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Die Wahrheit · 1899-03-14 · Heft 10 (14.3.1899) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1899
Issue
Heft 10 (14.3.1899)
Date
1899-03-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10. Die Wahrheit. Seite 11. J. U. C. Gustav Schneider, den Cassabericht, aus welchem Folgendes zu entnehmen ist: Die Ginnahmen betrugen 9103 fl. 30 kr., die Ausgaben 3145 fl. 12 kr., demnach der Reinertrag 5658 fl. 18 kr. An unverzinslichen Darlehen an Vereinsmitglieder wurde im Sinne der Statuten zur Vollendung der akademischen Laufbahn die namhafte Stimme von 3094 fl. verliehen. Das Vereinsvermögen betragt mit Beginn des neuen Vereinsjahres 29.831 fl. 50 kr. Dieses im Vergleich zu früheren Jahren geradezu glänzende Ergebnis ist in erster Reihe den rastlosen Bemühungen des langjährigen Gönners und Ehrenmitgliedes des Vereins, Herrn Friedrich S. F r e u n d in Wien, zu danken. Seiner aufopfernden Fürsorge und studentenfreundlichen Gesinnung ist es gelungen, dem Verein den ungewöhnlich hohen Betrag von 2800 fl. znkommen zu lassen. In vollster Würdigung dieser hervorragenden Verdienste wurde dem hochherzigen Studentenfreunde der Dank der Generalversammlung auf telegraphischem Wege ausgesprochen. Auch an stiftenden Mitgliedern hat der Verein im verflossenen Jahre einen erfreulichen Zuwachs erhalten durch den Beitritt des Herrn Rudolf A u s P i tz, Reichsraths- und Landtagsabgeordneten mit 100 fl., des Herrn Karl Witgenst e in, vormaligen Generaldirectors der Prager Eisenindustrie- Gesellschaft mit 100 fl., des Herrn Moritz Bauer, Generaldirectors des Wiener Bankvereines und des Herrn Wilhelm Baron K ö n i g s w a r t e r mit je 50 fl. Nachdem der Revisor Herr 9. U. Dr. Karl Bendiener den Nevisionsbericht erstattet und die Mitgliedschaft dem abtretenden Ausschüsse den wärmsten Dank für seine Mühewaltung ausgesprochen hatte, wurde die Wahl des neuen Ausschusses vorgenommen, der sich folgendermaßen constituirt hat: Obmann: J. U. Dr. Hugo K o hu; I. Obmann-Stellvertreter: 1. U. C. Richard Busch; 2. Obmann- Stellvertreter : J. U. Dr. Arthur Selig; kassier: J. U. 0. Gustav Schneider; Darlehensverwalter: M. U. C. Edmund Nohel; 1. Schriftführer: M. U. C. Paul Gläßner; 2. Schriftführer: Noä. Fritz Bon dy; Ersatzmänner: 9m. Hugo Bunzl- Federn, Jur. Richard Pollak, Med. Josef Novak; Revisoren : J. U. Dr. Karl Bendiener, M. U. Dr. Robert Herz, J. ü. Dr. Max Lasch. Mährisch-Ostrau, 3. März. (Israelitischer Frauenverein.) Der gestern Abends im Deutschen Hause abgehaltene Ball des hiesigen israelitischen Frauen-WohlthätigkeiisVereines hat die Reihe der diesjährigen Veranstaltungen in glänzender Weise abgeschlossen. Mehr als fünfhundert Personen waren auf dem Ballfeste erschienen, welcher durch die Eleganz der Damentoiletten, den vornehmen Schmuck des Saales mit Pflanzengruppen und durch die geschmackvollen Damenspenden aus der Kunstanstalt Kittl in Mährisch-Ostrau den vornehmsten Eindruck machte. Neben dem aus vierzig jungen Herren bestehenden Comit6 machten die Damen des Frauenhilfsvereines in liebenswürdigster Weise die Honneurs. Die Stimmung war sehr animirt, die Tanzlust sehr rege und dauerte bis in die Morgenstunden ungeschwächt an. Das Brutto-Erträgnis beziffert sich, dank der reichen Ueberzahlungen, auf mehr als 1200 fl., deren größerer Theil auch als Reinerträgnis für die wohlthätigen Zwecke des Vereines erübrigt. Verschiedene Vachrichten. Personalnachrichten. Fräulein Dora Weiseles aus Prag—Weinberge hat sich mit Herrn k. u. k. Oberlieutenant Hugo Hirsch selb, Adjutant im 46. Infanterie-Regiment Graf Grün ne, verlobt. — Herr Dr. Alexander Günzburg aus Charkow in Russland hat sich mit Fräulein Melanie Mühsam, Tochter des Herrn Rabbiners Dr. S. Mühsam in Graz, verlobt. — Fräulein Sidonie Samek, Tochter des Cantors in Schüttenhofen, hat sich mit Herrn Siegfried Grünberger verlobt. — Sonntag, den 12. März fand im Bethause, Wien, II., Große Schiffgasse, die Trauung des Fräulein Johanna Hofbauer mit Herrn Nathan Schiff statt. — Herr Ferdinand Beck hat sich mit Fräulein Louise Fränkl, Tochter des Herrn Jonas Fränkl in Wien, verlobt. Wien. (Verleihung des Freiherrnstandes.) Baronin Clara Hirsch- Gereuth hatte nach dem Tode ihres Gatten, da sie kinderlos war, zwei Brüder Namens Armand und Raimund de Forest-Bischofsheim, die amerikanischer Abkunft sind, adoptirt. Wie wir nun erfahren, hat der Kaiser auf Ansuchen der Baronin Clara Hirsch ihren beiden Adoptivsöhnen den Freiherrnstand verliehen. Der