Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 672 (27.8.1937)
- Date
- 1937-08-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Me. m. — Wj«p, Freitag, 97. Augg*t 1907, I RUNDSCHAU I DU tTIMMI 94t« f 3 DAS IST DAS a ECHTE KUNER u,»i»n “»in »Ul >U||| “(I KUNEROL NATURREINES KOKOSNUSSFETT Die Erzeugung steht unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. EINE SYMPATHISCHE GESTE der siscihen Fremdenverkehrsorganisation war dis Herausgabe einer „Les Souvenirs Israel its ml France“ betitelten Broschüre aus Anlaß der Weltausstellung. Natürlich, die Franzosen legen Wert auf jüdische Besucher, es handelt rieh also letzten Endes um ein Geschäft, und. daran sind wir schon gewöhnt, daß man unser Geld nicht verschmäht — werden doch alljährlich die jüdischen Geschäftsleute de« Auslande* sogar zur Leipziger Messe eingeladen. Alber, cfest le ton qui fait la chanson, es kommt auf die Melodie an. Diese französische Broschüre ist in einem so warmen Ton gehalten, sie ist so liebevoll ausgestattet, daß man doch das Gefühl hat, ein freundlicher Gastgeber und nicht ein Gastwirt biete einem sein Haus an. Was e« Sehenswertes an jüdischen Bauten, was es Interessantes an jüdischen Dingen in Frankreich gibt, wird in WoTt und Bild vorgeführt. Aber den breitesten Raum nimmt die Schilderung des historischen Vorganges der Befreiung der Juden aus mittelalterlicher Rechtlosigkeit ein, die von Frankreich ausgegangen ist. Und das schildert diese amtliche französische Broschüre mit einem Nachdruck und einem Stolz, wie sonst Völker von gewonnenen Kriegen zu sprechen pflegen. Eine Tabelle gibt, das sei noch hervorgehoben, die Gottesdienstzedten ln den französischen Synagogen für Rösch Haschanah und Jom Kippur an. Mit so einem Partner macht man gern auch Geschäfte, zu dem trägt man gern sein Urlaubsgeld... DER ISLAM ist das Thema einer neuen Schrift, die, von einem Herrn Rolf Beckh verfaßt, in Ludendorffs Verlag erschienen ist. Sie heißt mit ihrem vollen Titel: „Der Islam und die überstaatlichen Mächte.“ Es ist wirklich mehr amüsant als ärgerlich, was da wieder über unsere unheimliche Tätigkeit inmitten der. Völker und gegen die Völker zusammengeschrieben ist, wie da wieder einmal mit einer Phantasie, die durch keinerlei Vernunft gehemmt wird, auch Mohammed und seine Nachfolger in den Dienst der internationalen jüdischen „Weltleitung“ gestellt werden. Die teutschen Recken um Ludendorff mögen zum Beispiel das deutsche Gretchen nicht, ihnen ist Kriombild sympathischer. Nun, Was glaubt ihr, wer hat die deutsche Frau mit dem Gretchengift infiziert? Ja: die Juden waren es. Sie haben zuerst die Stellung der Frau im Islam untergraben, haben die islamische Frau zur Dienerin erniedrigt und dann haben die Kreuzfahrer diesen unwürdigen Frauentyp nach Deutschland verpflanzt. Seither ist die hochgemute Deutsche (mit großem D) Frau verschwunden und an ihre Stelle kam Gretchen, das nicht nur am Fa/ust, sondern auch am Verlust des Weltkrieges schuld ist. Der Islam: ist überhaupt nicht von Mohammed, sondern von den Juden erfunden worden, die ihn ebenso wie den Kapitalismus, den Bolschewismus und die Demokratie zur Tarnung der Funktionäre der Weltleitung gebrauchen. Wie die Juden via Islam ihre WeltherrschaftspJäne vorwärtstreiben, darüber sagt der Autor der köstlichen Broschüre bei der Besprechung gewisser Verträge zwischen Staaten de« Nahen Ostens und der Sowjetunion folgendes: „... dabei ist im Einklang mit den Zielen der Weltleitung die Abmachung getroffen worden', in den Ländern des Mains jegliche kommunistische Propaganda zu unterlassen, hier sehen wir deutlich wieder die Zusammenhänge, es genügt dem Juden, durch die Lehre Mohammeds und die islamische Priesterkaste in diesen Völkern seinen Einfluß gesichert zu wissen, großzügig kann er auf die politische Herrschaft damit äußerlich verzichten.