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Die Wahrheit · 1900-04-26 · Heft 14 (26.4.1900) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1900
Issue
Heft 14 (26.4.1900)
Date
1900-04-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seiie 10. Die Wahrheit. Ne. 14. Heorie voraus, welche iu 3'/« Quartseiten die Gruudelemente der Musikwissenschaft bis zur Harmonielehre in ausgezeichneter Weise behandelt. Von dem seit einer Reihe von Jahren in Steinamanger in Ungarn sehr beifällig wirkenden Obercantor Max G o l d st e i n besitzen wir eine stattliche Anzahl ganz rühmenswerther Compositionen, die zu den ausgezeichnetsten der synagogalen Gesangslitteratur gezählt werden dürfe». Max Goldstein ist ein guter Contrapunkliker und verwerthet seine, während seiner Meschorerperiode bei berühmten polnischen Chasonim gesammelten Erfahrungen und Kenntuiße in stil- und formgerechter Weise; feine Compositionen moderner Art tragen das ideale Gepräge ihrer Zeit, während bei Bearbeitungen älterer Melodien auch in harmonis cher Beziehung auf diese Provenienz möglichste Rücksicht genommen ist. Der im Leben etwas unpraktische Goldstein ist, wie so Mancher, durch seinen Idealismus, wie durch ein ungünstiges Zusammentreffen der Ereignisse gleichsam zum Märtyrer geworden; deshalb erachten wir es als unsere Pflicht, auf den strebsamen und rastlos arbeitenden Amtsbruder, beziehungsweise auf seine synagogalgesanglichen Darbietungen, nachdrücklichst aufmerksam zu machen. Von Wilhelm Neubauer, dem trefflichen Regenschori an der Temesvarer Synagoge, sind in den 70er Jahren einige sehrhübsche und gut gearbeitete Freitag-Abendgesänge für Cantor, Chor und Orgel erschienen, eine eventuelle Fortsetzung derselben ist uns nicht bekannt. (Fortsetzung folgt.) Verschiedene Nachrichten. Wien. Freitag den 27. April Abends und Samstag den 28. April Früh wird Herr Josef Heller, Obercantor in Brünn, im Leopoldstädter Tempel Probe-Vorträge halten. Beginn des Gottesdienstes: Freitag Abends um 7 Uhr 30 Minuten, Samstag Früh um 8 Uhr. Wien, 23. April 1900. Der Bethausvorstand. Wie«. In der Nacht vom siebenten auf den achten Tag Pessach ist hier Frau Regine F e l d m a n n, Tochter des Obercantor B l u m- Troppau s. A., in jugendlichem Alter gestorben. Die Verblichene war eine ftomme, edle und gute Frau, die im Stillen viele Wolthaten übte und durch ihre Herzensgute und Liebenswürdigkeit sich allgemeiner Hochachtung erfreute. Um sie trauert ihr untröstlicher Gatte, Herr Jacob Feld mann, der in ISjähriger glücklicher Che mit ihr vereint war, sowie ein großer Kreis von Verwandten und Bekannten. Das Leichenbegängnis fand unter überaus zahlreicher Theilnahme Sonntag den 23. d. statt. .N'2'»'2'N Wien. Im Rothschild-Spitale verschied am letzten Son>4ag im hohen Alter von 94 Jahren Herr Jsak Lob Dux aus Kittsee. Derselbe fungirte 50 Jahren als Schochet und Maschgiach bei der hiesigen Cultusgemeinde und stand in Folge seiner aufopfernden Pflichttreue und strengen Religiösität in hohem Ansehen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im israel. Versorgungshause. Bade«. Am toj» (17. Mai d. I.) feiert unser allverehrter Cultusvorsteher Herr Anton Schneider im trauten Familienzirkel das fröhliche Fest der silbernen Hochzeit. Wirschen uns zu dieser Mittheilung deshalb veranlasst, weil es uns drängt, dem hochgeschätzten Jubilar nebst der herzlichsten Gratulation zu dieser schönen Familienfeier auch unsere Anerkennung für die großen und bedeutenden Verdienste, die er sich durch 22 Jahre um die hiesige Cultusgemeindc, wie um die zwei blühenden Vereine in derselben, die Chewra Kadischa und den Frauenverein, erworben hat, zum Ausdrucke zu bringen. Und dies mit Recht. Denn jeder, der das strebsame Walten und die unermüdliche wie zielbewusste Thätigkeit unseres ehrenwerthen Cult'.'svorstehers kennt, wem die warmen Gefühle und felsenfeste Standhaftigkeit bekannt sind, die ihn beseelen, wenn es gilt, die Cultusgemeindc oder einen ihrer humanen Vereine einen Schritt weiter vorwärts zu bringen, oder dieselben vor drohendem Schaden zu bewahren, wird gewiss nicht anders als Dank und lobende Anerkennung dem Jubilar an seinem Freudentage ungetheilten Herzens als Ehrengaben