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Die Wahrheit · 1901-09-06 · Heft 35 (6.9.1901) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 35 (6.9.1901)
Date
1901-09-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Allgemeine Canto ren-Zeilung. Ar. 35. Weitage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 21. Ial>rg. H. Wrintraub und seine „Tempelgesänge". Von E d. B ir n b a u m, K ö n i g s b e r g. (Fortsetzung*).) Von hohem Interesse ist die Begegnung, W's mit Sir Moses M o n t e s i o r e, die im Jahre 1872 hier in Königsberg stattsand. Nach einem Zeitungsberichte, dem ich hier folge, war der edle Baronet Mitte Juli über Schweden nach Petersburg gereist, um den Kaiser Alexander II. von Rußland im Namen des Board ok LoputioL (London) zur Feier des zweihundertsteu Geburtstages Peters des Großen zu gratulireu und zugleich die traurige Lage seiner Glaubeusgeuossen in Rumänien dem Czareu warm ans Herz zu legen. Auf der Rückreise nahm er in K. (des Sabbatbs wegen stürzen Aufenthalt, wo er im Hotel Sanssouci logirte. Das Hotel war von Freitag bis Sonntag von Verehrern und Neugierigen fast belagert. Eine Concert-Copelle spielte im Garten von Sanssouci am Sonnabend ihm zu^Ehren die englischen Nationalmelodien, nachdem der fromme Gast früh Morgens in seinen Zimmern die von Weinrraub und dessen Cängerversonal vorgetragencn Gesänge andächtig angchört halte. In seinem Bericht an den „Board of Deputies“ (London 1872, S. 19) erzählt Montefiove wörtlich: „Wir kamen Freitag Nachmittag (am 26. Juli) in Königsberg an und wurden auf dem Bahnhofe von tausenden unserer Glaubensgenossen empfangen, welche ihre herzlichen Jnbelrufe in den Straßen der Stadl erschallen ließen, indem sie mich nach einem Hotel begleiteten. Herr D. H. A s ch k anasy, ein begeisterter Freund des heiligen Landes, überreichte mir eine glückwünschende Adresse von den Repräsentanten der drei russischen Gemeinden dieser Stadt, und Herr H. W e i nrraub. ein wohlbekannter Componist religiöser Musik, bot j uns an, eine Anzahl von Herren einzuladen, um der Feier j des Sabbath Gottesdienstes beizuwohnen. Zur bestimmten Stunde hatte ich das Glück, die Sabbath-Hymne zu hören, welche Herr W. Löwen stein (s. Z. Tenorist bei W., später auch Cautor der orlhod. Gemeinde hier, ist L. vor einigen Monaten gestorben) vor einer großen Versammlung sehr schön vortiug, und ich brauche kaum hinzuzufügen, dass nach einer ermüdenden Reise, die einen Tag und eine Nacht währte, ich in hohem Maße den Frieden und die Ruhe des Sabbarhs genoss. „Am anderen Morgen hatten wir wieder „Minjan“ und im Laufe des Tages besuchten mich die Reprä-; senranien der deutschen Gemeinde Dr. H i r j ch, Dr. Samuelj s o h », Herr Salomon Feinberg und viele andere, um! mir ihre Glückwünsche darzubringen, und entschuldigten zu. gleich die unvermeidliche Abwesenheit des Herrn Dr. B a mberger, des geistlichen Oberhauptes ihrer Gemeinde. Sie begannen mir ihr Wirken für ihre Glaubensbrüder in Rußland in der Zeit der größten Noth, welche durch die Mißernie des letzten Herbstes verursacht war, auseinandeiznsetzen, und ich war sehr erfreut über den Bericht ihrer lobenswerthen Anstrengungen, ihren weniger begüterten Glaubensgenossen beizustehcn. Außerdem erhielt ich ein Telegramm von Herrn Dr. R ü l f und den Vertretern der jüdischen Gemeinde in M e m e l, worin sie ihre Anerkennung für das Wirken in der