Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 18 (10.5.1901)
- Date
- 1901-05-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18. Die Wahrheit. Seite 7. Vorstandes den Vice-Präsidenten und Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, Baurath Stiaßny, Architekt Fleischer, Dr. Marcus Spitzer, von der „Oesterr.-israel. Union" den Vice-Präsidenten Professor Dr. Ehrmann und B. Kanitz, Redacteur Dr. Bloch, Ortsschulrath S. Heit, kais. Rath Dr. Kohn, Professor Richard Singer, Bezirksrath Waldstein rc. Mim. (Kranken - Unterstützurrgs - Verein „Menschenliebe" in Wien, IX.) Einem längst gefühlten Bedürfnisse Rechnung tragend, hat sich im 9. Bezirk ein Verein gebildet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, seinen Mitgliedern in Erkrankungsfällen mittelst ärztlicher Hilfe, Verbilligung der Medicamente und Auszahlung von Krankengeldern hilfreich beizustehen. Auch sonstige humanitäre Ziele hat dieser Verein ins Auge gefasst, die alle aus den Statuten ersichtlich sind. Es ist daher höchst angezeigt, diesen Verein nach Möglichkeit zu unterstützen und zu fördern. Die einmalige Beitrittsgebühr beträgt 2 Kr., der Monatsbeitrag 1 Kr. Anmeldungen werden gerichtdt au den Kranken-Unterstützungs-Verein „Menschenliebe", Wien, IX., Rothe Löwengasse 10, Cafe Krauß. Die constituirende Generalversammlung findet Samstag, den 11. d. 8 Uhr Abends im Cafv Krauß statt, zu der alle, die dem Vereine öeitreten wollen, höflichst eingeladeu werden. Miekih. Bei der am 5. d. M. vorgenommenen Neuwahl des israel. Cultnsausschnsses wurden folgende Herren als Ausschuss-Mitglieder gewählt: Samuel Tugendhat, Ignatz Neumann, Abraham Groß, Salamon Pollak, Ludwig Langfelder, Josef Perl, Dr. Marcusfeld, Qsias Schmelz. Dr. Großmann, Professor Feuerstein, Architekt Kore, H. Heilperu, Rudolf Kestel, D. H. Robinsohn, Hermann Borger, Leopold Goldstein, M. Braumberg, Julius Goldschmidt, Dr. Reich, Hugo Schöffer, Julius Altman, Leopold Freund, Josef Groß. Josef Koch, Dr. Arousohn, Marcus Haas, Herman Klein, Victor Schaffer, Salo Rittermanu, Oscar Schöffer. Als Ersatzmänner die Herren : Ludwig Sachs. Sigm. Polatschek, Wilhelm Löwenberg, Julius Deutsch, Erich Riefenfeld, Richard Rosenthal. Mannheim. (Zur Feuerbestattung.) Bei der vor Kurzem im Crematorium von Mannheim vollzogenen Feuerbestattung der irdischen Ueberreste zweier Angehöriger der israelitischen Cultusgemeinde hatte der dortige Rabbiner sich in Folge früher ergangener höherer Weisung darauf beschränken müssen, die Einsegnung der Leichen im Sterbehause vorzunehmen. Daraufhin hat der dortige Synagogenrath beschlossen, dem — selbst auf dem gleichen Standpunkte stehenden — Rabbiner das Amtiren in Crematorium in Hinkunft zu gestatten, und dieser Beschluss ist auch vom israel. Oberrathe in Karlsruhe gebilligt worden, so dass fortab auch die israelitischen Geistlichen im Großherzogthum Baden bei Feuerbestattungen ganz so ihres Amtes walten können wie bei Erdbestattunge». Melgrad, 2. Mai. In keinem der Balkanstaaten erfreuen sich unsere Glaubensgenossen einer derartigen wahrhaft freiheitlichen Gleichberechtigung wie hier in Serbien, was vornehmlich der aufrichtigen Toleranz und liberalen Gesinnung des leider so jäh dahingerafften Königs Milan, wie seines Sohnes des Königs Alexander zu verdanken ist. Das Sprichwort „Der Segen kommt oben" hat sich hier ganz besonders bewährt, denn antisemitische Anschläge sind auch hier zu wiederholten Malen versucht worden, aber sie sind alle wie Seifenblasen in Nichts ausgegangen. So hat in den letzten Tagen ein hiesiger Pope an den Metropoliten eine Eingabe gerichtet, er möge ein Verbot gegen jüdische Hxbammen erlassen, dass sie nicht von den christlichen Frauen zur Geburtshilfe genommen werden dürfen; aber dieser Anschlag ist gegenstandslos verlaufen. Es genießt der Pope der orthodoxen Kirche beim Volke sehr wenig Werthschätzung, so dass der Clericalismus mit dem besten Willen nichts auszurichten vermag. — Der Cultusvorstand hat die nachahmeuswerthe Verfügung getroffen, dass der Eantor, der zugleich Rabbiner und Religionslehrer ist, an den Cultussitzungen mit bcrathender Stimme theilnehmen kann. — Der Gesangsverein „Z i o ttm ist vom Obercantor Sagher nach vielen Schwierigkeiten wieder ins Leben gerufen worden und es ist zu hoffen, dass sein Bestand, der für die Cultusgemeinde eine eminente Nothwendigkeit ist, für lange gesichert sein wird. In der Sitzung vom 30. April beantragte Obercantor Sagher eine Subskriptionsliste für die Arbeiter der Palästina-Colonien aufzulegen. Möge es im Interesse der guten Sache gelingen, eine bedeutende Summe zusammenzubringen. Milde Stiftung des Herrn Michael Cohen da Silva. Der Vorstand der hiesigen israel. Cultusgemeinde bringt hiemit zur Kenntnis, dass aus den Zinsen der oben genannten Stiftung für israel Handwerker za ihrer Efcablirung. 