Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 6 (13.2.1900)
- Date
- 1900-02-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3063013-3063019--00641-3067163- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seirc 10. Die Wahrheit. N,. 6. von Engel, zu Händen des Präsidenten der Wiener israel. Cultusgemeinde, kais. Rath Heinrich Klinger, namens der Firma Janosi Engel & Söhne 500 Kr. für das Siechenhaus. Wie« Nachträglich wird uns berichtet,tzdass anlässlich der Entweihung des neuen Bethauses „Montefiore" beim Festmahle in der Restauration Sohr, II.. Circusgasfe. der Obmann der Tischgesellschaft „zur Bekleidung armer alte Leute," Herr Isidor Schwarz, eine schwungvolle Rede hielt. Das Benschen wurde von dem Hos- und Gerichtsadvocaten Herrn Dr. Bradh erstanden und von ihm vorgetragen. Wie«. Am Vorabende des 7. Adar, Montag, den 5. d. um 5 Uhr Abend, veranstaltete die Fünshauser „Chewra Kadischa" bei großer Betheiligung der Gemeinde und auswärtiger Gäste im Tempel in der Turnergasie eine erhebende Gedenkfeier für ihre verstorbenen Mitglieder, denen Herr Rabbiner Dr. Wolf Worte ergreifendster Theilnahme widmete; zugleich schilderte er in seiner tiefdurchdachten Predigt unseren Lehrer Moses als kunstverständigen Meister in der Verfertigung der Menorah und des hohenpriesterlichen Gewandes. I. Cantor Stern trug durch besondere Markirung gewisser Gebetstellen, wie auch durch tiefempfundene Recitation des Psalm 49 zur Hebung der andächtigen Stimmung bei. Etwa eine Stunde später versammelten sich zahlreiche Mitglieder des Vereines zur sogenannten „Chewra Sude", bei welcher geistvolle Tischreden gehalten wurden. Das „Benschen" und einen zu diesem Anlasse verfassten „Mischeberach"- recitirte Herr I. Cantor Jurb e r g e r. Die Vereinsleitung besteht derzeit aus folgenden Herren: Präses: Med. Dr. Sigm. Bars; Präsident-Stellvertreter: Herr Heinrich N e u s e l d; Schriftführer: Herr Bernh. W e i n r e b; Casiier: Herr Alois Schick; Beiräthe die Herren: Moritz B l ö d y, Jakob D uschrnsky, Max Haas, Leopold L a n d e i s, Adolf Schwarz, Anton Stern, Moritz Weiß. — Wie uns berichtet wird, soll sich ein Comitomitglied recht taktlos gegen einen Einlass begehrenden Berichterstatter für jüdische Blätter benommen haben. Es sollte wahrhaftig den jüdischen Berichterstattern bei derartigen Anlässen ihr nicht besonders dankbares Amt nicht unnöthigerweise erschwert werden. Wie«. „Rasch tritt der Tod den Menschen an!" Diese Worte des idealsten Dichters bewährten sich bei dem allzufrüh plötzlich den Seinen entrissenen würdigen Herrn Jonas G o l d m a n n aus Eibenschitz, Schwagers des sei. Dr. Lazar Frankfurter, Rabbiner in Bielitz. Vorige Woche begrüßte er den Schreiber dieses noch bei flüchtiger Begegnung freundlich wie immer und am Freitag ging er, 62 Jahre alt, ohne langen Todeskampf unversehens ein in das Reich der ewigen Ruhe. Als Geschäftsmann hatte er oft in Tirol Reisen zu machen, beobachtete aber auch dort die religiösen Speisegesetze auf das Strengste. Als besonderer Ver-! ehrer des ehrwürdigen Herrn Rabbiner Dr. Schmiedl versäumte er fast keinen seiner Vorträge. Einfach und schlicht wie sein ganzes Wesen war, wurde auch das Leichenbegängnis am 4. d. M. veranstaltet und sungirte hiebei Cantor Löwy von der Schiff-Synagoge. Herr Goldmann hinterlässt eine tiefbetrübte Witwe, Tochter