Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 671 (24.8.1937)
- Date
- 1937-08-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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iW4«n, Dienstag, 24. August 1987. — Nr. 071. Oll ITIMMI 8olto 3 vor Schaffung eines Judenstaates ohne vorangegangenen Verständigung mit den Arabern; es würde im Judenstaat eine mächtige arabische Irredenta entstehen, was zu einem Kriego zwischen Juden und Arabern führen könnte. Ich scheue mich nicht, Ihnen zu sagen, daß ich mich vor den Folgen fürchte. Ich fürchte für mein Volk in Erez Israel, ich fürchte, daß dar Judenstaat im Kriege untergehen wird. Etwas ganz anderes wäre es, wenn die Juden die Zustimmung der Araber finden würden. Zum Schlüsse brachte Magnes folgende, Amerika in Verhandlungen tritt, um zu erwägen, auf welche beste Art ein binationaler Staat in einem Teil Palästinas errichtet werden kann. Der amerikanische Nichtzionist Alexander Kahn sprach sich als einziger der amerikanischen Gruppe der Nichtzionisten für die vom Zionistenkongreß angenommene Resolution aus und wies darauf hin, daß diese Resolution Verhandlungen mit den Arabern vorsieht. S m i 1 a n s k y (Palästina) erklärte, ein Friede mit den Arabern sei gegenwärtig (GründungsJaStr 1931) 99 IX., Gamlsongasse 3 Universum M _ (Telephon A 20-4-48) Beginn neuer Anfängerkurse Mitte September. Vormittags-, Abendu. Nachmlttagskurse (ab 5 Uhr). Mittelschüler mit Vorkenntnissen können bereits am 1» September in die vorgeschrittenen Kurse eintreten. Mittelschüler aus der 4. Klasse mit ungünstigen Jahreszeugnissen werden für die Matura vorbereitet. Sämtliche Lehrmittel leihweise! eine Politik beschließen sollte, die der Möglichkeit von Friedensverhandlungen mit den Arabern vor Weiterführung der Verhandlungen mit England nicht Rechnung tragen sollte. Ein Ausscheiden der Amerikaner aus der Jewish Agency würde jedoch nicht bedeuten, daß die amerikanischen Nichtzionisten ihre Unterstützung an jene Juden einstellen würden, die Tn Palästina eine Zufluchtstätte suchen; einzig die Methoden dieser Unterstü tzung würden nicht die gleichen sein wie bisher. Warburg wandte sich entschieden gegen die im Peel-Bericht zum Ausdruck gekommene Überzeugung, daß ein Friede mit den Arabern unter dem gegenwärtigen M a nd a t unmöglich sei . und empfahl dringend die Einberufung einer Round-Table-Konferenz mit den Arabern. Es müsse alles getan werden, um der Beschränkung der jüdischen Tätigkeit in Palästina auf ein sehr eng umgrenztes Gebiet vorzubeugen. Die jüdischen Rechte in Palästina waren oft schon gefährdet gewesen, insbesondere durch das Paßfield-Weißbuch, aber er, Warburg, Dr. Weizmann und andere hätten die Gefahr abgewendet. „Warum sollte man heute die Empfehlungen der Königlichen Kommission als etwas Definitives betrachten? Ich glaube das nicht. Ich glaube an die Fairness des britischen Volkes. Ich war fünfmal in Palästina, mich haben die großen Möglichkeiten dort angezogen. Jedesmal erklärte ich dem High Commissioner, es sei eine sträfliche Unterlassungssünde, Juden und Aaraber nicht an einen Tisch zu bringen. Heute erklärt man gar, daß Juden und Araber überhaupt nicht Zusammengehen können. Und doch ist die Frage des Zusammenkommens und Zusammenlebens mit unseren Nachbarn in Palästina die wichtigste. Ich erkläre: Wir Amerikaner ßind mitzuhelfen, nicht mitzuhassen da. Vielleicht wäre früher eine Round-Table-Konferenz mit den Arabern erfolglos verlaufen, heute liegen die Dinge anders. Der Teilungsplan hat viele aufgerüttelt. Von verschiedenen Stellen wurde uns gesagt, daß der Vorschlag einer Round-Table- Konferenz heute ernstlich erwogen werden ■würder ieh erkenne die Leistungen der Zionistischen Exekutive in Palästina voll an, aber ich sage dieser Exekutive: Alle weiteren Diskussionen auf der Basis der Errichtung eines jüdischen Zwergstaates sind ZAHNARZT I zweckB Übernahme eines guteingefllhrten Zahnateliers gssuoht. Unter „Regiebeteiligung“ an die Exp. d. Gl. gefährlich. Ich bin erstaunt zu hören, daß der Kongreß die Exekutive bevollmächtigt hat, zu verhandeln und die Ergebnisse ihm vorzulegen. Alles, was die Exekutive vorzulügen hat, gehört vor die Jewish Agency, nicht allein vor den Kongreß. Solange der Judenstaat nicht existiert, ist die Agency das regierende Forum. Ich beschwöre euch, alles zu tun, um ein alle Einwohner Palästinas, Juden, Araber und Christen, befriedigendes Arrangement zu finden. Wenn der Council die Möglichkeit zu einer Verständigung mit den Nachbarn verschließt und sich für die Schaffung eines Staates einsetzt, der in Wahrheit kein Staat ist, dann müssen sich unsere Wege trennen. Die amerikanischen Juden würden zwar den Palästinaaufbau außerhalb des Rahmens der Jewish Agency unterstützen, aber das würde schlecht sein, Ich bitte euch, das Ideal nicht einem Phantom zuliebe aufzugeben, einem Staate zuliebe, der kein Staat ist.“ Ussischkins Rede An diese Worte Warburgs knüpfte Ussischkin an. Der Staat, wie er vorgeschlagen ist, sei nichts als ein Phantom. In drei Jahren müßte ein solcher Staat zugrunde gehen. Ich warne vor dem Sprung ins Ungewisse. Man bietet den Juden ein Fünftel dessen an, was den Arabern verbleibt: ein Zwergstaat, rings von arabischen Staaten umgeben. Ussischkin schloß: Unbeschadet der Gegnerschaft zum Teilungsplan wird die zionistische Opposition im Council sich der Stimme enthalten, um die Geschlossenheit des zionistischen Teiles nicht zu gefährden. Der Präsident der Hebräischen Universität in Jerusalem Dr. J. L. Magnes setzte sich lebhaft für Verhandlungen mit den Arabern zwecks Schaffung eines b i n ationalen StaatesinPalästina ein. Hier wurde Magnes durch Protestrufe der Arbeiterdelegierten, einmal auch Ben ßIlion8» s&tsi’&raOjh^Sb Mftgnes .warnte von einer Gruppe Nichtzionisten beantragte Resolution zur Verlesung: Die Jewish Agency setzt eine Kommission, die zur Hälfte aus Nichtzionisten, zur anderen Hälfte aus Zionisten besteht, ein, welche mit England, mit den Arabern, mit dem Völkerbund und mit den Vereinigten Staaten von Ln Verlauf der Generaldebatte nahm auch der Dichter Schalom Asch das Wort. Er führte aus, man müsse bei dem Problem drei Hauptmomento berücksichtigen: Palästina ist keine Insel in dem Meer der allgemeinen Judenfrage, sondern ein Teil des Gesamt Problems. Man muß grundsätzlich anerkennen, daß es keine Ewigkeit6lösungen gibt. Man kann nicht Pläne auf weite Sicht machen, wohl kann man aber von einem Plan für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre sprechen. Man muß vor der ganzen Welt verkünden, daß Palästina allein nicht imstande ist, die ganze Judenfrage in vollem Umfange zu lösen. Die Judenfrage ist eine Angelegenheit, die in jedem Lande eine besondere Lösung erfordert; dennoch könne Palästina sehr viel zu ihrer Lösung beitragen. Wenn etwa der künftige jüdische Staat. eine Million Juden aufnehmen kann, so wird er In seinem Schlußworte wandte sich Präsident Dr. Weizmann insbesondere an Warburg und Magnes. Wiederholt, sagte er, haben wir uns bemüht, mit den Arabern zu verhandeln, aber immer vergeblich. Die jetzt in Genf weilenden maßgebenden arabischen Führer haben vor wenigen Tagen erklärt, daß nicht einmal die Palliativvorschläge, die eine jüdische Einwanderung von 12.000 im Jahr vorsehen, für sie annehmbar seien. Sie, die Araber, wollen die jüdische Einwanderungsquote bestimmen. Falls die Amerikaner diese Ansicht teilen, dann freilich müssen sich unsere Wege trennen. Für die Amerikaner ist Palästina vielleicht nur ein Kolonisationszentrum, wie etwa Biro-Bidschan, für uns ist Palästina die nationale Heimat. Sollte die vom Council einzusetzende politische Kommission finden, daß die Exekutive nicht alles getan habe, was in ihrer Möglichkeit stand, insbesondere Gelegenheiten zu Verhandlungen mit den Arabern versäumt habe, dann sei die Exekutive bereit, zurückzutreten. Exodus der amerikanischen