“ Jetzt wissen wir’s: den Mufti haben wir zum Aufstand in Palästina aufgehetzt und das Geld zur Besoldung seiner Banden hat er sicher auch von der „Weltleitung“ bekommen. DIE DIPHTHERIE und andere Infektionskrankheiten nehmen in Deutschland gefährlichen Umfang und gefährliche Intensität an, seit von Nürnberg aus die Entdeckung gemacht wurde, daß Juden, Judenstämmlinge und Judenfreunde durch Einspritzung von Tierblut das gute deutsche Menschenblut verderben wollen. Gemeint ist die Serum-Therapie, die bekanntlich eine Reihe von Krankheiten, die früher zu den großen Feinden der Menschheit gehört batten, unschädlich gemacht hat. Seit die Nürnberger „Theorie“ aufgekommen ist, wagen viele Ärzte in Deutschland nicht mehr, Seruminjektionen zu geben. Wie sehr man in gewissen ärztlichen Kreisen vor Julius Streicher zittert, illustriert wohl am besten ein Satz, dev im Zusammenhang mit der Frage der Serum-Therapie im „Deutschen Ärzteblatt“ zu lesen war: „Wae allen Gelehrten seit zehn Jahren verborgen geblieben war, was sie weder mit Logik noch durch Erfahrung entdecken ‘konnten, Julius Streicher hat es mit den Kräften der Intuition entdeckt...“ Nun, das praktische Ergebnis dieser Intuition war ein sprunghaftes Ansteigen der Todesfälle an Diphtherie yon 3992 im. Jahre. 1932 auf 4837 im Jahre ,1903 -upcL auf 6872 im Jahre 1934; das sind Ziffern attß ganz Deutschland. Für 1936 und 1936 liegen nur die Ziffern aus den großen Städten vor: Sie lauten 5795 und 5783, für ganz Deutschland ( wenden sie also in den zwei letzten Jabfren1 noch sehr hoch über der Ziffer von 1934 liegen; Ähnliches berichtet die Statistik der übrigen infektiösen Krankheiten. J e h ü d a. , wO#ttirol ladet ein“ Ob diese Einladung auch für Ju jen gilt, soll die nachstehende Schilderung, -beleuchten. Das Zentrum des Fremdenverkehrs in Osttirol bildet die.Stadt Lienz. Dort münden zahlreiche Autobuslinien aus den Tälern Tirols und Italiens, die Stadt ist von Autos und Touristen aller Länder durchflutet. Sie hat auch dank einer lebhaften Fremdenverkehrspropäganda in den letzten Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung genommen. Zu den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt, abgesehen von ihren landschaftlichen Reizen, gehört auch das berühmte Kriegerdenkmal des großen Sohnes der Stadt Lienz, des Malers E g g e r- Lienz, eine Kapelle, welche an die Umfassungsmauer einer Kirche in Lienz eingebaut ist. Wenn man aus dieser Kapelle tritt, fällt dem Besucher an der gegenüberliegenden Kirchenmauer ein in der Art „Marterl“ gemaltes Bild auf. Man tritt neugierig näher und liest unterhalb eines nichtssagenden Bildes folgende Inschrift: „Ehemalige Ruhestätte des Unschuld. Kindes Ursula Bück, welches am Karfreitag des Jahres 1443 ln der Judengasse in Lienz von den Juden gemartert worden ist. Renoviert H. Ploner 1937.« Durch diese Inschrift werden die Juden in dürren Worten eines im Jahre 1443 verübten Ritualmordes bezichtigt. Es ist nicht verwunderlich, wenn im Jahre 1443 gegen die Judenschaft in Lienz eine solche Beschuldigung erhoben wurde, und die Judengasse in Lienz wahrscheinlich daran glauben mußte. Die Zeiten waren ja danach. Wenige Jahre vorher wurde zu Konstanz Johannes Hus trotz seines kaiserlichen Geleitbriefes kurzer Hand vor ein Gericht und dann auf den Scheiterhaufen gestellt. Was muß unseren armen Volksgenossen in Lienz, welche nicht einmal über ein solches kaiserliches Ausweispapier verfügt hatten, im Jahre 1443 widerfahren sein? Daß aber in unserer Zeit im Jahre 1987 diese Inwelche im Laufe der, Jahrhunderte.- verfallen und erloschen war, in grellenl Farben erneuert und wieder aufgerichtet wird, läßt tief blicken. Es hat wenig Sinn, mit. den Lienzern deshalb zu rechten. Mögen sie sich an diesem Kulturdokument im engen Kreise ihrer Mitbürger erfreuen. Aber uns Juden, ob sie nun aus, Österreich oder aus anderen Ländern stammen," sollten sie nach Osttirol und seinem .Mittelpunkt Lienz nicht Einladen. Auch die'.kultivierten Westeuropäer, die zahlreich in' Li'Önz "Üaltmachen und den Ort besehen, werden sich kopfschüttelnd abwenden, angesichts dieses . Dokumentes abgrundtiefen ‘Hasses und mittelalterlicher Verbohrtheit. Streicher und die Mosley-Leute Berlin, 25.'August. (Privat.) Der Herausgeber des „Stürmer“, Julius Streicher, empfing heute eine Gruppe von 20 M o s 1 ey- Faschdsten unter Führung eines gewissen B e n e 11, der den Beinamen „East End- Streicher“ führt. Julius Streicher, der den englischen Gästen ein Essen gab, erklärte: „Wir halbem alle nuir einen einzigen Feind, und1 wenn wir es auch nicht mehr selbst erleben sollten, es kommt die Zeit, da wird die Welt befreit sein vom Satan J u d a s.