Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 12 (3.4.1900)
- Date
- 1900-04-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wahrheit. Seite 7. Nr. 12. Preis den Schein unterdrücken wollte, als wäre er veranlasst rvorden, sich dem Wunsche und Willen der europäischen Mächte Zn fügen. Unbeschreiblich groß war die Freude der beiden Gesandten und ihrer Begleiter, als sie von dem Befehle der Freilassung des Gefangenen hörten. Sie eilten sofort zu Mehemed Ali, um ihm ihren tiefgefühlte,» Dank auszusprechen. Cre«nieux sagte unter Anderem zu ihm: „So mögen Eio. Hoheit bedenken, dass sechs Millionen Israeliten sich mit mir vereinen, die, über die ganze Erde zerstreut, ihre Wünsche und Gebete für Sie gen Himmel schicken, und der Himmel Pflegt das Flehen der Dankbarkeit zu! -erbören." Als ihnen eine Abschrift dieses Ferman (Befehles) in türkischer Sprache zngieng, bemerkte der gelehrte Orientalist Munk in deinselben das Wort „Begnadigung". Sofort eilte! Ereinieux zum Pascha und ersuchte ihn, dieses famose Wort! streichen und an dessen Stelle „Freiheit und Ruhe" setzen zu! lassen. Mehemed Ali nahm keinen Anstand, diese Correctnr vornehinen zu lassen. Fre»»dig bewegt rief Cremie»»x ans: „Jetzt erst sind wir vollkommen glücklich. Heute erheben sich in allen Synagogen Alexandriens Segenslvünsche für Ehrw. Hoheit. Ja weniger als einem Monate wird »nan in allen israelitischen Europas die Wohllhaten des Himmels auf sie herabbeschwören und in zwei Monaten wird Ihr Name auf dem Erdenrunde gesegnet und gepriesen werden." (Fort etzung folgt.) Gemeinde- und LereinsLote. Wie«. (A u s der Plenarsitzung des Cultusv o r st a n d e s v o in 22. März 1900 unter demBors i tz e d e s ersten V i c e - P r ä s i d e n t e n Dr. Alfred Ster n. (Präsident kais. Rath Heinrich Klinger beurlaubt.) Beginn der Sitzung 6 Uhr Abends. An Spenden sind eingelanfen: Bon den Erben nach Herrn Jgua; Ritter von Ephrussi durch Herrn Oberrabbiner Doctor Güdemaun für den Talmud Thora-Verein K. 500.—, für den Prediger Mannheimer-Verein K. 500.—. Von Frau Ottilie Goldfchmidt Przybram aus Anlass der Vermählung ihres Sohnes Robert mit Fräulein Daisy von Goldschinidt für die israel. Kinderbewal,ranstalt K. 400.—, für den Tberesien Kreuzer - Verein K. 400. — , für Arme K. 400.—. Von Fräulein Daisy von Goldschmidt anlässlich ihrer Vermählung mit Herrn Robert Goldschmidt für das Blindeninstitut K. 400.—, für die Kinderbewahranstalt K. 200.—, für das Taubstummeuinstitut Kronen 100.—, für den Waisenverein K. 100.—, für den Handioerkerverein 100.—, für Arme K. 100. —. Von Herrn Dr. Paul Klemperer, anlässlich des Ablebens der Frau Pauline Foges s. A. zur Vertheilnng, ai» Arrne K. 100.—. Von Herrn Victor Eisenstädter von Buzias für den Wanenverein K. 50.—. Ueoer Ansuchen des Bethaus-Vereines „Beth Israel" wird Herr Rabbiner Mayer Mayersohn im -Sinne des 8 50 der Gemeindestatuteu zum Gemeiuderabbincr bestellt. Dem Tempelverein für Wieden und Margarethen wird als restlicher Beitrag zu den Kosten der Tempeladaptirung außer dem im Vorjahre gewährten Betrag von K. 2000.—, der Betrag von K. 1600.— bewilligt. Ueber Antrag der I. Section, (Referent Herr Dr. Steiner) werden bezüglich der Vertretung der Gemeinderabbiner bei Trauungen neue Bestim,nungen getroffen. Director Simon referirt namens der Unterrichtssection über Aenderung der Bestim»nungen für die Prüfungen der Religionslehrer an Volks-, Bürger- und Mittelschulen. Die beantragten Aenderungen werden angenommen und dem Referenten der Dank votirt. — Die Zinsen der I. L. und L. Weinberg'schen Stiftung im Betrage von K. 600.— werden an einen nach Bukarest zuständigen Hochschüler verliehen. Die Zinsen der Salomon Golvschinidt'schen Stiftung im Gesammtbetrage von K. 494.— werden an fünf würdige Gymnasiasten verliehen. Schluss der Sitzung 9 Uhr Abends. Wie». Bei der am 13. v. M. stattgehabten Constituirung des Vorstandes des Bethansvereines „Montefiore" wurden l die Herren Jacob Weiß zu in Obin.