Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 11 (15.3.1901)
- Date
- 1901-03-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Seite 7. Nr. 11. Dt« Wahrheit. Aenderung einzelner Paragraphe der Statuten. (Referent Herr Ober-Finanzrath Dr. Rappaport). Men. (Gesellschaft für Sammlun'g und ^Lonservirung von Kunst- und Historischen Denkmälern des Judenthums.) Dienstag, den 10. März 1901, ll/z Uhr abends präcise, findet im Festsaale des Oesterr. Ingenieur- und Architeklen-Bereines, I.. Eschenbachgasse •9, eine Vorlesung des Viceprasidenten der Gesellschaft, Herrn k. u. k. Hofschauspielers Avals Ritter v. Sonnenthal: „Des Kaisers Traum", Dichtung von Gräfin Khun-Salm statt. Wien. (Verein zur Unterstützung israel. Ha n d werker und Kleingewerbetreibender) Donnerstag, den 14. März, präcise 7l/ä Uhr abends, fand im Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten- Vereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag der Frau Henriette Weiß, über „Ueber Pflegerinnenschulen" statt, über welchen wir <m leitender Stelle berichten. Wien. (Das neueröffnete Beth-Hamidrasch Les Synagogenvereines „Beth-Jfrael".) Schon Leim Bau der dermaligen Vereinssynagoge wurde darauf Bedacht -genommen, einen Raum zu reserviren, der dem Zwecke -eines Beth-Hamidrasch dienen und zu einem geeigneten Zeitpunkte der Activirung zugeführt werden sollte. Der Initiative des Herrn Vereinsrabbiners M. Mayersohn und dem bereitwilligen Entgegenkommen des Vereinsvorstandes ist es nun zu verdanken, wenn das schöne, der heiligen Gottesidee gewidmete Werk endlich realisirt und ins Leben gerufen wurde. Am verflossenen Mittwoch (Schuschan-Purim) wurde diese Pflegestätte der Thora im Beisein des gesammten Vorstandes, einer Anzahl geladener Gäste und eines zahlreichen Publikums von Rabbiner Mayersohn mit einem inhaltsreichen, der Feier des Actes entsprechenden Vortrag eingeweiht und der öffentlichen Benützung übergeben. Die bescheidene Räumlichkeit, die hart an die Synagoge grenzt und durch diese, sowie durch einen direkten Separateingang, H., Große Sperlgasse 33 erreichbar ist, macht auf den Besucher den attergünstigsten Eindruck und weist nebst einer reichhaltigen Sammlung von Talmnndwerken auch eine Serie von Synagogenobjecten auf, die von ehemaligen Gotteshäusern herrühren und hier gleichsam als werthvolle Reliquien ihren Platz gefunden haben. In diesem neuen Heim des Thorastudiums werden fortab täglich nach dem Morgengottesdienste von Talmudisten, Einzelschiurim, Abends nach dem Mincha- Gebete zweimal wöchentlich vom Vereinsrabbiner und allsabathilich von 3—1/26 Uhr Nachmittas, jedermann frei zugängliche Gesammtschiurim aus der Mischna, dem Midrasch, dem Schulchan Aruch und der laufenden Sidra mit Raschicommentar abgehalten werden. Somit wäre denn auf dem Gebiete des Wiener jüd. Pereinswesens ein bedeutungsvoller Schritt nach vorwärts gethan pnd es bleibt nun mehr zu wünschen übrig, dass die neuerschlossene Lehrstätte, die ein wahrer Lör majim chajim, ein Cfueli echter, unverfälschter Thoraforschung zu weroen verspricht, «ines regen Zuspruchs und einer warmen Theilnahme sich erfreue, und dass es dem werkthätigen Vereine auch gelinge, dir in Aussicht gestellte Gründung einer Religionsschule und eines Gottesdienstes für die Jugend ehebaldigst ins Werk zu setzen. D. Skutetzky. 'Zkrag. Da dem Vorstande der demolirten Neusynagoge jd'er Bau eines neuen Tempels in der Jerusalemsgasse nicht gestattet wurde) hat der genannte Verein vorläufig von der Aufführung eines Tempels Abstand genommen und wird im ßhpmaligen Grand Hotel, dem nunmehrigen deutschen Studenten- «im, regelmäßig den Gottesdienst abhalten. Der Gottesdienst All das ganze Jahr über im Adlersaale stattfiuden und au den Jphen Feiertagen im Wintergarten dieses Heims, dem größten )allsaale dieser Stadt. Der Adlersaal dient den Studenten täglich als Speisesaal, außerdem hat eine Dilettantengesellschaft dort ihre eigene Bühne ausgeschlagen, wo häufig Vorstellungen und fast täglich Proben abgehalten; dabei wird er auch oft an ^anzgesellschaften und an Tanzlehrer vermiethet. Es wäre interessant, zu erfahren, wie dieser Saal für seine mannigfaltigen Zwecke nunmehr wird adaptirt und benützt werden können. 