Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1901
- Issue
- Heft 10 (8.3.1901)
- Date
- 1901-03-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8, ' Vie Wahrheit. Nr. 10 Mie». (Wiener V olkSoper.) Zn enrrr am 6. d. M. im : Saale des Diener kaufmännischen Vereines stattgehabten Versammlung don Herren, welche bisher ihren Beitritt zu dem Vereine „Wiener Volks». oper" angemeldet habe«, kamen die fertig gestellten' Statuten zur Ver-' thellung und wurde über Antrag des Herrn.Regenhart Zapary ein I7gliedriges Comitb gewühlt, dem nunmehr die .Aufgabe zufällt, die letzten Gründungsarbeiten zu dollenden. Demselben gehören über Vor» schlag des Herrn kaiserl. Rathes Leonhardt folgende per'Acclamation - gew^ltrn Herren an: Ferdinand Dehm, k. k- BaurÄH. Friedrich Dobner v. Dobeuau. k. k. Truchsess, Ferdinand Fellner, I k Baurath, Ludwig; Koch, kaiserl. Rath, General-Secretar der Gesellschaft der Musikfreunde, Eduard Kremser, Componist, Alfred v. Lenz sen., Fabriksbesitzer, Johann Dedinger, k. u. k. Hof,Bräuhausbesitzer, Hugo v. Noot, Walz- und Hammerwerksbesitzer, Richard v. Serger, Direktor des Conservatoriums. Franz Regenhart v. Zapary. Fabriksbesitzer, Franz Rorich. Präsident des „Wiener Musik-Verlagshauses". Franz Schneiderhahn, Fabrikant. Dr. Arthur Edler v. Gschmeidler, Hof- und Gerichtsadvocat, Herrmann Helmer, k. k. Baurath, Aug. I. Strohmayer, Secrxtär, Dr. Leopold; Teltscher, Hof» und Gerichtsadvocat, Peter Freiherr v. Pirquet, Gutsbesitzer. Diesem Comitö wird in erster Linie die Aufgabe zufallen, die Platzsrage zu lösen und gibt die Zusammensetzung desselben heute schon , rin ziemlich klares Bild des Berwaltungsrathes des Vereines „Wiener Volksoper," welcher demnächst bei der Wahl der constituirenden Generalversammlung hervorgehen wird, wenn auch selbstverständlich demselben sich noch weitere hervorragende Persönlichkeiten anschließen werden, da laut Statut der Verwaltungsrath aus 35 Mitgliedern zu bestehen haben wird. Das Cornita constituirte sich gleich nach der Versammlung und wählte als seinen Obmann Herrn Franz Regenhart Ritter v. Zapary und als dessen Stellvertreter Herrn Friedrich Dobner v. Dobenau. Wen. (Jüdischer Frauenverein.) Zu Gunsten der jüdischen Toynbee-Halle veranstaltete der „Jüdische Frauenverein" einen Dergnügungsabend, der einen überaus gelungenen Verlauf nahm. Das Programm wurde durch einem Schwank „Im dritten Stock" .von W. Mejo eingeleitet, welcher von den Damen Else Ball, 'Rosa Kalka und Mizzi Wirth, den Herren Arthur Lampl und Josef Kirschner, sämmtlich Mitglieder des Deutschen Volkstheaters, und Herrn Elie Smolensky sehr frisch und wirksam dargestellt wurde. Hierauf entzückte durch ihr gefühlvolles Clavierspiel Frl. Dora Popper die Ohren der Zuhörer. Es folgten Recitationen des Frl. Marianne Marion. Die Künstlerin, die.; schon durch ihre klangvolle Altstimme die Herzen der Hörer einnahm, errang reichen Beifall durch die ausgezeichnete Recitatron Eckstein'scher und Baumbach'scher Gedichte. Der Cellovortrag des Herrn Prof. S. Auber erregte wie gewöhnlich die Bewunderung der Zuhörer. Den nächsten Programmpunkt bildete der Vortrag des Mendelssohn'schen Trios V-Dur Op. 99, welches von Frl. Zerline Feigenbaum (Clavier). Herrn Fritz (Violine)? und Ernst Tedesco (Cello) in virtuoser Weise gespielt wurde. Den Schluss bildeten die lebhafte Heiterkeit erregende Couplet» vorträge des Herrn Josef Kirschner, worauf der Tanz in seine Rechte trat. B,. F. Ikie«. (LLiterarischer Geselligkeits-Verein jüd. Mädchen „Morick".) Zu den gelungensten Veranftaltungen, die anlässlich des Purim-Festes die einzelnen Vereine ihren Mitgliedern und Freunden boten, gehört in erster Linie das Purim-Fest. des Mädchenvereines „Moria". Mehrere Hundert Personen hatten sich zu dem schönen Feste eingefunden. Die Gäste wurden durch eine herzliche. Rede de*; Präsidentin, Frl. Natalia Pollak, begrüßt, worauf Frl. Rosa Kollman« einen selbstverfassten vom jüdischen Geiste getragenen, . sehr sinnigen Prolog vortrug. Hierauf spielte der Violinvirtuose Herr Josef Schorr in so künstlerischer Weise Piecen von Hauser und Poliakin, dass er sich zu Zugaben bequemen musste. Reichen Beifall erntete die Opernsängerin Frau Raja Waldberg, besonders Braga's Senerade mit Violinbegleitnng .(Herr Josef Schorr) und. Clavierbegleitung (Frau. Professor Jda Lederer) erweckte wahre Beifallsstürme. Die Ueberraschung des Abends und zugleich den Glanzpunkt bildete aber die Aufführung.des Purimspiels .„Megillath Esther", welches von Herrn Carl L.öwit sn künstlerischer Weise in Scene gesetzt wurde. Die melodramatische Begleitung besorgten in feiner und discreter Weise die Brüder Leo und Josef Schorr. Es wird uns die Vision einer Dichterin vorgeführt, die die Gestalten der Megilla auferstehen sieht und aus den Worten der Auferstandenrn die Anregungen zu ihrem Dichterwerke holt. Die einzelnen Gestalten wurden ' von den Damen Adele Pvppenscheller, Rosa Wolf, Mathilde Halpern, Rosa Kollmann und Malvine Wolf überaus glücklich verkörpert. Den Hama» gab Herr Cand. Jur. B. M. Felsenburg sehr wirksam und in -charakteristischer Maske. An die Akademie schloss sich ein Tanzkränzchen, 'das die. Besucher dieses wahrhaft schönen Festes , bis in die frühem Morgenstunden beisammen hielt. . Ei- F. Alke«. (Be re i n „T i f e r e s B a ch u r i m/') Dieser Humanitär?- Verein verfolgt den edlen Zweck, hiesigen mittellosen Jünglingen, die: dem Talmudstudium . auf den „Jeschiboth" obliegen^, eine regelmäßige Unterstützung - angedeihen zu lassen. Wer di? Verhältnisse auf den „Jeschiboth" kennt, und weiß, mit welchen Schwierigkeiten und Entbehrungen unsere für die heilige Thora begeisterte Jugend zu kämpfen hat, der wird den Werth-dieses Vereines zu würdigen wissen und denselben gewiss mit lebhafter Freude begrüßen. Im Interesse der heiligen Sache wäre es gelegen, den Verein durch Mitgliedsbeitritt zu fördern,, zumal der Jahresbeitrag ein bescheidener ist. Die Leitung des Vereines ruht in - bewährten Händen. Bei der jüngst stattgefundenen Generalversammlung würden folgende Herren im Vorstand gewählt: Wilhelm Morgenstern, Obmann; Samuel Braun, Obmann-Stellvertreter; Moriz Lettner, Schriftführer; Ludwig Varkany, Schriftführer-Stellvertreter:- Adoks Winkler, Caffier; Isidor Gelb, Caffier-Stellvertreter; Isaak Rosner, Sigmund Salzer, Controllore; Jacob Beckmann, Adolf Friedmann, Berthold Samek, Max Hofbauer, Ausschüsse. Auskunft.ertheilen die Herren: Wilhelm Morgenstern, II, Große Pfarrgaffe 