„»«», I. A. Wasservogel > zum Obmann Stellvertreter, Dr. Leopold Brady znm I. Schrift- > führer, Wilhelm Fleischmann zum II. Schriftführer und Edmund;■ Hofmann zum Cassier einstimmig gewählt. Wie». Der „Franen-Wohltb »tigkeits-Verein für Hans- I arme in Wien versendet seinen 29. Jahresbericht, welchem wir j entnehmen, dass er den Schwerpunkt seiner Thatigkeit auf die monatliche Unterstützung von alten kranken Hausarmen richtet, außerdem wurden Cur-, Quartierbeiträge und Aushilfen für die Feiertage geleistet. Um die Unterstützung armer Wöchnerinnen zu fördern, ist der Verein dem in Aussicht genommenen „Central-Wöchnerinnen-Verein" mit einem Jahresbeiträge von 150 Gulde i beigetreten. Die Leitung des Vereines obliegt der Präsidentin Frau Clara Clärmann, deu Vicepräsideutinnen Frau Sophie Deiches und Frau Aoele von Mises, der Schriftführerin Rosa Wiesner, der Ctssieriu Frau Dr. Gisela Bien und den Vorstandsdamen Ernestine Brecher, Amalie Basseches, Charlotte Brasser, Cäcilie Nussbeck, Ernestines Sachs und Henriette Schneck. Wie«. Am 22. Mär; fand die Wahl des Ausschusses des Theologischen Vereines an der israel. theolog. Lehra istalt statt. Es wurden die Herren B. Margulies zum Präses, Dr. Huss zum Vice-Präses, Feder zum Cassier, A. Schwarz und Arje zu Schriftführern, Dr. Hirsch, S. Zwick und M. Sicher als Ausschussmitglieder gewählt. Ar»nn. (M ä h r i s ch - j ü d i s ch e r Landes,nass af o n d .) Montag, den 26. d. M. fand die diesjährige Versaininlung der Delegirten zur Verwaltung dieses Fondes bei Anwesenheit von 46 Gemeindevertretern statt. In Verhinderung des Präsidiums »vurde Herr Dr. S. Spitzer zuin Vorsitzenden gewählt. Dem vom Curatorium erstatteten Rechenschaftsberichte für das Jahr 1899 entnehmen wir folgende Daten: Das Berichtsjahr ist als ein normales zu bezeichne«», Ei»»»»ah»nen und Attsgaben hielten sich das Gleichgewicht, und «venn der Auf- »vand nicht ganz die Ansprüche der Gemeinde«» befriedigen konnte, so trägt daran die Beschränktheit der Mittel des Fondes Schuld, die a»»sschließlich in den Zinsen des FondScap'tal bestehen, «velche überdies in stetigem Rückga«»g begriffenIsind. Für dieZwecke des Vereines »vurden im ganzen verausgabt fl. 46,769 12. Es erhielten an Schnlsubventionen 49 Gemeinden mit ihren Filialen fl. 14,040'—, au Uuterstützuugeu 44 Gemeiudeu Gulden 11,770'—, au 241 CultussuuctionLre, solvie an Witwen und Waisen von solchen »v»»rdeu fl. 9185'— verabfolgt, an verschiedene Bildnngs- und Humanitätsanstalteil fl. 3890'— rc. Der Kaifer-Inbiläuins-Peusiottsfond erreichte einen Sta««d von fl. 7277'— und es fordert der Bericht Geineiirden und Private zn einen» «verkthätigen Interesse an dessen rascherer Ber«nehr»»ng in eindringlicher Weise auf, uin dessen baldige Leistungsfähigkeit und Activirrrng zu er«nöglichen. Der Rechenschasts- und der von Herrn G. Fischer vorgetragene Revisionsbericht werden einstiininig genehinigt und dein Curatorium das Absolutorium errhüilt. Hieraus »vird der Boraitschlag fiir das Jahr 1900 in Berathung gezogen und sännntliche Posten desselben in den Einnahlnen und Ausgaben mit K. 98,350 28 genehinigt. Bei der Post Biloungs- »u»d Humanitätsanstalten wird der Beitrag zu«n israelitischen Handwerksbesörderttngsverein auf 400 fl erhöht und hiebei u«»ter Anerkennung der ersprießlichen Wirkiamkeil dieses Vereines deffe«» Unterstützung de«» Geineinden ans Herz gelegt. In der weiteren Debatte über den Voranschlag wird beschlossen, die den einzelnen Geineinden bewilligten Subventiollsbeträge, die bisher nur s»»»n»narisch im Rechnungsabschluffe angeführt »vurden, «».»»»«»»ehr nainentlich zu veröffentlichen. Den mit der Inspektion des Religionsunterrichtes betrauten Rabbinern »vird für ihre uneigennützige und hingebnngsvolle Mühelvaltung der Da»»k der Versammlung votirt. Von mehreren Delegirten «vird aus die schivere Schädigung hinge«vieseil, »velche die Glaubensgenossen in zahlreichen Gemeinden nicht so sehr durch die sattsa»n bekannten Excesse vom October v. I. als durch die fortgesetze Boycottirung der Geschäftslen e erlitten, sowie auf den dadurch herbeigeführten «virthschastlichen Rückgang der Gemeinden, deren traurige Lage deshalb eine besondere