Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 39 (26.10.1900)
- Date
- 1900-10-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Hesterr-ungar. Hantoren-Ieitung. Nr. 39. Meilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit." 20. Iahrg. NE" Kie geehrten Herren Kantoren werdw! höflichst und dringendst ersucht, den restlichen Monnementsöetrag einsenden zu «rossen.! Aie Administration. Cantorjubilaen. Während der abgelaufenen Feiertage begingen drei hervorragende College», wahre Zierden des Cantorenstanbes, das 25jährige Berufsjubiläum in ihren Gemeinden, und die Ehrungen die ihnen zu Theil wurden, lieferten den erfreulichen Beweis, wie hoch noch in den jüdischen Gemeinden die cantorale Berussthätigkeit, wenn von sie hohem und ernstem Streben geleitet ist, geehrt und geschätzt wird. Im Nachfolgenden veröffentlichen wir die uns zugekommenen Berichte. Höercanlor Sarasohn-Stettin. Durch die Festtage abgehalten, bitte ich Sie, geehrter Herr Redacteur, etwas verspätet meine Berichte über die Feier des Jubelfestes des Herrn Obercanlors Sarasohn-Stettin, das -am 30. September stattgefunden und dem beizuwohnen ich die Ehre hatte, in Ihrer geschätzten Zeitung Aufnahme zu gewähren. Das Fest war, der Gemeinde sowohl, als des gefeierten Jubilars würdig und wird mir, so wie Allen, die das Vergnügen hatten, demselben beizuwohnen, unvergesslich bleiben. Am Morgen brachte der Synagogenchor, unter Leitung desfHerrn Mnsikdircciors Lehmann, ein Stündchen, und dieser hielt darauf eine herzliche Ansprache, in welcher er die Verdienste des Jubilars Pies. Es folgten nun Deputation auf Deputation, die -mit einander wetteiferten, um ihrem Herrn Sarasohn, dem in allen Schichten der Bevölkerung so Beliebten, Ehrenbezeugungen darzubringen. Den Gipfelpunkt der Feier bildete das Erscheinen des gesammten Vorstandes und des Nepräsenten-Collegiums. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Dr. Freund, hielt eine herzliche Ansprache, in welcher er hervorhob, dass mit dem Antritte des Jubilars, der unmittelbar nach der Einweihung des Tempels erfolgte, er den Gottesdienst neu organisirte, und wie trefflich er es verstanden hatte, alle Schwierigkeiten zu überrvinden, dem Zeitgeiste Rechnung zu trageu, das Alte mit dem -Neuen zu verbinden und den Gottesdienst derartig zu gestalten, dass er selbst für Großgemeinden mustergiltig geworden ist., Redner hob ferner hervor, dass der Jubilar nicht nur als Cantor allein, sondern nach jeder Richtung hin und in jeder Beziehung eine segensreiche Wirksamkeit in der Gemeinde entfaltet hat, für die der Vorstand einen besonderen Dank abstatte. Ebenso dankte Redner Herrn Sarasohn, dass er es verstanden hat, durch sein liebenswürdiges, friedfertiges Wesen wahrend feiner Amtsthätigkeit die Liebe und Verehrung nicht nur der -Gesammtvertretung der Gemeinde, sondern aller Gemeindemitglieder ausnahmslos sich zu erwerben. In Anerkennung deffen haben die Gemeindebehörden eine wesentliche Gehaltsaufbesserung beschlossen und überreichten ihm außerdem eine kunstvoll ausgestatte Adresse, worin die vielen Verdienste des Jubilars zum Ausdruck gebracht und gleichzeitig ihm der Ehrentitel eines Obercanlors verliehen wurde. Hierauf feierte der Cultusvorffteher, Herr Lewin, ebenfalls die Verdienste des Herrn Sarasohn und übergab ihm im Namen der Betretung eine nahmhafte -Dotation. Nachdem der Jubilar tiefbewegt mit seiner bekannten Beredtsamkeit in sinniger Weise gedankt, ergriff Herr Dr. Vogelstein das Wort und führte in längerer Rede aus, dass der Jubilar nicht nur als Cantor und Lehrer, sondern auch als Mensch es