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Die Wahrheit · 1901-03-08 · Heft 10 (8.3.1901) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 10 (8.3.1901)
Date
1901-03-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seitt 7: Nr. 10. Dit Mahrh^iti "dienst, Dauer ^des Aufenthalts im Lande u. s. w. wenigstens 5 Fräncs, d. h. 500.000 Francs, sodann 3) für Legälisirung aller dieser, Dokumente 6 Francs, d. h, 5O0.Y00 Francs. Hinzu kommen. 4) > ca. 4O0.OOO Francs für Anschaffung und Abschreibeu. verlorener Docnmente. So ersieht man dass die Juden vorläufig 4 .Millionen Francs an die. Staaiscasse zu zahlen haben, .abgesehen von allen Sporteln, welche ihnen-die Beamten bei jeder Gelegenheit auspressen. Da nun die große Mehrzahl von ihnen blutarm ist, so arm, dass 50 Francs für sie eine Summe bedeutet^ die sie unmöglich auf einmal beschaffen kön»ren, so wird,, wie rumänische Blätter, die Carp zu .entschuldigen verbuchen, offen zugehen, die Folge nur die sein, dass jeder einzelne .Hude, in der Hoffnung, das Eingeborenenrecht zu erlangW» Jahr für Jahr eine neue Steuer von einem Fünssrancstück an die Beamten erlegt, eine Steuer, die er jetzt als vorübergehend betrachtet, die man aber verstehen wird zu einer dauernden zu machen. (Fortsetzung folgt). Jüdische Toynbee-Halle in Wirn?> Geehrte Rcdaction der „Wahrheit!" In der vorwochigen Nummer Ihres geschätzten Blattes. 7»»ahm ein anonymer Berichterstatter das Wort über die seit 3 Monaten »n der Brigittenau bestehende „Jüdische Toynbee-Halle" rmd that diesen einer Weise, die Jeden, der auch nur einmal Lor t war, zu lebhaftestem^ Widerspruch heraussordern muss: Scheinheilige Unterstützung aus der einen, gleißnerische, den Thatsachen geradezu hohnsprechende Entstellungen auf der anderen Seite. Ich, der ich der Ehre habe, dem Gründungscomite anzllgehören und leider nur selten Gelegenheit finde, meine geringen Kräfte der Institution zu widme»», muss das mir gespendete Lob aus solchen» Munde auf bas Entschiedenste zurückweisen. Diejenigen, welche ihre Kenntniße und ihre oft lehr sparsam zugeinesseue Zeit der Toynbee-Halle z»»r Verfügung stellen, thun es in dem Bewusstsein, für eine gute Sache zu wirken. Mehr als das beansprucht Niemand von uns, am allerwenigsten aber eine Anerkennung von solcher Seite. Zur Sache nun. Von Zionisten als jüdische Institution gegründet, sollte die „Jüdische Toynbee-Halle" allem Andern dienen, als ä»r Propagirung der zionistischen Idee, »mb es ist absolut unrichtig, dass die Toynber-Halle von den Zionisten gegründet sei, u»n darin „ihre Thatigkeit für sich, ungestört von a»rderen Gesinnungsrichtungen in eigner Weise" zu entfalten. Mit peinlichster Gewissenheit wachen die jeweiligen Vorsitzenden darüber, Lass das Wort „Zionismus" von den Rednern verinieden wird, u»ld wenn einmal von dem - Erwachen der nationalen Idee die Mede ist, dann geschieht es in abfotut „bereuter" Art und Weise. Ebenso unwahr ist die Beha»lptung, es sei die Toynbee- Halle „der allabendliche Sannnelplatz einiger zionistisch angehauchter Studenten, heiratslustiger Jungfrauen, nach Thee dürstender Seelen und einiger wissensdürftiger Jünglinge." Außer den wenigen jungen Damen der „Moria" und „Hadaßa", die sich — manche 3 —4mal in der Woche — der wahrlich nicht leichten Ausgabe unterziehen, allabendlich sür 150 Personen den Thee ä» bereiten und zu credenzen — und zwar innerhalb einer viertel Stunde — außer diesen wenigen jungen Mädchen — sage ich — dürften kaum noch ein halbes Dutzend Altersgenossinnen dort sein, dagegen aber eine große Anzahl verheirateter Frauen und Männer in vorgerücktem Alter, die den Rednern die Worte geradezu vorn Munde lesen. Flirt zu treiben, ist in der Toynbee-Halle weder Zeit, noch ist sie dazu der Ort. Die Seitenhiebe betreffend, welche der Einsender einzelnen *) Indem wir die nachstehende Zuschrift veröffentlichen, müssen wir derselben vorausschicken, dass der Verfasser des betreffendem Berichtes Lber die Toynbee-Halle sich stets als ernster und verlässlicher Berichterstatter erwiesen hat und ihn», wie er. uns