Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 45 (7.12.1900)
- Date
- 1900-12-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 45 Sie Wahrheil. Seite 7. brachte und durch ein Vi8uiu roportum des Polizei-irztes fest- , gestellt wurde, sowie auch seine lächerliche Herausforderung**)! vor den Richter gehörten, doch was im Gemeindehause geschehen l sei — so meinten wir — sei Sache des Vorstandes und sollte doch : logischer Weise durch denselben geregelt werden. Natürlich wurde auch diese Eingabe todtgeschwiegen. Nachdem die Gerichtsprocedur sich etwas lange hinzog haben wir die Klage zurückgenommen und dies am 13. März d. I. in einer Eingabe dem Vorstande mitgetheilt. In derselben führten wir unter Anderem das Folgende aus: ..Der Chorführer ist für mich Luft, mit ihm habe und suche ich keinerlei Gemeinschaft, auch erfüllt mich kein Rachegelüste gegen ihn. Sie aber haben als Vorstand allerdings die Pflicht, Ihren Untergebenen den Weg zu weisen, wie er Ihre Gemeindemitglieder und die Mitglieder Ihrer Repräsentanz respectiren müsse, und indem ich dies Ihrerseits erwarte, erhoffe ich auch von Ihnen — in Ihrem eigenen Interesse — die mir gebührende Satisfaction." Schließlich erfolgte auch vom Vorstande eine „Satisfaction", doch fraget unr nicht wie! D. H. Spitzer. Gemeinde- und Vereinsbote. Wien. In der Dollnerstag, den 6 December, 6 Uhr Abends unter dem Vorsitze des Präsidenten, Herrn kais. Rath Heinrich Klin ger stattgehabten öffentlichen Plenarsitzung des Cultnsvorstandes wurde das an anderer Stelle dieses Blattes i wiedergegebene Resultat der Stichwahlen, sowie der Wahlen aus der Gruppe der höherbesteuerten Wähler verkündet. Hieraus fand die Losung zwischen den aus der Gruppe der Höherbe- I steuerten mit gleicher Stimmenanzahl gewählten Vertrauensj männern, Herren Dr. Jacob Engel und Mor. Heller statt,! welche zu Gunsten des Letzteren entschied. Um halb 7 Uhr schloss l der Präsident die öffentliche Sitzung. Wien. Sonntag, den 9. December d. I., 10 Uhr Vor- > mittags, findet eine öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes j der israel. Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock,! statt. Tagesordnung: Bndgetberathung, (§ 96 Statut). ) Wien. (B r i g i t te n a u e r Bethans-Verei n.) Am l 29. Nooember fand im „Weilandhofe" die ordentliche General-! Versammlung dieses Vereines statt, der man seit mehreren Wochen > in der Brigittenau mit Spannung und Interesse entgegeusah.' [ War sie doch die Vollversammlung des heurigen Jahres, das I durch die Vollendung des herrlichen Gotteshauses, eines wahren Schmuckkästchens von innen und außen, in der Geschichte dieses i Vereines immerdar denkwürdig bleiben wird. Diesem Interesse , entsprach auch der Besuch. Der Saal war in allen Theilen gedrängt <! voll, unten saßen und standen die Mitglieder, während auf der j Galerie zahlreiche Damen anwesend waren. Herr Obmann Elt- - bogen begrüßte nach Eröffnung der Versammlung die zahlreich j erschienenen Mitglieder und Gäste, den Vertreleter der Cultus* z gemeinde, Herrn Dr. Alfred Berger, und richtete auch einige! Worte des Dankes an die erschienenen Damen. Ueber den Bericht des Vorstandes entspann sich eine kurze Debatte, die mit dem Anträge endigte, dem Vorstande das Absolntorium und die wärmste Anerkennung auszusprechen. Hierauf wurde zur Wahl geschritten, an welcher nicht weniger, als 166 Mitglieder theilnahmen. Währen des Scrutiniums wurde über „Personalangelegeuheiten" beratheu und nach einem, vom Herrn Cultus-Vorsteher Dr. Alfred Berger hiezu gesprochenen Entrefilet und nach einer, wenn auch regen, so doch maßvollen Debatte dem Vorstande eine Comission von 12 Vertrauensmännern zur Erledigung dieser Angelegenheit an die Seile gegeben. Schließlich wurden die Herren Dr. Heinrich Schreiber, unter dessen Obmannschaft die Action zur Errichtung eines Tempels kraftvoll eingeleitet, Hermann Eltbogen, unter dessen Obmannschaft diese Action mit Energie und Umsicht weiter und zu Ende geführt wurde, und Herr Heinrich Weiner, welcher als Obmann'des Executiv-Comites eine sehr verdienstvolle Thätigkeit vor und bei dem Tempelbau ent- **) Die er vor dem Richter heroisch wegläugnete, so dass die Duelllage verworfen wurde. faltet hat, einstiminig zu Ehrenmitgliedern des Brigittenauer Bethaus Vereines ernannt. Nachdem