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Die Wahrheit · 1901-02-22 · Heft 8 (22.2.1901) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1901
Issue
Heft 8 (22.2.1901)
Date
1901-02-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Hesterr.-Ungar. Gantoren-Ieitung. Rr 8. Beilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 21. Iahrg. Ällhebräische Musik. Aus Beilitt wird uns geschrieben: Eine wissenschaftlich wie künstlerisch besonders interessante Mustkaufführung verheißt der 26. Februar, nämlich eine Vorführung der Reste der altgriechischen und althebräischeu Musik. Ganze Bibliotheken sind über die Musik der alt n Griecheri und Inden geschrieben, aber Klarheit schaffen sie nicht, es fehlte am besten, an der Musik selber. Einige wenige Tonstücke lvaren zwar vorhanden, aber man traute ihnen nicht recht, weil sie erst durch die Tradition des Mittelalters hindurch *it uns gekommen wareri. Erst die Ausgrabungen in Delphi 1893, bei denen man mehrere Marmorblöcke mit Musikstücken zu Tage förderte, brachten mehr Licht. Eine tiefe Bewegung ging damals durch die ganze gebildete Welt, die noch lange nicht zum Stillstand gekommen ist. Um den gelehrten Kreisen Berlins eine lebendige Anschauung dieser eigenartigen Tonwelt zu verschaffet, wurde 1896 der Proseffor der Musikwissenschaft an hiesiger Universität, Dr. Fleischer, ausgesordert. in der Univcrsiiärsaula eine griechische Musikauffühinttg zu veranstalten, und wer damals den Vorzug hatte, eine Einladung zu erhallen, dem werden die dort gewonnenen tiefen Eindrücke uuvergrssen geblieben sein. Seitdem kameit in Berlin diese Reste der allgriechischen Tonkrlnst 1898 wieder bei einem Feste des Allgemeinen Deutschen Schnlvereins im Neuen königlichen Opernhause vor einem mehrtausendköpsigen, begeisterten Publikum zur Aufführung. Erst jetzt wieder ist eine Aufführung geplant, die. außer der gl rechlichen auch noch altüberlieferte hebräische Gesänge umfasst. Letztere sind von nicht minder hoher, wenn auch ganz und gar anders gearteter Schönheit, und man darf wohl hoffen, dass die mustkalifchen Kreise Berlins sich eine seltene Gelegenheit nicht entgehen lassen werden, um eine lebendige Anschauung sper Grundlagen zu gewinnen, auf denen sich die christliche und moderne Musik allmählich aufgebaut hat. Der Ertrag des Concertes ist zu Humanitären Zwecken gewidmet. - Von anderer Seite wird berichtet: Eine musik-historisch wie künstlerisch hochinteressante Concert-Veranstaltung findet am 26. d. M. im Neuen königlichen Operntheater (Kroll) statt: die Vorführung altgriechischer, altchristlicher und alter hebräischer Gesänge. Ueber llrsprung und Charakter unserer synagogalen Melodien sind in den letzten ^o'oven die widerstreitendsten Ansichten ausgesprochen worden, onre dass bisher durch die Darbietung ihrer nachweislich ältesten Therle Klarheit geschaffen wurde. Dies wird nunmehr zum ersten Male geschehen und durch die gleichzeitige Vorführung der ältesten christlichen Kirchengesäuge zugleich eine lebendige Anschauung der Grundlagen vermittelt werden, aus denen sich die christliche und moderne Musik ausgebaut hat. Den Ernst und die Bedeutung der Veranstaltung gewährleistet der gefeierre Name de2 Herrn Dr. Oscar Fleischer, Professors der Musikwissenschaft au der hiesigen Universitär, der die überaus dankenswerthe Anregung gegeben und die Gesänge zum Theil entdeckt, allesammt bei voller Wahrung ihres Grundcharakters in ein moderen Anforderungen genügertdes Gewand gekleidet hat. Die gesangliche Ausführung erfolgt durch einen Chor von hundert Damen und Herren unter Leitung des Herrn Professors Frendenberg, Dirigenten der Kaisir Wilhelm-Gcdächtniskirche, die orchestrale durch das Toukünftler Orchester. Irr den Dienst des Wohlthätrgkeits- Zwecken gewidmeten Werkes hat sich mit hochherziger Bereitwilligkeit eilt Coumä gestellt, welchem angehören: Graf Bolko von Hochberg, General-Intendant der königl. Schauspiele, Pros. Dr. Oscar Fleischer, Dr. Isidor Giusberg, Dr. Hirsch