des sel. Rabbiners Lazar Horowitz, und zwei wohlerzogene Söhne, denen in ihrer Trauer die allgemeine Theilnahme zum Tröste gereichen möge! Z'rerau. Am 22. Jänner trugen wir Herrn Bernhard P o l l a k, Schwiegersohn des vor 2 Jahren ihm im Tode vorangegangenen großen und hochgelehrten Rabbiners Josef Weiße, zu Grabe. Der Verstorbene war hier seit vielen Jahren bis zu seinem Tode ein hochachtbarer Kaufmann, bei der Gesammtbevölkerung sehr beliebt und besaß ein echt jüdisches Herz für jeden Leidenden und Durstigen. Herr Cantor Ehre, ein Schüler des Wiener Obercantors Herrn I. Bauer, trug in erhebender Meise die Trauergebete vor, worauf unser Rabbiner Herr Dr. I. ^T a u b e r, Med. Dr. Adolf Pollak aus Kremsier, als Bruder, und der Schwager Profeffor Antscherl aus Wien und der Schwiegersohn Med. Dr. Grün der großen Trauer der Familie beredten Ausdruck verliehen. Der Leichenzug war ein imposanter. — Gott tröste die trauernde Witwe, die als Vr. new sich stets bewährte, die tiesbetrübten Kinder und die ganze Familie. Koki«. (Sterbefall.) Im Alter von 72 Jahren starb hier nach schwerer Krankheit Herr Salomon P o d v i n a, emer. Rabbiner. Der Verblichene war Ehren- und wirkliches Mitglied vieler humanitärer Vereine. Das Leichenbegängnis fand am ä"d. M. unter großer Betheiligung der Bevölkerung statt. Karksöad. Im Herbste 1898 gründeten die hiesigen israelitischen Kaustente einen israelitischen Humanitätsverein die „Eintracht", welcher" die Hebung" des Wohlthätigkeitssinnes und gleichzeitig die Förderung, der Eintracht durch gesellige Zusammenkünfte beabsichtigt. Dieser Verein, dessen Obmanns Herr JUDr. Alfred Samel ist, trat am 28. v. M. zum ersten Male mit einem großen Unterhaltungsabend vor die Oeffentlichkeit. Derselbe fand im Curhause unter Mitwirkung der vom Capellmeister L a b itz ky persönlich dirigirten Curcapelle statt und wurde allgemein als gelungen bezeichnet. Nicht'nur an 500 israelitische Besucher, sondern auch zahlreiche andere Einwohner und Badegäste unterhielten sich auf das Beste. Das vom Hosbuchhändler Hans Feller herausgegebene „Karlsbader Tagblatt" schreibt Folgendes: Den Abend eröffnete die Curcapelle mit dem Vortrage der Ouvertüre „Semiramide" von Rossini. Darauf folgte das Gesangsduett .,D' Frosch-Mierl", das von Frl. Selma Reich! (Tochter des Restaurateurs Ernst Reich!) und Herrn Max Straschitz zur vollsten Anerkennung des gesammten Publikunrs durchgesührt wurde. Die Lachmuskeln ließ das komische Quartett für vier Frauenstimmen „Die neuen Herrschaften" in angestrengte Thätigkeit treten. In den reichen, diese Nummer lohnenden Beifall theilten sich die Damen: Frl. Wilma Reichel (Tochter des Herrn Ernst Reichel), Elsa Grünbaum (Tochter des Fleischhauermeisters Adolf Grünbaum), Gisela Gartenzaum (Tochter des Restaurationsbesitzers Jakob Gartenzaum) und Nelly Teinowitz (Tochter des Cantors Joses Teinowitz). Hew Kohn trat uns als Null-Franzl entgegen. Ueber seiner Darbietung leuchtete ein warmer, sonniger, zu Gemüthe sprechender Humor, auch ihm wurden alle Ehren zu Theil. Das humoristische Duett „Die Verlobung in der Dachstube" (Frl. Selma Reichel und Herr Karl L. Katz) schlosssich würdig dem Vorausgegangenen an uud die Ausführenden können stolz auf ihren wirklich redlich verdienten Erfolg sein. Frau Bertha Stern sang sich mit dem „Gebete der Elisabeth" aus