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Die Wahrheit · 1901-12-13 · Heft 48 (13.12.1901) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 48 (13.12.1901)
Date
1901-12-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 48. Die Wahrheit. Seite 9 sind im Bureau der Gesellschaft (Jüdisches Museum, I., Rathhausstraße Rr. 13) erhältlich, und zwar für Mitglieder am 12. und 13. d. M., für Nichtmitglieder die eventuell nicht behobenen Karten am 16. u. 17. d. M. 2—4 Uhr Nachmittags. Die Feier wird mit Rücksicht auf die bereits vorhandene, starke Nachfrage nach Karten im Festsaale des Etablissement Ronacher abgehalten. j Wien. Der Frauen-Wohlthätigkeits-Verein im 8. Bezirke, der! Heuer 140 Kinder bekleidete, veranstaltete Samstag den 7. d. im Fest- faßte des Kaufmännischen Vereines in Anwesenheit 'der Gemalin ves i Statthalters, Frau Gräfin Kielmannsegg, der Präsidentin. Frau Amalie! Beck, der Vorstandsdamen Frau Johanna Beck, Frau Drab, Frau Fuchs- ' balg, Frau Dr. Grimm, Frau Guttmann, Fran Rosenbaam. Frau! Makler und eines zahlreichen, distinguirten Publikums sein diesjähriges! Bekleidungssest. Nachdem die Präsidentin Ihre Excellenz Frau Gräfin! Kielmannsegg begrüßt und derselben für die durch ihr Erscheinen dem! Vereine erwiesene Auszeichnung gedankt hatte, wurde die Feier mit! einem von Obercantor Bauer vorgetragenen Weihelied eröffnet. Hierauf; hielt Herr L. Guttmann die Festrede, die in ein Hoch auf den Kaiser , ausklang. Nach Schluss des Festes ließ sich Frau Gräfin Kielmannsegg i durch die Präsidentin die Vorstandsdamen, sowie Herrn L. Guttmann und Herrn Hoflieferanten Hermann Beck vorstellen und dann trat sie ' an Obercantor Bauer heran und richtete an denselben äußerst schme.cheli hafte Worte der Anerkennung. i Wien Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner D. L ö w y ist 'in Folge vorgerückten Alters von seinem langjährigen verdienstvollen Wirkungs-; kreise als Prediger im X. Bezirk zurückgetreten. Rabbiner Löwy, welcher , erst vor Kurzem sein 80. Geburtstag feierte, erhielt bei diesem Anlasse; zahlreiche Sympathiebeweise aus allen Kreisen der Wiener Gemeinde.! Rabbiner Löwy, dessen eminente Rednergabe allgemein bekannt ist, hat : sich auch durch seine vielfache wissenschaftliche und litterarische Thätigkeit; einen klangvollen Namen erworben und war ein langjähriger Mitarbeiter! und einige Zeit auch Redacteur der „Neuzeit". Möge es ihm uoch viele! Jahre gegönnt sein, seine wohlverdiente Muße in körperlicher und geistiger Frische zu genießen. Wien. (R e l i g i o n s s ch u l - I n s p e c t o r Professor M. K a n i tz.) Samstag, den 21. d., vollendet Herr Religionsschul-Jnspector Pros. M. Kanitz das 25. Jahr seiner Lehrthätigkeit an Wiener Schulen, Herr Jnspector Kanitz hat es verstanden, durch seine ersprießliche Thätigkeit als Religionslehrer an Gymnasien und am Lyceum des Wiener Frauenerwerbvereines sich die Sympathien der weitesten Kreise der Bevölkerung zu erwerben. Die Religionslehrer der Wiener israel. Cultusi gemeinde, die mit inniger Verehrung und besonderer Hochschätzung an i ihrem Jnspector hängen, veranstalten zu Ehren des Jubilars am 21. d.! Abends 8 Uhr in Kuhner's Restauration, I., Adlergasse, eine interne! Festfeier. Wien. (X. B e z i r k.) Donnerstag, den 6. d., am ersten Channka- Abend fand die feierliche Amtseinweihung des neugeivählten Rabbiners des Tempelvereines im 10. Bezirk Dr. A. L. Mandel, bekannt als Religionslehrer der Bürgerschule, des Realgymnasiums und Leiter der Schule des jüdische» Schulvereines im 10. Bezirk, statt. Aus diesem Anlasse wurde in dem herrlichen Gotteshause ein feierlicher Gottesdienst abgehalten. Nach dem Mincha-Gebete wurde der Rabbiner, mit zwei nun 102 begleitet, zum Almemor geführt, woselbst der Vorsteher, Obmann der der