer die Auferstehung, oder wer den göttlichen Charakter der Thora leugnet." Da sich nun eine solche Klippe nicht umschiffell lässt, so muß sie halt gesprengt werden. Herr Dr. Jakob ermangelt auch nicht, die volle Schale seiner Entrüstung über dieselbe zu ergietzen. Weder Gott, noch sonst Jemand, meint er, habe den Talmud oder Maimonides ermächtigt, ein derartiges Urtheil auszusprechen. Es lasse sich daher kein Mensch darob bange machen. Die Ungereimtheit eines solchen Satzes würde an den Tag treten, wollte man es versuchen, ihn einem unserer Propheten zu unterstellen. Also bleibt nicht anders übrig, als dass er christlichen Ursprunges sei, etwa so eine Art Ketzerkanon, wie es bei den Kirchmvätern gang und gäbe ist. (Fortsetzung folgt.) Beitrag zur Geschichte der Iudeuverfolgung in Oesterreich-Ungarn. Der heute so schwungvoll betriebene Antlsemltlsmus ist nichts Neues, sondern ein uralter, in der Geschichte aller Zeiten oft wiederkehrender Gast mit einem zeitgemäßen Namen. Darum scheint es als ein höchst undaukbares Beginnen, darüber uachzuforschen, „wann und wo überall die Juden verfolgt wurden". Entschieden leichter wäre es, sich die viel einfachere Frage vorzulegen: wann und wo wurden die Juden einmal „nicht" verfolgt? . . . Wenn wir aber im vollen Bewusstsein der Undankbarkeit dieser Arbeit es trotzdem unternehmen, einen „Beitrag" zur Geschichte der Judenverfolgung zu liefern, so geschieht dies aus folgenden Motiven. Zunächst möge der gegenwärtigen Generation, die all das, was sie besitzt, heute als etwas ganz Selbstverständliches hinnimmt; die da glaubt, als ob es nie anders gewesen, noch anders werden könnte, vor Augen geführt werden, mit wieviel weniger Glück sich ihre Vorfahren einst begnügen mussten. Weiters hoffen wir durch Vorführung alter Lebensbilder und dw.ch den scharf gezeichneten Contrast „zwischen Einst und Jetzt" Jedem klar zu Bewusstsein zu bringen, dass er ein Jude ist; und schließlich glauben wir dadurch bewirken zu können, dass die heute so beliebte laxe Auffassung der Dinge einer besseren und ernsteren Platz machen wird. Haben wir das erreicht, dann wäre unser Unternehmen reich genug belohnt! Der Jude ist und war zu allen Zeiten unter den Menschen dasselbe, was der „Feldhase" unter dem Wild heute noch ist. Warum? Warum wird gerade immer und immer wieder der Jude verfolgt? Ja, warum wird der Feldhase verfolgt? . . . Weil er ein Hase ist! Wäre der Hase so beschaffen wie ein Löwe, dann würde sich gewiss nicht jeder Bauerulümmel, mit einem primitiven Knüppel in der Hand, an ihn heranwagen. Dasselbe gilt beim Juden. Haben Sie schon einmal einen Hasen gesehen, der sich zur Wehr gesetzt hätte? Nein! . . . Nun dann wäre der Bauernrüppel einfach nicht klug, wenn er ihn nicht verfolgte, denn der Hase macht ihms ja selbst so leicht — so verlockend leicht! Ein Wiener Schriftsteller, der den Juden gewiss nicht wehthun wollte, verglich die Juden mit den einstigen Bewohnern von Abdera. Ein Fünkchen Wahrheit liegt in der Sache. Wir wissen zwar nicht, ob man uns anhören, oder ob man uns nicht mißverstehen wird, einerlei! wir wollens einmal versuchen, den Kern von der Schale loszubekommen. Freilich wird die Sache dann sehr „nackt" ausseheu, aber die Wahrheit hat keine Feigenblätter nöthig! Es ist eine allbekannte und vielfach bestätigte Thatsache, dass besonders in früheren Zeiten — jetzt ist Gott sei Dank auch hierin eine Befferuug eiugetreteu — bei den Juden der Entwicklung und Kräftigung des Körpers viel zu wenig Bedeutung beigelegt und alle Sorgfalt nur auf die geistige Ausbildung verwendet wurde, und diese Bernachlässlgnng hat uns unglaublichen Schaden gebracht. Geisteskraft ist