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Die Wahrheit · 1900-03-10 · Heft 9 (10.3.1900) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1900
Issue
Heft 9 (10.3.1900)
Date
1900-03-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit. Nr. 9. Hattore 5. 7). weiters Hilchoth Teschuba 3. 47 macht, der muß zur nicht erwarten kannst, so trink dein Glas in Gotts-Namen früher Ueberzeugung gelangen, dass Maimonides auch unter der Maske eines j ans und schenk Dir noch einmal von frischem ein. Es kommt Mohamedaners selbst die geringste Zeit nicht umhergehen konnte. Werda i nns Gott sei Dank nicht an aus ein Glas mehr oder weniger; codificirt, dass diejenigen als Abtrünnige von dem mosaischen Gesetze zu j aber mich brauchst nicht zu meistern; ich weiß schon, was ich gelten haben, die wegen einer Religionsverfolgung zu einer anderen! zu sagen Hab und was nicht. Ich kann nicht viel reden, aber Religion sich bekennen, könnte unmöglich selbst seiner Religion untreu; was zur Sach gehört, das weiß ich, so gut wie einer, und wenn werden. * ich von Meister Niederhuber reden soll, so werd ich doch am Deren bürg behauptet daher mit vollem Rechte, dass man; besten wissen, wo ich anzufangeu Hab und wo ich aushören soll anfänglich nur der Vermuthung Raum gab, als sei Maimonides . Wo anshören? es ist einer da, der das bezweifelt — Mohamedaner gewesen, späterhin nahm man diese ^Vermuthung auf j sagte Honza schelmisch. Treu und Glauben hin. So hat mit der Zeit diese falsche Behauptung; Du wirst es sou sehen — sagte Brigitte und setzte fort,, zu einem ganzen Lügennetze die Fäden geliefert. H. K ah an hat durch > oder besser sie stng erst recht von vorne wieder an, sie holte sein mühevolles Zusammentragen der einschlägigen Werke eine nicht 1 zwar nicht aus von Adam und Eva, wohl aber von ihrer eigenen alltägliche Belesenheit in der jüdischen Litteratur an den Tag gelegt, die j Kindheit, sie machte sich daran mit der ihr eigenen Beredtsamkeit ihm einen sicheren Platz im Rathe der Gelehrten verspricht. Ein nicht zu j ein Bild ihres früheren Lebens zu entwerfen, der Zeit, ehe sie geringschätzendes Verdienst hat er sich aber erworben durch die Rein-! in das Haus des Meister Niederhuber gekommen, sie spann Waschung dieses edlen Characters, über den bisher die wahnwitzigsten! dieses Bild nach allen Seiten Hill ÜUS, sie dkhttte es ZU einer Jrrthümer herrschten. j erschrecklichen Länge, und allmälig kam die ganze Gesellschaft zu Alle Litteratursreunde werden dieses kleine Opus, das nur der! Honzas Ansicht, dass Mutter Brigitte wirklich nicht wisse, wo Vorläufer eines größeren Werkes sein soll, mit Freuden begrüßen. H.! sie anshören solle. Sie hätte auch UI Wahrheit nicht aufgehört K ah an hat uns deutlich gezeigt, dass er den Maimonides fleißig studirt hat, j und würde in ihrem Trinkspruch an Meister Niederhuber noch und wir sind auf das demnächst erscheinende Werk: „Geschichtliche Ent-? jetzt sortfahren, ihre eigenen Verdienste in das hellste Licht zu Wickelung über R. Maimonides Leben, Schicksale, Zeit, Familie und seine i setze», wenn Joses eine kleine Pause, die durch eine wiederholte Werke," das uns der Autor in Aussicht stellt, äußerst gespannt. Wer! schelmische Bemerkung Honzas entstanden war, nicht dazu benutzt solches leisten kann, wird sicher in gelehrten Kreisen die gebührende ] hätte, sie abznlösen und das Wort statt ihrer zu ergreifen. Um Achtung erringen, die Herr Kahan in vollem Maße verdient.! dies aber mit Recht und ohne die alte Brigitte zu verletzen, Duna-Föld vär (Ungarn).! ausführen zu können, brachte er seinen Trinkspruch aus sie aus. Wer weiß es nicht — begann er indem er sein Glas erhob — was Mutter Brigitte unserem Hause ist, und wer es noch nicht weiß — wendete er sich von Honzas Uebennuth angesteckt, gegen diesen — der könnt es ja eben jetzt ans ihrem eigenen Munde hören. Aber allen ihren Verdiensten hat sie heut erst die Krone ansgesetzt; der Einsall, mir meine Marie Rabbiner Dr. S amu ei Partos. Heimweh. Erzählung