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Die Wahrheit · 1900-12-21 · Heft 47 (21.12.1900) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1900
Issue
Heft 47 (21.12.1900)
Date
1900-12-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Die Wahrheit Nr. 47. ' SÄte Evttnsstei. n im euage von WO.000 Kronen,- also eine Erhöhung von 240.'r-00 Kronen. , Eine bedeutende Veränderung hat in dem Capitel diverse Einnahmen und Ausgaben insoserue stattgesunden, als der pro 1900 mit 391.018 Kronen budgetirte Zuschuss für das Jahr 1901 auf 49.218 Kronen reducirt. erscheint, was darin seine Begründung findet, dass wir im Vorjahre in diesem Capitel zum Ausdrucke gebracht haben: Rückzahlungen von Gebahruugsabgängeu aus früheren Jahren und weiters eingestellte Reserven für das Siechenhaus und das Spital (Bau und Betrieb). Vor-, stehendes findet seine Ei klärung darin, dass wir diese Rückzahlungen durch die Steuerregulirung im lausenden Jahre zu decken Gelegenheit hatten und iusoferue es sich um die Betriebskrsten des Siechenhanses handelt, diese in der ordettllichelt Gebahruug für das Siechenhaus als Budgetpost pro 1901 erscheinen, wahrend der Siechenhaus-Baukostenrest im Anhänge zum Voranschläge als Ausgabe verzeichnet ist; was endlich die Adaptirung für das Spitalsgebäude anbelangt, so sei bezüglich derselben gleichsalls aus den Anhang zum Kostenvoranschlage pro 1901, enthaltend besondere Auslagen, die einer principiellen Genehmigung durch das Plenum des Cultnsvorstandes bedürfen, verwiesen. Das Gesammtbudget pro 1901 stellt sich wie folgt: , Sektion. Kronen gegen Kronen im Jahre I. Einnahmen 168.155— 157 063* — 1900 L Ausgaben 326.874 — 360.594— n. Einnahmen 41.036 28 42.478.28 19 . n. Ausgaben 251.670 28 245.018.28 ff m. Einnahmen 133.600 40 270.818 72 ff in: Ausgaben 485.355* — 706.581 — ff TL Einnahmen 1.022.908*31 1.497.087*60 tf iv: Ausgaben 403.163*78 771.356*92 ff ' V. Einnahmen 38.890 — 36.680* — ft v; Ausgaben 7.910* — 8.400ft £ IV. Einnahmen 406.002— 387.760 — tf 7 VI. Ausgaben 247*661*62 243.377 40 ft ff/. £ Die Gesammtsumme für die ordentlichen Gemeindebedürfr msse des Jahres 1901 schließt mit einem Ueberschusse von 20.997*31 Kronen. W L Es ist jedoch zu bedenken, dass die im Anhänge ersichtlich gemachten besonderen Auslagen, die einer speciellen Genehmigung des Cultnsvorstandes bedürfen und gewissermaßen eine Investition darstelleu, einen Aufwand von K. 104.350 erfordern, so dass sich für das ordentliche und außerordentliche Budget pro 1901 «in Fehlbetrag von K. 79.352 65 ergibt, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass die Kosten für die im Jahre 1901 vorzuuehmenden Adaptirungen des Spitals noch nicht im Budget enthalten sind. , Nach Annahme der Anträge spricht der Vorsitzende, Herr Hnserl. Rarh Heinrich Klinger, dem Obmann der Finauzsection, Herrn kaiserl. Rath Moriz Hirsch, in Anerkennung der außerordentlichen, mit der Vorberathung des Budgets verbundenen Arbeiten und für sein ersprießliches Wirken im Interesse des Haushaltes der Gemeinde herzlichen Dank aus, und gedenkt ebenso in ehrenden Worten den Leistungen des Bureaus, worauf er die Sitzung für geschlossen erklärt. p Lhauukaseier int Versorgungshause der Wiener i Lultusgemeinde. | Anlässlich der Vervollständigung dieses Asyls der Alten ß. . Lurch den Zuball eines Siechenhanses wurde die Feier Heuer K .besonders festlich begangen. Außer den männlichen und weib- Lchen Pfleglingen fanden sich im Gotteshause ein: Das DamencomitL unter Führung der Präsidentin, Frau Diamant, Frau; Ottilie Löwh, Frau Dr. Kornfeld, die beiden Vicepräsidenten V der Cultusgemeinde, Dr. Alfred Stern und Dr. Gustav Kohn, . die Cultusvorsteher Dr. Berger, Salo Cohn, Edler v. Mises, Dr. Spitzer, Secretär Dr. Adler, Amtsvorstand Wiener, Commercialrath Hermann Stiaßny, Fabrikant