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Die Wahrheit · 1902-04-11 · Heft 15 (11.4.1902) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 15 (11.4.1902)
Date
1902-04-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 15 V\e Wahrheil. Seile 7 Else Munk wax erst spät erwacht und die Friseuse musste zweimal wiederkommen, bevor es ihr gelang, ihres Amtes zu walten. Dann hüllle das schöne Weib die herrlichen Glieder in ein reizendes Matinee — sie hatte nicht Lust, Toilette zu machen und die kleine Minni war fast wütend darüber, wie ihre Herrin so leichtsinnig mit der Frisur umgehen konnte. Ihre Herrin hatte sich nämlich im Kamin ein wärmendes Holzfeuer anbrennen lassen und sich einen bequemen altväterlichen Sessel vor die Glut gerückt. Sie starrte schon seit einer halben Stunde ununterbrochen iit die Flammen. (Fortsetzung folgt.) Gemeinde- und Vereinsbote. ISien (Generalversammlung des l. israelitischen Recvn- Dale scentenheinr sür arme jüdische Frauen und Kinder, Wien, VIII., ^ange Gasse 1.) Jüngst fand die Generalversammlung dieses Vereines unter großer Betheiligung der Vereinsmitglieder im „Hotel de Francestatt. Nach Miltheilung des Berichtes über das abgelaufene Vereinsjahr durch den verdienstvollen Obmann, Herrn Fabrikanten Leopold Guttmann, welcher von der Generalversammlung mit großem Beifall zur Kenntnis genommen wurde, berichteten die Herren Revisoren Dr. Alfred Schlesinger und S. Steiner über die vorgenommene Prüfung der Bücher und der Eassa, constatirten die größte Ordnung und beantragten, der Vereinsleitung das Absolutorium;ii. ertheilen, welcher Antrag. von der Generalversammlung einstimmig angenommen wird. Die Generalversammlung wählte'sohin den bereits früher coopirten Herrn Med. Dr. Carl Koch zum Cassier. An Stelle des Herrn Jos. Czerwenka wurde Herr Manuel Schwager zum Jncassanten bestellt. Frau Präsidentin Amalie Beck macht die erfreuliche Mittheilung, dass der Verein im abgelaufenen Jahre einen großen Aufschwung zu verzeichnen hat, nachdem seine Mitgliederzahl von 357 aus 467 gewachsen ist. Herr kaiserlicher Rath^ Anninger gibt die Anregung, die Verwaltungskosten zu verringern, hingegen möge die Vereinsleitung an die Auszahlung von Unterstützungen an Reconvalescente schreiten. Der Obmann Herr Guttmann gibt die nöthigen Aufschlüsse, welche der vorgenannte Herr Redner zur Kenntnis nimmt. Hieraus ergreift.Herr Rabbiner Dr. Sigmund Gelbhaus, Obmannstellvertreter des Vereines, das Wort zu einer längeren Rede, in welcher er an die Generalversammlung den Appell richtet, schon jetzt mit der Unterstützung von Reconvalescenten durch Unterbringung derselben in Privalpslege vorzugehen, und motivirt dies dainit, dass dies der Zweck des Vereines sei und dass die in Aussicht genommene Begründung eines .Heimes die gegenwärtige Unterstützung durchaus nicht ausschließt. An der sich diesfalls entspinnenden Debatte betheiligten sich lebhaft die Herren Dr. Saxl. Herr Schriftführer Architect Jakob Modern, ferner die Vorstandsmitglieder Dr. Alfred Schlesinger und Dr. Grimm. Diese Debatte führte zum Resultate, dass der Vorschlag des Herrn Rabbiner Dr. Gelbhaus in einer besonderen Vorstandssitzung zur Berathung gelangen wird. Herr Guttmann spricht als Obmann des Vereines der rühmlichst bekannten Präsidentin, Frau Amalie Beck, sür ihr opfervolles Wirken Namens des Gesammtvorstandes den besten Dank aus. Ihren