Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 49 (10.12.1901)
- Date
- 1901-12-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Allgemeine Canloren-Zeilnug. . 49. Beilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 21. Iayrg TW" Kie geehrten Kerren Kantoren des Inuud «Anstandes werden ersucht, die Aückstände und dm Monnementsöetrag für das taufende Huartat umgehend einsenden zu wollen. Zur Organisation. Die kühle und in einigen Fällen sogar abweisende Haltung, die manche deutsche College» gegenüber dem „Allgemeinen Canloren-Verbande" eiuuehmen, gab in der am 17. d. M. stattgehabten Sitzung zu eingehenden Discussionen über die Ausdehnung der Organisation Anlass. Mit Rücksicht darauf wurde beschlossen, betreffs Entwickelung der Verhältniße in Deutschland eine zuwartende Stellung einzunehmen, dagegen aber mit aller Energie die Organisation in Oesterreich-Ungarn zu betreiben. Weiters wurde nach einer längerer mitunter etwas erregter, unserer Anschauung nach aber ganz zweckloser Debatte der Beschluss gefasst, bereits in nächster Sitzung mit der Berathnug der Statuten zu beginnen. * _ * Wir erhalten folgende Zuschrift: Zn Nummerr 48 Ihres geschätzten Blattes lese ich soeben einen Aussatz „Zur Aufklärung" von Herrn Obercantor Magnus Davidsohn in Gleiwitz. Gestalten Sie mir, einem langjährigen Mitgliede und früheren Vorsteher der „Hilsscaffe" zu bemerken, dass es sehr bedauerlich ist, dass viele Cantoren in Deutschland der „Hilsscaffe" so fern stehen, dass sie nicht einmal über ihre Ziele und Bestrebungen orientirt sind. Die „Hilsscaffe" ist aus dem seinerzeit gegründeten Cantorenvereiu entstanden. Der damalige Vorstand, unter dem Vorsitze des sel. Professors Lewandowsky, legte besonderen Wert auf die Unterstützung von Witwen und Waisen und war bestrebt, unserem Vereine Korporationsrechte zu verschaffen. Um aber die Genehmigung der Negierung zu erlangen, wurden alle Bestimmungen, die auf die Vertretung aller anderen Slandesinleressen sich bezogen, aus dem Statute gestrichen. Wohl wurde uns ein von der Negierung genehmigtes Statut vorgelegt, aber von der Versammlung einstimmig zurückgewiesen, da es nicht mehr das von uns entworfene war und mit der Wahrnehmung unserer Interessen in keiner Beziehung stand. Es wurde beschlossen, ohne Aussicht der Regierung zu walten, den Namen „Hilsscaffe" aber beizubehalten, um weitere Kreise für die Aufbringung der Mittel zu iuteressiren. Allerdings sind die Hoffnungen, welche die Mitglieder auf den Verein gesetzt haben, nicht in Erfüllung gegangen. Die Vernachlässigung der anderen Standesinteressen und nur die Förderung der Cassa im Auge zu behalten, war ein Fehler. Diesem Uebel abzuhelfen, sind wir seit Jahren bemüht. Auch für die demnächst stattfindende Generalversammlung sind bereits Anträge gestellt worden, die in dieser Hinsicht Besserung herbeiführen sollen. Vor allem aber ist es Ehrensache der Cantoren, ihre Interessen im eigenen Lande zu unterstützen und ihre Aufmerksamkeit den vorhandenenen Institutionen zuzuwenden. Die Berliner Cantoren sind im Princip nicht gegen den Anschluss an den „Allgemeinen Cantoren-Verband", sie können aber erst an eine Vereinigung beider Interessen denken, wenn ihr eigenes gewahrt ist. Mit kollegialem Gruße Z. Schönberger, Cantor in Potsdam. Äusruf! Ein Cantor, dessen Name aus Rücksicht auf seine ehemals bedeutende