Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 24 (6.7.1900)
- Date
- 1900-07-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Redaction n. Administraiion Men. n/1, Novaragafse 27. fl l. österr. Postsparcaffa A»abhängige Heiifchrifi für Mische Ganzjährig . . . K. »3 - Halbjährig .... ft. Eheck-Conto Nr. 846.25 l. Antennen. Für Lllltusbeamte: > nfecati: Ganzjährig ... ft. ro.- 20 Heller per Noupareille-Zeile. Erscheint jeden Freitag. Für Ausland: Abonnements- und Jnsertions» Ganzjährig .... '3 Rark betrüge sind in Wien zahlbar. JSitta: „Das Siegel Gottes ist tVahrheit!" S Rubel oder 16 Frcs. Nr. 24. Wien, k. Zuli 1900. Inhalt r An unsere Leser. — Aus der Wiener Cultusgemeinde. — Wenn wir echte Juden, keine Kunstjuden wären. - Kinderraub in Galizien. — viseits moniti! — Verschiedene Nachrichten. An unsere beser! Am 1. Juli hat das III. Quartal des heurigen Jahrganges begonnen und wir laden hiemit die geehrten beser und Freunde unseres Blattes ein, das Abonnement rechtzeitig zu erneuern und den Abonnementsbetrag in den nächsten Tagen an uns einzusenden. Von der Ueberzeugung durchdrungen, dass in den gefahrvollen Zeiten, die das Judenthum gegenwärtig zu bestehen hat, die innere Kräftigung und Organisation die beste Abwehr sei, waren wir jederzeit bestrebt, in der von uns herausgegebenen Wochenschrift „T)ie Wahrheit“ jüdisches beben in allen seinen Erscheinungen zu pflegen und zu fördern und nach aussen hin in vornehmer, würdevoller, aber nicht minder e n*t schiedener "W eise die Interessen des Judenthums zu vertreten. "Dadurch sei dem Einzelnen wie der Gesammtheit das verlässlichste Mittel an die Jiand gegeben, den Kampf gegen unsere Feinde erfolgreich zu bestehen. Dieses Programm hat „D i e W ahrheit“ mitünterstützung hervorragenderMitarbeiter bisher erfolgreich vertreten, und um dasselbe auch fernerhin durchführen zu können, richten wir an unsere beser die Bitte, unser Blatt in allen greisen, die Jterz und Sinn für das Judenthum haben, zu verbreiten. ^bonnementspFeis: halbjähF. 6 JCFonen — Vierteljahr. 3 jCroneo. Um unseren besern ein möglichst umfassendes Bild des jüdischen Gemeinde- und Vereinslebens zu bieten, sind wir gerne bereit, über alle Vorfälle in den jüdischen Cultusgemeinden und Vereinen Bericht zu erstatten und ersuchen um gefällige Einsendung diesbezüglicher Berichte. X>ie Redaction. Äus kr Wiener Cultusgemeinde. j Die Sitzung des Cultusvorstandes am 26. Juni brachte! ein Referat, das eine zeitgemäße Frage in ganz unzeitgemäßer! Weise und, nach unser Anschauung, auch am Unrechten Platze behandelte. Wir meinen das Referat über die Austrittsanzeigen aus dem Judenthume. Der Referent, der schon des Oefteren und so auch in der letzten Sitzung vom 2. Juli sich als tüchtiger Pädagoge erwiesen hat, scheint dieser Frage eine falsche Auffassung entgegenzubringen, und so wurden Beschlüsse gefasst, die einerseits selbstverständlich und nichtssagend, und andererseits unverständlich sind. Zu den letzteren gehört der Antrag, der Cultusvorstand möge eine Art Sittenpolizei bilden und durch einen ständigen Referenten die jedem einzelnen Falle zu Grunde liegenden Ursachen ermitteln lassen. Abgesehen davon, dass dieselben ziemlich offen zu Tage liegen, kommt es oem Vorstände gar nicht zu, in das Privatleben einzudringen, und er wird >>et solchem Beginnen überall auf berechtigten Widerstand stoßen. Ein Schlag ins Wasser ist auch Punkt 2 des Antrages, welche^' vorschlägt, die gebildeten Kreise über die ethische Bedeutung t>e1’ jüdischen Satzungen zu belehren. Die Austritte haben mit den religiösen Satzung gar nichts zu thuu. und wir glauben kaum, dass sich unter tausend Convertiren auch mir Einer befindet, der der Religion und der Satzungen wegen aus dem Judenthume ausgetreten ist. Eher noch kommt es vor, dass eine all zu hohe Bemessung der Cultussteuern zum Austritte veranlasst, aber hierüber schwieg der Referent begreiflicher Weise. Eine absolut unnütze Ausgabe wäre es, wenn Punkt 3 des Antrages, einen Preis auszuschreiben für die Abfassung eines Werkes über die Geschichte und Ethik des Judenthums, zur Annahme gelangte. Wie lange ist es denn her, dass Professor Lazarus seine „Ethik" erscheinen ließ und selbst der Referent in einer öffeullichen Sitzung die Bedeutung des Werkes mit schwungvollen Worten gepriesen hat? Sollte also dieses Werk, dessen zweiter Theil fast noch druckfeucht ist, heute schon veraltet sein? Wenn wir das ganze Referat zusammenfassen, so müsse