Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 45 (22.11.1901)
- Date
- 1901-11-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3062972-3063062-3063107--01641-3068249- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
«r. 45. 21. Iahrg. Ire geehrten Kerren Kantoren des Annnd Anstandes werden ersucht, die Aückstände und de« ASonnemeutsvetrag füt das taufende Hnartat nmgetzend einsenden zu HyoLen. Ire Administration. Allgemeiner Lantorenverband. In den am 12. und 19. d. M. abgehaltenen Comit«» iD Sitzungen der Wiener Cantoren, bei welch letzterer die Collegen Singer, Bauer, Guttmann, Löwit, Schorr, Jurberger, Zellnik, Fuchs, Hirsch, Blatt und Schiller anwesend waren*), erstattete der Vorsitzende, Obercantor I. Singer, Bericht über de erfreulichen Erfolge der an die vom allgemeinen Cantorentage ernannten Vertrauensmänner ausgesendeteu Circulare. Die Annahme des Mandates eines Vertrauensmannes, resp. ihre Mitgliedschaft Haben bisher folgende Cantoren augemeldet: Hahu-Teschen, Geiringer-Gablönz, Rosner-Ledecz, Lamm- Brüx, Köhn-Budweis, Löwensohn-Eibenschütz, Singermann- Troppau, Grünblatt-Jägerndorf, Zwittenberg-Kaiserslauter»!, Neufeld-Nikolsburg, Popper-Eger, Goldmann-Kanizsa, Jellinek- Hollabrunn, Kohn-Rakonitz, Goldbaum-Smichow, Kartschmaroff- Kanizsa, Löwh-Floridsdorf, Schlesinger-Olmütz, FaustBelovar, Zlocensko-Holics, Meisel Kopcsan, Neumann-Skalitz, Pless- Radosacz, Reiß-Kuty, Spitzer-Egbell, Resnik-Oroshaza, Singer- Znngbunjlau, Fischer-Prag, Müller-Fünskirchen, Krämer, Werdisheim-Stockerau, Deutsch- Oedenburg, Kirschbaum-Oeden-- burg, Wolfsohn-Dresden, Landau-Wr. Neustadt,^ Zakobsohn- Leipzig, Brod-Prag, Rosuer-H. Mestec, Goldstein-Steinainauger, Grzyb-Freistadt, Kohn-Lundenburg, Blüinel^Januiitz^ Moor-Prag, KahnMühlhausen (Elsaß), Mänes-Nürnberg, Heymann-Amsterdam, Zivi-Elberfeld, Schäfer-Baden, ,Weiß- Marzali, Holzer-Mislitz, Kalischer-Danzig, Großkopf-Frankfurt a. M., durch diesen augemeldet: Ogutsch, Löwy, Friedlänber, Pesachowitz, Hirsch Plaui, Klibansky, sämmtliche in Frankfurt a. M., Karrschmaroff-Totis, Lazarus-Budapest, Friedmann- Berlin, Rubin-Prag, Mirsky-P»ag, Fürnberg-Neubaus, Linhardt- Hannover, Hofstein-Dresden, Schwarz Lin;, Nußbaum-Mainz, Kifchitzky-Efseg. Von Eorporationen haben die rheiuländischen Cantoren und die Cantoren Oberschlesiens ihre»! Anschluss an den allgemeinen Cautorenvervand beschlossen. Zahlreiche andere College»! meldeten ihren Beitritt mit Vorbehalt att uns ersuchten vorher um nähere Znformationeu über Zwecke und Ziele des Verbandes. Die von einigen Collegen in Deutschland geltend gemachten Bedenken, ob es einem Conior in Deutschland einerseits staatsrechtlich erlaubt und anderseits für ihn selbst ersprießlich fei, dem .allgemeinen Cantorenverbande" beizutreten, gaben dem Eomile Anlass, auf diese gewissuicht unwesentliche Frage näher eiuzugehen. Unter Hinwels auf vorliegende concrete Fülle in änderen Berufszweigen (Deusch-österr. Schriftstellerverein. Deutschösterreich. Bühuenverband, Arbeiterorganisation.' Bne-Brith- Vereine re.) kam die Anschauung zum Durchbruch, dass keineswegs ein staatsrechtliches Hindernis vorliege, dassein deutscher Cantor Mitglied des allgemeinen Cantorenverbandes werde, ebensowenig wie ein ungarischer Cantor behindert werden könnte, einem österreichischen Vereine beizutreten, oder ein österreichischer Cantor einem deutschen oder ungarischen Verbände anzugehören. *) Die Theilnehmer der ersten Sitzung