7; Isaak Rosner, II., Leopoldsgaffe 81, woselbst auch Beitrittserklärungen entgegengenommen werden. Budapest. (B i.l d e n t h ü l lu n g.) Gestern Nachmittags würde im Elisabethstädter (Bürgerxlub das Porträt des Stadtrepräsentanten Gustav G. Ehrlich enthüllt. Dem Acte, der sich mit großer Solennitäb vollzog, assistirten außer den Clubmitgliedern, Oberbürgermeister Markus, Bürgermeister Halmos, die beiden Bicebürgermeister Matuska und Rozsavölgyi, Bezirksvorsteher Eßlary, Oberphysikus Dr. Schermann und sein Stellvertreter Dr. Magyarevits, ferner mehrere. Stadtrepräsentantem und Reichstagsabgeordnete; der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes Dr. Alexander Wekerle und die Reichstagsabgeordneten Edmund Gajari- -und August Pulßkh hatten ihr Fernbleiben entschuldigt. Mit Bewilligung des Magistrats waren auch Zöglinge der Bürgerschulen des 7. Bezirks der Feier zugezogen worden. Durch eine Deputation eingeholt, nahm Ehrlich auf einer Estrade, angesichts seines noch verhüllten Porträts Platz, und der Clubpräsident Dr. Karl Morzsanyi hielt an ihn, nachdem die Schulkinder einen stimmungsvollen ^Choral vorgetragen hattest^ eine Ansprache, in welcher er die Verdienste schilderte, die sich der Gefeierte — nicht selten mit Hinansetzung seiner eigenen materiellen Interessen — um den 7. Bezirk, dessen humanitäre und culturelle Einrichtungen, vorab die Armenpflege und das Unterrichtswesen, erworben hak — Verdienste, welche die dankbare Bürgerschaft dieses Stadttheiles bewogen, sein Andenken als leuchtendes Vorbild uneigennütziger Bürger-. Lügenden für alle Zeiten festzuhalten und zu diesem Zwecke sein Porträt, für die Lokalitäten dieses Clubs malen zu lassen. Bei diesen Worten, fiel unter lauten Eljenrufen .der Versammelten die Hülle von dem vom Georg Vastagh gemalten Bilde. Ehrlich erwiderte gerührt, indem er erklärte, allen Verdächtigungen zum Trotze auch in der Folge seinem Mitbürgern und dem allgemeinen Wohle dienen zu wollen. Der Knaben- .. chor intonirte sodann den Hymnus, und damit war die Feier zu Ende: . Betgyrd. Sonntag, , den 4717. v. M., veranstalteten die hiesigen, israel. deutschen und sephardisch?n Gemeinden große und solenne Trauer- Gottesdienste für weiland Se. Majestät, den König Milan. Die Hiesige- Presse hob-es übereinstimmend hervor, dass die Trauer und der Schmerz» welchen diese Gottesdienste zu Tage förderten, aufrichtig und ungechminkt waren. Alles war tief erregt und wehmüthig gestimmt, als die.- pxgel den Träuermarsch von Beethoven anstimmte,-ein Schauern durch« itterte alle Anwesenden und es war den Functionären eine leichte: Sache, diese. Stimmung durch das herzergreifende „El-mole-Rachamim" zu steigern, . so dass kein Äuge, trocken war. Die Functionen versahen- Obercantör Sägher und' Chacham Alkalaj, während die Nekrologe vom den HrrM Advocat Dawitschef und P. Stein gehalten würden. Der- König Alexanderwar durch seinen Adjutanten, die Stadt durch dem Bürgermeister undzwei Gemeinderäthe vertreten, auch die Ministerien und Behörden sandten Vertreter. Nach Beendigung der Andacht stattete der Adjutant in längerer Ansprache den Dank Sr. Majestät dem Präsidenten und den Funktionären ab und versicherte die Gemeinden de» Wohlwollens Sr. Majestät.