verstanden hat, sich eine derartige Liebe zu erwerben, von der der heutige Tag so beredtes Zeugis ablegt. Ferner pries er das ideale Verhältnis zwischen Rabbiner und Cantor, zu vem der Gefeierte viel beigetragen hat und dass derselbe mit Recht als eine Zierde des Cantorenstanbes bezeichnet werden darf. Den Schluss bildete eine Ansprache des Deputirten der Allimanga-Loge, der dem Jubilar für sei» gemeinnütziges Wirken im Interesse der Loge dankte und hervorhob, dass Herr Sarasohn die Devise des Ordens: „Wohlthätigkeit, Bruderliebe uud Eintracht" in des Wortes edelster Bedeutung bethätigt hat. Er überreichte zur beliebigen Verwendung einen größeren Geldbetrag. In Rücksicht des zwei Tage darauf folgenden Versöhuungssestes und der dem Jubilar bevorstehenden Anstrengungen, musste von einem größeren Festessen Abstand genommen werden, weil bei der großen Beliebtheit des Jubilars dasselbe zu große Dimensionen angenommen hätte. Es würde den Rahmen eines Berichtes bei Weitem übersteigen, wollte ich von der Völkerwanderung, die den ganzen Tag stattgefunden hat, von der großen Menge der werhvollen Geschenke, Blumenspenden und den zahllosen Depeschen und Glückwunschschreiben vom In- und Auslände sprechen, und schließe deshalb nur mit dem Wunsche, dass es dem Gefeierten gegönnt sein möge, noch lange seines Amtes zu walten und wie bisher segensreich zu wirken. Cantor Lange, Gartz a/Oder. Hvercantor Moor-^rag. Samstag, am 13. October, am Sabbath Chol hamoed Succoth, feierte Herr Obercautor Salomo n Moor das Jubiläum seiner 25jährigen Wirksamkeit am Neuen Tempel in der Geistgasse. Aus diesem Alllasse wurden dem beliebten Functionär mannigfache Ehrungen erwiesen. Während des Gottesdienstes recitirte Herr Cantor Leo M i r s k y einen von Herrn Rabbiner Dr. I. Fischer verfassten Mischeberach, worauf der Chor das „Hallelnjah" von Naumburg zum Bortrage brachte. Nach dem Gottesdienste begab sich eine Deputation des Vorstandes, bestehend aus den Herren: M. Austerlitz, W. Hirsch, N. Perlmann, Dr. L. Pick, M. Popper uud S. Weltsch in die Wohnung des Jubilars, wo Herr Rabbiner Dr. Fischer eine Beglückwünschungsansprache an denselben hielt. Auch die Herren Dr. Pick uud Weltsch beglückwünschten den Jubilar namens des Vorstandes, richteten an ihn schmeichelhafte Worte der Anerkennung und überreichten ihm ein Ehrengeschenk des Vorstandes. Außerdem langten noch viele sinnige Geschenke und Glückwunschschreiben von Freunden und College» ein. Herr Obercautor Moor, der schon seit circa 40 Jahren im cantoraleri Amte wirkt, ist in Tarnow geboren. Als achtjähriger Knabe kam er als Sauger zu dem berühmten Chase» Hailperu (Jisroel Simche) nach Groß-Karoly. Nach 12jähriger Thätigkeit in Sillein kam Moor nach Budweis and daun nach Prag, wo er sich allseitiger Werthschätzung erfreut. Mit seiner Gattin Jeanette, geb. Lindeustein, lebt er seit 38 Jahren in glücklichster Ehe. Ein Sohn ist in Wien geschäftlich thätig, die zwei Töchter sind an hiesige angesehe Geschäftsleute verheiratet. Hbercantor Löwerrherz-Femesvar. In geradezu großartiger Weife wurde das Jubiläum des Obercautor Löwe »Herz in Temesvar gefeiert, und Gemeinde und Stadt trugen fast zu gleichen Theilen zu dieser Ehrung bei. In einem Festartikel des Temesvarer Tagbtatres „Süsuugarifche Reform" heißt es unter Andern»: „Die Temesvar-Jnnerstädtische israel. Gemeinde beging heute eiu schönes Doppeltest; sie feierte am Simchas- Thora, an jenem Tage, welcher der Thora, also den Glaubens' ätzen, geweiht ist, das 25jährige Berufsjnbiläum ihres Obercanlors Eduard Löwenherz. Es ist wahrlich ein erhebendes Gefühl, wenn maw