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Die Stimme · 1937-08-20 · Heft 670 (20.8.1937) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 670 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seil« 4 Oll STIMM! Nr. 670. — Wien, Freitag, 20. August 1937* Minjan des Herrn Rabb. Sal. Friedmann Findet anläßlich der hohen Feiertage (6., 7. und 15. September) auch in diesem Jahre in den Misrachi-Sälen, II., Praterstraße 60, statt. Kartenverkauf daselbst täglich von 7 bis 9 Uhr abends und Sonntag vormittags. Telephon B 51-001 Die Zionistische Bezirkssektion VIII./IX, Währingerstraße 6—8 veranstaltet zu I in ihren Sälen einen Festgottesdienst nwrw mss dt Kartenbestellungen bei den Ausschußmitgliedern und in der Sektion v o 11 m ä c h t i g t worden wie die Zionistische Exekutive vom Kongreß. Die Drohung der Araber mit. neuerlichen Unruhen hat in den maßgebenden zionistischen Kreisen ernste Besorgnis hervorgerufen. Es verlautet, daß Dr. W e i zm a n u unmittelbar nach seiner Rückkehr nach London die Aufmerksamkeit des Kolonienministcrs auf die Möglichkeit ' des Wiederaufflackerns des arabischen Terrors in Palästina lenken und entsprechende vorbeugende Maßnahme n verlangen wird. Militärische Verstärkungen nach Palästina Jerusalem, 18. August. (JTA.) Das Waisenhaus Diskin hat vom Distriktekommissar den Auftrag erhalten, für den j 1. September 40 Zimmer zu räumen, die für' die Unterbringung, militärischer Verstärkungen dienen sollen. Der Council der Je wish Agency Restaurant BiElet -w: Bestrenommierte Küche w: Reichhaltige Menüs ä S 1'90 u.2'60 ll.,Hammerpu:gsta Igasse 3 (nächst Salztorbrücke) Die österreichischen Delegierten auf der IX. WIZO-Konferenz in Zürich Die österreichische WIZO war an der IX. Konferenz, die vom 27. Juli bis 3. August in Zürich tagte, durch sechs Delegierte vertreten, die sowohl an den Beratungen des Plenums als auch der Kommissionen aktiven Anteil nahmen. Dem Permanenzausschuß gehörte Frau Dr. A. Kantor an, der Organisations- und Propagandakommiission Frau Sabine Paß weg, Dr. Martha Hof mann und Dr.Henny L i c h t e n s t e i n, der Palästina- und Misrachi-Kommission Ria Gourari, Finanz Dr. Ada Kestenbaum. Hachscharah — Marie Weinberg. In der Generaldebatte sprach, wie schon berichtet, als erste Frau Sabine Paß weg. Sie verwies unter anderem auf die Wichtigkeit der Einführung des obligatorischen Schekels für Mitglieder der. Gesamt-WIZO, und reu'te an. daß man den [ Keren Hanaschim als finanzielles Instrument i im Sinne des Palästina-Aufbaufonds anerkenne. Sie berichtete über die Mädchen-1 Hachscharah der Wiener WilZQ und riehj tete an die Konferenz den Appell, das neuj Zürich, 18. August. (Privat.) In Anschluß an den XX. Zionistenkongreß hat heute die J ow ish Agency ihre fünfte Tagung begonnen. Sie ist im Mandat über Palästina als das Organ vorgesehen, das der Palästinaverwaltung beim Aufbau des jüdischen Heimes zur Seite stehen soll. Den Vorsitz dieser Tagung führt Lord M e 1c h e 11. Die Eröffnungsansprache hielt Professor W e i z m a n n, der in demselben Sinn wie auf dem Zionistenkongreß die Besorgnisse darlegte, die in Palästina für die Zeit bestehen, ehe eine endgültige Lösung gefunden werden kann. Namens der englischen Regierung richtete Lord Allen an die Versammelten Worte der Begrüßung. Von den nichtzionistischen Mitgliedern der Jewish Agency sind alle hundert Vertreter erschienen. Die amerikanische Gruppe zählt 44 Delegierte. Als ihr Wortführer sprach sich Felix W a r b u r g mit aller Entschiedenheit gegen die Teilung Palästinas und gegen die Resolution des Zionistenkongresses aus. Er empfahl die Aufhebung des Beschlusses, über eine Teilung Palästinas