Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 13 (29.3.1901)
- Date
- 1901-03-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13. Die Wahrheit. Seite 7. vrit der Ausführung derselben betraut wurde, hängt mit grenzenloser Liebe an der Colonisation Palästina's. Sie können also vollkommen beruhigt sein: die Colonien werden nicht zu Grunde gehen. Die J. C. A. wird für sie Alles thun, was sich irgend thun lässt. Was jedoch die Taglöhner anbelangt, so ist die J. C. A. nicht in der Lage, für diese etwas zu thun. Arbeit ist für sie alle nicht mehr vorhanden, nnd mit ungeheuren Kosten künstlich für sie Arbeitsgelegenheit zu schaffen, ist die J. C. A. umsoweniger berechtigt, als sie neben den wenigen Hundert Taglöhnern Palästina's doch noch den in Rußland, Galizien, Rumänien und in anderen Ländern schwer ringenden Juden beizustehen hat. Die J. C. A. ist keine reine Wohlthätigkeits-Gesellfchaft, sie gewährt nur Credit, aber keine reinen Wohlthaten. Jnbetrefs der Colonisation Palästina's warten Sie nur ruhig ab! Die J. C. A. wird sie schon dem gewünschten Ziele entgegenführen. Um die Taglöhner aber muss sich die Judenheit schon ganz allein kümmern. Die Zionisten können da eine Probe ihrer Leistungsfähigkeit ablegen und dadurch ans die •J. C. A. einen großen Einfluss ausüben. Mag doch der j Zionismus beweisen, dass seine Kraft nicht allein in großen Worten und im Kritisiren Anderer besteht! Die Kritik allein genügt nicht. Möge er doch handeln und dadurch beweisen, dass er schöpferisch lhätig zu sein vermag!" Gemeinde- und Vereinsbote. Wien. (A ns der S i tz n n g d e s Vorstandes d e r Wiener israelitischen C u l t n s g e m e i n d e v o m 24. März 1901, unter dem Vorsitze des ersten V i c e p r ä s i d e n l e n, Herrn Dr. Alfred Stern. Beginn der Sitzung ^11 U h r V o r m i t t a g s.) Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und gibt seinem Bedauern Ausdruck, infolge seiner Abwesenheit von Wien der letzten Plenarsitzung, in welcher die Reform der inneren Verwaltung beschlossen wurde, nicht beigewohnt zu haben i«:d daher verhindert gewesen zu sein, seinem oppositionellen Standpunkte gegen die geplante Statuten-Revision, gleichwie er denselben in den voransgegangenen Comitösitzungen geltend machte und begründete, auch in öffentlicher Plenarsitzung Ausdruck zu geben. Hieran anschließend führt Redner weiter aus: Der Kritik sei der Vorstand selbstverständlich unterworfen; eine sachliche Kritik feiner Beschlüsse sei nicht nur gerechtfertigt, sondern auch zu begrüßen: Wenn aber die Grenzen einer sachlichen Kritik überschritten werden, wenn in der Oesfenllichkeit, in Versammlungen oder in der jüdischen Presse aus Anlass unserer Berathnngen und Beschlüsse persönliche Angriffe gegen einzelne Vorstandsmitglieder erfolgen, so sei dies bedauerlich, entziehe sich jedoch der Jngerenz des Vorstandes. Wohl aber sehe er sich veranlasst, der Ueberzeugung Ausdruck zu geben, dass derartige persönlich gehässige Angriffe ans Vorstandsmitglieder nicht von Vorstandscollegen ausgegangen oder inspirirt worden seien. Es sei eine gute Tradition des Wiener Cultusvorstandes, sowohl in den Sitzungen als auch außerhalb derselben gegenseitig die üblichen Umgangsformen zu wahren, und — möge die Meinungsverschiedenheit welche immer sein — den guten Glauben in der Vertretung der verschiedenen Standpunkte anzunehmen. Er gebe,- seiner Ueberzeugung Ausdruck, dass der Cultusvorstand Liese seine altbewährte Tradition auch ferner einhalten werde An Spenden werden bekannt gegeben: Als Legat des seligen Herrn Josef Marco Altschech zur Verkeilung an Arme am Beerdigungstage K. 200.— Von Frau Amalie Herrnstadt, anlässlich der Beerdigung ihrer seligen Mutter, Frau Ernestine Bandmann, für Atme K. 200.— Von Frau Katharina Brunner zur Vertheilung an 20 Pfründner des Versorgungshauses K. 100.— Von Herrn Moriz Traube für die Brigittenauer Schulküche K. 200.— Von Herrn Leopold Ehrlich, anlässlich des einjährigen Bestandes seines Geschäftes, für Arme K. 20.— Von F. Boskowitz für Arme 20.—Bon Frau Rosa Abeles für arme Wöchnerinnen K. 10.-?- für arme Waisenkinder K. 10.— C. B. für Waisen K. 20.