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Die Wahrheit · 1901-09-20 · Heft 37 (20.9.1901) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 37 (20.9.1901)
Date
1901-09-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 37 Die Wahrheit. -Leirc 7. dieses Gottesdienstes wäre es zu wünschen, dass unsere jüdischen Mit» bürger diesem Vereine mehr Entgegenkommen und Unterstützung angedeihen ließen und demselben das gleiche Interesse entgegenbrächten, wie jenen Vereinen, welche für die Bekleidung und Verköstigung armer Schulkinder Sorge tragen. An der Spitze dieses schönen Vereines steht Herr Joachim Gollerstepper, welcher unermüdlich für das Gelingendes Gottesdienstes gewirkt und sich so ein großes Verdienst erworben hat, wofür ihm ein p!2ni p?n zugernfen werden muss. Wie». (Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums in Wien undNiederösterrre ich.) Wir beehren uns, unseren geehrten Gesinnungsgenoffen anzuzeigen, dass unsere Statuten von der h. k. k. Statthalterei genehmigt wurden und dass wir demnächst die Constituirung des Vereines vornehmen werden. Wie ersuchen den Beitritt bei einem der Unterzeichneten ehestens anzumelden, damit wir sofort nach den hohen Feiertagen unsere Thätigkeit beginnen können. Wien, Tischri 5662 (September l901). Für die Proponenten: Bernhard Hofbauer, I., Tuchlauben 26. Aron Bondi, II., Untere Augartenstraße 17. Moritz Felsenburg, VII., Mariahilferstraße 76. Adolf Leitner, II., Untere Donaustraße 39. Wolf Pappenheim, II., Große Sperlgaffe 21. Bernhard Schiff, II., Krummbaumgaffe 1. fache Buchführung. Trotz des kurzen Bestandes beträgt die Zahl der Mitglieder bereits 45. Die Bibliothek wird im Laufe dieses Monats eröffnet werden. Um Geld- und Bücherspenden für die Bibliothek wird dringendst ersucht. Auch die kleinste Spende ist willkommeu. Beiträge sind an Collegen Leo Wurmann, Wien, II., Scholzgaffe 6, 3. Stock, senden. Bücherspenden werden nach vorheriger Anmeldung gegen Bestätigung abgeholt. ^rag. Die isr. Cultusgemeiude in Smichow hat ihr Gotteshaus in würdiger Weise renorviren lassen; die Einweihung desselben findet Freitag, den 13. d. statt. Auch die altehrwürdige Pinkas-Synagoge ist glänzend renovirt und mit Auerlicht und Wafferleitung versehen worden- 3?rag. Am 15. d. feierte Herr Rabbiner Emanuel Polnauer in Luck mit seiner Frau Anna, geb. Langer, daS Fest der silbernen Hochzeit. ISrennporitfche». Am 10. d. fand hier ein Trau ergottesdienst für weiland die Kaiserin Elisabeth statt, wobei Herr Rabbiner Löwy ein Gebet verrichtete. Auch der Damenchor betheiligte sich durch Gesangvorträge an der Feier. Hroppa». Der II. Cantor der hiesigen Cultusgemeiude, Herr Jacob Herz, der seit 36 Jahren in der hiesigen Gemeinde sein schweres und verantwortungsvolles Amt versieht, begeht in voller Rüstigkeit am n'swia rar das Fest des 70. Geburtstages. Der hiesige Cultusvorstand hat beschlossen, aus diesem Anlaffe beim Sabbath-Gottesdienste den Jubilar durch eine Feierlichkeit zu ehren. Wien. Freitag, den 6. d. Abends, fand die feierliche Amts-Einührung des neugewählten Rabbiners des „Montesiore"-Bethauses, Dr. Moritz R o s e n f e l d, statt, aus welchem Anlasse ein feierlicher Gottesdienst im Vereinsbethause, II., Taborstraße Nr. 38, abgehalten wurde. Nach dem Minchagebete begaben sich der Obmann, Herr I. A. Wasservogel, Vorstandsmitglied Herr Jakob Weiß und zwei der ältesten Bethausbesucher, die Herren Moriz Wolkenstein und M. Krakauer, in die Wohnung des Rabbiners, um ihn in die Synagoge zu geleiten. An der Pforte des Gotteshauses erwartete ihn der Gesammtvorstand und führte ihn zum Rabbinatssitze, während der Cantor Herr Fischmann das Lorueli llabo ansiimmte. Nach Absingung der Sabbathpsalmen begrüßte der Obmann-Stellvertreter Jakob Winter im Aufträge des Vorstandes und des Vereines den Rabbiner, indem er die Hoffnung aussprach, dass derselbe für die weitere Entwicklung des Gotteshauses, sowie für die Gründung eines Bethamidrasch mit allen Kräften eintreten werde. In der hieran anschließenden Antrittsrede erfüllte Se. Ehrwürden, der sich durch seine bisherige Thätigkeit im „Montefiore"-Bethause den Ruf eines tüchtigen Kanzelredners erworben hatte, die Erwartungen der Zuhörer in solch