Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 39 (11.10.1901)
- Date
- 1901-10-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine Canloren-Zeilung. Nr. 39. Beilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 21. Ial,rg. gM" Wir ersuchen die geschätzten Herren College« nm Einsendung des Abonnements und Begleichung der Rückstände. Die Administration. ZUM allgemeinen Cantorentag. Der Vorstand des „Oester r.-uugar. Calltoren--Vereines" hat das am allgemeinen Cantorentage gewählte Comire der PZiener Cantoren für Donnerstag, den 11. d., zu einer Sitzung eiuberufen, in welcher die Constituirung des Comites stattfindet und die weiteren Schrine zur Durchführung der vom Camorentage eingeleiteten Aciiou beralheu werden sollen. Ein ausführlicher Bericht über diese Sitzung folgt in nächster Nummer. Äu die Mitglieder des „Oesterr.-uug. Cantoi'eil- Vereines." Die alten Mitglieder des »Oesterr.-ungar. Carrioren- Vereines" werden hiemit aufmerksam gemacht, dass sie bis nach Aeuderuug der gegenwärtigen Statuten den Jahresbeitrag von .sechs Gru.1 den zu leisten haben, und sie werden in ihrem eigensten Interesse ersucht, denselben pünktlich an die Vereiuscasse einzujenden. Der Vorstaud des „Desterr.-ungar Cantoren-Vercines." MnfimdMiisigjähriges Dienstjubiläum. Ein verdienstvller Beamter der Wiener israel. Eultusgemeinde, der erste Eantor und ^Amtsleiter des Eultüsbezirksamtes XVIII. und XIX. Gemeindebezirk Max Peterselka, begeht am 20. d. das Jubiläum seiner 2yjährigen Amtsthätigkeit. Im Jahre 1876 trat Herr Peterselka nach mehrjährigem Wirken in großen ungarischen Gemeinden als Eantor und Religionslehrei in die Dienste der damals bestandenen Eultusgemeinde Währing. Sein hervorragendes jüdisches Wissen und seine eifrige Bethätigung auf humanitärem Gebiete eroberten dem Jubilar rasch die Herzen seiner Gemeinde, und auch im Kreise seiner Berufsgenossen erwarb er) sich zahlreiche Freunde. Durch Jahre gehörte er dem Vorstande des österr.-ungar. Eantorenvereines an und wurde auch für die Dauer einer Wahlperiode durch k Berufung ins Präsidium als 2. Präses-Stellvertreter geehrt. Bei der Vereinigung Wiens mit den Vororten wurde Herr Peterselka in den Beamtenstatus der Wiener israelitischen Eultusgemeinde übernommen und mit der Leitung des Eultusbezirksamtes betraut. Groß ist die Zahl der Schüler, die bei Herrn Peterselka Religionsunterricht genossen haben, und viele derselben bekleiden heute herrvorragende sociale Stellungen. Verschiedene Nachrichten. Wie«. Wie alljährlich fand auch Heuer das Simchath-Thora-Fest im Tempel der türkischen Gemeinde in feierlicher Weise und nach althergebrachter Sitte statt. In pietätvoller Erinnerung an Herrn Simon Marmore! sel. Andenkens, der durch 25 Jahre hindurch ein treuer Tempelbesucher war, beehrte der Vorstand dessen Schwiegersohn, Herrn Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Vortrefflich, und den Sohn des Verstorbenen, Herrn P. Marmorek, mit der Würde der Chatanim. Aus diesem Anlasse machte die Familie Marmorek namhafte Spenden und veranstaltete ein Gastmahl, an dem das Präsidium und sämmtliche Funktionäre der Gemeinde theilnahmen. Wie«. Die verlautet, plant der Bethausverein .Montefiore" auf Anregung seines Vorstandes die für das sociale Leben unserer Großstadt höchst wichtige Gründung eines allgemeinen Wohlthätigkeitsvereiues, der den Zweck haben soll, für solche Mitglieder hiesiger jüdischer Vereine, welche ohne ihr Verschulden den laufenden Verpflichtungen den Vereinen gegenüber nicht Nachkommen können, die entsprechenden Zahlungen zu leisten, um sie vor. dem etwaigen Verluste ihrer Mitgliedschaft oder der Vergünstigungen zn schützen. Die Vorberathungen werden im Schoße