Nichtzionisten Zu einer kritischen Wendung in der Tagung kam es, als die amerikanischen Nichtziopisten unter Führung von Felix M. Warburg demonstrativ den Sitzungssaal der politischen Kommission verließen. Der Zwischenfall spielte sich folgendermaßen ab: Der Vorsitzende der Kommission Prof. Speyer hatte es abgelehnt, die Abstimmung über die beiden Resolutionen — die Mehrheitsresolution des Zionistenikongresses und die Resolution von Magnes — bis Freitag ziu vertagen, obwohl Warburg mitgeteilt hatte, daß auf Grund seiner persöhlichen Verhandlungen mit Weizmann die Aussicht auf eine friedliche Beilegung der Meinungsverschiedenheiten bestehe, was eine Verschiebung der Abstimmung ratsam erscheinen lasse. Als nun Prof. Speyei mitteilte, daß die Abstimmung über die beiden Resolutionen sofort stattfinden werde, verließen di© Amerikaner den Saal. In der hierauf vorgenommenen Abstimmung wurde die Mehrheitsresolution nicht möglich, ein binationaler Staat könne nicht am Beratungstisch geschaffen werden. Der geplante Judenstaat werde drei Millionen Juden fassen können. Jakob Lestsehinski sprach sich für, Laski gegen Teilung aus, falls nicht der jüdische Teil unter englischem Mandat verbliebe. den Juden die Möglichkeit bieten können, sich jüdisch und menschlich auszuleben. Asch wies auf die Möglichkeit, hin, daß das kleine Palästina mit der Zeit Kolonien bekommen könnte. Man müsse zwischen der britischen Verwaltung in Palästina und dem englischen Volk und der englischen Öffentlichkeit unterscheiden und dessen eingedenk sein, daß wir in England stets ein Ohr gefunden haben. Jetzt schlägt es die Schaffung eines jüdischen Staates in einem Teil Palästinas vor. Ich glaube, sagte Schalom Asch, an das Gerechtigkeitsgefühl des englischen Volkes. Es handelt sich bei diesem Vorschlag nicht um eine bloße Businessache. Wir dürfen den Vorschlag nicht verwerfen, bevor wir ihn nicht genau geprüft haben. Die Mehrheitsresolution des Zionlstenkongresses ist der richtige Weg. Die Jewish Agency muß denselben W&g gehen und die Exekutive zu Verhandlungen bevollmächtigen. des Zionistenkongresses von 'der überwiegenden Mehrheit der Council-Mitglieder angenommen. Nach dem Exodus brachte Norman B e n t w i c h ein Amendement zur angenommenen Mehrheitsresolution ein, dahingehend, daß eine Kommission eingesetzt werde, die mit den Arabern zum Zwecke der Herbeiführung einer arabischjüdischen Verständigung in einem ungeteilten Palästina in Verhandlungen treten soll. Der Antrag, die Abstimmung über dieses Amendement, das die Amerikaner versöhnen würde, am Freitag durchzuführen, wurde angenommen; hierauf wurde die Sitzung der politischen Kommission auf Freitag vertagt. Der Zwischenfall hat unter den Delegierten große Erregung hervorgerufen; viele von ihnen, insbesondere die Arbeiterpart e i 1 e r, gaben in den Wandelgängen der Ansicht Ausdruck, daß ein taktvolleres Vorgehen seitens des Vorsitzenden die Krise hätte verhindern könnne; Die amerikanischen Nichtzionisten versammelten sich nach ihrem Exodus zu einer vertraulichen Sitzung, um über ihre weitere Haltung zu beraten. Ihr Exodus bedeutet nicht den Austritt aus der Jewish Agency. Budget von 365*000 Pfund angenommen Die Finanzkommission des Council hat das vom Kongreß beschlossene Budget der Exekutive in der Höhe von 365.000 Pfund b es t ä t i g t. Sie hat ferner ihre Zustimmung dazu gegeben, daß das Budget zur Deckung außerordentlicher Ausgaben bis auf 600.000 Pfund erhöht werden kann. Die Mandatskommission Genf, 20. August. (JTA.) Die Mandatskommission hat den von ihren Mitgliedern einstimmig angenommenen Bericht über das Palästinaproblem am 18. August an den Generalsekretär des Völkerbundes zur Weiterleitung an den Völkerbundrat gesandt. Der Bericht wird jetzt den Mitgliedern des Rates und der Mandatarmacht vorgelegt werden. Der Bericht besteht aus drei Teilen:. In dem ersten Teil gibt die Kommission ihre Bemerkungen zu den Berichten der