rastlosen Anstrengungen sei es mitzuverdanken, dass der junge Verein trotz seines kurzen Bestandes sich allgemeiner Sympathie in der gelammten Bevölkerung erfreut, wodurch gegründete Hoffnung Vorhänden ist. dass sein echt humanes Ziel in kürzester Zeit verwirklicht werden wird. Wien. Der Allgemeine Kranken-Unterstützungsverein „Nächstenliebe", 2. Bez., Praterstraße 50 hielt dieser Tage seine 34. ordentliche General-Versammlung ab. Dem von der Vereinsleitung erstatteten Jahresberichte entnehmen wir, dass ungeachtet der durch die Anstellung eines zweiten Arztes erhöhten Verwaltungsauslagen ein Gebahrungsüberschuß von mehr als 1300 K. erzielt wurde und dass auch der a. o. Unterstützungsfond eine sehr beträchtliche Zunahme erfahren hat. Dem Vorstande wurde für seine erfolgreiche Thätigkeit einhellig der Dank und die vollste Anerkennung von der Versammlung ausgesprochen. Die Anregung des Vorstandes zur Gründung eines Witwen- und Waisenfond-Vereines im Rahmen des Veremes fand lebhafte Zustimmung und wurde ein Comito zur Einleitung der vorbereitenden Schritte und Ausarbeitung der bezüglichen Statuten bestellt. Bei den sohin vorgenommenen Ergänzungswahlen wurden die Herren Dr. Leopold Weiß, Hermann Ascher. Moritz Pollak, Edmund Hoffmann, Ignaz Kantor. Joses Grimm und Wilhelm Simon neuerlich, als Vorstandsmitglieder, die Herren: Adolf Traub, Mathias Kafka, Josef Schulhof und Johann Lichtblau als Ersatzmänner und die Herren: Jsak Rosner und Ignaz Rösenfeld als Revisoren gewählt. Hierauf erfolgte die Consrituirung des Vorstandes, und wurden hiebei die Herren Dr. Leopold Weiß zum Obmann, ,Josef.Rosenzweig zum Obmann-Stellvertreter, Hermann Ascher zum Schriftführer, Josef Grimm zum Schriftführer-Stellvertreter,. Gustav Planer zum Cassaverwalter, Dr. Moritz Nathansohn zum Cafsaverwalter- Stellvertteter gewählt. Zöien. Sonntag den 13. April, 9 Uhr Morgens, findet die" Prüfung an der dreiclassigen Religionsschule der „Adas Jisroel- (Schiffssynagoge) für Knaben und Mädchen im,Locale des Beth-Hamidrasch H, Große Schiffgasse 8, 1. Stock, statt." Die Einschreibung» für das Sommersemester wird Mittwoch am 30. April 2-4 Uhr Nachmittags im Schullocale II., Kleine Pfarrgafse 11, vorgenommen. Der Vorstand. Wie». Sonntag den 13. April 1902, um 3 Uhr Nachmittags findet im Sitzungssaale der Synagoge, II.. Leopolsgasse Nr. 29 die ordentliche General-Versamm lung des israel. Wohlthätigkeits-Bereines »Mazmiach Jeschua" mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rechenschaftsbericht des Ausschuffes; 2. Bericht der^Rechnungs-Revisoren; 3. Wahl von sieben Ausschussmitgliedern und drei Rechnungs-Revisoren; 4. Eventualien. Budapest. Am 2. d. M. wurde hier Herr Em. Goldschmied, der Vater des Oberrabbiner Dr. L. Goldschmied in Proßnitz «Mähren), zu Grabe geleitet. Der Verstorbene gehörte zu jener alten jüdischen Bürgerclasse, welche man mit dem treffenden Namen „cni ■öy-" zu bezeichnen, pflegt und die leider jetzt im Aussterben begriffen ist. Der Verblichene, Hvlzhändler von Beruf, setzte seinen Stolz darein, seinen Kindern eine musterhafte jüdisch-religiöse Erziehung angedeihen zu lassen und an allen öffentlichen Angelegenheiten der jüd. Gemeinde regen Anrheil zu nehmen. Letzteres bekundete er in ganz besonderem Maße in Losoncz, seinem früheren Aufenthaltsorte, wo er Jahrzehnte hindurch Präses der Ehewra- Kadischa und auch Mitglied