versicherte, jede böswillig« -"Absicht gegen die-Leiter der von ihm selbst als.segensreich bezeichnete'n Institution ferne lag.' Die Redaktion. von ihm namhaft gemachten Damen und Herren versetzte, so werden, sie hoffeltttich nicht gar zu sehr irretiren und wie bereits erwähnt -- Lob aus diesem Munde — dafür sind wir absolut nnrnrpsänglirü. Wenn er aber bernerkt, dass Frau Dr. Kahn „unaufgefordert" einmal das Wort ergriffen, so diene ihm zur Nachricht, dass die geschätzte Dame dem Somit« a»i» gehört und jederzeit berechtigt ist, sich air die Versammelten zu wenden. Und »vahrscheinlich hatte Frau Dr. Kahn in vorliegendem Falle Grund und Ursacke dazu. Dass es hie und da etwas unruhig in der Toynbee-Halle zugeht, »vill ich zngestehen. In welchem Versammln»,gslocale ist das aber nicht der Fall? Währe»,d der Borträge herrscht die »nusterhasteste Ruhe m,d Ordnung, trotz der „drangvollen E»»ge." Was aber die „graueuerregertden Scenen" anbelangt, die sich vor der Halle abspielen, so sind sie nicht schlimmer als z. B. vor jenen Localen, in denen die „populären Vorträge" abgehalten »verden. Sie »vürden auch — wie das ja in der ersten Woche der Fall gewesen — von den behördlichen Sicherheitsorganen idmell unterdrückt werden. Im Uebrigen gebe ich dem Herrn den Rath, sich einmal aus das Polizeicommissariat der Brigittenau zu bemühen. Er »vird dort hören, dass von Seite», der Polizei die in der Toynbee-Halle herrsche»,den „Zustände" als geradezu mustergiltig gerühm» »verden. Wenn, schließlich „der a»»s Gnaden verabreichte Thee a»»s Galanterie vor den Damen" — nicht bemängelt wird, so rvünsche ich dem Einsender, er möge in seine»»» ganzen Leben niemals eine schlechtere Tasse Thee zu sich nehmen »nüssen, er wird dann kaum i»» die Versuchung zu solch geschmacklosen „Frozzeleie»»" kommen. ' Indem ich der geehrte» Redaktion für die Ausuahine vorstehenden Zeilen im Jnteresie der Wahrheit bestens danke, zeichne ich mit vorzüglicher Hochachtung Ihr Ergebenster H e r »n. Berliner, H^Fenzlgaffe 27. Gemeinde- und Vereinsdote. Wie«. („Pf le ge r i NN e n f ch tt l en.") Im Verein zur Unterstötzung israel. Handwerker und Kleingewerbetreibender »vird Frau Henriette Weiß einen Vortrag „Ueber Pstegerinnenschulen" halten. Dieser Vortrag »vird Donnersrag den 14. Mär; 1901, 71/* Uhr Abends im Festsaale des Ingenieur- und Archikecten-Bereines, I., Eschenbachgasse 9, bei freiem Eintritt stattfinden. Wim. („M u s e n,n für j ü d i s ch $ Alter thüme»".) Letzten Montag besuchten über 50 Mitglieder des Vereines zur Hebung der Gewerbe unter Leitung ihres Präsidenten, Herrn S. Brod, das M»»se»un sür jüdische Alterthüiner. Der Präsident der Gesellschaft führte den wissbegierigen und für das Gebotene sehr dankbaren Gäste»» viele der iin Museum enthaltenen Schätze vor, insbesonders die neuesten Erwerbungen, welche allseitig Beifall u»»d Bew»mderunz fanden. Znm Schl»tsse richtete er einen Appell an die Erschienenen, das heute bekundete Interesse auch in die Kreise ihrer Bekannnten zu tragen. Wie«. Montag, den 4. d., wurde das älteste Mitglied der türk. Gemeinde, Herr Josef M. A l s ch e ch. welcher ei» Alter von S1 Jahren erreichte, zur ewigen Ruhe bestattet. Der Verblichene war ein ausgezeichneter Mann, äußerst fromm und wohlthätig und in der Gemeinde sehr beliebt. Im Trauerhause erschien der Vorstand der türk. Gemeinde mit dem Präses, Herrn Marens M. Ruffo, an der Spitze, ebenso der Präses der Chewra Kadischa, Herr Lieeo M. Ruffo, ferner der einzige Schwiegersohn des Dahingeschiedenen, der in der Wiener Gesellschaft bekannte Banguier. Herr Emil Weinberger, und dessen Schwiegersohn, Herr Dr. Ergas. Obercantor Bauer recitirte die Psalmen und Rabbiner Papo hielt die Trauerrede. n*»3n Nie« Der seit 30 Jahren in; Wxlthause Rothbergev als Direktor wirkende Herr Philipp Neirath, »velcher auch durch seinen oft betätigten Wohtthätigkeitssinn bekannt ist, tvurde von Sr. Majestät de»n Kaiser durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit dqr Krone ausgezeichnet.

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