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Die Wahrheit · 1901-12-10 · Heft 49 (10.12.1901) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 49 (10.12.1901)
Date
1901-12-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 49. Die Wahrheit. Leite 11 einen Rückblick auf die Entwickelung des Synagogenchores, als deffen Schöpfer er Altmeister Salomon Sulzer feierte, und legte nach Schilderung der gegenwärtigen Lage der' Tempelsänger die Gründe dar, die Pie Gründung des Verbandes geradezu dringend machten. Mit einem Appell an die Cantoren, die Bestrebungen des Verbandes zu fördern und einer . Dankesabstattung an seinen Mitarbeiter Herrn S. Lemberger, wie an Herrn Redacteur Dr. Moriz Löwy, der dem vorbereitenden Gönnte bei der Gründung des Verbandes hilfreich zur Seite stand, schloß der Redner unter allgemeinem Beisalle seine Ausführungen. Die hierauf vorgenommene Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Präses: Professor Josef Sulzer, Vicepräses: Chordirigent Isidor Löwit, Cassier: Adolf Goldenberg, Schriftführer: Salomon Lemberger. Max Schwager, Revisoren: Chordirigent Julius Heimann und M. Porth, Vorstandsmitglieder: Chordirigent Zellnik, Michael Stricks, O. Thiemann und S. Lubetzky. Nach stattgefundener Wahl übernahm der neugewählte Präsident, Professor Josef Sulzer, lebhaft acclamirt den Vorsitz. In bewegten Worten dankte er für die seinem Vater durch den Namen des Verbandes bezeugte Pietät, sowie für die ihm selbst durch die Wahl zum Präsidenten erwiesene Ehrung und versprach, seine Kräfte, soweit sie reichen, dem Wohle des Verbandes zu widmen. Es sprachen hierauf noch Obercantor Bauer, Obercantor Guttmann und Redacteur Dr. Löwy, indem sie dem Verbände ihre Sympathien ausvrückten. Als außerordentliche Mitglieder traten von den anwesenden Cantoren bei: Obercantor Guttmann mit einem Jahresbeitrags von 5 K. und einer einmaligen Spende von 50 Kronen, ferner Obercantor Bauer, Obercantor Schorr, 1. Cantor Don Fux und Cantor Smotritzky. Wien. Der Frauenwohlthätigkeits-Verein im 8. Bezirke veranstaltet am 4. Jänner 1902 unter dem Protektorate Ihrer Exellenz Gräsin Anastasia Kielmannsegg im großen Musikvereinssaale unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte eine große Wohlthäiigkeits-Vorstellung mit Ball. Ihre Mitwirkung haben nachbenannte Künstler zugesagt: Frau Elice Elizza, k. k. Hofopernsängerin, Frau Hansi Niese, Frl. Valentin, Mitglied des deutschen Volkstheaters, Herr Philipp Beran, Claviervirtuose, Herr Leopold Demuth, k. k. Hofopern- und Kammersänger, Herr Leopold Natzler, Mitglied des k. k. priv. Theaters a. d. Wien und andere hervorragende Knustkräfte haben ihre Mitwirkung in Aussicht gestellt. Im Hinblicke daraus, dass das Reinerträgnis den humanitären Z wecken des Vereines gewidmet ist, ist eine rege Förderung dieser Veranstaltung seitens unserer Glaubensgenossen^dringendst geboten. Wien. (Akademie.) Donnerstag, den 6. d. M. fand im Hotel Central zu Gunsten armer jüdischer Schulkinder eine vom jüdischen Volksverein veranstaltete Akademie für den 8., 9., 18. und 19. Bezirk statt, welche einen äußerst gelungenen Verlauf nahm. Den Reigen der Vorträge eröffnete die Violinvirtuosin Frl. Mizzi Schlesinger, welche Concertstücke von Bruch und Sarasate mit vollendeter Meisterschaft spielte. Herr Louis Herz vom Josefstädter Theater bot hierauf Gedichte von Donath, Scherlag und Sofer, welche ausgezeichnet interpretirt, eine nachhaltige Wirkung ausübten. Stürmischen Beifall erzielte der Vortrag zweier entzückender Liedchen des jungen Componisten Leo Ascher welche von Frl. Laura Pold vom Jantschtheater dem Publicum und dem Componisten zum Dank gesungen wurden. Frl. Mila Theren vom Theater an der Wien brillirte als Sängerin und Tänzerin, Herr Großmann vom Theater an der Wien weckte durch seine urkomischen Darbietungen schallende Heiterkeit, Frl. Bayer und Herr Diamant wurden für einen gelungenen Vortrag ebenfalls acclamirt. Den Vorträgen folgte ein sehr animirtes Tanzkränzchen, welches von den Damen Köllner, Pappenheim Hirsch, Geiger, Singer, Altmann, Hamburger, Wolfer, Siegfried und Horowitz a. A. eröffnet wurde. Das Comite, an dessen Spitze Hofrath Kareis als Ehrenpräsident und der im 9. Bezirke durch seinen Wohlthätigkeitssinn bestbekannte Herr Peter Geiger als Obmann st ehen, darf mit dem Erfolge des Abends vollauf zufrieden sein. Wien. Der jüdische Schulverein im 9. Bez., Seegasse 7, beginnt mit dem Unterricht anfangs Jänner. Einschreibungen finden täglich von 10—12 uud von 2—4 Uhr im Vereinslocale statt. Wie«. (C o n f i r m a t i o n.) Letzten Samstag führte der in weitesten Gesellschaftskreisen sich lebhafter Sympathien erfreuende Herr k. k. Regierungsrath Dr. Schlag seinen Sohn Ludwig im Tempel der Leopoldstadt zur Barwizwah. Der Confirmand trug die Hasthora präcis und richtig pointirt vor,... Herr Obercantor Bela Guttmann recitirte mit seiner klangvollen, silberhellen Stimme einen von ihm verfassten Mische» berach, und der greise Rabbiner, Herr Dr. Adolf Schmied!, hielt eine der Feier angemessene Ansprache, welche von mächtiger nachhaltiger Wirkung war. Der beliebten Familie Schlag find zu dem Barmizwah-Feste aus allen Gesellschaftskreisen lebhafte Sympathiebezeugungen zugekommen. E. B. Wien. Sonntag den 22. d., 2 Uhr Nachmittags, findet im Stadttempel die Trauung des Fräulein Dora Zolles. Tochter des Herrn Direktor Ignatz Zolles, mit Herrn Jacob Berger statt. 