Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 19 (17.5.1901)
- Date
- 1901-05-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Eeire 4. Die Wahrheu. Nr. 19. Rechnungsabschlusses pro 1900 zwei Fragen zur Debatte, die in den weitesten Kreisen der Gemeinde besonderes Interesse erregen werden. Bezüglich der Subvention der Vereins- und Privatbethäuser hat der Referent Dr. Steiner auf mannigfache Uebelstände bingewiesen, die auch in diesem Blatte schon des Oefteren gerügt wurden, und es wird gewiss allgemein begrüßt werden, wenn der Cultusvorstand jenen Persönlichkeiten, die auf Kosten der Gemeinde gerne Vorsteher spielen, den Brotkorb etwas höher hängt. Der Bau des neuen Tempels in der inneren Stadt scheint nach der in der Sitzung zu Tage getretenen allgemeinen Stimmung noch in ziemlich weiter Ferne zu liegen, und Herr Cultusvorsteher Auspitz mag nicht Unrecht haben, indem er sagte: Wenn man nicht weiß, was mit einer Sache zu machen ist, so schafft man ein Comitä. Hoffentlich wird diese Erfahrung, die Herr Auspitz im Reichsrathe wohl schon unzählige Male gemacht hat, nicht auch im Cultusvorstande bei der Behandlung der Tempelbaufrage Bestätigung finden. Im Nachstehenden der Sitzungsbericht: Nach Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten kais. Rath Heinrich K l i n g e r wird der Einlaus zur Verlesung gebracht. An Spenden sind eingelausen: Von der Firma S. Katzau für das Siechenhaus K. 500.—, von Frau Rosalie Winter für Arme zur Vertheilung am Sterbetage ihres Gatten K. 100.—, von Herrn Dr. Alfred Stern anlässlich des Ablebens der Frau Leontine Padavary für die Armen-Anstalt K. 100.—, für das Armen-Amt K. 100.—, von G. B. und N. N. für das Siechenhauv K. 100.—, von Herrn Friedrich Luria anlässlich seiner Vermälung für Arme K. 40.—, von Herrn Johann Seelenfried für das Altersversorguiigshans K. 30.—, von Frau Betti Förster als Erlös einer Betsitzkarte für die Speife- Ansiait K. 30.—, von Herrn E. Fischer für Arme K. 18.—, von Herrn I. S. Goldmann für die Brigittenauer Schulküche K. 6.—, von Anonymus für Arme K. 2.—, von Herrn kais. Rath Wilhelm Pollak anlässlich des Peffachfestes für Arme Wein, von Herrn Moriz Weiß Wein für Arme anlässlich des Pessachsestes, von Herrn Sigmund Beer Bücher für bas Altersversorgungshaus. H^räsidialöericht. Der Präsident berichtet hieraus über die Constitnirnng der Steuer-Bezirkscollegien, die in folgender Weise erfolgte: Im 1. Bezirk Obmann: Dr. Leopold Kohn, Obmann-Stellvertreter : Heinirch Teltscher, Schriftführer: Dr. Jakob Löwinger; im 2. Bezirk, Obmann: Adolf Schramek, Obmann-Stellvertreter : Markus Bondy, Schriftführer: Dr. Josef Winteruitz; im 3. und 11. Bezirk, Obmann: Sigmund Kauders, Obmann- Stellvertr/ter: Max Markus, Schriftführer: Adolf Unger; im 4., 5. und 10. Bezirk, Obmann: Adolf Lichtblau, Obmann- Stellvertreter: Carl Seligmann, Schriftführer: Franz Frankl; im 6. und 7. Bezirk, Obmann : Adolf Nuzicka, Obmann-Stellvertreter: Adolf Nosenbaum, Schriftführer: Hermann Liebermann; im 8. Bezirk, Obmann: Donat Ziffercr, Obmann- Stellvertreter: Gottlieb Bettelheim, Schriftführer: Jakob Modern; im 12. bis 15. Bezirk, Obmann: Salomon Beer, Obmann-Stellvertreter: Samuel Moor, Schriftführer: Alexander Hecht; im '16. und 17. Bezirk, Obmann: Dr. Anton Löwy, Obmann-Stellvertreter: Leopold Trebitsch, Schriftführer: Moriz Pick; im 18. und 19. Bezirk, Obmann: Max Duschnitz, Obmann-Stellvertreter: Anton Koretz, Schriftführer: Ignaz Katz. Die Schätzungscommiffiou, die aus den Obmännern der Bezirks- Collegien und sechs Vorstandsmitgliedern besteht, wählte zum Obmann Dr. Leopold Kahn, zum Obmaun-Stellvertreter Wilhelm Kuffner, zum