Herr Dr. Alfred Berger den Vere'n zu dieser Ernennung beglückwünscht, die Ehrenmitglieder für die ihnen zu Theil gewordene Auszeichnung gedankt hatten. dem Herrn j Dr. Alfred Berger eine lebhafte Ovation dargebracht und das Wahlergebnis mitgetheilt worden war, schloß diese imposante Versammlung. Gewählt wurden die Herren: Hermann Eltbogen, Dr. Ernst Rosenthal, Josef Wünsch, Heinrich Weiner, Dr. Max Weissenstein, David Pollatschek, Adolf Schreiber, Jacob Goldner, Jnw lier Jacob Koda Heinrich Mayer, Berthold Kaiser, Jacob Olle. Oie Eonstiruirung findet innerhalb acht Tagen statt. Aren. (Verband für Wöchnerinnen-Unterstützung.) Der bei der israelitischen Cultusgemeinde Wien von den Frauen-Wohlthätigkeits-Vereinen begründete Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen eröffnet am 2. December als dem Tage des Regierungsantrittes Sr. Majestet des Kaisers seine Thätigkeit. Der Verband bezweckt die Verbesserung der Wöchnerinnen-Unterstützung in einer den modernen Anschauungen über sociale Hilfe entsprechenden Weise. Bedürftigen Frauen, welche ihrer Entbindung entgegensehen, sollen anstatt der bisher üblichen bloßen Geldunterstützung Hilfeleistungen folgender Art zutheil werden: Beistellung von Wochenbett-Materialien j (Bett-Leib- und Kind-Wäsche, geburtshilfliche Utensilien); geburtshilflicher! Beistand einer Hebamme; ärztliche Hilfe in dringenden Füllen; Unterstützung mit Geld oder Naturalien. Indem hiedurch vor allem den Geboten der Hygiene und Sanität Rechnung getragen wird, sollen die im Gefolge einer Entbindung entstehenden Leiden, welche häufig lang« j wierige Krankheiten oder gar dauerndes Siechthum herbeiführen, ver-! hütet und die armen Frauen vor Erwerbsunfähigkeit und immerwährender Inanspruchnahme der öffentlichen Mildthätigkeit bewahrt werden. Die Berufung der Aerzte und der Hebammen erfolgt unter Bedachtnahme auf die in der Nähe wohnenden Aerzte und Hebammen von Fall zu Fall, wenn möglich nach Wunsch der Wöchnerinnen . Dem Verbände gehören 11 Frauen-Wohlthätigkeitsvereine an. Der Beitritt weiterer Vereine steht zu erwarten. An der Spitze des Verbandes und der Executive stehen die Präsidentin, Frau Charlotte Baronin von Königswarter, die Vice- Präsidentinnen Frau Bertha Kohn und Frau Rosa Zifferer, und die Schriftführerin Frau Johanna Fröhlich. Es ist sehr zu wünschen, dass dieser höchst zweckdienlichen Humanitären Gründung die Förderung der Wohlthäter, der Aerzte und aller human Denkenden zugute komme. ZSieu. Das i s r. Re co n val e s centen h e im für Jsr. Frauen und Kinder hielt am 27. v. M. seine Plenar-Versammlung ab, bei welcher nebst dem vollständigen Präsidium zahlreiche Gäste erschienen und folgende Beschlüffe gefasst wurden: Die vom Präsidium geänderten und vom Herrn Dr. Sarl richtig gestellten Statuten wurden in Reinschrift vorgelesen, mit vollständiger Majorität anerkannt, so dass dieselben in der am 6. Jänner 1901 stattfindenden General-Versammlung zur Annahuw vorgelegt werden. Der Vereinscasfier, Herr Rosenthal, reserirte den Caffabericht, aus welchem das erfreuliche Wirken zu ersehen ist, indem das Vermögen des Vereines bereits die Summe von K. 28.000 ausweist. Hierauf brachte Herr Architekt Modern den Ankauf eines Hauses in St. Veit vor. welches auch vom Präsidium bereits besichtigt wurde, und sind bereits vom Herrn Architecten 2 diesbezügliche Umbauplärie ausgearbeitet. Das Reconvalescentenheim wird nach dieser Vorlage mit allen praktischen Neuerungen der Jetztzeit ausgestattet sein, für 12 Reconvalescentinen stets ein Heim bilden, und hängt der Ankauf dieser Realität nur noch von dem Beschlüsse der General-Versammlung ab. Das Präsidium votirte hierauf dem Herrn Dr. Saxl und Herrn Architecten Modern für ihre wirklich aufopfernden Arbeiten den Dank und ersuchte uns schließlich, an unsere geehrten Leser die höfl. Einladung ergehen zu lasten, dieses rein humane Wirken durch Beitritt zum Ber» eine durch Spenden :c. zu fördern. Wim. Der Kriegerverein des 72. Infanterie-Regimentes Edier von Danid hat sieh in Berger's Gasthaus, IT., Lilienbrunn gaffe 9 couüuuivt und werden jeden Donnerstag Abend, von balv 7 U&r an ehemalige Kameraden jeden Jahrganges auch Ersatz-Reservisten als Mitglieder ausgenommen. Kameraden, agitirt, damit wir anderen Mililärvereinen nicht zurückstehen l