Manda* tannacht über die Verwaltung Palästinas in den Jahren 1935 und 1936. In diesem Teil werden auch die Unruhen des Jahres 1936 behandelt. Es heißt, daß es zu diesem Gegenstand nicht an kritischen Bemerkungen über die Haltung der Mandatarregierung fehlt. Im zweiten Teil behandelt die Kommission die ihr von arabischen und jüdischen Petenten übergebenen Denkschriften zu einzelnen Palästina fragen. Der dritte Teil ist der wichtigste: er enthält eine Analyse der Vorschläge zur Lösung des Palästinaproblems. Es werden fünf Möglichkeiten in Betracht gezogen: Die Aufrechterhaltung des Mandatsregimes in Palästina in seiner jetzigen Form. Die Mandatskommission äußert ihre Meinung über die Vor- und Nachteile einer Fortsetzung des Mandates und betont insbesondere, daß die kritische Lage, in der sich Palästina während des Mandatsregimes befand, eine Folge des wachsenden nationalen Antagonismus und der Feindseligkeit der Araber gegenüber den jüdischen Bestrebungen war. Der zweite Lösungsvorschlag enthält Änderungen des gegenwärtigen Mandates, durch die Zweifel über die Interpretation der Mandatsbestimmungen beseitigt werden sollen. Die dritte Lösung schließt sich den Kantonisierungs- Projekten an. Sehr ausführlich dagegen, auf 16 Seiten Maschinenschrift, wird der Teilungsplan erörtert. Die Teilungsfrage wird grundsätzlich behandelt; auf Grenzziehung und andere Einzelheiten wird nicht eingegangen. Besonders interessant ist es, daß die Kommission noch eine fünfte Lösungsmöglichkeit vorschlägt, die jedoch streng geheim gehalten wird. Aber auch über dieses Projekt äußert sich die Mandatskommission rein referierend, ohne eine bestimmte Stellung zu nehmen. Die endgültige Entscheidung wird nach Schilderung der Vor- und Nachteile einer jeden Methode vollkommen dem Völkerbund überlassen. Es heißt, daß die Mandatskommission für den Fall der Annahme des Planes der Königlichen Kommission eine längere Übergangszeit vorschlägt. Neues Wiener Konservatorium Musikvereinsgebäude, L, Bösendorferstr. 12, Tel. U 46-4-37. Unterricht vom ersten Anfang bis zur letzten Ausbildung (Staatsprüfung), erstklassige Lehrkräfte. Eigene Kinderabteilung für 6- bis 12jährige Schüler. Anmeldungen ab 1. September im Musikvereinsgebäude. Daselbst Auskünfte und Prospekte jederzeit. Die Hule-Konzession Jerusalem, 20. August. (JTA.) Das palästinensische Amtsblatt hat den Entwurf der Verordnung über die Hule-Konzession veröffentlicht. In dem Entwurf wird zwischen einem „reservierten“ und einem „unreservierten“ - Konzessionsgebiet unterschieden. Diese Einteilung beruht auf einem bei dem Distriktskoramissar für Boden und Vermessungen Unterzeichneten Vermessungsplan vom 22. Juli 1937. Die Verordnung sieht die, Eintragung des nichtreservierten Konzessionsgebietes in den Bodenkataster von Safed vor. Nach der Verordnung macht sich jeder strafbar, der ohne schriftliche Erlaubnis der Konzessionäre (der Palestine Land Development Company) in dem unreservierten Konzessionsgebiet Boden besetzt, bestellt oder irgendwelche Rechte ausübt. Die den Konzessionären zustehenden Rechte und Privilegien, das reservierte Gebiet zu betreten und zu verlassen, Entwässerungen, Gewinnung von Land und andere in der Konzession in Betracht gezogene oder vorgeschriebene Arbeiten durchzuführen, werden durch die Verordnung gewahrt. Im Einvernehmen mit den Konzessionären hat der High Commissioner entschieden, daß aus dem Konzessionsgebiet eine Fläche oder einzelne Flächen im Gesaratausmaß von höchstens 15.772 metrischen Dunam ausgeschieden werden, die unter anderem dazu dienen sollen, die jetzt auf anderen Teilen des Konzessionsgebietes Siedelnden ansässig zu machen, während den Konzessionären das übrige Gebiet zur sofortigen freien Verfügung überlassen wird. Das erstere Gebiet wird als „reserviertes“, das letztere als „unreserviertes“ Konzessionsgebiet bezeichnet. In jedes jüdische Haus „Die Stimme“ Antwort Weizmanns Schalom Asch —«nuB———