wurden bereitin voriger Nummer genannt. \ Nur bei politischen Vereinen ist die Mitgliedschaft andie Staatszugehörigkeit gebunden, nicht aber bei Fachvereinen» Dagegen wurde. es als ebenso natürlich wie vom Standpunkte einer einfacheren Verwaltung zweckmäßig erklärt, dass die Cantoren Deutschlands innerhalb der Organisation eine besondere Gruppe des Verbandes mit eigener Verwaltung bilden; die Details der. diesbezüglichen Organisation können erst dann beratheu werden, wenn eine Uebersicht über die Zahl der'Anmeldungen vorliegen wird. Die bisher bedingungslos erfolgten Anmeldungen deutscher Cantoren wurden mit besonderer Freude ausgenommen und den betreffenden Collegen der Dank des Comitss votirt. Zur Progagirung des allgemeinen Cantorenverbandes in den einzelnen Krouländern Oesterreichs und in Ungarn hat das Comittz es. als wüuschenswerth erachtet, dass die Mitglieder des Präsidiums des „Oefterr.-uugar. Cantoren-Vereines". und einzelne Comitemitglieder mit den Collegen in 'den Hauptstädten persönlich in Fühlung treten, und vorläufig sind diesbezügliche Reisen nach Budapest, Brünn und Prag geplant. Für Prag, resp. Böhmen hat der,in der Comitä-Sitzung vom 12. d. M. anwesende College Brod-Prag das Mandat übernommen, die dortigen Cantoren zu einer Versammlung einzuberufen, dieselben mit den Absichten des.Wiener Comitäs vertraut zu machen und die Organisation in Böhmen zu fördern. Das Comits verspricht sich auch besondere Erfolge von den erwähnten Reisen des Präsidiums nach Brünn und nach Budapest. Falls , die hervorragenden ungarischen Collegen für die Idee gewonnen werden, wird für nicht allzuserne Zeit die Einberufung eines Cantorentages in Budapest geplant. In jedem. Falle wird das Comitä alle möglichen Mittel zur Förderung der Propaganda aufweuden und zu diesem Behuse wird auch ein Aufruf an sämmtliche Cantoren. erlassen werden. Der Entwurf desselben wurde bereits in der letztenComitä- Sitznng vom Bereinsecrelär Dr. Lölvy vorgelegt und einstiininig genehmigt. Griefe ans Deutschland. Von Hermann Zivi, Elbe rfeld. Die Universal-Jdee des jüdischen Gottesdienstes ist eine außerordentlich »verthvolle Erscheinung in den Nachklängen des Cantorentages. und .Her Obercantor Mi nkow k y in Osessa hat entschieden das Richtige getroffen, wenn er meint, dass auch der Inhalt unserer musikalischen Liturgie einer Organisation bedürftig sei. Ich war schon auf dem Congresse in Wien derselben Ansicht und habe gegen den so beliebten Parkicularismns innerhalb des Cantorates auch nach dieser Richtung hin Stellung genommen;, ich . wurde indessen mißverstanden uns habe das Empfinden gehabt, als ob ein großer Theil jener.Versammlung durch die Macht der Verhältniße noch nicht in der Lage sei,, über diesen , so außerordentlich wichtigen Punkt der Cantorensrage in die Debatte einzutreten. Herr Obercantor S i n g e r-W.ie»! u. A., .von denen ich verstanden wurde, bestätigten mir meine Annahme, und ich ließ mich von ihnen eines Besseren, gerne dahin belehren, indem man mir sagte, dass ein Feldherr seine Truppen erst aufstellt und mustert, bevor er sie auch nur der geringsten Aufgabe.operativer Natur gegenüberstellt. Dies war die Basis des zweiten Tages der Wiener Verhandlungen- und ich gestehe unumwunden zu, dass Herr College Singer Recht hatte, als er behauptete, seine Truppen besser zu kennen als ich. Ein zweiter Cantorentag wird dann sicherlich weiter« Forderungen erfüllen, vorausgesetzt, dass alle Hebel in Bewegung