-- Von der Redaktion des „Neuen Wiener Tagblatt" für'die Brigittenauer Schulküche K. 24.— Von Herrn Eduard Berger für den Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen K. 10.— Von Herrn Dr. Dagobert Rybaczewsky als Buße in einem Ehrenbeleidigungsprocesse für Arme K. 10.— Von Regine Arnstein, für arme Waisenkinder K. 10.— Von „Anonymus" für Arme K. 4.48 Bon Herrn Leovol» Keppich. für den Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen K. 4.— Von Herrn Äüelmar Heimthero, für den Armenfond K. 2.— Aus den Sammelbüchsen im Währinger Tempel für die Chewra- Kadischa und den Frauen-Berein K. 176.16. Von Herrn Ludwig "Friedmann Bücher für das Bersorgungsbans. Von Frau Katharina Fleischmann ein ElekirifirApparat für das Bersorgungshaus. Gegenstand der Tagesordnung bildete die Erlediganz von Personalien. (Schluss der Sitzung l/22 Uhr Nrhinütazs. > Zöien. (Gesellschaft für Sammlung und Eo:rser v i r u n g v o n K u n stu n d h i st o r is ch e n D e n k m ä le r n des Judenthums.) Sonntag, den 31. März 1901, 7l/2 Uhr Abends präcise, findet im Festsaale des Oesterr. Ingenieur- und Architekten- Vereines, I., Eschenbachgasse 9, eine Vorlesung des Herrn Geheimen Regierungsrathes Prof. Dr. Hermann Cohen-Marburg: „Der Stil der Propheten" statt. Die geehrten Mitglieder der Gesellschaft wollen das Bezugsrecht auf Karten zu dieser Vorlesung mit Rücksicht auf die zu gewärtigende lebhafte Nachfrage entweder durch schriftliche Anmeldung sogleich ausüben, oder die ihnen zukommenden Karten Dienstag, 26. März oder Mittwoch, 27. März 1901, jedoch nur in der Zeit von 2—4 Uhr Nachmittags, im Bureau der Gesellschaft, I., Rathhausstraße 13, Hochparterre links, beheben. Falls Karten übrig bleiben sollten, welche von Mitgliedern nicht behoben wurden, so können dieselben über früher erfolgte Anmeldung Donnerstag, 28. oder Freitag, 29. März, von 2 bis 4 Uhr Nachmittags, im Bureau der Gesellschaft entgegengenommen werden. Sämmtliche Karten sind unentgeltlich. Der Eintritt zu dieser Vorlesung kann nur gegen Vorweisung von Karten erfolgen. Die Feier von Hieronymus Lorm's 80. Geburtstag, eingeleitet durch einen Vortrag des Herrn Dr. Bernhard Münz, findet im Herbste dieses Jahres statt Wudapest. Der Ungarisch^- israelitische Handwerks- und Ackerbanverein hielt letzten Donnerstag eine gutbesuchte Ausschußsitzung, wobei der Präsident, Hofrath und Reichstagsabgeordneter Dr. Armin Reu m a n n, den Vorsitz, und Sekretär David K e m 6 n y das Protokoll führte. Rach der Eröffnungsrede des Vorsitzenden erstattete der Sekretär die folgenden Meldungen: Die Erben nach weiland Moriz Davidsohn errichteten auf deu Namen des Verewigten eine Stiftung von 2000 Kronen; an Spenden sind feit der letzten Sitzung dem Vereine zugegangen: von der Pester Vaterländischen Sparcassa 200 K., von der Vereinigten Budapefter-Hauptstädtischen Sparcassa 100 K. und von der Landes-Central-Sparcasfa 100 K.; ferner spendete der Eisenmäbelfabrikant A. H e g e d ü s — ein ehemaliger Zögling des Vereines — zwei adjnftirte Eisenbetten dem Lehrlingsheim. Die Bilanz für 1900 — laut welcher die Einnahmen 38.959 K. 68 H., die Ausgaben 36.176 K. 45 H. betrugen — wurde beifällig zur Kenntnis genommen, ebenso auch der Bericht, dass das Vereinsvermögen an Stiftungen mit 11.300 K. zugenommen hat. Ferner wurde das vorgelegte Budget für das laufende Jahr gntgeheißen und genehmigt. Ueber Vorschlag der Schulsectiou, dessen Präsident Dr. Emil Farkas das Referat erstattete, wurden an 13 frequentanten der höheren, staatlichen Gewerbe-Fachschulen, sowie der Kunstgewerbeschule für das II. Semester des laufende» Schuljahres die Summe von 1300 K. angewiesen. Mit Vergnügen nahm der Ausschuss die erfreuliche Mittheilung zur Kenntniss, dass die in den verschiedenen staatlichen Ackerbauschulen untergebrachten Ackerbauzöglinge durch ihre vorzügliche Classifiication dem Verein zur Ehre gereichten. — Präsident, Hofrath Dr. Reumann, verlieft ein an ihn gelangtes Schreiben des Ausschussmitgliedes Jonas Händler, wonach derselbe das 200. Mitglied dem Vereine zugeführt hat. Der Vorsitzende stellt nun den Antrag, dass die Namen der so eifrig und erfolgreich wirkenden Ausschussmitglieder Jonas Händler und D. H.