des Vorstandes eifrigst gepflogen. Wien. Anlässlich der ersten Jahreswende seiner Amtswirksamkeit an der Leopoldstädter Synagoge wurde Herrn Obercantor Bela Gutmann von einer Anzahl von Tempelbesuchern und Verehrern ein prachtvoller silberner Becher mit eingravierter Widmung überreicht. Die Ueberreichung erfolgte am Simchath-Thora-Feste durch eine Deputation, bestehend aus den Herren: Adolf Weiß, Anton Löw, Leopold Winter, Arnold Gutmann und Toch, deren Sprecher Herr Adolf Weiß den Obercantor Gutmann zu seiner bisherigen Amtsthätigkeit beglückwünschte, worauf letzterer mit Worten herzlichen Dankes für die ihm zutheil gewordene Ehrung erwiderte. Obercantor Gutmann erhielt aus diesem Anlasse noch zahlreiche Glückwünsche, unter anderem ein Telegramm des derzeit in Baden befindlichen Gemeindemitgliedes, Herrn David Braun, der seinem Bedauern Ausdruck gab, an der Ehrung nicht persönlich theilnehmen zu können. Wien. (Jmprovisirte Ehrung.) Wie seit 43 Jahren wurde auch Heuer in den Räumen der israelitischen Kinderbewahranstalt aus Anlass der hohen Feiertage' ein Festgottesdienst abgehalten, der sich des gleichen Zuspruches wie bisher zu erfreuen hatte. Die große Beliebtheit dieses Gottesdienstes verdankt derselbe dem Umstande, dass er an keinem Profanen, sondern an einem dem Wohle der armen Kinder bestimmten Orte abgehalten wird; nicht minder aber auch dein Umstande, dass die Direktion der Anstalt und der aus langjährigen Bethausbesuchern zusammengesetzte Bethausvorstand bestrebt sind, die Würde und Wei.e des Gottesdienstes von Jahr zu Jahr zu erhöhen. Zu den Maßnahmen welche in dieser Beziehung getroffen würden, gehören inbesondere die weihevolle Seelen-Gedächtnisfeier, welches sich eines weit über die Grenzen unserer Residenzstadt hinausreichenden Rufes erfreut und seit vielen Jahren von dem verdienstvollen Bethausvorstande, Herrn S. Brod in herzergreifender Weise abgehalten wird, sowie die Einführung von Predigten, die heuer in tadelloser Weise gehalten wurden. Der diesjährige Festgottesdienst bot auch Anlass zu einer Ehrung des oben erwähnten hochverdienten Bethausvorstandes, Herrn S. Brod, welcher seit nun 30 Jahren seine ganze Kraft und Energie einsetzt, um durch würde- und weihevolle Gestaltung des Festgottesdienstes, das religiöse Bewusstsein der vielen Hunderte von Gemeindemitgliedern zu heben, sowie die materiellen Interessen der Kinderbewahranstalt zu fördern. In einer dem religiösen Sinne des Jubilars entsprechenden Form wurde diese Ehrung durch eine feierliche Ansprache des Direktors, in der er die Verdienste des Jubilars um das Judenthum hervorhob, und durch den Vortrag eines vom fungirenden Eantor, Herrn S. Löwy, abgesassten Mischeberach Ausdruck geben. Zum Schlüsse überreichte der Gesammtvorstand dem Jubilar eine auf-Pergament geschriebene, herrlich ausgestattete Adresse. Diese schöne Feier wird den zahlreich Anwesenden unvergesslich bleiben. Wie«. Samstag, den 12. October halb 3 Uhr nachm, findet in der Wohnung des Obercantors M. Schorr, 2. Bez., Herminengasse 6 das Barmizwah-Fest seines Sohnes Friedrich statt. Wien. Der I. Eantor im Tempel 20. Bez., Kluckygaffe, Herr Jg. Oesterreicher, hat sich durch sein reiches Können und sein überaus sympathisches Wesen die Sympathien seiner Gemeindemitglieder und aller Besucher des Brigittenauer Gotteshauses im Sturme erobert. In Würdigung seiner gottesdienstlichen Functionen überreichten ihm kürzlich die Mitglieder des Tempelvereines ein Ehrengeschenk, bestehend aus einer wertvollen goldenen Uhr sammt Kette in einem Etui mit Silbermonogramm und entsprechender Widmung. Am Schemini-Azereth bestieg Eantor Oesterreicher vor dem Seelengebet die Kanzel und hielt eine wirkungs