Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1901-05-10 · Heft 18 (10.5.1901) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 18 (10.5.1901)
Date
1901-05-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3062972-3063062-3063080--01340-3067921
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

W: . I Hesterr.- ungar. Kantoren-Zeitung. Nr. 18. Meil'age zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 21. Iahrg. Aufruf an alle Collegcn Gesterreich-Angarns. Motto: „Ohne Spesenvergütung Keine Probefahrt." Zu deu Spalten unseres Fachorganes ist schon öfters erörtert worden, dass fast jede Gemeinde bei der Ausschreibung eines Concurses die Schlussclausel hinzufügt: „Nur dem Acceplinen werden die Spesen vergütet," anstatt dieselbe lauten sollte: „Nur den zur Probe Berufenen werden die Spesen vergütet." Die löblichen Gemeinden fiitben sich jedoch durchaus nicht veranlasst und haben es auch nicht nöthig, ihre Coucurse mit Spesenvergütung auszuschreiben, nachdem sich immer genug Aspiranten finden, die sich ins Unvermeidliche fügen. Sie thuu es einerseits aus dem Grunde, weil sie posteulos sind, anderseits, um sich ihre Lage zu verbessern, und ich habe ein Beispiel, wo eine kleine Gemeinde einen Concnrs mit 900 Kronen jährlichen Einkommen ausschrieb und sich 46 Bewerber fanden, trotzdem der ominöse Schlusssatz auch in diesem Concnrs enthalten war. Zn n'bnn (Cap. 44) ruft der Psalmist: "jp*ri rrb ,my„ „Erwache, warum schläfst du?" und so möchte ich auch meinen Collegen zurusen: „Warum schlaft Ihr? Erwachet doch endlich aus der Letargie, leget Euere Zndolenz bei Seite, und es wird zum Heile unseres Standes führen!" Ein Zeder von uns weiß es, wenn er gezwungen ist, zu einem Probevortrage zu fahren, wie schwer ihm dies füllt, und in deu meisten Fällen muss er es sich und feiner Familie vom Munde absparen, um die nölhigeu Spesen aufzubriugen. Hat er bereits Probe gesungen, dann muss er wieder zum Vorsteher bitten gehen, um einen Spesenerfatz zu bekommen. Zn manchen Fällen geruht man, ihm etwas auzuweisen, ist aber der Herr Vorsteher gerade schlechter Laune, dann fragt er: „Haben Sie denn den Concurs nicht gelesen?" Wir können natürlich daraus nichts antworten und müssen im Bewusstsein unserer eigenen Schuld abziehen. Aber ist es selbst im ersten Falle nicht für unseren Stand erniedrigend, Spesen, welche wir mir Necht fordern können, erbetteln zu müssen? Collegen I Hier gibt es nur ein Mittel, und zwar: „Einer für Alle und Alle für Einen ¥' Sämmtliche Culiusbeamlen Oesterreichs Ungarns, ob sie auf einen Posten reflectiren wollen oder nicht, sollen in dem Momente, wo sie einen Concnrs zu Augen bekommen, weicher diese für uns ebenso schadenbringende als erniedrigende Clansel enthält: „Spesen werden blos dem Acceptirlcn vergütet," eine Correspondenzkarte zur Hand nehmen und der ben Concurs ansschreibenden Gemeinde beiläufig Folgendes schreiben: „Löblicher Vorstand der Cultnsgemeinde di.! Znsolange Sie nicht Ihren Concurs ändern werden und statt: „Die Spesen werden nur dem Acceptirten vergütet" richtiger: „Die Spesen werden blos den zur Probe Berufenen vergütet" ausschreiben, insolange bedauere ich auf deu Po steil nicht zu reflectiren. Achtungsvoll N. N." Wenn sodann eine Gemeinde statt 46 Offerte 46 solche Correspondenzkarlen in Händen haben wird, so glaube ich, wird sich dieselbe wohl veranlasst fühlen, den Wortlaut des Concurses zu ändern. Eine Gemeinde kann eher ein Opfer bringen als ein armer Beamter, und dieses Verlangen ist gewiss nicht ungerecht. Mein Ausruf geht daher an alle Cultusbeamten, selbst an solche, die definitiv angeftellt sind,*) da dieselben ihren Collegen *) Ich bin auch in definitiver Stellung. damit helfen, vor