heiligen Sache der Religion und Menschlichkeit aussprachen und mir ihre besten *] Im vorigen Artikel sNr. 31) ist das Citat von Sobolewski entstellt wiedergegeben. Der Schluss muss heißen: „Darm ähnelten die Uralten ganz der neuesten Schule, dass sie beim Bau ihrer Tonwerke ein anderes Gesetz, als das mittelalterliche, 'beobachteten." — Da ein Sonderabdruck dieser Artikel-Serie beabsichtigt wird, lasse ich die übrigen Druckfehler hier unerwähnt. I Wünsche zu meiner glücklichen Rückkehr von Rußland mitgaben, i Nach dem Mittagessen am Sonnabend, als wir den Savdathj Psalm zu singen begannen, wurden wir sehr angenehm unterbrochen durch die harmonisch ertönenden Stimmen des Herrn H. Weint*aub, des ersten Cantors der Synagoge, und der Mitglieder seines ausgezeichneten Chores, des Herrn H. Cohn (noch jetzt amtirender Cantor und Chordirigent), W. Löwe nst e i n> L. Schnittkin (jetzt Cantor in Posen) und L. Loew (lebt jetzt als — Bankier in Riga). Diese Herren hatten ohne mein Wissen die Erlaubnis erhalten, in ein anstoßendes Zimmer zu treten, und den Augenblick abwartend, wo wir den Psalm anstimmten, begannen sie den nächsten Vers und fangen ihn bis zn Ende in Gegenwart von Hunderten von Leuten im'Hotel und dem daran grenzenden Garten, welche alle dem herrlichen Gesänge lauschten. Am anderen Morgen (Sonntag den 28. Juli) beabsichtigte ich, den Herren, welche so freundlich gewesen waren, mich zn besuchen, meine Aufwartung zu machen, aber das Volk, welches meinen Wagen umringie, würde so groß und die Straßen so gedrängt voll, dass ich, wenngleich widerstrebend, gezwungen war, meine Absicht aufzugeben und nach dem Hotel znrückznkehren. Die Töchter Israels in Königsberg, welche ebenso eifrig daran waren, ihre Würdigung einer guten Sache zn zeigen, ließen wir durch zwölf junge Mädchen ein schönes Gedicht und einen Lorbeerkranz überreichen. — Nachmittags verließen wir Königsberg ii. s. w." Zum Dank für diese musikalische Huldigung erhielten Weintr^aub und seine Sängerschaar entsprechende Geschenke, von welchen ein silberner Pokal mit eingravirtem Wappen Montefiore's und entsprechendem Widmnngspoem an Weintraub be- 1 sonders hervorragt. Das hebräische Gedicht (wahrscheinlich von dem vieljährigen Secretär und Dolmetscher Montefiore's, Dr. L. Löwe, verfasst, dem wir auch die samaritanischen Neginöth in Musiknoten verdanken) verdient hier wiedergegeben zu werden. 2'1.121 2\n> DIS pS. 1. : ■jSnnir; pr d onssan trip *spsi finnt? dt-pi ddt; p by Danp^ ct p dd n^iänbi 5. dddtji dt**;: dttd züznb'i cnrai mara by mcs >rsi □’-cn p -pr bcsm dtp mssr.i \t niaary ywh anw mya edi.is D’jn nrai 10. nSiy.mia ms mm ddi cncn Dm naa nus ins pan DT*;:n nun nsr D'3?BJ DBM'S *) :nntr 1122 nsr jaa npc 15. p8pa 121V2 ''N'v' m’S’aaio ntra n"ia Tw*n nt« pia? nrua annson nwon -ms} n ams 's p"tr>* i ava aiiavi^a^s .a"pi2pn a’najui *n ma *] Zur Erklärung des Poöms. Zeile^l — 2. Obgleich der Israeli sich nicht dem Weingenusse hingeben soll, so darf er doch bei religiösen Anlässen den Weinbecher kreisen lassen. 3—4. Kiddusch. 5. Habdalah. 6. Purim. 7. Peffach. 8. Beim Tischgebet. 9. Zur Erquickung (Spr.3, 8). 10. Bei der Trauung. 11. Beim Brith. 12. Beim Pidjon. 15. Nach L Chron. 4, 23 u. Ps. 80, 15. Auch diejenigen, die sich durch Gelübde jeden Weingenuß versagen, dürfen bei den angeführten Gelegenheiten eine Ausnahme machen.

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