Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1902
- Issue
- Heft 22 (6.6.1902)
- Date
- 1902-06-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Redaktion und' Administration: Wien. H/i. Novaragasse 27. K. k. österr. Po lvLrcrssa Check-Conto Nr. 846.251 Inserate ^abhängige Aeitschrift für DKfche Interessen. 20 Heller per Nonpareille-Zeile.! Abonnements- und JnserationS-! betrüge sind in Wien zahlbar 4 I und klagbar.; Erscheint jeden Freitng. Motto: „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!" Bezugspreis: j Ganzjährig. . . ff. 12.—! Halbjährig .... ff. 6 — Für Cultusbeamte: Ganzjährig.... ff- 10.— Für Ausland: I Ganzjährig . . .8 Mark.! 6 Rubel oder 16 FcS Nr. 22. Wien, 6. Juni 1902. Znyaltr Die israelitische Allianz zu Wien und die rumänische Hilfsaktion. — Professor Armin Vämbery über den Zionismus. — Die Entwicklung der synagogalen Liturgie bis nach der Reformati on des 19. Jahrhunderts. — Litteratur. — Das Kaddischgebet. — Zur Organisation. — Verschiedene Nachrichten. — Danksagung. Die geehrten Herren Abonnentenwelche Sommerfrischen oder Curptätze aufsuchenwerden behufs regelmäßiger Zusendung des Blattes um rechtzeitige Bekanntgabe der näheren Adresse ersucht. Gleichzeitig bitten wirin allen öffentlichen Localenin denen Glaubensgenossen verkehren- --Die Wahrheit" zu verlangen. _Die Administration. Die israelitische Miau;;it Wien und die rumänische Hilfsactlon. Jeder Jude, inag er in religiöser Beziehung fortschrittlich oder conservaliv gesinnt sein, und unbekümmert darum, ob er die Bedeutung des Judenthums in der Religion oder im Volks - thum erblickt, wird dem segensreichen Wirken der „Israelitischen Allianz zu Wien", die seit ihrer Gründung so zahlreiche Wohlfahrts- und Hilssactionen zu Gunsten bedrängter Glaubensbrüder innerhalb und außerhalb der Grenzen unseres Vaterlandes durchgeführt hat, rückhaltslose Auerkennuug nicht versagen können und von der Nothwendigkeit dieser in echt jüdischem Sinne wirkenden Organisation, lies innerlich Überzeugtsein. Und trotzdem brachte der letzte Jahresbericht die höchst bedauerliche Thatsache zur Kenntnis, dass die Mitgliederzahl der Wiener Allianz in gar keinem Verhältniße steht zur imposanten Zahl der Juden der österr.-ungar. Monarchie und dass sie weder in den Großgemeindeu noch in den kleinen Centren jüdischen Lebens die gebührende Unterstützung findet. Wo bleibt da die von Feinden oft geschmähte, von Freunden wieder gerühmte Solidarität der Juden, wo das vielgepriesene, warmsühlende jüdische Herz, wenn die Bestrebungen der Allianz, die sich besonders in der letzte» Zeit den Aermsten und Bedauernswerthesten unserer Glaubensgenossen zuwenden, in den weitesten jüdischen Kreisen der größten Theilnahmslosigkeit begegnen? Um diese zu bekämpfen und die fernstehenden Glaubens- und Volksgenossen an ihre Pflicht gegenüber ihren hartgetroffeuen Brüdern und Schwestern zu erinnern, versendet der Vorstand der „Israelitischen Allianz zu Wien" nachstehenden Ausruf: I „Euer Hochwohlgeboren! Seit dreißig Jahren wirkt die! „Israelitische Allianz zu Wien" unverdrossen und zielbewusst, j wenn auch geräuschlos, zum Wohle unserer Glaubensgenossen im Inland wie in den osteuropäischen Nachbarländern. Wo Israeliten ihres Bekeuntuißes wegen leiden, richten sich die Blicke der Verfolgten und Bedrängten in erster Reihe aus unsern Verein und heischen Hilfe, die ihnen, sei es in moralischer, sei es in materieller Beziehung, niemals versagt wiro. Gegenwärtig pocht wieder das Martyrium von tausenden mit beispielloser Grausamkeit bedrückten und ihres Erwerbes beraubten jüdischen Familien in Rumänien an unsere Thore. Verschwindend gering sind jedoch selbst in normalen Zeiten die Mittel, die uns zur Verfügung gestellt werden, während eA j jeder Israelit, und selbst der ärmste, als Ehrenpflicht erachten sollte, der „Israelitischen Allianz» als Mitglied anzugehären. Die von uns seit zwei Jahren geleitete rumänische Hilss- I actio» hat derart hohe Anforderungen an uns gestellt, dass! unsere Bilanz im verflossenen Jahre mit einem Fehlbetrag von; ca. 96.000 Kronen schloß, und immerfort treten in dieser für j unsere Glaubensgenossen so ernsten Zeit neue schwere Ausgaben! im Interesse des gelammten Judenthums an uns heran.! Wenn unsere Thätigkeit nicht aus Mangel an Mitteln erlahmen soll, müssen Masseubeitritte zu unserem Verein aus > allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung und Spenden seitens! hochherziger Menschenfreunde unserer finanziellen Lage zu Hilfe kommen, um unserer Wirksamkeit eine breitere materielle^ Basis zu geben. Indem wir bestimmt erwarte», dass Euer Hochwohlgeboren! nicht unterlassen werden, uns durch freundliche Ausfüllung des heiligenden Formulares Ihren Beitritt anzuzeigen, zeichnen wir mit vorzüglicher Hochachtung Der Vorstand der »Israelitischen 'Allianz zu Wien: David Ritter v. Gutmanu, Präsident. Dr. Alfred Stern, Dr. Arthur Kurauda, Dr. Sigmund Wahrmau», Bice-Präsi» deuten. Dr. Felix Katzau, Wilhelm Pappenheim, Schriftführer. Sigmund Ritter von Bauer, Emanuel Baumgarten, Theodor Cohn, Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, Emil Horner, Adolf Klein, Heinrich Rirenstein, kais. Rath Bernhard Pollack, Julius Reitlinger, Rabbiner Dr. A. Schmiedl, Fritz Singer, k.k. Oberbaurath.Sigmund Taussig, k. k. Eommerzialrath Leopold Trebitsch, Donat Zifferer, Mitglieder des Vorstandes."