“ Nachdem Streicher das englische Volk vorn ,bösen Streicher“ grüßen ließ, wie er sich ausdrückte, fügte er hinzu: „Vielleicht kommt.bald der Tag, da w.ir Sch ult. er an Schulter stehen, nicht mehr gegeneinander, sondern m i t ein a n d er gegen den Weltfein d.“ Der „East End- Streicher“, Benett, dankte in seiner Antwort dem „Stürmer“, ans dem die englischen Faschisten ihre Waffen schmieden, und bezeiohnete Streicher als den „W e 1tführe r“. Der „Stürmer“ Die letzte Nummer des „Stürmer“, die wieder eine zweispaltige Anpramgerungsliste von Leuten enthält, die eich des Vergehens schuldig machten, etwa in einem jüdischen Geschäft zu kaufen, einen jüdischen Arzt zu konsultieren, einen jüdischen Gast in ihrem Lokal geduldet zu haben, oder öffentlich vor einem Juden den Hut gelüftet uud ihm die Hand gedrückt zu haben, richtet einen Angriff in Form eines offenen Briefes an die Prinzessin Luise Henriette von Preußen. Die Vorwürfe, die der „Stürmer“ gegen sie erhebt, sind die Beschäftigung eines jüdischen Verwalters für eines ihrer Häuser. Marlenbader Henleln-Leute bewarben sieh um Jüdische Gäste Prag, 25. August, (JTA.) Die Delegation dev Sudetendeutsclien Partei Marienbads, die beim Bürgermeister Turba gegen die Begrüßung der Kenessio Godaulo durch Vi.zebürgermeister Buxbaum und die Erlaubnis zur Abhaltung der Kenessio in Marienbad protestiert hat, bestand aus den Herren Wach, Korn und DoktOT H e x z ig. In einer Zuschrift an das „Prager Tagblatt“ führt Vizebürgerm cister Buxibaum zu diesem Protest aus,- daß überaus zahlreiche Anhänger der Sudetendeujtßchen. Partei bei der Leitung, des Komitees des Weltkongresses das Ersuchen 'um Z u w-"e i .s u n g jüdischer Gäste gestellt haben. Vor neuen arabischen Unruhen? Jerusalem, 24. August. (JTA.) „Dawar“ fordert in einem Leitartikel die Palästina- Verwaltung auf, den Vorbereitungen der Araber zu neuerlichen Unruhen ihre Aufmerksamkeit zuzu wenden und einzuschreiten, solange es noch Zeit ist. Anzeichen der Vorbereitung neuer Unruhen, schreibt das Blatt, lassen sich an der stetig wachsenden verbrecherischen politischen und religiösen Hetzagitation klar erkennen, die vor allem unter jenen Arabern betrieben wird, die in den im Falle der Errichtung eines jüdischen Staates diesem zufallenden Gebieten wohnen. Weitere Anzeichen seien der illegale Gewehrhandel, der in der letzten Zeit blühe, und die militärischen Übungen der arabischen Jugend. Diesmal werde die Regierung nicht sagen können, daß die Unruhen unerwartet gekommen sind, falls sie tatsächlich ausbrechen sollten. W eltstudentenwerk In Nizza (Frankreich) fand soeben der Kongreß des International Student Service (Weltstudentenwerk, ISS) statt. Vertreter der World Union of Jewish Student« war deren Sekretär Alexander T e ic h aus Wien. Anwesend war auch eine Delegation aus Deutschland, bestehend aus 23 Delegierten, unter ihnen eine Nichte von Rudolf Heß. Ein Vertreter dieser Delegation benützte sein Referat „Hochschule und Volk“ zu einer Propagandarede für Nationalsozialismus und Judenhaß. Er betonte, daß die deutsche Wissenschaft auch ohne die Juden bestehe. Vertreter der Delegationen aus der Schweiz, Holland, Schottland und Amerika traten ihm entgegen und entkräfteten seine Ausführungen. Auf dem Kongreß wurde unter anderem ein Beschluß gefaßt, eine paritätische Konferenz v o n jüdischen, a r ä b isehen und eng 1 is ch en iS tud en t en einzubermfen. Hauslehrer, Hofmeister, Nachhilfe in allen Unterriohtegegenständen für Volk«- und Mit* telsckulen, Unterricht in fremden Spr»» chen vermittelt unentgeltlich der Jüdisch® Iioehsehulaussclniß, Wien, IX., Alserstraße Parteienvorkehr täglich von 12 bla iß UUfc Telephon A 25-2-28. - ~