Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1899
- Issue
- Heft 37 (1.12.1899)
- Date
- 1899-12-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37. A >hrg. Beilage zur Zeitschrift „Die Wahrheit". Wir ersuchen die ehrwürdigen Herren Nab-iner und Cantoren um Einsendung der Abonnementsbeträge, damit wir von der Einhebung durch Postaufträge absehen können. Tie Administration. Der Vorslillgerdleiiff der Israel stell nach seiner geschichtlichen Entwicklung. VIL Zweitens das bPn oder dSyu (von bhn durchbohren), eine Flöte aus Holz, Schilf oder Horn, die wuhrscheinlichermeise verschiedene Form halte. Mehr einfache, doppelte und arabische Flöten findet man bei Niebuhr abgezeichnet. Saalschütz hält das b'bn mit der naaaia (Dan. 3, 5. 10) für identisch. 3. Das Chazozros (4 M. 10, 2; 1 Ehr. 15, 24; Esra 3, 10; 2 B. S. 6, 15; Ps. 81, 4; Nicht. 3, 27; 1 S. 13, 3) Trompete aus Metall. Nach Josephus Alterth, 3, 12., gerade eine Elle lang und etwas dicker als eine Flöte. Man findet sie auf dem Triumphbogen des Titus abgebildet. 4. Das Schofar — das wir noch heute in der Synagoge gebrauchen, war von rauschendem Tone. Ps. 47, 6; Jes. 27. Der Materie wegen, woraus es besteht, heißt es auch pp. Das Wort Jubal, das mit pp und -121L' verbunden ivird, bezeichnet kein eigenes Instrument, sondern nur einen jubelnden, Hellen Ton des Schofars selbst. Schlag-Instrumente gibt es gleichfalls vier. Das Wesen dieser ist am sichersten bekannt, da sie noch heute alle im Oriente gebraucht werden, von da nach Europa gewandert sind. Zu den Schlag-Instrumenten gehören 1. das rpn Aduffe, Tambourin, Handpauke, ein Instrument, das noch heute bei den Arabern gebraucht wird und von denselben Doff, bei den Spaniern Aduffa heißt. Die Aduffen sind eine zwischen einem mit Schellen behangeneu metallenen Zirkel ausgespannte, einen Fuß im Durchmesser enthaltene Haut, die man mit der einen Hand hält und mit der andern schlägt. Vorzüglich bedienten sich derselben hebräische Tänzerinnen, die sie mit der Linken .halten und mit der Rechten den Takt dazu schlagen. Ps. 68, 26; 2. M. 15, 20; Nicht. 34, 1; Sam. 18, 6. Nach Schilte haggiborim wurde das Toph mit einem ehernen Stocke geschlagen, was aber unwahrscheinlich ist. 2. Q'bzbz oder ainb^a (2 S. 6, 5; 1 Ehr. 13, 8). Diese Wörter, von denen das eine im Plural, das andere im Dual steht, bezeichnen die Cymbelu, die seit den ältesten Zeiten im Oriente gewöhnlich waren und insbesondere von Frauen geschlagen wurden. Es gab zwei Arten dieses Instrumentes. Das eine bestand aus zwei kleinen metallenen und hölzernen kastanienfarbigen Scheiben, Castagnetten genannt, ungefähr in Form einer Nussschale, welche vermittelst einer durch eine Oeffnung gezogenen Schnur um den Daumen gebündelt und beim Tanz gegen einander angeschlagen wurden. Die andere ist zwei hohlen Becken ähnlich, welche, mit den flachen Händen zusammengeschlagen, einen hellen Ton von sich gaben. In einer Psalmstelle (150, 5) sind diese zwei Arten unterschieden und kann man die Castagnetten mit yat? 2 und die großen Cymbeln mit rnn 2 bezeichnen. 3. nayja 2 S. 6, 5 (von n: bewegen) ist das sogenannte Sistra, Klingeleisen, ein besonders in Aegypten sehr gewöhnliches aus - Eisenstangen zusammengesetztes, in zwei geraden Winkeln mit Ringen zum Klingen behängtes Instrument. Nach Schilte haggiborim, K. 5, war es ein viereckiges Holz, über welches von den beiden Seiten eine Kette oder ein Band herabhing, das mit kleinen Holzringen verziert war. Ein ähnliches Instrument mit kleinen Glocken findet sich bei unserer türkischen Feldmusik. 