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Die Wahrheit · 1901-12-13 · Heft 48 (13.12.1901) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 48 (13.12.1901)
Date
1901-12-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Allgemeine Canloren-Zeilnn . 48. Beilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 21. Iahrg. Die geehrte« Kerren Kantoren des In- und Anstandes werden ersucht, die Rückstände und den Aöonnementsöetrag für das tanfende Huartat umgehend emsenden zu wollen. Zur Canloren-Organisation. Vom Vorsitzenden des schlesischen Cantoren-Vereines, Obercantor Magnus Davidsohn, erhalten wir solgende „Z u r A u s k l ä r u n g!" betitelte Zuschrift: Gleiwitz, den 8. December t90t. Von zwei Seiten aus werden die Cantoren Deutschlands ersucht, dem „Allgemeinen C a n t o r e n - V e r b a n d e" nicht beizutreten. Allerdings ist in diesem Ersuchen von dem „O e st e r r e i ch - U n g a r i s ch e n C a n t o r e n v e r e i n* die die Rede. Vorerst möchten wir den Gegnern des „Allgemeinen Cantoren-Verbandes" erklären, dass derselbe mit dem „Oesterreich-Ungarn scheu Camoren-Verein" nicht identisch ist. Anlässlich des Ende Juli in Wien stattgehabten Allgemeinen Cautorentages, an dem sowohl deutsche, als auch österreichische Collegen theilnahmen, wurde die Gründung des „Allgemeinen Cantoren-Verbandes" beschlossen, in dessen Vorstand die deutschen Collegen Friedmann Berlin, Zivi-Elberfeld und Davidsohn-Gleiwitz gewählt wurden. Der Verband ist berufen, die Interessen des Cantorenstandes sowohl in socialer, als auch in materieller Hinsicht zu fördern. Der Vorstand des „Oesterreich - Ungarischen Cantoren - Vereines" hat die Anregung zur Gründung des Verbandes gegeben, daher fühlten Wir uns verpflichtet, dem Präsidium dieses Vereines, das reiche Erfahrungen gesammelt hat, die Durchführung der Organisation zn übe,tragen. Selbstverständlich hatten mir die Absicht, auch in Deutschland eine Centrale des Verbandes zn schassen und hatten dabei hauptsächlich Berlin im Auge. Zu unserem größten Bedauern erfuhren wir jedoch, dass die Berliner Collegen dem Verbände nicht beitreten wollen, mit Rücksicht aus ihre Zugehörigkeit zur Hitsscasse deutscher Cultnsbcamter. Man wird» sich nun fragen: Was hat die Hilfscasse mit dem Verband zu thun? Dieselbe kann wohl eine segensreiche Institution innerhalb des Verbandes sein, hat sich aber wohl nicht die Ziele des „Allgemeinen Cantoren-Verbandes" gesteckt. Lauge haben wir gezögert, ehe wir den Verband in's Leben riesen, da wir annahmen, dass das Project der Herrn Collegen Bähr-Waldenburg sich verwirklichen werde. Da dies nicht der Fall war, beschlossen wir die Gründung des schlesischen Zweigverbaildes. Nicht nur einige Collegen, wie Herr Mannheim schreibt, sondern mehr als 60 Collegen sind dem schlesischen Zweigverbande beigeireten. Nachdem es mit vieler Mühe gelungen ist, den Verband in's Leben zu rufen, will man plötzlich alle möglichen Cantoren- Vereinigungen gründen! Gleich Herrn Mannheim fragen wir: Wozu diese Zersplitterungen im eigenen Lager? Die Hilfscässe wird sich fernerhin neben dem Cantoren-Verbande segensreich bethätigen. Sobald der Verband genug gefestigt sein wird, soll eine Verschmelzung angestrebt werden. Ueber den Anschluss des Cantoren-Vereines an den deutschen Lehrervrrband wurde tu der in Gleiwitz stattgesundette» Versammlnttg der schlesische» Cantoren eifrig debattirt und derselbe von der Majorität als nicht günstig bezeichnet, weil die beruflichen Interesse» beider Vereiniguitgen vollständig auseinander gehe». Dies wurde