Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1902-02-21 · Heft 8 (21.2.1902) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1902
Issue
Heft 8 (21.2.1902)
Date
1902-02-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3062972-3063113-3063121--01787-3068407
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 6 Nr. 8 Die Wahrheit. solche Vorgänge der Brutalität und nichts anderes sieht. Dem; Propheten selbst kann beides nicht unbekannt gewesen sein, da er doch fortwährend gegen dieselben den heftigsten Kampf führt. Tie Einsicht jedoch, von welcher unser Prophet sich getragen weiß, wird er wohl schwerlich auf dem Wege schärferer Beobachtung uud eindringlicheren Nachdenkens gewonnen haben. Es Erscheint daher auch vergeblich, auf diese Weise die Nichtigkeit dieser Gnmdüberzeugnng Nachweisen zu wollen. Ein weiter und verständnisvoÜer Ausblick über die Geschichte der Völker erfüllt allerdings auch uns mit Ahnungen, die mit denselben zusammenstimmen. Für den Propheten selbst war sie auf alle Fälle eine höhere Eingebung, die über ihm stand und zu welcher er sowohl sein Leben wie dasjenige seines Volkes erheben wollte. Um diese Ansicht jedoch mit jener Eindringlichkeit zu erfassen, dass ein anderes undenkbar scheint, muss man allerdings '«ine höhere Warte, die der reinen Geister, ersteigen. Merkwürdiger Weise erscheint von unserem Standpunkte aus die Welt, Lie wir mit menschlichem Maßstabe messen, als zu kurz. Ware uns der Ueberblick über das Ganze vergönnt, wer weiß, ab nicht auch wir zu jenen höheren Aufschlüssen gelangen würden, Lie der Prophet in diesem so tief einschneidenden Satze niedergelcgt hat. Wir aber müssen uns bei unserem beschränkten Verstaube mit der Einsicht bescheiden, dass diese Lehre ebensowenig widerlegt, noch überboten werden kann. Noch viel weniger wird <s je gelingen, mag auch die gesammte Macht dieser Erde auf einem Punkt aufgeboten werden, diese Welt so zu lenken, dass fie dem Willen Gottes schnurstracks zuwiderlaufe. (Fortsetzung folgt.) Gemeinde- und Vereinsbote. Akte«. (Aus der Plenarsitzung des Vorstandes ber is raeliti sch en Cult usgemeinde Wien, am 16. Februar 1002, unter dem Vorsitze des ersten Bice-Präsidenten D r. Alfred Stern.) Aus dem Einlaufe wurde zur Kenntnis gebracht «m Spenden: Von Herrn Philipp Thorsch, aus Anlass der Vermählung seines Messen Dr. Alphons Thorsch, für den israel. Frauenwohlthätigkeitsverein, I.. Seitenstettengaffe K. 2000.—, für den Verein zur Unterstützung und Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der israel. Cultusgemeinde St. 500.—, für den Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten K. 1000.—, für den Theresten-Kreuzer-Berein K. 1000.—, für die Chewra-Kadischa K. 1000.—, für den Verein zur Erhaltung von Volksküchen «ach israel. Ritus K. 500.—, für den Mädchenunterstützungs - -verein, II, Kaiser Josefstraße 32 K. 500.—, für den Verein „Ferienheim" K. 500.—, für die israel. Kinderbewahranstalt K. 500.—, für die Armen- -anstalt der israel. Cultusgemeinde St. 1000.—, für das Armenamt der israel. Cultusgemeinde K. 500.—, für daS Siechenhaus K. 1000.—, für -arme Bräute K. 100.—, zusammen K. 10.100.—. Von Frau Anna Thorsch, anlässlich der Vermählung ihres Sohnes Dr. Alphons Thorsch mit Frl. Marie Spitzer, für den israelitischen frauenwohlthätigkeitsverein im I. Bezirke K. 1000.—, für den Verein -zur Unterstützung uud Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der israel. «Cultusgemeinde K. 1000.—, für den Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten K. 300.—, für den Theresien- Hreuzer-Berein K. 500.—, für den Verein zur Erhaltung von Volksküchen «ach israel. Mtu» K. 500.—, für den Mädchen-UnterstützungSverein, II., ^Kaiser Josefstraße 32 K. 500.—, für den Verein „Ferienheim" K. 500.—, ffür die israel. Kinderbewahranstalt K. 500.—, für das Armenamt der israel. Criltusgemeinde K. 500.—, zusammen K. 5300.—. Von Herrn Dr. Alfted Stern zur Ergänzung des zur Errichtung -er «Julius und Dr. Alfred Stern'schen Jahrzeit- und Wohlthätigkeits- Htistung* bereits gewidmeten Betrages von K. 2400.—, noch weitere K. 0000.—, in spercentiger österr. Kronenrente (Zinsen vom 1. März ISO! ab) alS Gründungsbeitrag für die Israel. Allianz K. 2000.—, für -e» „Allgemeinen österreichisch-israelitischen Bund" K. 2000. —, zusammen <i« Kronenrente) K. 10000.—. Bon Herrn Leopold Sachs, zum Andenken an seine seligen'Eltern, Jakob und Anna Sachs, für das Siechenhaus K. 2000.—; von Herr» Julius Hellmann, zur Bertheilung an verschiedene Wohlthätigkeitsanstalte« K. 500.