Tempelsection, Herr Jacob S. Straßberg ihm im Namen des Vorstandes den Sitz und die Kanzel übergab und die Hoffnung aussprach, dass er die Entwicklung des Tempels mit all seinen Kräften fördern werde, so wie er seine ganze Kraft bisher nur der Schule gewidmet habe. Nachher bestieg der Rabbiner die Kanzel und entzückte seine andächtig lauschenden Zuhörer mit seiner gelungenen Antrittsrede. Sehr treffend sagte er unter Anderem: cssx ’2;x nc'im -w Ein Fremder und doch ein Einheimischer bin ich unter Euch. Ein Fremder wohl noch aus dieser! Kanzel aber ein Bekannter in der Schule bei der Heranwachsenden Jugend.! Das Maariw-Gebet beschloss diese' erhebende Feier. Als Ehrengäste > waren erschienen: Herr M. Karpeles, Präsident des Curatoriums der j isr. theol. Lehranstalt, Rector Dr. Schwarz, Lector Friedmann, Prof. Dr. A. Büchler u. A. Wie». Donnerstag, den 12. d., 5 Uhr abends, fand in Khuuers Restauration, I., Adlergaffe, die überaus zahlreich besuchte constituirende Versammlung des Synagogen-Chor-Verbandes „Sulzerbund" statt. Zum Präsidenten wurde Herr Professor Josef Sulzer, Ehormeister der Wiener Eultusgemeinde, zum Vicepräsidenten Herr Isidor Löwit, Cantor und Chordirigent der Wiener türk, israel. Gemeinde, gewählt. Ausführlicher Bericht folgt in nächster Nummer. Wie». Der Bethausverein „Lns-Lvrit" im 20. Bezirk, Trauenfelsgaffe 7, hielt jüngst die ordentliche Generalversammlung unter großer Betheiligung der Mitglieder ab. Der Bericht des Obmannes, Herrn B. Ober, theilte mit, dass der Verein Fortschritte mache, bereits ein Vermögen von 3200 Kronen und vier schöne Thorarollen sammt den Silbergeräthen besitze. Bei der vorgenommenen Wahl wurden dieH«rren B. Ober, I. H. Wetter, A. Deutsch, M. RöthniNnn, W. Kokesch, L. Hojdy. M. Podhorzer, P. Klarfeld, I. Schwarzbrod, I. Schmetzler, I. Warhaftig, I. Münz, A. Donn, M. Goldstein, M. Edel, A Kurier, M. Seid, S. Ornstein und D. Kolboschower in den Vorstand gewählt.! Wien. Das hochgeachtete Mitglied der Schiff-Synagoge, Herr A. W e n g e r, feierte am Sabbath-Chanuka in obbenanntem Tempel das Bar-Mizwah-Fest seines Sohnes Friedrich. Herr Wenger spendete auS diesem Anlaffe namhafte Beträge für wohlthätige Institutionen. Wien. Sonntag, den 8. d., fand in der bekannten Weinstube I Groß, II., Praterstraße (Lloydhof), eine Kinderbetheilung seitens der Gesellschaft, welche ihren Sitz in der genannten Weinstube hat, in würdiger Weise statt. Es wurden 40 Kinder mit vollständiger Winterkleidung beschenkt. Besondere Verdienste um das Zustandekommen dieser Humanitären Gesellschaft hat sich der im H. Bezirke durch seinen bei allen Gelegenheiten in hervorragender Weise bethätigten WohlthätigkeitSsinn bekannte Herr Ignaz Beckmann erworben, welcher noch von den anderen Herren des wackeren Comitös unterstützt wurde. Wien. (I ü d i s ch e r Verein jugendlicher Arbeiter, Wien, XX., T r a ue n s e l s g a s s e 1.) Sonntag, den 15. d., findet im Vereinslocale präcise 7 Uhr Abends eine Bereinsversammlung mit Bortrag des Herrn Alfred Weißberger statt. Jüdische Gäste (Damen und Herren) herzlich willkommen Anmeldungen für die Gesangs-Section werden im Vereinslocale entgegengenommen. G. Waden. (Ehanukafeier in der Heilanstalt Alland.) Sonntag, den 8. d., 4 Uhr nachm., veranstaltete der Vorstand der Badener israelit. Eultusgemeinde in der Heilanstast Alland eine Ehanukafeier, die einen würdigen und herzerhebenden Verlauf hatte. Anwesend waren der Cultusvorsteher, Herr Moriz Leitner.deffen Stellvertreter, Herr Aut. Schneider, ferner die Herren aus dem Cultusausschusse: Moriz Daniel, .Hermann Flaschner, Ignaz Fleischmann, Simon Mandl und die Herren August Edenburger und Ludwig Lackenbacher aus dem verstärkten Cultusausschusse, wie auch Herr I. Jnfeld, Secretär der Eultusgemeinde. Zu der Feier waren auch