Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1899-05-16 · Heft 17 (16.5.1899) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1899
Issue
Heft 17 (16.5.1899)
Date
1899-05-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3062972-3062973-3062990--00274-3066769
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 8. Die Wahrheit. Nr. 17. Gemeinde- und Vereinsbote. Wien. In der Donnerstag, am 4. Mai 1899, 6 Uhr Abends, in Abwesenheit des durch Unwohlsein verhinderten Präsidenten, unter dem Vorsitze des ersten Vice-Präsidenten Dr. Alfred Stern stattgefundenen Plenarsitzung wurden folgende Beschlüsse gefasst: Zur Berathung über eventuelle Aenderungen des Statutes wird ein Comite bestehend aus den Antragstellern Fleischer, Dr. Grünfeld, v. Mises, Dr. Spitzer, Dr. Sieger, Dr. Stein bestellt. Dem Tempelvereine in der Josefstadt wird nebst der budgetirten Subvention per fi. 500 eine außerordentliche Subvention von fl. 250, dem Vereine „Achdus Israel" für das Jahr 1899 zur Erhaltung seines Bethauses fl. 300 und für die Bibelschule statt der bisherigen Subvention von fl. 100 eine solche von fl. 200 gewährt. Weiters, gelangen die dem Brigittenauer Bethausvereine und dem Vereine „Chassidim" gewährten Subventionen per 1899 zur nachträglichen Genehmigung. Ueber Referat der Herren Ober-Ingenieur v. Mises und Dr. Berger werden behufs Organisirung des Koscher-Fleischverkaufes und bezüglich der aus diesem Anlasse erwachsenden Kosten die geeigneten Beschlüsse gefasst und deren Durchführung dem Vertreter- Collegium im Einvernehmen mit der ersten Section übertragen. Nach Behandlung mehrerer Personalien wird die Sitzung um 9 Uhr Abends geschlossen. Wien. (Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender.) Samstag, den 13. Mai 1899, x/2 Uhr Abends präcise, findet im Sitzungssaale der israelitschen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, die zehnte ordentliche General-Versammlung mit nachfolgender Tagesordnung statt: I. Begrüßung der Mitglieder und der Gäste durch den Vereinsvorstand. 2. Ansprache des Oberrabbiners Herrn Dr. Moritz Güdemann. 3. Vorlage des Berichtes über die Vereinsthätigkeit im ersten Decennium seines Bestandes, sowie des Jahresberichtes für das Vereinsjahr 1898 durch den Schriftführer. 4. Bericht der Censoren und Beschlußfassung über denselben. 5. Vortrag über verschiedene Wohlthätigkeits-Anstalten in anderen Ländern von Herrn kaiserlichen Rath Johann Lichtenstadt. 6. Neuwahl von Vorstandsmitgliedern. Nach § 8 der Statuten trifft die Reihe des Austrittes die Vorstandsmitglieder: Herren kaiserlichen Rath Moriz Hirsch, Emil Horner, Ignaz Zolles, k. k. Commercialrath Alois Reich, Dr. Bela Taußig und k. k. Ober-Baurath Sigmund Taußig. Die Austretenden können jedoch wieder gewählt werden. 7. Wahl der Censoren. 8. Eventuelle Anträge von Mitgliedern. Nach § 10 der Statuten sind selbstständige Anträge von Mitgliedern mindestens acht Tage vor Abhaltung der General-Versammlung der Vereinsleitung schriftlich bekanntzugeben. Der Schriftführer: Der Präsident: Dr. B. Taußig. W. Stiaßny, k. k. Baurath. Wie«. Der Allgemeine Kranken- und Unterstützungs-Verein „Montefiore" veranstaltete Donnerstag, den 11. Mai, 6 Uhr Abends, im großen Tempel in der Leopoldstadt eine Thora-Einweihung. Der solennen Feier wohnten bei: der zweite Vicepräsident der Cultusgemeinde, Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, in Vertretung des Cultusvorstandes, Tempelvorsteher Adolf Stiaßny, Schriftsteller Emanuel Baumgarten, der gesammte Vereinsvorstand mit dem Obmanne Armenrath Pollak, viele Vereins- und Gemeindemitglieder rc. Die Festrede hielt Rabbiner Dr. Schmiedl, die cantorale Function versah Obercantor Goldstein. Wie«. (Humanitärer Verein „Marpe Lanefesch".) Dank der opferwilligen Unterstützung der Vereinsmitglieder und Gönner ist es dem Vereine gelungen, unbeschadet der seit jeher möglichst bethätigten Unterstützung armer kranker Israeliten, zur Befriedigung der culturellen Bedürfnisse ein würdiges, allen Anforderungen entsprechendes, mit einer Frauengalerie versehenes Bethaus, II. , Glockengasse 4, zu errichten, welches Samstag, den 13. Mai, ' um '^9 Uhr Vormittags feierlich eingeweiht wird. Der rührige Vorstand besteht aus den Herren: Jakob Stern, Obmann, Wilhelm Morgenstern, Schriftführer, Ferdinand Kohn, Eduard Hermann, Simon Reiß, Nathan