entgegenbringen. An diesem Tage wird Herr Anton Schneider mit dem Psalinisten ausrufen dürfen: „Ach pri lazadik“, solche Früchte der ungetheilten Sympathie und warmen Zuneigung reifen nur dem gerechten und charactervollen Manne. Und so möge er sie genießen, und möge es ihm gegönnt sein, wie die silberne auch» die goldene Hochzeit in ungeschwächler Geistes- und Leibessrische zur Freude seiner Familie und zum Heile und Frommen unserer Cultusgemeindc zu feiern. MiMtz. Am 22. d. M. verschied hier nach kurzem Leiden der Oberlehrer i. P. und gewesene Leiter unserer Volksschule, Herr Marcus F essler, und wurde am 23. d. M. unter zahlreicher Betheiligung aller Kreise zu Grabe getragen. In der Leichenhalle würdigte unser «llverehrter Herr Rabbiner Dr. Bauer in beredten Worten die Verdienste des- Verstorbenen, und am offenen Grabe hielt der Obmann des Ortsschul- . rathes, Herr Salomon König, dem unermüdlichen von Pflichteifererfüllten Schulleiter einen tiefempfundenen Nachruf. Im Namen seinergewesenen Schüler widmete sodann Herr Jur. Dr. Jac. Pollenz aus Brünn dem verehrten Lehrer Worte des tiefsten Dankes. Zum Schluffe verabschiedete sich im Namen unserer Schule unser geehrter Herr Oberlehrer Sieg. Löwy von dem treuen Kollegen. Die Feier, an der sich auch der Lehrkörper der Schule der hiesigen Marktgemeinde betheiligte, wird »och lange als wohlverdiente Ehrung dieses Todten in Aller Gedächtnis bleiben. Sein Andenken sei gesegnet! Vrag. Der „Verein zur Ausspeisung israel. Mädchen in Prag" veranstaltete am 13. und 14. April im Speiselocale bei Frau Wohrizek, Langegaffe 43, für die Kostnehmerinnen Sederabende. Zu dieser schönen Feier hatten sich auch Gönner und Gönnerinnen dieses Wohlthätigkeits- Vereines eingefunden. Arag. Am I I. April fand das Begräbnis des Prager Bürgers- und Hausbesitzers Herrn Samuel Kolberg, des Vaters des Schriftstellers¬ und Componisten Herrn Emil Kolberg, statt. Eine große Menschenmenge gab dem Verstorbenen das letzte Geleite. Luditz. Dem israel. Religionslehrer Moritz Hoffer in Luditz wurde von der höhen Statthalterei die Dispens zur Anstellung als Rabbinerin Böhmen ertheilt. Budapest, im April 1900. Unsere herrliche Synagoge in der Rombachgaffe hatte am zweiten Tage des Pessachfestes ein Ereignis zu verzeichnen. Daselbst beging der dreizehnjährige Andor v. F i s ch l, Sohn des hauptstädtischen Großhändlers Bola Fi sch l äs Dirgrtai, das Fest! seiner Barmizwah. Zu demselben hatten sich die Familien v. Fischt > Brüll, Kohner und Stein. Auch bemerkten wir unter den Anwesenden 1 den Präsidenten der Pester israel. Religionsgemeinde Sigmund K o hner^ , welcher dem ganzen Gottesdienste anwohnte und als Cohen der Erste I der zur Thora Gerufenen war. Die Confirmation nahm Rabbiner I Dr. Julius Weißburg vor. Anlässlich dieser Feierlichkeit wurde der j Wohlthätigkeit ein hübscher Betrag zugeführt. Obercantor Jakob Bachmann hat zu Ehren des anwesenden Präsidenten und der hervorragenden Gäste sich selbst übertroffen und einen Festgottesdienst zelebrirt, wie >r in solch' Großartigkeit schon seit Langem nicht gehört wurde. Sem seelenvoller, kunstgerechter Gesang elektrisirte förmlich die Kopf an Kopf gedrängt stehende, andächtige Beterschaar. Auch der gut geschulte Chor leistete unter der tüchtigen Leitung des Regenschori Ferdinand Sing e,r wirklich Vorzügliches. Alldies hat Präsident Kohner lobend anerkannt. — Am siebenten Tage des Festes hielt Rabbiner L. P o l l a k die Fest-! rede. Der greise Redner entrollte mit jugendlicher Begeisterung ein Bild j der tristen Gegenwart und geißelte rückhaltslos das frevelhafte Treiben, j der gottlosen Antisemitenbande. Die schöne und aktuelle Rede des gelehrten Kanzelredners übte eine mächtige Wirkung auf die Anwesenden aus. 8. Stuhkweißenvurg. Unser Obercantor, Herr Simon Merson, war jüngst zu einer Soirse beim hiesigen Obergespan Baron F i a t h geladen und fand mit dem Vortrage einiger Clavierpieeen und Arien bei den illustren Gästen vielen Beifall. Arankfurt a. W, 12. April. Im Saale der Loge Karl gaben, gestern Abends drei musikalisch sehr bekannte Kinder des hiesigen Obercantors I. Großkopf ein Concert, das sich des besten Besuches und-

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