3frag. Die „Bohemia" meldet: Der Vorstand der Großenhof- Synagoge in Prag hat am letzten Samstag seinem langjährigen Obmann« Herrn V. S. B o n d y, anlässlich deffen in den nächsten Tagen stattfindenden 70. Gebnrtstages eine spontane Ehrung bereitet. Die Synagoge in welcher der Jubilar als 1. Vorsteher 34 Jahre wirkt und sich seinerzeit um den Umbau sehr verdient machte, war festlich geschmückt, desgleichen der Sitz des Jubilars mit Festons geziert. Oberrabbiner* Dr. Ehrenseld gedachte in seiner Chanukapredigt auch des Jubilars in ehrenden Worten und schloss seine Rede mit einem Gebete für den Gefeierten. In der Synagoge hatten sich dem Jubilar zu Ehren zahlreiche Gäste eingefunden, unter diesen der Präses-Stellvertreter der Cultusgemeinde, Herr Dr. L. Bendiener, Mitglieder derselben und Vorstände aus allen Synagogen. Arag. Die hiesigen zionistischen Vereine veranstalteten Sonntag, den 8. d. in Heine's Wintergarten eine Makkabäer-Feier, die in sehr würdiger Weise verlief und mit einem flotten Tanzkränzchen endete. Die Festrede sprach Herr Rabbiner Dr. Aladar Deutsch, weiter wirkte der jüdische Gesangsverein mit, und anch die „Lebenden Bilder aus der Makkabäerzeit", die eiue schöne Augenweide boten, fanden lebhaften Beifall. Marienvad. Unser neugewählter Vorsteher richtet in erster Reihe sein Augenmerk darauf, in die seit Jahren durch Parteilichkeiten zerrüttete Gemeinde Frieden und Einigkeit zu bringen, und seine diesbezüglichen Bestrebungen sind auch vielfach von Erfolg begleitet. Ferner trachtet er durch Veranstaltung von Vorträgen die Mitglieder einander näher zu bringen. So war letzten Sonntag Herr Dr. Ruff aus Carlsbad hieher berufen, der in einem ausgezeichneten, stark besuchten Vortrag über „Leid und Freud im jüdischen Leben" sprach, und nächste Woche wird Herr Redacteur Kohn einen Vortrag über „Heine" halten. Hroß-Aecskerek Fräulein Jlonka Levin, die Tochter unseres allbeliebten Obercantors, hat sich mit Herrn Markus Pollak aus Reva» Ujsalu verlobt. IjaKovar. Wie alljährlich fand auch heuer in unserer Cultusgemeinde ein Chanuka-Bekleidungsfest statt. Stach dem Anzünden der Chanuka-Lichter im Tempel durch Herrn Obercantor Weißmann begab man sich in den prächtigen Sitzungssaal, wo sich zahlreiche Herren und Damen eingefunden halten. Ein Schüler zündete hier die Chanuka- Lichtlein an, dann sang der Chor das „Moaus Zur" und Lehrer Auffärber hielt eine schwungvolle Ansprache. Hierauf brachte Obercantor Weißmann mit dem Chore und Harmonium-Begleitung einen von ihm selbst verfassten „Misinor schir chanukaa“ zur Aufführung, der lebhaft acclamirt wurde, und sodann wurven die armen Schulkinder mit Kleidern und Schuhen, Bäckereien und circa 400 Kronen beschenkt. Besondere Verdienste hat sich hiebei die hochverehrte Frau Lina Fuchs als Präsidentin des Damen-Comites erworben, und ihre.große Müheverwalrung fand auch allseitige Anerkennung. Hroppau. Am 10 d. M. hielt der hiesige „Jüdisch-litter.-Verein" seine Generalversammlung ab, die sehr gut besucht war. Nach dem vom 1. Schriftführer Herrn Obercantor Singermann erstatteten Rechenschafts- Berichte, aus welchem hervorging, dass der Verein infolge seiner regen Thätigkeit auf ein recht erfolgreiches Bereinsjahr zurückblicken kann, wurde zur Neuwahl des Vorstandes geschritten, und wurden die Herren Dr. Singer, Kulka, und Czuczka als Obmänner und Herr Obercantor Singermann als 1. Schriftführer wiedergewählt. Für die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder wurden die Herren Josef Reich, k. k. Ingenieur und Dr. Bick gewählt. Der Verein, der seit sechs Jahren besteht, hat sich um das geistige und gesellschaftliche Leben in der hiesigen Gemeinde sehr verdient gemacht und namentlich durch die häufig veranstalteten Vorträge über jüdische Litteratur und Geschichte das Interesse für unsere herrliche und große Litteratur in hohem Maße geweckt. Vir machen unsere geehrten Leser auf die altrennomirte Firma Otto Riektar IX., Nnssdorferstrasse 5 (8. Inseratenseite) anfmerksamm.

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