des jüdischen Gemeinderathes war. Das Leichenbegängnis fand unter großer Theilnahme der jüdischen Bevölkerung Budapests statt. Unter den Anwesenden bemerkten wir mehrere Mitglieder des Cultus-Dorstandes, einige Professoren des hiesigen Rabbiner- Seminars und sehr view Eollegen des Rabbiner Dr. Goldschmied. Letzterer hielt an der Bahre seines Vaters eine tiefempfundene Leichenrede. Szenicz. Eine erhebende Feier hat vorige Woche in unserer Cultusgemeinde stattgeinnde n. Es wurde nämlich ein Sefer Thora, das der hier lebende Privatier Herr Earl Fischhof, früher Kaufmann in Wien, zum Andenken an seine im Vorjahre verstorbene Gattin. Frau. Kath. Fischhof, der Cultusgemeinde gespendet bat, feierlicüst eingeweiht. Die Feier, an welcher sich das ehrwürdige Rabbinat. die Vorstände der Gemeinde, Tempelverwaltung. Chewra-Kadischa und Schule, der Lehrkörper und zahlreiche «Gemeinde-Mitglieder betbeüigten. nahm in der Wohnung des edlen Spenders, vor welcher die Schuljugend mit Fahne und Musik Ausstellung genommen hakte, ihren Anfang und wurde mit einer schönen Rede des Herrn Rab'dinats-Affessors Em. Feuer eingeleitet. Von hier ging die Feftversammlung in üblichem Festzuge durch ein von den Zöglingen der isr. Volksschule gebildetes Spalier in die festlich erleuchleie Synagoge, woselbst die formvollendete und geistreiche Festrede des ehrwürdigen Herrn Rabbiners Marmorslein den Glanzpunkt der Festlichkeit bildete. Mit einem von Canter D. Schreiber eract vorgerragenen Schlussgesange endete die schöne Feier Dem edlen Spender rufen wir ein wohlverdientes ^7zu. Hroat. - Areutz. Der allgemein bocbgeachlete und verdienstvolle Präsident innerer Gemeinde. Herr Marens Breyer. Besitzer des goldenen Verdienstkrenzes mir der Krone, Gemeinderath und Spareassen-Director wurde zur Jnstallirung des neuen Obcrgefpan in -.sieg, welche am 3. d. stallfand, in Vertretung der Cultusgemeinden Kreutz und Belovar eingeladeu. Stanislan. Im diesigen Tempel fand eine große Purimfeier statt, an weicher der ganze Vorstand mit dem Präses an der Svitze rheilnahinen. Rabbiner Dr. Broude hielt eine schwungvolle Rede und Obercantor Löweniohn führle mit dem gl tgesckullen Chore mehrere Psalmen auf. Dau ksatjuiiii-. Unerforschlich sind die Wege der Vorsehung, [tinerhalb weniger Wochen verlor ich das Liebste und Theuerste auf Erden: den hochbe.tagren Tater und bald darauf den einzigen so hegibten Sohn, der mir Stab und Stütze am Abende des Lebens werden sollte und nun ... I11 diesen trüben Tagen der Trauer zeigreu mir wahre und warme Theilnahme die israelitische Gemeinde meiner A'aterstadfc Ung.-Brod, ferner die zu Biel-Bienne (Schweiz) die „Gnade übte mit dem Lebenden und nahezu Todteau, die Cultusgemeinde meiner zweiten Heimat Wien, ebenso die verehrliche Repräsentanz der Chewra Ivadischa. Ihnen allen, wie auch den Verwand reu uud Bekannten, die dem traurigen Äbschiedsacte an wohnten, sei aus tiefstem Herzensgründe h.eissester Dank abgestattet, nicht minder Herrn Obercantor Oesterreicher, der auf Veranlassung des hochlöblichen Cultusvorsta ndes mit der officiellen Ceremonie betraut wurde, für seine erhebende und zu Herzen dringende Function und meinem brüderlichen Freunde, Herrn N. Chameides, für seine so tiefempfundenen und wohlgemeinten, aufrichte nden Worte am frühen Grabe meines Kindes. "" * Rabbiner Grün.

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