ja gewiss nothwendig und erstrebensw.rch. aber sie muß mit der Physische»! Kraft Schritt halten können, denn ohne sie lasst die Psyche davon. Bewusste Körperkraft unterstützt den Math, und was vermag der Math nicht alles? . . . Skeptiker mögen lachen, soviel es ihnen nur irgend angenehm ist, Thatsache ist und bleibt aber, dass die jüdischen Kinder einseitig erzogen werden, und daraus folgt die einseitige Ettwickluug und später — die einseitige Weltanschauung und Stellung des Juden! . . . . Die heutige Lage der Dinge ist durchaus nicht so spassig. wie mancher zu glauben geneigt wäre. Der Antisemit Lueger vermag vielleicht nicht Alles, aber gewiss genug. Lueger wird wohl auch einmal nicht sein, was aber da bleibt undviel gefährlicher ist als er, das ist: Der Antisemitismus l Keine &>ecte ohne Jünger, und Jünger werden zu Lehrern. Dessen sind wir uns wohl klar. Das Schreien allein nützt nichts, auch das Beweisen! der auf gegnerischer Sssce behaupteten Lügen kann nur wenig i nützen. Das einzige sicher wirkende Mittel bleibt daher: Zeigen wir Jenen, wie die christliche Nächstenliebe anssehen i soll; üben wir uns weiter in der Menschlichkeit, das wird 1 das Document der Inden wider den Antisemitismus! Das gilt wohl für alle Juden, in Besonderem aber für die Frauen und Schwachen, die sich am Kampfe gegen die Willkür und Ungerechtigkeit nicht mehr betheiligen können. Die Starken hingegen müssen stets mnthig voranschreiten, ohne den Blick vor Erreichung des ersehnten Zieles je zu weuden!. Voran mschreiten ist das heilige Recht der Fürsten! Nun mögen die nachfolgenden Beiträge kräftiger, als es unsere bescheidene Feder vermag, zu Herzen dringen und bei jedein einzelnen Leser jenes Gefühl erwecken, das dieselben in uns zu erwecken vermochten; die Phantasie wird das Uebrige gewiss besorgen. Iudenairsschaffrmg unter- Ierdinand I. Entbieten allen und jeden unsern lluterthanen und Getreuen Geistlich- und Weltlichen, was Würden Standes oder Weesens die in Unser» Ertz-Hertzogthumb Oesterreich unter der Elinß gesessen seyn, denen dieser unser unser Brieff fürkombt, oder zuwissen gethan wird, unsere Gnad und alles Gutes; und geben euch gnaedigester Mainuug zuerkenuen; dass Uns glaublichen sürkombt, wie dass sich die Jndenheit i in unfern Ertz-Hertzogthumb Oesterreich unter der Enns an mehr Orthen ausserhalb der außgezeigten Plätz, Gumus und Eisenstadt, auch dess Mandel-Juden so von Uns zu Zisserstorff zuwohueu insonderheit befreiet ist, in guter Anzahl nidergethau, und von etlichen unser» Land-Leuthen und Pfaudschafftern ausserhalb unserer Bewilligung und Zulasten auffenthalten werden sollen; dieweil aber solches nicht unser»! Land-Freyheiten, und auffgerichten Ordnungen entgegen und zuwider ist, sondern auch darneben gnaediglich bedeuckm, : dass der arme gemeine Manu durch den Besuch und Wucher-! lichen Contract der Juden hochbetrangt und beschwaert, auch! darzu den leichtfertigen Persohnen zu Diebstahl, Eutsrembi düng anderer Güter und dergleichen nachtheiligen Handlungen i und Sachen, anweisung, Raitzung und Ursach gegeben werde, j sich auch darüber bey diesen beschwaerlichen Kriegs-Läuffcn.; sonderlich weil sich der Erb-Feind gemeiner Christenheit der Tnerk unfern Erblanden niemahlen näher an die Seiten ge»! setzt, allerley Verraetherey und Paffur Practiqueu bey iiljnen | ^zubesorgen, und derohalbeu Unser Gemueth, Will unv Meinung nicht ist, die Juden dermassen in unseren Landen r dieser Zeit zugedulden. Demnach befehlen Wir euch allen, i und euer jeden insonderheit mit allen Ernst, und wollen, w» sich Juden ausserhalb Gummus und Eysenftadt auch des

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