—; von Herrn Alois Hofmann, zur Bertheilung an zwei Wohlthätigkeitsanstalten K. 100.—; von Herrn Dr. Moriz Adolf, für das israel. Spital K. 50.—; von v. M., für die israel. Versorgungsanstalt K. 50.—; von Herrn Dr. Sigmund Ehrlich, für das israelitische Spitak Kr. 20.—, zur Verköstigung armer israelitischer Schulkinder in der Brigittenau K. 20.—; von Herrn Dr. Albert Rabl, für die israelitische Armenanstalt K. 20.—; von Herrn Otto Weiß, für wohlthätige Zwecke^ K. 10.—; von Herrn Johann Seelenfried, für das Siechenhaus der israelitischen Cultusgemeinde K. 10.— (und 2 Flaschen Cognac), für die Verköstigung armer israelitischer Schulkinder in der Brigittenau Sammelspende durch Herrn Heinrich Weiner K. 120.—. Den Spendern wird der Dank votirt. Im Präsidialberichte bringt der Vorsitzende zur Kenntnis, daS Vertreter-Collegium habe aus Anlass der goldenen Hochzeit Si> k. u. k. Hoheit des Herrn Erzherzogs Rainer beschlossen, dem erzherzogsichen Paare die Huldigung des Cultusvorstandes durch eine künstlerisch ausgeführte Adresse darzubringen, deren Ueberreichung in einer Audienz deputativ durch das Präsidium und den Herrn Oberrabbiner in de« nächsten Tagen erfolgen werde. (Wird mit lebhaftem Beifalle zur Kenntnis genommen.) Vor Uebergang zur Tagesordnung bemerkt der Vorsitzende, ein Vorkommnis, welches in den letzten Tagen die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gelenkt habe, veranlasse ihn folgendes zu erklären: Es sei selbstverständlich nicht Aufgabe der Cultusgemeinde, sich in politische Angelegenheiten zu mengen und dasjenige in Erörterung zu ziehen, was andere öffentliche Körperschaften beschäftige. Eine Ausnahme wurde nur in jenen Fällen gemacht, wo wir selbst die Angegriffenen waren, und die Pflicht es gebot, im Jnteresse.der Glaubensgenoffenschaft vorzugehen. Es seien aber in den letzten Tagen hochverehrte Mitglieder unseres Collegiums in ihrer persönlichen Ehre in einer ganz unqualificirbaren Weise angegriffen worden. Die vollste Satiisaction ist ihnen in jener Körperschaft zutheil geworden, in welcher der Angriff erfolgte, sowie auch in andere« Körperschaften, denen sie angehören. Wir als Cultusvorsteher erklären, dass wir selbstverständlich diese Herren in ihrer persönlichen Ehre auch nicht im allergeringsten beeinträchtigt sehen, dass im Gegentheile z« den weiten Kreisen der Oeffentlichkeit, in welchen sich dieselben der größte» Hochachtung erfreuen, auch unser Collegium gehört, dass wir es uns zur hohen Ehre anrechnen, die Herren zu unseren Collegen zu zählen. (Allseitige Zustimmung.) Ueber eine Zuschrift der «Chewra-Kadischa", in welcher der Ablauf der Mandatsdauer der Vorsteher Moriz Eißler und k. k. Naurath- Wilhelm Stiaßny bekannt gegeben wird, werden diese Herren in ihre« Funktionen für die statutengemäße Dauer) von drei Jahren n-uexlich bestätigt. Vicepräsident Dr. Gustav Kohn referirt namens des Vertreter- Collegiums über ein neues Normale für den Bethausvorstand der Gemeindebethäuser Stadt und Leopoldstadt. Die Vorlage bezweckt eine Präcisirung, Erweiternng und Ausgestaltung des Wirkungskreise» deS Bethausvorstandes und die Feststellung der Competenz desselben sowohl gegenüber den Bethaus-Functionären, als auch gegenüber dem CultuSvorstande selbst. Nach eingehender Debatte, an welcher sich die Herren Hoffman«, Dr. Berger Eltbogen, k. k. Baurath von Goldschmidt, Gewitsch, Dr. Steiner und Salo Cohn betheiligten, wird die Vorlage über Antrag des Herrn Rudolf Ai.spitz en bloc angenommen. Hiezu bemerkt der Vorsitzende, dass das Normale für die Bethausvorstände in Fünfhaus, Ottakring und Währing demnächst in B erathuug gezogen werden wirh. Gemäß den Anträgen des Vertreter-Collegiums wird die Uebernahme nachfolgender neuer Widmungen in die Verwaltung der Cultusgemeinde beschlossen: Die Sigmund Ritter'sche Seclengebet-Widmung mit dem Capital« von Nom. K. 8800; die Moriz Blau'sche Seelengebet- Widmung mit dem Capital« von K. 1200; die Theodor Winterniß'sche Seelengedächtnis- und Wohlthätigkeits-Widmung mit dem Capitale vo« K. 1102; die Antonie Leditzky'sche Graberhaltungswidmung mit dem Capitale von K. 1069; die Franziska und Therese Berger'schen Widmungen für die israelitische Versorgyngsanstalt mit dem Capitale vo« K. 1000, bezw. K. 2000; die Maximilian Jellinek'sche Widmung für israelitische Wohlthätigkeits-Jnstitute mit dem Capitale von K. 1200; die Fanny Schickssche Grabausschmückungs- und Kadischgebet-Widmung mit dem Capitale von K. 300; die Barbara Chajes'sche Jahrzeit-WidmunA

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.