Stellung öffentlich nicht genannt werden kann, liegt hier schwer erkrankt darnieder. Um die grässliche Noth, in der sich die Familie befindet, zu lindern, appelliren wir an das gute Herz unserer Glaubensgenossen und aller Berufsgenossen mit der Bitte, gütige Spenden für die schwer Bedrängten an den Vereinscassier, Herrn I. Cantor M. Blatt, Wien, II., Tempelgasse 3, einsenden zu wollen. Der V o r st a u d des österreichisch -pn gar. Cantoren verein es Moritz Blatt. Jakob Bauer. Josef Singer. Verschiedene Nachrichten. Wien. (Israelitische Cultnsgemeittde Wien.) In der am 11. December 1901 unter dem Vorsitze des Präsidenten kais. Rath Kliuger abgehaltenen Plenarsitzung des Vorstandes der isracl. Cnltusgemeinde wurde auf Antrag des Bethausvorstandes beschlossen^ das Andenken des verewigten um die Gemeinde hochverdienten Herrn Jacob Brandeis durch Aufnahme in die Haskarab dauernd zu ehren. Ueber Referat des Obmannes der Spitalcommission, Herrn Wilhelm Kuffner, wllrden die Anträge der Spitalcommission und des Vertreter-Collegiums, betreffend die Besetzung der Secundararztstellen im Spitale der israel. Cultusgemeinde, angenommen, und zwar wurde Herr Dr. Adolf Schwarz zum ersten Secundararzte, Herr Dr. Sigmund Aldor zum SecundararUe und Herr Dr. Hugo Abeles zum Stipendisten der Moriz Freiherr von Königswarter'schen Widmung mit den Functionen eines Scnndararztes im Spitale der israel. Cultusgemeinde berufen. Die Jonas Freiherr von Königswarter'sche Theologenstiftung (2 Plätze ä K 930) gelangte im Sinne des Vorschlages der israel.-theologischen Lehranstalt und des Comitsantrages zur Verleihung. Ueber Referat des Herrn Baurathes von Goldschmidt werden die gemäß den Anträgen der Wohlthütigkeitscommission und des Vertretercollegiums außer den budgetirten Beträgen noch zur Auszahlung gelangten periodischen Unterstützungen an 24 Parteien im Gesammtbetrage von K. 3548 für das Jahr 1901 nachträglich genehmigt. Außerdem gelangten Steuer-Angelegenheiten und Personalien zur Erledigung. Wien. Der Vicepräsident der „Oesterr.-israel. Union", Herr Sigmund Mayer, feierte am 13. d. seinen 70. Geburtstag, aus welchem Anlasse dem um das Judenthum hochverdienten Manne zahlreiche wohlverdiente Ovationen zutheil wurden. Wien. (Synagogen- Chorverband „Sulzerbun d"). Wie bereits in voriger Nummer gemeldet wurde, fand am 12. d. M. die Constituirung des Synagogen-Chorverbandes „Sulzerbund" statt, der sich die Aufgabe stellt, die sociale und materielle Lage der Synagogensänger in den jüdischen Gemeinden zu heben und die Pflege des Synagogengesanges zu fördern. Zur constituirenden Versammlung waren der Regenschori der Wiener Cultusgemeinde, Professor Joses Sulzer, und sämmtliche Chorsänger der Wiener Gemeinde und der Wiener Tempel - vereine, und als Gäste die Herren 1. Cantor Schiller, Obercantor Bauer, Obercantor Guttmann, Obercantor Schorr, 1. Cantor Don Fux, Obercantor Seifert, Cantor Pekarnik, 1. Cantor Serebrenik, Cantor Smotritzky, Ortsschulrath Fränkel, Cantor Zlocensko-Holics, Redakteur Dr. Löwy und der Secretär des Bethausvorstandes der Wiener Cultusgemeinde, Herr Nathan Königsberger, erschienen. Obercantor Singer und I. Cantor Blatt hatten ihr Fernbleiben entschuldigt. Herr Isidor Löwit, Chordirigent der kürk.-israel. Gemeinde, eröffnete die Versammlung mit Begrüßung der anwesenden Gäste und Vereinsmitglieder, warf dann