1 Stiftplatz a K 800 zur Yerleihung gelangt. Die Bewerber haben ihre mit ilem Geburts- und Heimatsscheine, dem Nachweise über verbrachte Lehr- und Gesellenzeit (Wanderjahre) versehenen Gesuche bis 31. Mai 1901 in dem Einreichungsprotocolle Oer Cultusgemeinde,!., Seitenstettengass 4,11. Stock, zwischen 9—12 Uhr Vormittags einzureichen. Gesuchsblanquette sind in dem Einreichungsprotecolle unentgeltlich zu beheben Auf nicht gehörig belegte Gesuche wird gar keine Rücksicht genommen. Auszüge aus den Metriken der israel. Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, 1. Mai 1901. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Wien. Salomon Altmann’sche Waisen—Stiftang*. Der Vorstand der hiesigen israel. Cultusgemeinde bringt zur Kenntnis, dass am Sterbetage des seligen Herrn Salomon Altmann (21. Monats Ab) 6. August 1901 die Zinzen obiger Stiftung zusammen per 112 Kan zwei vater- und mutterlose Waisen ohne Unterschied des Geschlechtes, welche das 15. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, zu gleichen Theilen zu verleihen sind. Zur Bewerbung zulässig sind Waisen, welche nebst glaubwürdigen Armuts- und Sittenzeugnissen auch solche über Schulbesuch mit gutem Erfolge beibringen. Den Vorzug erhalten :n erster Reihe Verwandte des seligen Herrn Salomon Altmann, in zweiter Reihe aus Oosterr.-Schlesien Stammende, endlich in deren Ermanglung Jene, deren Eltern als Mitglied der hiesigen Cultusgemeinde angehört haben. Die vollständig instruirten Gesuche sind im Einreichungs-Protocolie der hiesigen israel. Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, L Stock, bis 15. Juni 1901 zu überreichen. woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden 9 — 12 Uhr Vorm, unentgeltlich zu beheben sind. Auszüge aus den Matriken der israel. Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege niont erforderlich, sondern es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, 1. Mai 1901. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Wien. jQbevt Qansl’sehe Widmung kür israel. Arme. Am 28. Thamus, das ist am 15. Juli 1901 werden aus der Albert Gansl’schen Widmung die Jahreserträgnisse in der Höhe von K 855. — an mehrere Arme zur Verleihung gebracht. Die Bewerber um diese Stiftung haben ihre mit einem Geburtsscheine und Armutszeugnisse belegten Gesuche bis 31. Mal 1901 im Einreichungsproroeolle der israel. Cultusgemeinde, L, Seitenstettengasse 4,!, Stock, i woselbst auch Gesuchsblanquette unentgeltlich ausgefolgt werden, | während der Amtsstunden von 9-12 Uhr Vormittags zu überreichen. | Gesuchsteller, welche mit der Albert Gansl’schen Familie oder m>t I Heinrich und Regine Kohns’ehen Nachkommen verwandt sind und | dies durch legale Doeuinente nachzuweisen vermögen, erhalten den Vorzug. Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche finden keine Berücksichtigung. Auszüge aus den Matriken der israel. Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Wien, 1. Mai 1901. _Der. Vorstand der israel, Cultusgemeinde Wien. J3enediet J<aFpIus’ Qewerbesehul-Stipendien. Am 20. Juli 1901 gelangen zwei Benedict Karplus’ Stipendien ‘ per je K 54.- an zwei junge Leute mosaischer Confession, welche mit Vorzugseiassen die Gewerbeschule besuchen, zur Verleihung. Die Bewerber haben ihre Gesuche mit dem Nachweise, dass sie mosaischer Religion und mittellos sind, ferner, dass sie die Gewerbeschule mit vorzüglichem Erfolge besucht haben, bis längstens 31 Mai 1901 im Einreichungsprotocolle der israel. Cultusgemeinde, I, Seitenstettengasse 4, I. Stock, einzubringen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Gesuchsblanquette sind im Einreichungsprotocolle während der Amtsstunden von 9-12 Uhr Vormittag! unentgeltlich zu beheben. Wien, am 1. Mai 1901. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Wien.