ältere der Brüder zählt 21, der jüngere 18 Jahre. Es heißt, dass der ältere Sohn seinen Wohnsitz in Oesterreich nehmen und die mährischen Güter der Baronin Hirsch übernehmen werde. Wien, 7. März. (Hochherzige Spende.) An Frau Sofie Grünfeld, Präsidentin des Vereines „Ferienheim", ist heute folgendes, aus Paris datirteS Schreiben gelangt: Ich habe das Vergnügen Ihnen mithzutheilen, dass Frau Baronin Hirsch mit heutiger Post die Oesterreichifche Creditanstalt angewiesen hat, dem von Ihnen so energisch und umsichtsvoll geleiteten Verein „Ferienheim" die Summe von fl. 40.000 zur Verfügung zu stellen. G. Baniere." Bekanntlich überlässt Frau Baronin Hirsch dem Vereine alljährlich in menschenfreundlicher Weise ihr Schloß Rossitz bei Brünn, wo der Verein während der Sommermonate zweihundert arme Wiener Schulkinder unterbringt. Durch diese große Spende, welche neuerdings ein Zeichen des Wohlwollens und der Hochherzigkeit dieser edlen Philanthropin ist, sind die Pläne dieses Vereines ihrer Verwirklichung nahegebracht. Wien. Ein ausgezeichneter Mensch und ein fruchtbarer Schriftsteller ist in Sam. Buchbinder vom Tode dahingerafft worden. Schon in einem Alter von vierundzwanzig Jahren war er Secretär der israelitischen Cultusgemeinde in Budapest. Sein Fachwissen im Zoll-, Handels-, Genoffenschafts¬ und Creditwesen prädestinirte ihn völlig zu organisatorischer Thätigkeit, welche er insbesondere im Assecuranzwesen erfolgreich gestaltete. Dem Fachschriftsteller-Berbande gehörte er seit seinem Ursprünge an und als dieser eine Krankencaffe in's Leben rief, wurde Buchbinder zu deren Obmann gewählt Er hatte ein Alter von zweiundsechzig Jahren erreicht. Am Dienstag den. 28. Februar wurde er am Centrulfriedhofe in die kühle Erde gebettet. Obmann - Stellvertreter des Oesterreichischen Fachschriftsteller - Vereines, Dr. Geza Winter, hielt am offenen Grabe dem dahingeschiedenen treuen Kameraden eine warmempfundene Abschiedsrede. Wie«. Unter zahlreicher Betheiligung fand Donnerstag, den 9. d. M. das Leichenbegängnis des hier verstorbenen Großhändlers, Herrn Davisco Haim, Chef der bekannten Firma Russo & Haim, statt. Der Verblichene war als frommer und wohlthätiger Mann in allen Kreisen bestens bekannt. Die Functtonen versahen Rabbiner Papo und Obercantor Bauer. Wien, 6. März. Ein guter und edler Mann ist heute Vormittags zu Grabe getragen worden. Herr Philipp Löwy jun., welcher am Samstag nach schwerem Leiden im Alter von 54 Jahren gestorben ist, war wegen seiner ausgezeichneten Eigenschaften eine in der Wiener Gesellschaft hochgeachtete und beliebte Persönlichkeit. Wie er in seinem Berufe — Herr Philipp L öwy war Director bei der Firma F. Schmitt — stets allen seinen Obliegenheiten mit peinlicher Genauigkeit nachkam, so hat er auch feine Pflichten als Mensch in einer Weise erfüllt, die ihm bei Allen, die ihn kannten, ein ehrendes, dankbares Andenken sichert. Herr Löwy war ein Meuschenfteund in dieses Wortes edelster Bedeutung und hat sich auf dem Gebiete der Humanität unvergängliche Verdienste erworben. Ein eifriger Anhänger des geregelten Wohlthätigkeits-Systems, war er Mitglied zahlreicher Vereine, welche sich die Unterstützung der Armen zur Aufgabe gestellt haben, und in jedem einzelnen dieser Vereine war er einer der eifrigsten Bekämpfer der Armuth und der Noth. Was er sonst auf dem Gebiete der Nächstenliebe, also außerhalb de« Wirkungskreises der Wohlthätigkeitsvereine geleistet, beweist deutlich, dass das Wohlthun seinem Herzen stets ein Bedürfnis gewesen. Mit Rath und That stand er Jedermann bei, der sich an ihn wandte, und er war Einer, der es that, weil er sich hiezu berufen fühlte. Für seine Familie hat er in der munificentesten Weise vorgesorgt, und seinen Freunden war er stets ein opferfreudiger treuer Kamerad. Philipp Löwy war verwitwet und hinterlässt vier Töchter, von denen zwei verheiratet sind. Wien (Ottakring). Montag, den 27. Februar wurde Frau Rosa K riw anek, geb Peterselka, unter zahlreicher Theilnahme nichtjüdischer Trauergäste zu Grabe getragen. Die Verblichene war nämlich mit einem confessionslosen Christen verheirathet. Am Friedhofe fungirten Rabbiner Dr. Bach und erster Cantor M. Schlesinger und gestalteten die Trauerceremonie zu einem Liäduseb basottom. Budapest. (Eine große Stiftung.) Das Gebäude des israelitischen Mädchen-Waisenhauses hat sich als zu klein erwiesen, um den von Tag zu Tag steigenden Anforderungen zu genügen. In Folge dessen wurde beschlossen,

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