Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1901-04-12 · Heft 14 (12.4.1901) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 14 (12.4.1901)
Date
1901-04-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3062972-3063062-3063076--01287-3067864
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Redaktion u. Administration Men. XI/1, Novaragaffe 27. Jt. k. Lstrrr. Postsparcassa Eheck-Conto Nr. 846.251. Anabhäitgige Heitfchrift für jüöifche Jtqtgsfatft: San,jsthrig . . Jt. 12.— Halbjährig ... St. 6.— JjtrfmjJett. Für Lultus beamte: >»s,rale: San,jährig ... St. 10.— 20 Heller per Nouparrille-Zrile. Ersch eint jeden Freitag. Für Ausland: Abonnements- und JnsertionS- San,jährig .... 12 «ark betrage sind in Wien zahlbar. Mali« : „Das Siegel Gottes ist Wahrheit!" 6 Rubel oder 16 Fre». Ur. 14. Wien, 12. Äpril 1901. Inhalt r „Oesterreichisch-israelitische Union". — Architekt Max Fleischer und der Mariahilfer Tempelverein. — Aus der Wiener Cultusgemeinde. — Biblische Funde. — Verschiedene Nachrichten. — Oesterr.-ungar. Cantoren-Berein. — Ein Wort über Zeookoh. — Lrtteratur. — Feuilleton: Der Nihilist. — Notizen. Wir ersuchen unsere geehrten Abonnenten um Lr« senduiig der Aboimeinentsgebühr für das mit 1. April begonnene II. Quartal. Gleichzeitig richten wir an alle unsere Freunde die Bitte, uns Adressen von Glaubensgenossen mitzutheilen, welche noch nicht Abonnenten unseres Blattes find, und ihren Kreisen für die Förderung unserer Bestrebungen, die den Interessen des Judenthumes dienen, einzutreten. Die Administration. „Oesterreichisch-israelitische Amon". Beim Brudermahle der „Chewra Kadischa" hat der Präsident der „Oesterr.-Israel. Union", kais. Rath Rnzicka, die Anregung zum Baue eines jüdischen Vereinshauses gegeben, damit ben jüdischen Vereinen in Wien ein würdiges Heim und ständige, von allen möglichen Zufälligkeiten und Tagesstromungen unabhängige Localitären zur Abhaltung ihrer Versammlungen gesichert werden. Es mag wohl Skeptiker geben, die der für den ersten Moment bestrikenden Idee nicht ohne weiters zustimmen und sagen werden, dass den jüdischen Vereinen in Wien eine strammere Organisation und eine vernünftige Eintheilung der von ben einzelnen Vereinen zu bewältigenden Agenden vor allem Anderen noth thnt; aber e i n Gutes würde ein solches Vereinshaus unter allen Umständen bringen. In der räumlichen Begrenzung wäre eine leichtere Uebersicht der einzelnen Vereine geboten, und gar bald würde es zur vollen Evidenz erscheinen, welche Vereine einem wirklichen Bedürsniße entsprechend, allgemeinen Interessen dienen, und welche nur zur Befriedigung persönlichen Ehrgeizes und für andere nichtige Zwecke bestehen. Derlei Unkraut muss ausgejätet werden, um nicht andere Organisationen an der gedeihlichen Entfaltung zu hindern. Einen hervorragenden Platz in der Reihe der dem allgemeinen Wohle und den eminentesten Interessen des Judenthums dienenden Vereine nimmt unstreitig die „Oesterr.-Jsrael. Union" ein, und es muss rückhaltslos zugestanden werden, dass ein Verein, der eine so weitumfassende und inhaltsreiche Thätigkeit entfaltet und, es verstanden hat, die Zahl seiner Mitglieder in kurzer Zeit. um mehr als das Doppelte zu erhöhen und das Judenthum Wiens und der Provinz zu organisiren, die Anerkennuug vollauf verdient, die der Präsident und der Vorstand desselben in der letzten Generalversammlung gefunden hat. Im Nachstehenden der-Verzicht,: . .... Bei ungewöhnlich zahlreicher Betheiligung fand am 2. d. im Restaurant Khuner^die diesjährige Generalversammlung der ^Oesterr.-Jsrael. Union" statt. Präsident kais. RathRuzicka eröffnet dieselbe mit herzlicher Begrüßung der Gäste und bringt ein Entschuldigungsschreiben des Oberrabbiners Dr. G ü d e - mann zur Verlesung, in welchem es heißt' »Ich habe die „Union" mitbegründet, sie mit in's Leben eingeführt, sie vertheidigt und beschützt. Jetzt freue ich mich, dass sie allein stehen und gehen kann, Erfolge erzielt und Anerkennung findet. Ich wünsche vom Herzen, dass die „Union" immer weitere Kreise unsere Gemeinde interessire und erwärme und zur werkthätigen Theilnahme veranlasse. Lässigkeit und Gleichgiltigkeit sind allerdings vorhanden. Es kommt mir manchmal vor, als. ob unsere Gemeinde auK lauter alten Leuten bestünde, unter denen ich mit meinen 66 Jahren der einzige Jüngling bin. Sie sind Allesehrehren Werth, haben aber wenig Temperament und dafür zu reichliche Vorsicht. Hoffentlich bringt der Frühling in der Natur und das allmählige Wiedererwachen des Sinnes für Freiheit, Wahrheit und Recht neues Vertrauen, neues Leben, neuen Kampfesmuth in die Mitglieder unserer Gemeinde, wozu die „Union" sich gratuliren könnte,denn sie hat es an diesen Tugenden nie fehlen lassen." (Lebhafter Beifall.) Der Präsident erstattet nunmehr den allgemeinen Rechenschaftsbericht, dem wir folgende Stellen entnehmen: »Die Jahreszahl 1900 darf die „Oesterr.-Jsrael. Union" als einen Merkstein in ihrer Entwicklung betrachten. Die Ziele des Vereines wurden weiter gesteckt, der Vorstand hat seine Aufgabe von einem höheren Gesichtspunkte erfasst, ans unserer „Union" hat er wirklich das zu machen gesucht, was ihr Titel besagt: eine „O est errei ch i s ch -Israelitische Union". Redner verweist auf die durch zahlreiche Reisen des Bureauleiters nothwendig gewordene Erweiterung des Bureaus, in welchem die Stelle eines zweiten Secrelärs geschaffen wurde. Die Correspondenz weist einen Einlauf von 570 und einen Ausgang von 562 Stücken aus, 1619 Briefe wurden in Sachen des Actionsprogrammes, 17.719 Briefe anlässlich der Wanderversammlungen und 6526 für die Zwecke des Kalenders, insgesammt somit 26.996 Stück versendet. In 12 Comitssitzungen, 7 Berathungen des Executiv-Comites und 21 Vorstandssitzungen wurden die Vereinsagenden ihrer Erledigung zugeführt. Für einen auserwählten Kreis unserer Mitglieder und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.