in Verhandlungen zu treten. Es wurde eine Wirtschafte- und eine Finanzkommission eingesetzt. Eine Vorberatung der Nicht’ zlonlsten In einer Versammlung der nichtzionistischen Vertreter hielt Felix Warburg eine Rede, in der er sagte: „Mir macht das Schicksal der 400.000 Juden in Palästina Sorge. Der eingeschlagene Weg zum Judenstaat ist nicht der richtige. Vot allen Verhandlungen über Errichtung eines Judenstaates in einem Teile Palästinas müßte eine arabischjüdische Verständigung herbeigeführt werden. Es ist von erster Wichtigkeit, zuerst eine Versöhnung mit deh Arabern zu erreichen, bevoT man versucht, die Mandatarmacht und den Völkerbund davon zu überzeugen, daß die Errichtung eines Judenstaates der Fortführung des Mandates vorzuziehen sei. Ich beklage es, daß der Peel-Bericht die Meinung äußert, daß zwischen Juden und Arabern eine Verständigung nicht möglich sei. Nach all dem, was die Juden in Palästina vollbracht haben — wirtschaftliche Entwicklung des Landes, Besserung der Gesundheitsverhältnisse, nahezu völlige Ausrottung der Malaria; Fortschritte, die den Arabern ebenso wie den Juden zugute kommen —, bedeutet es eine schwere Enttäuschung, wenn die Königliche Kommission eine solche Meinung vertritt. Der Völkerbund wird schließlich mit der Jewish Agency über das Schicksal Palästinas verhandeln; wir, der nichtzionis tische Teil, müssen eine klar ausgeprägte Ansicht lieben über das, was für die Juden betreffs Palästinas das beste ist. Nach der Rede Warburgs setzte eine lebhafte Diskussion über das Problem einer Verständigung mit den Arabern ein. Während die Nichtzionisten aus Amerika, England, Frankreich und anderen westlichen Ländern Warburgs These stützten, daß der Schaffung des Judenstaates eine Versöhnung mit den Arabern vorangehen müsse, äußerten die Sprecher aus den osteuropäischen Ländern die Ansicht, daß Verhandlungen mit den Arabern erst nach Errichtung des Judenstaates Aussicht auf Erfolg haben. Der Vertreter des Waad Lemni. Doktor A. K a z e n e 1 s o n, erklärte, man müsse das ganze Problem nicht nur vom Standpunkt der 400.000 in Palästina lebenden Juden, sondern auch vom Standpunkt aller Juden, die in Palästina eine Zufluchtsstätte suchen, betrachten. Es handle sich darum, falls ein Judenstaat errichtet! wird, in den nächsten 20 Jahren zwei Millionen Juden nach Palästina ztt bringen. Die Delegierten aus Osteuropa pflichteten Kazeneleon bei, daß ein Juden* Staat in einem Teil Palästinas dem Mandat* wie cs jetzt verwaltet wird, voranziehen sei. Dio Amerikaner Strook, Maurice B. Hexter und George Bäcker, die Englän* der Nevillo Laski und Norman Bentwich sprachen sich im Namen ihrer Länder, fütl die These Warbungs aus. Schalom Asch appellierte an beide Lager, einander näher zu kommen. Eine Abstimmung fand nicht statt. Die Versammlung brachte keine Klarheit. Die Gefahr einer Spaltung zwischen dem zionistischen und dem nichtzionistischen Teil im Council der Jewish Agency bei der Behandlung der Frage der Errichtung eines Judenstaates in einem Teil Palästinas auf der Plenarsitzung des Council besteht nach Ansicht der Kenner der Verhältnisse weiter. Röntgeninstitut in Tel-Aviv sehr gut eingerichtet, 11jährige, erstklassige Praxis, abzugeben. Zuschriften: Dr. Perle Heuberger, dzt Marienbad, Merguerit'e Die Beschlüsse des XX. Zionistenkongresses Budget: 365.000 Pfund Zürich, 16. August (JTA.). Der XX. Zionistenkongreß hat gestern das Budget für das kommende Arbeitsjahr angenommen; das Gesamtbudget beträgt 365.000 Pfund und setzt sieh unter anderem aus folgenden Einzelposten zusammen: Kolonisation: 75.000 Pfund; Ansiedlung deutscher Juden: 30.000 Pfund; Alija und Hachsohara: 34.000 