hohen Maße, dass dem Gesainmtvorstand allgemein Anerkennung für die gelungene Akquisition ausgesprochen wurde. Das Maarivr* Gebet beschloss die schöne und erhebende Feier, um die sich das Vorstandsmitglied, Herr Jakob Sputz, besonders verdient gemacht hat. Als Ehrengäste und Delegirte waren erschienen: Herr Cultusvorsteher Dr. Marens Spitzer, Herr Rabbiner M. Kramer, die Herren Lunzer und Hirschler vom Vereine „Adaß-Jisroel", Professor Hoffmann und Obercantor Schorr von Vereine „Tomech Ewj onim", die Herren Steiner und Morgenstern von „Marpe Lanefesch", die Herren I. Pollak und Beckmann vom Krankenverein, Hoffmann und Koppel vom Witwen- und Waisenverein, Weinwurm und Taub für den Unterstützungsverein „Montefiore", Herr Hernfeld vom Jüdischen Volksverein, Vertreter der Talmud-Thora, des „Achdus Jisroel" und anderer Bethäuser. ' Wie«. (Kaiser Franz Josefs-Ferienhei in.) In der abgelaufenen Woche ist die dritte Serie der vom Verein „Ferienheim" entsendeten Ferien-Colonien nach Wien zurückgekehrt. Aus dem Kaiser Franz Josefs-Ferienheim in Tischnowitz trafen 110, aus Petrau 53, aus Sauerbrunn 12 und aus Bad Hall 10 Colonisten ein. Das Aussehen der Kinder war ein vorzügliches, die Gewichtszunahme beträgt durchschnittlich per Kopf 2-7 kg. Jnsgesammt wurden in diesem Jahre vom Verein „Ferienheim" nahezu 600 Kinder zum Landaufenthalte entsendet. Wien. (Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter.) Das Vereinslocal befindet sich ab 1. September XX., Traunfelsgasse 1, 1. Stock. Jeden Mittwoch findet ein Vortrag oder eine Discuffion statt. Zu Beginn des nächsten Monats plant der Verein die Einführung von Unterrichtscursen, und zwar für Hebräisch, Stenografie, ein¬ ZSudapest. (Dr. Ludwig Steiget.) Mit innigem Leidwesen verzeichnen wir das Samstag Nachts erfolgte Ableben Dr. Ludwig Steiger's, des zweiten Secretärs der Pester isr. Religionsgemeinde. Mit Dr. Ludwig Steiger verschwindet eine bekannte und allgemein geachtete Gestalt der hauptstädtischen Musikerwelt, ein Mann, der als feinsinniger Musiker und als Musikschriftsteller sich gleichmäßig Anerkennung zu erwerben wusste und der als Mensch durch sein bescheidenes, gütiges un^ gemüthvolles Wesen sich zahllose Freunde erworben hatte. Ludwig Steiger wurde im Jahre 1862 in Komorn geboren. Er absolvirte seine Gymnafialstudien in Kronstadt und in Budapest. Er widmete sich dann dem juridischen Studium und erwarb das Advocaten-Diplom. Schon frühzeitig beschäftigte sich Steiger mit Musik. Nach Absolvirung der Lehrcurse des Nationalconservatoriums trat er im Jahre 1875 in die Landes-Musikakademie ein, wo er ein Schüler Robert Volkmann's und Kornel Abranyi's war. Er betheiligte sich dann lebhaft am vaterländischen Musikleben, theils als Musikkritiker, theils als praktischer Musik'chriftsteller. Das Orchester des Conservatoriums hat wiederholt Coinposirionen von ihm aufgeführt, so eine Ouvertüre für großes Orchester, eine Suite für Streichquartett, die „Trauerklänge", eine aus Anlass des Todes der Königin entstandene Composition. Er schrieb auch mehrere Lieder und j — int Verein mit E. Stojanovits — einen komischen Ballet-Einacter,! welcher vor 12 Jahren im königlichen Opernhause aufgefiihrt wurde j und mehrere Reprisen erlebte. Seit dem Jahre 1890 hatte Steiger am Budapester Nationalconservatorium eine Professur für Harmonielehre inne. Vor einem Jahre — kur; nach seiner Vermählung — erkrankte der treffliche Mann an der Influenza und die Folgeübel gestalteten sich so verhängnisvoll, dass Steiger das Krankenbett nicht, mehr verlassen sollte. Eine junge Witwe, geb. Melanie Komlos, trauert an der Bahre des zu früh Heimgegangenen. Das Leichenbegängnis fand am 17. d. unter großer Betheiligung statt. Konfianlinopet. Dem Viceadmiral Dr. Jsaac Molcho Pascha Sanitäts-Jnspector der türkischen Marine, ist der Rang eines Divisionsgenerals verliehen worden. — Wir machen unsere geehrten Leser auf das Inserat Kart Tie sei besonders aufmerksam. Begründet 1861. Begründet 1861. MOSES PICK Wien, II./2, Stefaniestrasse Nr. 7. Empfiehlt sieh zur Anfertigung aller Gattungen Orut>Ksppeit IS» Rabbiner, Cantoren und Chorpersonaie zu den billigsten Preisen.

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