Arnold Fröhlich, die Belhansvorstände Adolf Sliaßuy und Wasservogel, Armenrath Jellinek rc. Die meisten Herren waren mit ihren Frauen' und anderen Familiengliedern anwesend. Unter feierlicher Stille zündete ein Insasse, - der auch als Vorbeter fungirt, unter Recitiung der Segenssprüche das Chanukalicht au, worauf nach Vortrag des Chanukaliedes durch Obercantor Guttman unter Begleitung des Chores das Abendgebet verrichtet und ein deutsches Lied gesungen wurde. Sodann bestieg Religionsprofessor Dr. Pollak die Kanzel und nachdem er die hohe Bedeutung des Festes in Beziehung der Glaubenstreue geschildert hatte, sprach er über den Vorstand und alle edlen Menschen, welche bestrebt sind, das ehrwürdige Alter zu schützen und ihm einen sorgenlosen Abend zu verschaffen, den Segen. Auch das Haus, das so edlen Zwecken diene, segnete er und richtete eine alle Hörer tiefbewegende Ansprache an die Greisen und Greisinnen. Schon am Nachmittag waren das Damencomktö, an der Spitze Frau Diamant, und andere Damen vollauf beschäftigt, eine Tafel herzurichten und festlich zu schmücken. Nach dem Gottesdienste wurden die hochbetagten Männer und Frauen in den hellbelenchtelen Saal geführt und mit Kaffee, Chocolode, Bäckereien, Obst, Wein, Bier rc., welches von edlen -nraelitischen Frauen gespendet wurde, bewirthet. Rührend war es hiebei auzusehen, wie die verehrten Damen die Greisinnen, welche allein nicht gehen können, am Arme nahmen und zur Tafel geleiteten. Bei Schilderung dieses schönen jüdischen Festes dürfte es von Interesse sein, in Kürze auch die Entstehungsgeschichte dieses Hauses, welches zu den ersten HumanitätätS-Anstalten unserer Gemeinde gehört, zu schildern. Ein Glaubensgenosse, der stets bestrebt ist, seine Pflicht als Mensch und Jude ganz zu e> füllen und seinen Nebenmenschen behilflich und nützlich zu sein, regte vor Jahren schon die Errichtung eines israelitischen Versorgnngshanses an, allein dieser edle Gedanke fand beim damaligen Vorstande nicht den vollen Widerhall; blos ein Vorstandsmitglied, und zwar der hochherzige Hosrath Ritter v. Kuh, begeisterte sich für diese erhabene Idee. Die beiden Herren begaben sich zu einem befreundeten Mäcen der Humanität und erhielten die Zusage eines sehr namhaften Beitrages. Leider widmete dieser hochedle Mann später aus Gegensätzlichkeit das beträchtliche Capital einem anderen humanitären Institute. Ritter v. Kuh, sel. Andenkens, stellte sich aber die Errichtuitg dieses Greisenasyls als feine größte Lebensaufgabe hin. Es wurde eine Versammlung wohlthätiger Männer einberufen, welcher auch Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann anwohnte, und der erste Anreger richtete einen Appell an die Versammlung. Aus der Mitte der Versammlung bildete sich ein Comits, und jeder Einzelner war bestrebt, Mittel zur Ausführung des edlen Gedankens herbeizuschaffeu. Als dann begründete Aussicht vorhanden war, dass die Anstalt wirklich entstehen werde, zeigte auch der Gesammtvorstand der Cultusgemeinde mehr Wärme für die Sache. Die ersten Jahre zeigten bedeutende Mängel in der Verwaltung, dem jetzigen Vorstände, mit Unterstützung des Herren- und Damen-Comitss, blieb es Vorbehalten, die Anstalt zu einem Musterinstitute zu gestalten. Wahrlich, wenn der jetzige Vorstand nichts Anderes geleistet hätte, als die Hebung dieses Asyls auf jene hohe Stufe, die ihm gebührt, verdiente derselbe alle Anerkennung und den Dank jedes guten Menschen Menschen und braven Israeliten. S. Panama. (Geheimnisse aus demSpitale derBudapester israel. Lultusgemeinde.) II. Nach den allgemeinen Ausführungen in der letzten Nummer unseres Blattes geben wir im Nachstehenden jene Thatsachen wieder, die über die scandalösen Vorgänge im israel. Spitale öffentlich berichtet werden: rrzsansesszx

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