Wagner's „Tannhäuser" in die Herzen aller Zuhörer hinein und musste sich zu einer Zugabe bequemen. In brillanter Weise gab uns die unter persönlicher Leitung ihres Direktors Herrn August Labitzky stehende Curcapelle „Flirtation" für Streichinstrumente von Speck und „Fantasie" aus Meyerbeer's Oper „Robert der Teufel" zu hören. Das folgende von Herrn Hutter (Firma S. Öhler & Comp., Prag) gesungene Couplet erregte in hohem Grade Heiterkeit und den Abschluss bildete das Lustspiel „Ich heirate meine Tochter" von Groß von Trockau, in welchem die Damen Frl. Jsabella Gartenzaum und Selma Reichel, sowie Herr- Karl L. Katz und Max Straschitz reichen Beifall ernteten Das folgende Kränzchen währte bis 4 Uhr Früh. Für wohlthätige Zwecke waren mehr als 300 fl. Übrig Arrangeure Wilhelm Beck und M. Kaufmann. Hroat.-Kreutz. In nächster Zeit feiert der hochverehrte Präses unserer Cultusgemeinde, Herr Markus B r e y e r, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone, Sparcassa-Director und Gemeinderath der königl. Freistadt Kreutz, sein 25jähriges Vorstandsjubiläum. Aus diesem Anlässe hat sich --in Festcomita gebildet, das für den Jubilar mannigfache Ovationen plant. Herr Präses Brever hat sich viele Verdienste um die Gemeinde erworben und ist namentlich die Erbauung unseres prachtvollen Gotteshauses ihm zu verdanken. Besondere Verehrung genießt er auch seitens der Beamten, denen er sich jederzeit nicht nur als gerechter, sondern auch als fürsorglicher Vorsteher erwiesen hat. Hr.-Kanizsa. Am 7. Adar hielt die unter der vortrefflichen Leitung des Präsidenten Herrn Dr. Sigmund Szabo stehende Chewra-Kadischa ihre diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem vom Vereins-Secretär Herrn S. Goldmann verlesenen Rechenschaftsbericht entnehmen wir, dass der Verein im abgelauseneu Jahre sehr günstige Erfolge erzielt hat. Die Einnahmen beliefen sich aus 15001 Kr. 64 Heller, die Ausgaben aus 12038 Kr. 12 Heller. Die Ausgaben des Spitales betrugen allein. 1216 Kr. 42 Heller. — Einen bedeutenden Aufschwung erhielt dieses Spital durch die im Laufe des Jahres gemachte Stiftung der in Wien verstorbenen Frau Anton Schey von 10,000 Kr. zur Erhaltung von zwei Betten, welche, die Namen ihrer in Gott ruhenden Eltern führen sollen. Als dankbare Anerkennung hieftir hat die Chewra-Kadischa den Namen dieser edlen Stifterin in die am Jom-Kippur stattfindende „Haskara" ausgenommen. Erfreulich wirkte aus die zahlreich versammelten Mitglieder die weitere Mittheilung, dass der Verein die bescheidenen Anfänge zur Errichtung einer Altersversorgungs-Anstalt, für welche bereits eine größere Stiftung besteht, eingeleitet hat. — Nach Schluss der Generalversammlung saild ein feierlicher Gottesdienst mit Predigt statt, in welcher der Oberrabbiner Herr Dr. Neumann unter treffender Erläuterung der Chewra-Kadischa-Devise „Chessed und Emeth“ den in ab gelaufenen Jahre Heimgegangenen Gelehrten Löwy-Steinhard, Gottlober, Wamberger, Kaufmann, Hildesheimer und der ewig ^unvergesslichen Baronin Klara Hirsch ihrem Wirken würdig entsprechende Nachrufe widmete. Sook-Szetöcze. Dienstag, den 6. Februar fand in der hiesigen isr. Cultusgemeinde ein Trauergottesdienst statt, bei welcher Gelegenheit Sr. Ehrwürden Herr Bezirksrabbiner A. L. Trntczer in Beisein der Gemeindemitglieder, sowie der Filialen Faekasd und Negyed einem