'Krag. Der „Jüdische Volksverein" hat in seinen Loea» litäten, Heinrichsgasse 9, einen Unterrichtscursus für hebräische Sprache eröffnet, der von 44 'Schülern besucht wird. Den Unterricht ertheilt ein junger Russe, Herr Aronovic. der mit seltener Leichtigkeit und Eleganz hebräisch spricht, in uneigennützigster Weise. Am Cursus nehmen auch Richtjuden theil. Die Fortschritte find sehr befriedigende. 'Krag. (As i k e - I e h uda.) Dieser rührige wissenschaftliche Verein eröffnete Heuer den Cyclus seiner Vorträge am 13. Februar. Herr Rabbiner Dr. R. Grün 'sprach über die Todten des alten Friedhofes in Prag. Am 6. März sprach Herr Rabbiner Dr. K. Thieberger über „Aron Kornfeld" und im Lause der nächsten Woche wird Herr Dr. Grün über vielseitiges Verlangen eine Fortsetzung seines Vortrages halten und die Person des Rabbi Läw nur M. Meisels zun Gegenstände seines Vortrages machen. Andrycha«. Die hiesige Chewra Kadischa und der Friedhof feierten am 28. Februar d. I. ihr 50jähriges Jubiläum. Um 2 Uhr Nachmittags erschienen die Vereinsmitglieder, mehrere Gemeindegenossen und eine Deputation ans Wadowice im Gotteshause, wo ein feierlicher Gottesdienst mit einer Rede Sr. Ehrwürden Dr. Frost abgehalten wurde. Hieraus begab sich Alles auf den Friedhof. In der Vorhalle begrüßte der Vereinspräsident, Herr Ferd. Slamberger, die Anwesenden und verlas die Namen der Chewra Kudischa-Gründer. Nach ergreifenden Reden des Rtb. Dr. Osias Frost und des Rabbinatsvertreters Abba Mautner, fand ein Umzug um die Friedhofsmauer unter den üblichen Gebeten statt, woraus für die verstorbenen Bereinsmitglieder und Gründer das „El mole rachamim" recitirt wurde. Um 7 Uhr Abends versammelte sich der Verein und die Mitglieder des Cultusvorstandes im Hanse des Vereinspräsideuten zu einem Brudermahle. Den Reigen der Toaste eröffnete Rabbiner Dr. Frost, sodann erhob der Cultusvorsteher 'Julius Israeli das Glas auf das Wohl Sr. Majestät, und alle Gäste stimmten mit einem dreimaligen Hoch ein. Ferner folgte eine Ansprache des Vereinsträsidenteu Ferd. Starnberger, hinweisend auf die Thätigkeit der Chewra Kavischa-Mitglieder, ein Vortrag des Dr. Stefan Landau, ein Vortrag des Herrn Heinrich Schnitzer, und Cultusvorsteher Julius Israeli schilderte di; Thätigkeit des Bereinspräsioenteu für das Gedeihen des Vereines und seine bei jedem Anlaste bethätigte Opferwilligkeit. Zum Schluffe wurden die eingelaufeneu Glückwünsche sowie die zur Renovirnng der Friedhofsmauer und für das Ansmalen des Tempels eingegangenen Spenden verlesen u. zw.: Julius llnger Drohodycz K. 50, Simon Pelzmann-Kety K. 20, Josef Urigec- Wien K. 50, Samuel Happert-Michalkowitz K. 4, Bernard Janüschowitz-Waldenburg K. 10, Leop. Etsner-Freistart K. 10, Bern. Richtenhauser-Jablonetz K. 20, Mix Reich-Lodygowice K. 6, Josef Eberstark-Biala K. 4, H.'inr. Lawnec-Brelitz K. 10, Heinr. Rosenbaum-Bielitz K. 3, Moritz und Hermann Nichten» hauser-Wien je K. 10, Pinkus Felix-W eit K. 10, Eomnnd Klein-Wien K. 50, Sam. Pilzer-Saybusch K. 10, S. Schnitzer- Petrowitz K. 10, Dr. Carl Binzer-Bielitz K. 100, Joachim Nichtenhauser-Bielitz K. 20, Dawid Richtenh tuser-PodwoloezyskL K. 6, Josef Rotter-Gr.-Wardein K. 20, Jacob Dattner-Craniec K. 3, Heinrich Klappholz-Wien K. 10, Dr. Ansländer-Czernowitz K. 50, Dr. Stei'n-Namesto K. 10, Simon Mittler- Makor K. 5, Moriz Alexandrowitz-Budapest K. 15, Samuel Trnnbner-Wirbitz K. 10, Adolf Klappholz-Zwickau K. 5.87, Anonym K. 30 und K. 17.62. Bon den Tischgästen wurde gespendet: Fnc Qctsacme für die kommende» Feiertage K. 178, für Chewra „B.kur Cholim" K. 68.30, fnc den Frauen-Wohlthätigkeitsverein K. 20, zum Ansuralen des Tempels K. 80. Zsrrdapefi. Wie uns berichtet wird, hat der Brigittenauer israelitische Unterstützungsverein am 5. März im Saale des Hotels „Bayerischer Hof" ein eostümirteSTanz-Kränzchen veranstaltet, deffen ganzer Reinertrag zur Unterstützung verarmter Glaubensgenossen im XX. Bezirk verwendet wurde. Das war. in der That ein sehr löblicher Zwecks denn es dürfte in Wien keinen Bezirk gebe», in welche« die Roth und das Elend unter den jüdisch« Anne» so groß wäre, als eben m