geladen der Cultusvorstand und das Rabbinat der Wiener israel. Eultusgemeinde, deren Verhinderung sie schriftlich mittheilteu. Nach Verrichtung des Minchagebetes durch den Cantor, Herrn Jakob Schäfer, hielt Herr Rabbiner Wilhelm Reich die Festpredigt, welche zunächst an die Anstaltspatienten, die zumeist junge Leute sind und voll versammelt waren, gerichtet war und auf alle Zuhörer einen höchst wirkungsvollen Eindruck machte. Mit Bezug auf Chanuka sprach der Redner vom Heldenthnine im Leiden und belehrte die jungen Kranken, festes Gottvcrtrauen in sich zu pflegen, dass das beste Mittel nebst der menschlichen Kunst in der Leidenszeit bietet. Rach der Predigt zündete Cantor Schäfer die Chanukalichter an und recitirte das „Haneros- Halolu" mit klangvoller Stimme. — Der Cultusvorsteher, Herr Moriz Lettner, dankte hierauf dem Herr» Rabbiner für seine vorzügliche Leistung, wie auch dem Cantor für seinen schönen Vortrag, womit die Feier ihren Abschluss fand. Herr Nathan Zerkowitz, Mitglied der hiesigen Eultusgemeinde, feierte am 8. d. die goldene Hochzeit und wurde der Jubilar vom Vorstande der Cultusgemeinde mit einem kaligraphisch ausgeführten Gratulationsschreiben b eehrt. Znaim. Am 1. Chanuka-Abend fand in unserer Gemeinde eine Chewra-Sude verbunden mit einem Festgottesdienste statt. Bei dem letzteren verrichtete Cantor Rosenfeld das Mincha-Geber und Rabbiner Dr. Kahan hielt eine schwungvolle Rede, in welcher er der Hingeschiedenen Mitglieder und Vorsteher der Chewra Kadischa sowie seines Amtsvorgängers Rabbiner Holzer gedachte. Dem Gottesdienste wohnten der Gesammtvorstand der Eultusgemeinde mit dem Präsidenten Herrn Steiner, sowie der Vorstand der Chewra-Kadischa mit dem Obmanne Herrn Jakob Schidloff, und zahlreiche Gemeindemitglieder bei. Nach dem Gottesdienste fand in Appelfelds Restauration ein Bankett statt, an welchem auch die Präsidentin des Frauenvereines, Frau Louise Brüll, und die Vor» standsdämcn Frau Laura Steiner, Frau Dr. Schnürdreyer und Frau Singer theilnahmen. Rabbiner Dr. Kahan eröffnete den Reigen der Toasten indem er sein Glas auf die Mitglieder der Chewra und deren Obmann Herrn Jacob Schidloff erhob. Dr. Großmann toastirte aus den Frauenverein, worauf die Präsidentin Frau Brüll erwiderte. Es folgte dann ein Toast auf den Cultusvorsteher, Herrn Hermann Steiner, und hierauf toastirte Dr. Schnürdreher im Namen der Gemeinde auf Herrn Rabbiner Dr. Kahan. Wrünn. Der Chordirigent der israelischen Eultusgemeinde in Brünn, Herr Leopold Schmidt, wurde als Gesangsmeister an das Brunner Conservatorium (Musikverein) berufen. Der „Tagesbotr aus Mähren und Schlesien" schreibt hierüber unter dem Titel: „Eröffnung einer Gesangsclaffe im Brünner Musikvereine" folgendes: In dem Bestreben, den Unterricht seiner Schüler den besten Lehrkräften anzuvertrauen, ist es dem genannten Vereine gelungen, den in berufenen Kreisen als Capacität anerkannten Stimmbildner, Herrn Leopold Schmidt, zur Ueb^rnahme einer neugebildeten Gesangsclaffe zu bewegen. Seine Lehrthätigkeit beim hiesigen Mr.fikvereine beginnt am 1. December l. I. Ofen. Donnerstag, den 26. d. findet im hiesigen Haupttempel die Trauung des Fräulein Rosa Weiß, Tochter unseres Obercantors Herrn Eduard Weiß, mit Herrn Lajos Horwath aus Neupest statt. Land»». Sonntag, den 8. Dezember fand hier zu Gunsten der „Talmud-Thora" ein feierlicher Gottesdienst statt, bei welchem achtzehn Cantoren unter Leitung des Rev. A. Perlzweig mehrere Compositionen desselben zur AuMhrung brachten. Rev. Perlzweig erfreut sich nicht mrr als Cantor, sondern auch als Componist eines ausgezeichneten Rufes und hat in jüngster Zeit mehrere Compositionen veröffentlicht, welche von den hervorragendsten Vereinen mit Erfolg aufgeführt werden.

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