Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 19 (1.6.1900)
- Date
- 1900-06-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3062972-3063013-3063032--00808-3067343- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Waden. Am 23. Mai lief die Wahlperiode der Repräsentanz der hiesigen israel. Cultusgemeinde ab und haben diesbezügliche Neuwahlen statutengemäß am 22. April stattgefunden. Gewählt wurden in den Cultusausschuss die Herren: Anton Schneider, Salomo» Klauber, Simon Mandl, Moritz Leitner, Ignaz Fleifchmann, Dr. Emil Raab, Sigmund Rausnitz, Dr. Joses Schwarz, Hermann Flaschner und Moriz Daniel; als Ersatzmänner die Herren: Leopold Scheu und Leopold Dörfler; als Verlrauensmäuuer in den verstärkten Cultusausschuss die Herren: Moriz Kohn, Simon Berger, August Edenburger, Ludwig Lackenbacher, Ignaz Lederer, Direktor Josef Felder, Dr. Felix Horn, Max Lemberger,'Alexander Spitzer und Oscar Sametz. In der am 6. Mai erfolgten Consiituirung des Cultusvorstandes wurden Herr Moriz Leitner als Cultusvorsteher, Herr Anton Schneider als Cultusvorsteher'Stellvertreter und die Herren Salomon Klauber und Dr. Emil Raab zu Beirätheu gewählt. Der neue Cultusausschuss besteht bis auf drei i neugewählte Mitglieder aus alt bewährten Kräften und ist die j Hoffnung berechtigt, dass auch die kommende Wahlperiode eine! für die Cultusgemeinde gedeihliche und fegenbringende fein i wird. Wcrvekkarr Der Zubau zum israel. Friedhofe wird Ende , Mai feierlich eingeweihl werden. Der Feierlichkeit wird ein > Gottesdienst im Tempel vorangehen.! ILakaczKa. Sonntag, den 27. Mai fand in Malaczka die Schluss-! sieinlegung und Einweihung der neuerbauten Synagoge unter überaus! zahlreicher Betheiligung der Gemeindemitglieder und der Vertreter be-! nachbarter Gemeinden statt. Zm Jahre 1887 war die Synagoge auf > Kosten des Ehepaares Simon und Cäcilie Spitzer neu erbaut worden! In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli v. I. brannte dieselbe, wahr.! fcheinlich durch einen Blitzschlag getroffen, fast vollständig ab und schon Sonntag konnte die Einweihung des prächtigen, neuerbauten Hauses wieder stattfinden. Anlässlich der Schlusssteinlegung wies der Erbauer beider Synagogen, Baurath Wilhelm Stiaßny aus Wien, der auch als Vertreter der Wiener Cultusgemeinde delegirt war, daraus hin, dass es wohl ein äußerst seltener Fall sei, dass einem Architekten, der ein Gotteshaus errichtet habe, der Wiederaufbau eines zweiten Hauses an Stelle des in Trümmer gefallenen ersten vergönnt sei. Die Festrede hielt Bezirks-Rabbiner Dr. Moriz Lewin, der den bekannten Prophetenvers: Das zweite Haus wird schöner sein, als das erste gewesen, meisterhaft aussührte. Der verdienstvolle Präsident der Cultusgemeinde, Herr Weinwurm, gab den Gefühlen der Dankbarkeit und Verehrung der Gemeinde sür den Architekten beredten Ausdruck. Das in reinstem maurischem Style erbaute Gotteshaus gewährt mit seiner mit zwei Kuppeln gegeschmückten, polychrom behandelten Fatzade, dann mit seinem mit reicher Bemalung und Vergoldung, sowie mit einer geschmackvoll ornamentirten Kasettendecke versehenen Jnnenraume einen würdigen und weihevollen Eindruck. Die gesangliche Function versah Cantor Rosenstein. Budapest. Eine glänzende Doppeltrauung hat Sonntag Vormit tags im israelitischen Tempel in der Tabakgasse im Beisein eines das Gotteshaus in allen Räumen füllenden vornehmen Publikums stattgesunden. Der hiesige bekannte Advokat Ignaz Schmidt verheiratete am heutigen Tage seine beiden Töchter und beide Trauungen fanden unmittelbar nach einander statt. Um 11 Uhr führte nähmlich der Spediteur Julius Pollak das Fräulein Irma Schmidt, um halb 12 Uhr der Advokat Dr. Friedrich Back das Fräulein Etelka Schmidt zum Traualtar. Die Ceremonie versahen Rabbiner Dr. Samuel Kohn und Obercantor Professor Lazarus. Unter den Anwesenden bemerkten wir: die Abgeordneten Franz Chorin, Franz Beffenyei, Theodor Wolfner, Aumin Neumann, Lazar Samuel, den Senatspräsidenten an der königlichen Tafel Dr. Sigmund D6tsey, den Gerichtspräsidenten Dr. Franz Horvüth, den