hauptsächlich von den Collegen betont, die bereits dem Lehrerverbande anzehören. Es ist wohl anzunehmen, dass die große Zahl von Cantoren, die sich in Deutschland befindet, eine eigene Berufsorganisation bilden kann und die Fähigkeit besitzen dürfte, ihre Standesinteressen selbst zu fördern und zu wahren! Es ergeht deshalb an sämmtliche deutsche Cantoren die Bitte, in ihrem eigenen Interesse dem „Allgemeinen Cantoren-Verband", dessen Centrale sich vorläufig in Wien^ 1. Bez., Seitenstettengasse 4 befindet, beizutreten und sich nicht durch die Meinung anderer, der ganzen Bewegung fernstehender und über die Ziele des Verbandes nicht informirter Collegen beeinflussen zu lassen. -k- -i- -i- Eiit erfreulicher Fortschritt der Organisation kann in dem bevorstehenden corporativen Anschluss der mährischen Cantoren eonstatirt werden. In Ausführung eines früheren Comitsbeschlusses haben sich Obercantor Singer und 1. Cantyr Schiller in den letzten Tagen nach Brünn begeben, um mit dem Präses des mährischen Cantorenvereines, Herrn Obercantor Heller, persönliche Rücksprache zu pflegen."Das Ergebnis der in herzlich collegialer Aussprache geführten Berathungen war nun, dass Obercantor Heller in bereitwilliger und liebenswürdiger Weise seine Kräfte und seinen Einfluss für die Förderung der Organisation ztir Verfügung stellte und der Hoffnung Ausdruck lieh, dass es ihm gelingen werde, sämmtliche mährischen Cantoren dem „Allgemeinen Cantoren-Verbande" zuzusühren. * Gleich Erfreuliches steht in Böhmen in Aussicht. Aus Prag wird uns mitgetheilt, dass daselbst über Anregung des Herrn Obercantors Brod-Prag Donnerstag, den 12. d. eine Versammlung der Prager Cantoren stattfindet, die sich mit dem Anschluss der Prager Cantoren an den „Allgemeinen Cantoren- Verband" und der Förderung der Propaganda für die berufliche Organisation unter deü Cantoren Böhmens beschäftigen wird. * * * Sonntag, den 22. December, 3 Uhr nachm, findet in Elberfeld, Hotel Central, Bahnhofstraße, die constituirende Generalversammlung zwecks Gründung eines rheinisch-westphälischen Cantoren-Verbandes statt. Bsitrittsanmeldungen sind an Cantor Zivi-Elberfeld, Lncasstraße 19, zu richten. Die Einladung zur Versammlung ist vom provisorischen Comite, bestehendaus den Cantoren Blumenfcld-Köln, Gumpel-Dortmnnd, Zivi- Elberfeld gefertigt. Verschiedene Nachrichten. Wien. (I s r a e l i t i s ch e C u l t u s g e m e i n d e.) Die öffentliche Plenar-Sitzung des Vorstandes der israel. Cultusgemeinde Wien findet Sonntag, den 15. December 1901 um tysll Uhr Vormitt, im Sitzungssaale I., Seitenstettengaffe 4, II. Stock, statt. Tagesordnung i l. Aus den Einläufen. 2. Berichte des Vertreter-Collegiums: a) Budget pro 1902 (§ 90 des Statutes) (Referent Herr kais. Rath Hirschj; b) Ernennung von Curatoren für Stiftungen (Referent Herr Vice-Präsident Dr. A. Stern); c) Subvention für den Bibel- und Talmudunterricht (Referent Herr Vice-Präsident Dr. G. Kohn^; d) Normale für den Behausvorstand (Referent Herr Vertreter Dr. M. Steinerj. Wieu. (Gesellschaft für Sammlung und C o nervirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums.) Donnerstag, 19. d. M. veranstaltet diese Gesellschaft im Anschlüsse an die V. ordentliche Generalversammlung eine Hieronymus Lorm-Feier, bei welcher der Schriftsteller Dr. Bernhard .Münz die Festrede halten, und hierauf Hof-Schauspieler und Ober- Regisseur Joses Ritter von Sounenthal einige neuere Werke des Dichterphilosophen zum Vortrage bringen wird. Karten zu diesem Abende

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