Lustig, Adolf Leitner, I. L. Zollschan, Max Reich, Leopold Kollmann, Salomon Steiner, Jsak Rosner, Sigmund Fuchs, Samuel Warkany. Budapest. Infolge des von dem Vorstande der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde ausgeschriebenen Concurses auf die Stelle eines dritten Cantors, welche gegenwärtig im Cultustempel zu besetzen ist, haben sich bisnun bereits sehr viele Cantoren zum Probevortrag gemeldet. Allein, da das Präsidium es für nöthig erachtete, all' diejenigen Cantoren, die nicht der ungarischen Sprache in Wort und Schrift mächtig sind, von der Concurrenz auszuschließen, so hat dasselbe durch diesen Entschluß sich selbst die Hände gebunden und den Kreis der wahlfähigen Candidaten ungemein eingeschränkt. Ist es doch eine allgemein bekannte Thatsache, dass die ungarisch-jüdischen Jünglinge, die gesanglich talentirt und stimmbegabt sind, sich zumeist für die Oper und nur in den seltensten Fällen für das Cantorat ausbilden. Und diese Wenigen bleiben auch nicht in ihrem Baterlande, sondern suchen die großen jüdischen Gemeinden Amerikas auf, wo des Cantors Kunst fürstlich honorirt wird. Es ist daher kein Wunder, dass von all' den Cantoren ungarischer Nationalität, die sich bisnun um das zu vergebende Amt beworben haben, blos ein Einziger am vorigen Freitag Abends und Sabbath Vormittags zum Probevortrag zugelassen wurde. Dieser Einzige war Cantor Gutmann von derKlaussynagnge in Prag. Er verftigt über eine klangvolle äußerst angenehme Barytonstimme und fand beim Probevortrage vielen Beifall. Nach der allgemeinen Stimmung des Tempelpublicums zu urtheilen, hat Cantor Gutmann große Aussicht, als Cantor am hiesigen Gottestempel gewählt zu werden. (Nach einer später eingetroffenen Meldung ist Herr Gutmann als Cantor am Budapester Cultustempel gewählt worden. Die Red.) Szegedin. In kurzer Zeit wird sich den neuen Prachtbauten Szegedins auf der Tißa Lajos-Ringstraße ein mit diesem Palästen rivalisirender Prunkbau anreihen. Die hiesige israelitische Gemeinde lässt nämlich einen Tempel mit einem Kostenaufwande von fl. 200.000 errichten. Als Preisrichter fungirten außer einigen Szegediner Fachmännern und Gemeindemitgliedern auch die Architekten Ignaz Alpar und Edmund Lechner aus Budapest. Es waren zehn Pläne eingelangt. Der erste Preis (3000 Kronen) wurde dem Project mit dem Motto! „Isten es a haza“ züerkannt. Dieser Plan ist zugleich zur Ausführung in Aussicht genommen. Den zweiten Preis (1000 Kronen) erhielt der Plan mit der Devise: „Lze^eä nem voll, hanem lesz“. Außerdem wurden noch drei Pläne zum Ankäufe empfohlen. Der Autor des mit dem ersten Preise prämiirten und auch zur Ausführung gelangenden Planes ist der hauptstädtische Architekt Leopold Baumhorn, der durch seine Tempelbauten in verschiedenen größeren Provinzstädten des Landes sich auch bisher schon auf diesem Gebiete einen ehrenvollen Ruf erworben hat. Stuhlweifterrburg, 7. Mai. Die Vertretung des XI. israelitischen Districts, die Comitate Weißenburg und Veßprim umfassend, hielt heute Vormittags im Beralhungssaale der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde unter dem Vorsitze des Präsidenten Armin Werthheim ihre diesjährige General-Versammlung. Nachdem der Präsident die äußerst zahlreich erschienenen Repräsentanten des Districts auf das Herzlichste begrüßt hatte, wurde der Präsidialbericht verlesen, welcher den erfreulichen Fortschritt des Districts constatirt. Nach Vottrung des diesjährigen Budgets schritt die General-Versammlung zur Neuwahl. Gewählt wurden: zum Präsidenten Armin Wertheim (Stuhlweißenburg), zum Vice- Präsidenten Dr. Benjamin Pillitz (Veßprim), zum Schriftführer Professor Adolf Hahn (Stuhlweißenburg) und zum kassier Dr. Carl Löwy (Stuhlweißenburg); zum Präsidenten des Ausgleichs-Comite's Dr. Jakob Steinherz (Stuhlweißenburg) und zum Vice-Präsidenten des Ausschusses Dr. Max Sändorfi (Veßprim). Nachdem der Präsident, der Vice-Präsident und die durch das Los bestimmten Mitglieder dieses Comito's den üblichen Eid abgelegt hatten, wurde auf Antrag des Repräsentanten Ferdinand Rosenthal als Ort der nächstjährigen General-Versammlung die Stadt Veßprim bestimmt. Unter lebhaften Eljenrufen schloß hierauf der Präsident die General-Versammlung. Präsident Wertheim gab zu Ehren der Districts-Repräsentanten ein Diner.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.