Pund; öffentliche Arbeiten und Bau von Arbeiterwohnungen: 35.000 Pfund; Unterricht: 28.000 Pfund; Politisches Department: 25.000 Pfund; Wirtschaft und Industrie: 10.000 Pfund; Rückzahlung von Anleihen: 50.000 Pfund; Ausgaben des Keren Hajessod: 23.000 Pfund; Verwaltung in Jerusalem und in London: 22.000 Pfund. Zu dem regulären Budget des Arbeits- Departments der Exekutive hat der Kongreß der Aktiengesellschaft „Bitzur“ 25.000 Pfund für dringende öffentliche Arbeiten bewilligt. Nach der Abstimmung über das Budget nahm der Kongreß eine Resolution an, in der an die Juden in der ganzen Welt appelliert wird, die beiden nationalen Fonds Keren Hajessod und Keren Kajemeth zu kräftigen. In dieser Stunde, heißt es in der Resolu- Die politische Arbeit des Jüdischen Weltkongresses Israelitisches Kinderheim (Internat) hat noch vor Schulbeginn einige Plätze zu vergeben. XIII., Auhofstraße222 gegründete „B e t h Mirjam P o 11 a k‘; in Haifa in das Arbeitsgebiet der WIZO miteinziitschließen. Frau Dr. Kantor forderte eine erhöhte Tarbut-Propaganda seitens der Londoner Zentrale, und' eine intensivere Hebraisierung innerhalb aller WlZO-Föderationen. Frau Dr. H. Lieh tonet ein sprach über den Sinn der Entfaltung einer s t a rk e n J ugen ilbewegung der WIZO, sowohl im Hinblick auf dio Fortführung der Arbeit, in der Galuth als auch der Aufbautiitigkeit in Palästina und lenkte das Augenmerk der Konferenz auf diio Hachscharah und Alijah der weiblichen Jugend, besonders die Ausbildung und die Zertifik a t.« h e (l i n g u u g e n der J u n g - WIZO. In diesem Zusammenhänge wie« sie auf die Wichtigkeit eines Zentrums der Jnng-WI'-'O in Palästina hin. Frau Dr. Hof mann schlug vor, die WF/.o möge eine Hachscharah treibende Orgam-ntiou werden. Sie hob die Dringe ■’ ' ■ K-i-! i.|- |! vmti'fter Propaganda in ,! .; i-wärlieen Kidturkrise Europas her- In di'- Galuth-Exekutive der WIZO wurde die Präsidentin der WIZO Österreichs, Frau Sofie L öw e n h e r z, wiedergewählt. Zürich, 15. August. Die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses hatte für heute eine Versammlung zum Zwecke der Information der beim Zionistenkongreß anwesenden Mitglieder der Administrative und des Rates des Jüdischen Weltkongresses einberufen, zu der auch diesen Gremien nicht angehörende Freunde des Kongresses sehr zahlreich erschienen waren. Der Vorsitzende des Exekutiv-Komitees, Dr. Stephen S. W i s e (New York), legte den amerikanischen Standpunkt zu den aktuellen politischen Gaiuthfragen dar. Er betonte besonders den regen Anteil, den die amerikanischen Mitglieder der Exekutive sowie des Administrative Coraitös an der Abwehr der a n t i j ü d i s c h e n Bew agung in Polen nehmen. In diesem Zusammenhang sprach er ausführlich von den zwei großen Massenversammlungen, die unter Leitung des American Jewish (Kongreß in New York stattgefunden hatten, und die wirksame Unterstützung dieser Veranstaltungen auch durch nichtjüdischo Kreise der Vereinigten Staaten. Besonders interessant waren seine Mitteilungen über den Empfang der unter seiner Führung stehenden Delegation von etwa hundert jüdischen Vertretern beim Staatssekretär, Mr. Cordei Hüll, dem Leiter der auswärtigen Politik der Vereintsten Staaten. Über die laufende politische Arbeit referierte eingehend Dr. N. Goldman n, Genf, Mitglied der Exekutive und Vorsitzender des Administrative Comitös. Er führte aus, daß schon jetzt der Kongreß von den Regierungen der verschiedenen Länder als die Repräsentanz weiter und bedeutungsvoller Kreise des Judentums anerkannt wird. Über die wichtige politische Arbeit, dio in England von der Britischen Sektion im Laufe der letzten Monate geleistet wurde, berichtete