Hildesheimer, Prof. Dr. I. Joachim, Direetor der königl. Hochschule für Musik, Fräulein Stephanie Kann, Frau Oberbürgermeister Kirchner, Generalkonsul Eugen Landau, Chcsredacteur I. Landau, Franz von Mendelssohn, Geh. Regierungsrath Henry- Pierson, Direktor der General-Intendantur der königl. Schauspiele, Frau Landesgerichtsrath F C. Schultze, königl. Baurath Schmechten, James Simon, Bankvircetor Cnrt Sobernheim,. Frau Geh. Regierungsrath Wagner, Ernst von Wildeubruch, Geh. Legationsrath a. D., und Dr. Eisenstadt, Schriftführer. Der Reinertrag des Concertes ist je zur Hälfte für die Verwundeten in China und für die Opfer der Judenverfolgungen, in Rumänieil bestimmt. verschiedene Nachrichten. Wien. Am 24. Februar l. I., hält der israelitische Franen-Wohlthätigkeits-Verein im VIII. Bezirke, seine Generalversammlung ab und zwar im Hotel äs I'rauos, I. Bezirk,. Schottenring, wozu die verehrlichen Mitglieder höflichsi eingeladen werden und wird um zahlreiches Erscheinelt ersucht. Gleichzeitig machen wir die Mittheilung, dass in der letzten Sitzung der Beschluss gefasst wurde, ein Kränzchen abznhatten, welches am 24. Mär; im Ronacher Saale stattfinden wird. Es sind schon zahlreiche Beitrittserklärungen zum Comite ergangetl und wird dieses Fest wie alljährlich ein recht gelungenes werden. Wien. olde ne Hochzeit imVerfor g un g s h a u s e.) Das Jnsafsen-Ehepaar des israel. Altersversorgungshauses. Samuel und Caroline Schotten, feierte Samstag, den 9. Februar das Fest der goldenen. Hochzeit. Aus diesem Anlasse fand im Betsaale des Instituts unter Leitundes Herrn Obercantor Bela Gutmann ein feierlicher Gottesdienst statt, zu welchem Herr Salo Cohn in Vertretung des Vorstandes, Herr Max Hiller,dasgesammte Ehrendamencomito, die Kinder und Verwandten, die Beamten des Institutes und sämmtliche Insassen u. A. erschienen waren. Nach dem Gottesdienste wurde das Jubelpaar in den Festsaal geleitet, wo die Vorsitzende des Ehrendamencomitäs, Frau Jda Diamant, eine ergreifende Ansprache hielt. Herr Verwalter Rudolf Koditschek verlas ein Glückwunschschreiben des Herrn Präsidenten, der israel. Cultusgemeinde, kais. Rath Heinrich Klinger, woraus Herr Vorsteher Salo Cohn, welcher sich umdie Veranstaltung der Feier besonders bemühte, in einer Ansprache das reichlich beschenkte Jubelpaar beglückwünschte. Nach der Feier wurdensämmtliche Insassen auf Kosten des Herrn Salo Cohn bewirthet. Wien. Sonntag, den 24. d. M., halb 3 Uhr Nachmittags, findet: im Tempel zu Mariahilf, 6., Schmalzhofgasse, die Trauung des Herrn. Arnold S t ö ß l e r, Cantor und Secretär der israel. Cultusgemeinde in Olmütz, mit Fräulein Rosa W o r t m a n n statt. Wien. Dienstag, den 26. Februar l. I. (7. Adar), halb 6 Uhr Abends, wird im Bethause des Bethausvereines „Montefiore", 2., Taborstraße 38, Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. M. Rosenfeld eine Trauerrede nach dem verblichenen Herrn Wilhelm Freiherr» von Rothschild halten. Unter Einem findet die Gedächtnisfeier für die verstorbenen Mitglieder des Bethausvereines und die des Allgemeinen Kranken- und Unterstützungsvereines „Montefiore" statt. Wien. Der litterarische Geselligkeitsverein jüd. Mädchen „Moria" trifft für die am 24. Februar im Hotel Central stattfindende Purimfeier große Vorbereitungen. Anter Anderem wird eine große Ueberraschuns für die Gäste geplant, nämlich die Darstellung der Purimgeschichte iw lebenden Bildern. Mehr dürfen wir nicht verrathen. Dein thätigen Vereine wünschen wir besten Erfolg! Wie». Samstag, den 16. d. fand im Leopoldstädter Tempel die- Barnnzwa-Feier des Confirmanden Otto Schwarz, Sohnes des im zweiten Bezirke durch sein humanitäres Wirken außerordentlich beliebten Herrn Isidor Schwarz statt. Nach dem Gottesdienste wurde die Fei^x im Elternhause fortgesetzt, .woselbst zahlreiche Gratulanten erschienen. Wien. (Er st er Leopold st ädter Stint penball.) DasD» es ein glücklicher Gedanke war, den der Humanitäre Geselligkeitsverein mk

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