Kronanwalt-Substituten Dr. B6la Katona, Kurialrichter Karl Hüvös, die königlichen Taselrichter Dr. Dävai und Massanek, den Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde mit dem Präsidenten Sigmund Kohner an der Spitze, ferner des Präsidium der Advokatenkammer, und zwar: den Vice-Präsidenten Dr. Bernhard Friedmann, den Secretär Doctvr Desider Nagy, den Anwalt Dr. Jlles Polläk und die Mitglieder des Ausschußes fast vollzählig, ferner mehrere Bank- und Affekuranz-Directoren. Nöthen. „Wicloria" zu Werkin. (Allgemeine B e r sichern n g s - A c t i e n - G e s e l l s ch a f t.) Die am 22. Mai b. I. abgehaltene General-Versammlung der Actionäre dieser Versicherungs-Gesellschaft genehmigte auf Vorschlag des Aufsichtsrathes und der Direction die Vertheilung des in dem Geschäftsjahre 1899 erzielten Reingewinnes. Derselbe belief sich auf Mk. 12,105.200'13 gegenüber Mk. 10,241.62153 im Vorjahre. Es erhalten danach die Actionäre der „Victoria" eine Dividende von Mk. 195 pro Actie, die mit Gewinnantheil Versicherten der Unsallversicherungs- Abtheilung 38 Percent, diejenigen der Volksversichernngs-Abtheilung 25 Percent der gezählten Jahresprämie und die mit Gewinnantheil auf den Todesfall Versicherten der Abtheilung für größere Lebensversicherungen eine Dividende von 3 Percent der Summe der für jede Versicherung seit deren Beginn gezahlten Jahresprämie. Ueber die sonstigen finanziellen und geschäftlichen Ergebnisse der „Victoria" entnehmen wir dem Geschäftsberichte der Gesellschaft noch Folgendes: Die Gefammtzahl der in der Lebens- und Unfall-Versicherungs-Abtheilung eingegangenen Versicherungs-Anträge betrug 442.015, wovon auf die Lebens-Versicherungs-Abtheilnng 423.149 Anträge mit einer Versicherungssumme von Mark 184,653.346, auf die Unfall-Versicherungs- Abtheilung 18.866 Anträge mit Mk. 1,537.504 Prämie entfallen. Die Gesammteinnahme an Prämien und Zinsen betrug Mark 64,001.526'61 und zeigt gegen das Vorjahr eine Vermehrung von Mk. 7,159.17026. Die Gesammtreferven des Geschäfts betrugen Mk. 216,077.394-48 und die gesammten Activa erreichten die Höhe von Mk. 228,266.907 48. In der Unsallversicherungsbranche betrug die Prämieneinnahme Mk. 8,304.422 33. In der Lebensversicherungs-Abtheilung belief sich der Gesammtversicherungsbestand Ende 1899 auf 1,535.945 Polizen über Mk. 773,857.197 Versicherungs-Summe und in der Abtheilung für Rentenversicherungen aus Mark 657.171 Jahresrente. Der Zuwachs des Versicherungsbestandes betrug 166.209 Polizen mit einer Versicherungssumme von Mk. 77,341.592. Diese Summen umfassen auch das Ergebniß der Volksversicherung. Ende 1899 verblieben als Bestand in der Volksversicherung 1,434.669 Polizen über Mk. 283,071.076 Versicherungssumme. Die Ergebnisse der Sterblichkeit in der Lebensversichrungs-Abtheilung waren wie in! den Vorjahren sehr günstig. Durch den Tod versicherter Personen! wurden im Ganzen Mk. 4,217.837 fällig und es verblieb durch den günstigen Verlaus der Sterblichkeit ein Gewinn von Mark 2,385.349. Die gesammten zu Gunsten der mit Gewinnbetheillgung bei der „Victoria" Versicherten zurückgestellten Dividendenfondsbetrugen Ende 1899 einschließlich der aus dem Jahresüberschuß entnommenen Zuweisungen Mk. 55,481.362 01, und zwar: sür die Todessallversicherungen (incl. Kriegsversicherungssouds) Mk. 17,103.864-61, sür die Erlebenssallversicheruugen 1,142.55636, sür die Volksversicheruugen Mk. 13,621.625"04, sür die Unfallversicherungen Mk. 3,613.316-00, zusammen Mark 35,481.362-01' „Israelitische jKIIians zu 'Wie«.“ Der Verein bezweckt: 1. Die Volkserziehung bei den Israeliten durch Errichtung oder Unterstützung von Schulen und durch andere geeignete Mittel zu fördern; 2. Israeliten, wo sie ihres Glaubens wegen zu leiden haben, eine wirksame Stütze zu bieten. Durch Leistung eines Jahresbeitrages von mindestens drei Gulden ö. W. wird man ordentliches, durch, einmalige Zahlung von. hundert fl. ö. W. lebenslängliches Mitglied des Vereines. Anmeldungen zu Beitritt werden erbeten unter der Adresse: „Israelitische Allianz zu Wien“ I., Weihburggasse 10, I. Stock.