von Eduard Kulke. (25. Fortsetzung.) Mutter Bilgltte machte eine Kunstpause und drese an bell (Sfjnjtfmum als Bescheernng des Christkiudels anzuhatie die gehoffte Wirkung; denn die Anwesenden stimmten bilden, übersteigt alles andere und hat seines gleichen nicht, sammllich dann überein, dass Mutlei Bligitte reden könne, Darum stoß ich an auf Mutter Brigitte, sie lebe hoch! reden m sedem ©iime dieses Wortes, und sorderten sie aus, man fticf? ai uub h.auf auf jfire Kettnidbett 1IIU It/ltUI ^UIUIVUIUIL lüt l^UIUlJiCU vytl Ul^UIUlUf - zu beginnen. Das will ich — sagte Mutter Brigitte — ich wend mich mit meinem Trinksprüchel an Euch, Meister Niederhuber. Ihr kennt mich besser, als das junge Volk da, lvas uns nachwachst. Ich keim aber auch Euch, ich kenn Euch, wie Euch sobald keiner kennt; denn viele Jahr sind wir beisammen, und viel haben wir mit einander erlebt! Ich bin zu Euch gekommen als eine arme Magd, da Ihr Eure Frau, Gott Hab sie selig, erst kurz da hereingesührl hattet. Ich bin da gewesen und bin ihr beigestanden in ihrer Niederhuber, ivelcher nach diesem kurzgesassteu Trinkspruch der zu der langwierigen Rede Brigittens einen so wirksamen Gegensatz bildete, fürchten mochte, dass die redselige Haushälterin die Gelegenheit ergreifen und die. vorhin abgebrochene Rede wieder ansnehmen werde, wendete sich an Honza mit der Frage: Nun? Und Du Honza? hast Du nicht auch Sprücheb für jemanden in Bereitschaft? Gewiss habe ich eins — sagte Honza — aber für einen,, der nicht da ist. Das thut nichts — ermunterte Niederhuber — bringst 7 - ' ,. , . - . i BaS thut nichts — ermunterte Nlederhuver — brinait Zch ta. d° g-w-1-u uub bm .«c be,8eitm.be,, m itor j Du Dein Glas nur einem Ebrenmann ans, ,'° wallen wir Dir Siolh, wie Eure Marie da zur L-el, 1,1 lammen, und ich bin . „|, ... n,.. ..... ty ytwi.|uif wn, ’ouui -vliv »mi. | ui( uu, |ik v^rn.1 u \ haben weggetragen und sie eingesenkt haben in das Grab draußen ' aus dem Kirchhof. Ich bin es gewesen, die Euch über den Ver-; lust getröstet hat und die Euch versprochen hat, was Euch damals j am meisten Sorg gemacht hat, von Euch zu nehmen; ich Hab; Ein Ehrenmann ist er — sagte Honza — und mehr als das. Ich bring mein Glas aus einen Mann, ohne den möchtenwir heut Abend nicht so fröhlich da beisammen sein, ohne den war es nichts mit Joses und Marie, und Mutter Brigitte hält sich ihren Witz, die Braut au den Christbnum anznbinden, er- Euch versprochen, mich der kleinen Marie anzunehmen, als wic wenn ich ihre Mutter war und Euer Haus nicht zu verlassen, > und was ich versprochen Hab, das Hab ich — Meister, ob es nicht so richtig ist — was ich ve das Hab ich treulich gehalten, und keiner kann sugcn, uup cv anders ist. wir heut Abend nicht so fröhlich da beisammen sein, ohne den war es nichts mit Joses und Marie, und Mutter Brigitte hält sich ihren Witz, die Braut au den Christbnum anznbinden, ersparen müssen. Ohne ihn hält sich nichts angesaiigen, denn er bat das alles bewirkt und er bat allem seinen Kienes da,-aiir jetzt in unserer Freude seiner gedenken, aber wer ein guter Christ ist, der stoßt mit mir an. Hurrah, Joses,-stoß an! Dir komntts zuerst zu, stoß an! der Priester soll leben, der Dich zum Christen gemacht! Aber Mutter Brigitte — sagte Honza schelmisch — Ihr wollt ja den Trinkspruch dem Meister Niederhuber halten und nicht Euch! Lass sie — sagt Meister Niederhuber und lvischte sich! verstohlen eine Thräue vom Gesicht, die eben die Wange her-! unterlief.! Joses stieß an mit Honza, die übrigen folgten seinem j Beispiele. Mutter Brigitte aber ließ sich dadurch nicht irre machen und sagte zu Honza: Nur Geduld, nur keine Eil! es brennt ja nicht! Jugend hat keine Tugend! Zum Meister Niederhuber werd ich schon noch kommen, lasst mir nur Zeit, und wenn Du's Der Trinspruch Honzas hatte einen gewissen Ernst in die . heitere Stimmung gebracht; Marie war es, die am meisten von. dem Ernst seiner Worte getroffen lvurde. (Fortsetzung folgt.)

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