Rev. M. L. P e r 1 z w e i g, London. Von einer Reihe wichtiger Persönlichkeiten beider Häuser des englischen Parlaments, hat der Kongreß die Versicherung erhalten, daß sie ihn in seinem Kampf für die jüdischen Rechte unterstützen wird. Rev. Perlzweig gab Kenntnis von der Bildung eines Initiative-Coinites dem führende Parlamentarier angehören, und das ein ständiges Mitglieder aller Parteien umfassendes Komitee vorbereitet, um fortlaufend die Entwicklung der antisemitischen Bewegung Ost- und Mitteleuropas zu studieren und zu den jüdischen Problemen Stellung zu nehmen. Über die poliischo Arbeit in Frankreich berichtete das Mitglied dar Exekutive M. J a r b 1 u m, Paris. Baruoh Zuck e r m a n n, Mitgliod der Exekutive und., Leiter des Organisationsdepartement, legte die Notwendigkeit umfassender Organisationsarbeit, namentlich in den Ländern Osteuropas, dar. Es sei notwendig, in den einzelnen Ländern d o m ok r a t i s c h au fgobaute Vertretungen des jüdischen Lebens zu schaffen, wie sie jetzt in Polen und Rumänien in Angriff genommen werden. I tion, die entscheidend ist für das jüdische Volk und unsere historische Heimat, unterstreicht der XX. Zion!* stenkongreß die große Bedeutung der, Fortführung des Aufbauwerkes in Erea Israel mit Unterstützung durch unsere beiden Fonds: Keren Kajemeth Lejisrael und Keren Hajessod. Gemäß einer weiteren vom Kongreß an* angenommenen Resolution wird der Kereni Hajessod im kommenden Jahre nicht weniger als 600.000 Pfund aufzubringen haiberu Betreffend den Keren Kajemeth, heißt es in einer Resolution, daß dieser in den letzten! zwei Jahren vier Fünftel von'' der Million Pfund aufgebracht hat, die er gemäß Beschluß des XIX. Kongresses in Luzern aufzubringen hatte; es wird der Erwartung! Ausdruck gegeben, daß der Nationalfonds in den kommenden awiei Jahren 1 Million Pfund aufbringt. Pensionskasse für zionistische Beamte Der Kongreß nahm einen Beschluß auf Schaffung eines Pension sfonds für Personen, dio der zionistischen Bewegung gedient haben, an und brachte gleichzeitig den Wunsch zum Ausdruck, daß eine b e-; sondere Arbeitsvermittlung eingerichtet wierde, um alten Zionisten Arbeit bei öffentlichen und privaten Institutionen zu beschaffen. Der Kongreß bekräftigte die Resolution der A r b e i tis k o m m i s s i o n, in der be* sondere Anstrengungen zur Besserung der Arbeite Verhältnisse und zur Stärkung der nationalen Fonds gefordert werden, und appelliort an die Juden Palästinas, alle Kräfte zur Besserung der Wirtschaftslage! zu mobilisieren. Dio Exekutive der Jewish Agency wird beauftragt, alle Maßnahmen zur Ermunterung Wirtschaft* lieber Aktivität zu ergreifen. Hafen von Tel-Aviv und Jüdische Meeres*Llga In einer Resolution beauftragt der Kon* greß die Exekutive, die erforderlichen! Finanzmittel zur Ausgestaltung des Hafens von T o 1 - A v i v aufzubringem In einer weiteren Resolution begrüßt der Kongreß dio Gründung der Jüdischen' Moores-Liga, welcho jüdische Schiffahrt und Fischerei fördert, und richtet an die Woltjudenhoit den Aufruf, dio Arbeit diesor Liga zu fördern. In einer anderen Resolution bedauert der Kongreß das Sinken der Zahl der jüdischen Arbeiter in den Kolonien, sowie das Sinken der Löhne. Dein Arbeitsdopartmont spricht der Kongreß die Anerkennung darüber aus, daß es ihm gelungen ist, Arbeitskonflikte zu schlichten; das Arboitsdepartment wirdl ermächtigt, auch in Zukunft Arbeitskonflikte auf friedlichem Wego beizulogen. Der Kongreß fordert in einer Resolution1 die Errichtung neuer Kolonien für M i 11 e 1 is t a n d s s i e d 1 u n g, den Bau neuer Verbindungsstraßen und dio Schaf-

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