Schriftführer Donat Zifferer. Der Vorsitzende theilt tveiters mit, dass über Beschluss des Vorstandes die Schlusssteinlegung des Siechenhauses Sonntag den 9. Juni d. I. stattfinden wird und ertheilt hierauf Herrn kais. Rath M. Hirsch das Wort, um den Rechnungsabschluss pro I960 vorzulegen. UechnungsaLschluss pro I960. Geehrte Herren! Ich habe die Ehre, Ihnen den Rechnungs-Abschluss für das Verwaltungsjahr 1900 vorzulegen. Aus der Zusammenstellung der Ueberschüsse und Zuschüsse des Rechnungsabschlusses pro 1900 belieben Sie zu entnehmen, dass Ihre IV. und VI. Section Ueberschüsse in der Höhe von K 874.811'98 erzielten, während Ihre I., II., III. und V. Section Zuschüsse im Gesammtbetrage von K 626.973'52 benöthigten. sonach die Gebahrung ein Ersparniss von K 247.83852 ergab. Wenn wir dieses Ergebniss dem Präliminare pro 1900, welches mit einem unbedeckten Betrag von K 719.317'18 endigte, gegenüberstellen, so ergibt die Addition des Ersparnisses der factischen Gebahrung (247.83852) und des unbedeckten Betrages des Präliminares die Summe von K 967.155'70, welche Differenz ich Ihnen aufzuklären habe. Voraus zu bemerken habe ich, dass, wie Sie aus dem Präliminare pro 1900 ersehen, die Cultussteuer, in Unkenntnis des Umstandes, welches Ergebniss die Neueinschätzung zeitigen wird, nur mit dem ungefähren Betrage des Ergebnisses pro 1899, d. i. mit K 710.000 augesetzt wurde,- in Wirklichkeit haben wir aber durch die Neueinschätzung und durch die Opferwilligkeit unserer Gemeindemitglieder circa K 300.000 an Cultussteuer mehr eingenommen. Ferner sind im abgelaufenen Jahre folgende budgetirte Posten nicht zur Ausgabe gelangt, und zwar: in der I. Section außerordentl. Ausgaben für Bethaus IIK11-000 „ „ für die Systematisirung des Nabbinats K 5000 „ ,, für Fleischregie K 7000 in der II. Section die Reserve bei Unterrichtsanstalten K 5000 „ „ III. „ „ Post „Siechenhaus" K 116.300 „ * „ „ „ „ ^Kaiserin Elisabet - 5drst." K 10.000 Adaptirnngen im tspitalsgebäude K 40.000 und für Bericht über die 25jährige Thätigkeit des israelitischen Spitals K 2400 zusammen K 42.400 in der IV. Section die Vollendung der Adaptirnngen im Spitalsgebäude K 80.000 „ „ „ „ der Betrieb des Siechenhauses und des erweiterten Spitals K 40.000 „ „ „ „ die Fertigstellung des Siecheilhaufes K 28.000 „ „ „ „ Zinsen für die zu contrahirende schwebende Schuld K 30.000 in der V. Section für statiftifche Zivecke, für das Matrikelamt, Wahlkataster K 10.000 Die Rückzahlung der budgetirten schwebenden Schuld per K 200.000 und die budgetirte Post „Capitalsrückzahlung" K 15.200 wurden, erstehe in der Höhe von K 127.663'31 u. letztere in der Höhe von K 15.194°34 aus dem bereits genannten Gefammtüberschusse (K 247.83852) geleistet K 599.900 und schließlich ergaben sich in den einzelnen Sectionen gegen das Präliminare geringere Zuschüsse, welche im Motivenbericht detallirt ers cheinen, in der Höhe von K 61.142 Dasvorhinerwähnte Gebahrungsergebnis per K 247.83852 resultirt selbstverständlich auch, wenn Sie von den Einnahmen der Gebahruugsconti per. K 1,905.659 33 die bezüglichen Ausgaben per. „ 1 657.820 81 in Abzug bringen, und wurde wie folgt verwendet: K 127.663-31 zur Zahlung von Rückständen 6x 1899, „ 15.194-34 für Capitalsrückzahlungen (Annuitäten Pro 1900), „ 26.494-33 für Uebertrag des restlichen Ueberschusses der ,Central-Friedhofsverwaltuug,CapitelLXLI. auf Friedhof-Erwerbungsfond, » 70.000*— für Uebertrag von dem restirenden Gesammtüberschuss aus der allgemeinen Gebahrung auf den Friedhof-Erwerbungsfond und schließlich werden „ 8 486*54 auf neue Rechnung vorgetragen. K 247.838-52 VT?* -5? VSk^ T25*- ÄW -Ta.*' '■ '“r*