allem aber an alle postenbedürftigen Cnltusbeamten, dass jeder Concurs, welcher ohne Spesen lautet, mit einer Correspondenkarte im obigen Sinne beantwortet werde. Wenn man berechnet, monatlich 50 Concurse direct zu beantworten, ist die Ausgabe monatlich 1 fl. 25 kr. Der besser Angestellte soll es seinen Collegen zu Liebe riskiren, der minder Angestellte soll es sich zu Liebe thun. Ich ersuche daher alle jene Collegen und Cultusbeamten, die sich meinem Aufruf anschiießen, dem Redacteur unseres Fachoiganes dies kundgeben zu wollen, damit derselbe die Namen veröfientliche, und vom b. Juni l. Z. wird jeder Concurs im Sinne meiner Anregung beantwortet. Im Interesse des gesammteu Standes hoffe ich, dass mein Aufruf nicht auf unfruchtbaren Boden fallen wird. Salomon Weiß, Obercautor in Marczali. Verschiedene Nachrichten. Wien. Wie bereits in voriger Nummer mitgetheilt wurde, besucht der Jnstructiouscurs der Amtsärzte zufolge Erlasses des k. u. k. Ministerium des Innern Z. 34327 hervorragende gewerbliche Etablissements, um sowohl die technischen als auch insbesondere die hygienischen Einrichtungen derselben ans eigener Anschauung kennen zu lernen. Freitag, den 3. Mai, fand sich nun der genannte Curs unter Führung des Vorstandes des hygienischen Institutes der Wiener Universität, des Herrn Obersanitätsrathes Hvsrath Professor Dr. Gruber, in der Ko sche r- Wurstu^nd Selchfleisch w a aren-Fabrik von I. T Heumann, II., Taborstrajße 32, ein und sprach sich über die Einrichtung und Betriebssührung des mit allen Behelfen der modernen Technik ausgestatteten und die strengsten Forderungen der Hygiene erfüllenden Fabriks-Etablissements in überaus lobender Weise aus.. Wien. Samstag, den 4. d., fand die Beschneiduug des Söhnchens des Herrn Hof- und Gerichlsadvocaten Dr. Bloch, Schwiegersohnes des Directors des Wiener Bankvereines Moritz Bauer, statt. Den feierlichen Act der rituellen Circumcision vollzog Obercautor Schorr mit gewohnter Präcision. Wien. Unter großer Theiluahme fand Sonntag, den 5. d., das Leichenbegängnis des im 82. Lebensjahre verschiedenen ehemaligen Bürgermeisters von Austerlitz, Herrn Abraham Zak, Vaters der in allen Kreisen bekannten Präsidentin des Fraueu-Wohltbätigkeits-Vereines im 8. Bezirk, Frau Amalie Beck, statt. Unter den Trauergästeu bemerkte man den gesammten Vorstand des Teiupelvereiues im 8. Bezirke mit dem Präses, deu Schwiegersohn des Verblichenen, Herrn Hoflieferanten Herrn. Beck, Rabbiner Hahn, den Präses des Gewerbevereines S. Brod, Obercantor Bauer u. v. A. Erster Cantor Don Fuchs von Ottakring hatte bei diesem Anlasse seine erste Function auf dem Friedhose und trug mit seiner herrlichen Tenorstimme die Trauergesänge in erhebender Weise vor. Rabbiner Dr. Bach hielt einen ergreifenden Nachruf und kennzeichnete die Verdienste des Dahingeschiedenen. . Wien. Samstag, den 25. Mai, veranstaltet der „Allgemeine Jüdische Arbeiterverein" in Emanuel Winkler's Koscher-Restaurant „zum schwarzen Bären" im k. k. Prater ein großes S ch e tv u o t h - Fe st unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte. Das Neinerträgnis fällt den nothleidenden jüdischen Arbeiterfamilien in Palästina zu. Eintritt per Person im Vorverkauf 80 Heller, an der Lassa l Krone. Vorverkaufskarten sind zu haben im „Cafe zur Börse", I., Wipplingerstr. 45; Restaurant Bondi, I., Zelinkagasse 10; „Safe Urania", II., Taborstrage 25; Cafe „Adria", II., Große Pfarrgasse 1; Lase „Rembrandt"» II., Untere Augartenstraße; Restaurant Breuer, II., Herminengasse 8; Restaurant Ullmann, II., Malzgasse L; Restaurant Weißmann, II., Leopoldsgasse; Restaurant Philipp Müller, III., Pragerstraße; Restaurant m

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.