4. 1 S. 18, 6, das Triangel, ein dreiecksörmiges Tonmerkzeug, dem vorigen ähnlich und häufig von den Frauenzimmern gespielt. Die anderen in der Bibel genannten Instrumente sind nicht hebräischen Ursprungs. Nur ist schließlich noch das na-ija, Eraehin 10 b, zu erwähnen. Es war dies ein den Windorgeln ähnliches Instrument. Seine Pfeifen sollen hundert, nach Anderen sogar tausend Töne und zwar mit solcher Stärke hervorgebracht haben, dass man sie selbst in Jericho hätte hören können. ■biai -187 -ra N-17W -srna ins Hai12 n'ap: mw . snpaa rrrt mraa Pip pyait? rrrr irr-ra p-rr rai inx n:p rrrr ap:i ap: Paai 'v-i .it: -ran nanaa Hieraus erhellet, dass dies Magrefe ein orgelähnliches Instrument mit mächtigen, umfangreichen Tönen gewesen sein muss, denken wir uns hierzu noch die Meinung Forkel's, S. 136, 137, dass nämlich das Maschrokita ein aus mehreren nebeneinander befestigten Pfeifen bestehendes Instrument gewesen sei, so haben wir vielleicht die ersten Anfänge zur Entstehung unserer Orgel, die also ihre Erfindung den Juden verdankt und deren Gebrauch zum Gottesdienste bei den Juden am ältesten ist. Sollte dies Instrument nicht dasjenige sein, das zur Uebertreibung der Tempelmusik von Seiten des Josephus Veranlassung gab? (Fortsetzung folgt ) Verschiedene Nachrichten. Wien. Bei der jüngsten Audienz, die der Grand Rabbin Halevy in Constantinopel bei Sr. Majestät dem Sultan hatte, fanden die Verdienste des Präsidenten der türkisch-israelitischen Gemeinde in Wien, Herrn Marcus M. Russo, um die Gemeinde, sowie seine patriotischen Bestrebungen besondere Würdigung. Zum Ausdrucke derselben wurde Herr R u s s o mit dem Medschidje-Orden erster Classe ausgezeichnet, einer Auszeichnung, die irur wenige Israeliten besitzen. Wien. (Goldene Hochzeit.) Dienstag, den 28. d. M. feierte Herr D. Eibenschütz und seine Frau, die Eltern der Claviervirtnosin Ilona Eibenschütz und des Capellmeisters Eibenschütz am Theater an der Wien, die goldene Hochzeit. Das Jubelpaar beging die Feier in voller geistiger und körperlicher Frische. Wien. Der in weiten Kreisen bekannte Secretür des jüdischen Bolksvereines, Herr Moritz Pilpel, feiert am 5. Tecember mit seiner Gattin Regine in seiner Wohnung, IX., Müllnergasse 16, das Fest der silbernen Hochzeit. Wien. Die zionistischen Corporationen Wiens veranstalteten Donnerstag, den 30. d. M. in den Sofiensälen unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte eine Makkabäer-Feier mit anschließendem Tanzkränzchen. Das Reinerträgnis des gelungenen Abendes fließt den Opfern der jüngsten Juden- Excesse zu. Wien. Die israelitische Kinderbewahr-Anstalt veranstaltet Sonntag, den 10. December, 10 Uhr Bormittags, die alljährlich wiederkehrende Gründungsfeier, wobei die Zöglinge mit Kleidern und Spielzeug betheiligt werden Wien. Im Betlocale des Talmad-Thora-Bereines hielt zum Eingänge des Chanukah'Feües Herr Or. Rosenfetd, Zögling des Berliner Rabbiner- Seminars, eine sehr beifällig aufgenommene Festrede, die mit vielen Citaten aus Midrasch und Talmud sehr reich geschmückt war, und können wir dem Canvidaten das beste Prognostikon für seine künftige Carcidre stellen. Zugleich wollen mir auf die Chanukah-Feier des Vereines, die am nächsten Sonntag, Abends, stattfinder, aufmerksam machen. Prag. Rabbiner Dr. Alexander Kisch in Prag erhielt von Sr. Majestät dem Kaiser das goldene Berdienstkreuz mit der Krone. Kattenberg. Die Acten des Processes Hülsner gingen dieser Tage von hier an den Obersten Cassations- und Gerichtshof nach Wien.