Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 669 (17.8.1937)
- Date
- 1937-08-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Wien, Dienstag 17 August 19ST, 01« «TIMM« Seit® fl * Nr, 669, zu mlßhandoln, man will aber nicht, darauf verzichten, sie zu brauchen, wo man sie brauchen kann. Jüdische Techniker zum Beispiel werden von der AbWanderuhg abgehalten, weil man sie in der Kriegsindustrie nicht entbell* r 6 n kann. Vor allem aber sind es die jüdischen Ärzte, die man, trotz aller Schikanen, denen man sie unterwirft, nicht gern ziehen läßt. Denn wenn der Krieg kömmt, wird die Armee Ärzte brauchen — und dann werden auoh die jüdischen Ärzte unentbehrlich sein! Den Geschändeten, den Mißhandelten will man die kranken und verwundeten Söhne des Volkes zur Pflege und Heilung anver* trauen! E§ gibt also ln Deutschland doch noch — Glauben an Menschlichkeit. Streicher herrscht in Oberschlesleti Die JTA. veröffentlicht aus zuverlässig» ster Quelle einen Bericht über die schweren pogrOnläftigefl Angriffe Auf die jüdi* sehe Minderheit, ver allem in der Geschäftswelt, der an Ort und Stelle aufgenemtnen worden Ist. Der Gewährsmann erzählt; Die schwören Unruhen, die nach Auf» hebting der ObersCiileslen-KonvCntiön in öbemöhlöÄien ausbracheai, sind zweifellos duröh Cin© Reihe vöin Aufsätzen ü 6 S Nürnberger „Stürmer“ vorbereitet worden, die die gröbsten Beschimpfungen und Verleumdungen gegen öbefSchleSische Juden, insbesondere Geschäftsinhaber, enthielten, Ein Sonderberichterstatter des „Stürmer" hat alle Städte in Oberschlesiett bereite und in den letzten Nummern des „Stürmer“ seitenlange Artikel und Photographien jüdischer Geschäfte veröffentlicht, Sämtliche Juden, die in den Städten einigermaßen Bedeutung haben, wurden bei voller Namensnennung größter Verbrechen beschuldigt. Wir goben aus der Nummer 30 dös „Stürmer“ vom Juli 1937 eine kurze Probe des Inhalts, wie er sieh mehr oder minder ähnlich über viele Seiten, begleitet vön Photographien der jüdischen Geschäfte, erstreckt. Im „Stürmer“ sind alle Juden mit vollem Namen genannt; wir geben hier jedoch nur die Anfangebuchetaben wieder: „In Oberglogau hat im Jahrö 1934 der -Judenarzt Dr. A. B. eine Praxis eröffnet. Nachdem dieser Jude selbst von Angehörigen der Gliederungen der Bewegung Zulauf hätte, wies Kreisleiter C. in einer Partedversammlung auf diese u nhaltbaren Zustände mit scharfen Worten hin. Und was tat der Jude? Er Ibesaß die Frechheit, sieh über das, was in der Parteiversammlung gesprochen wurde, beim Oberpräsidenten zu beschweren. Ein ähnlicher Fall hat sich in Klein- S t r 6 h 1 i t z zugetragen. Dort führte bis vor kurzem die Jüdin D. E. eine Schankwirtschaft, Durch ihre üblen talmu dis oben Machenschaften haben die in diesör Neppkneipe verkehrenden deutschen Arbeiter oft ihren ganzen Wochenlohn verloren. Die von aufrechten deutschen Männern durchgeführte- Aufklärung des Volkes bewirkte, daß die Arbeiter später das Lokal mieden. Und was tat die Jüdin? Sie strengte durch den Judenanwält F. in Reuthen, Ö.-S. (von dem wird später noch die Rede sein! Die Schriftleitung der ,Stimme“) einen Prozeß an, in welchem sie 1Ö.ÖÖ0 Mark Schadenersatz forderte. Wir verlassen Neustadt und fahren Richtung Ratibor. Der Weg führt uns duröh das Städtchen Leobschütz. Erinnerungen werden wach. In Leobschtttz lebte der Jude G. II. Er war Direktor der Brauerei L. und ein Rassertsohäilder übelster Art. Jmd H. nahm nur ganz jung© und gut gewachsene deutsche Mädchen in seine Dienste. Waren sie ihm nicht m Willen, so warf ©r eie wieder auf die Straße.“ Boykott Schon vor Ablauf (15. Juli 1937) des Genfer Vertrages zwischen Deutschland und Polen zum Schutze der oborschlesischen Minoritäten wurde ein starker Druck auf die jüdischen Geschäfte ausgoüibt, mit dem Erfolg, daß eine erhebliche Anzahl in arische Hände üborging. Der Tag des Vortragsahkufes verlief in den größeren Städten von Öberschlesien mliig; ebenso die darauffolgende Woche. In den kleinen Orten länge der polnischen Grenz© jedoch wurden die jüdischen Händler auf 'den Märkten stark behindert, so zum Beispiel in Klausberg und Hindenburg. Auf dem Jahrmarkt in Kreuaburg am 20. Juli konnten jüdische Händler nicht mehr verkaufen. Agitatoren förderten die Leute auf, nichts bei Juden zu kaufen, Kauflustige wurden mit» Gewalt von den Murktständcn weggedrängt, Gleichzeitig erschienen in den Schaufenstern «IlmMicher Städte des Industriegebietes die Schilder „Arisch“, In einer Anzahl von Städten, wie Kreuzburg, Pitfichen, Lahdsberg, Kohetaidt, lauten die Schilder: „Deutsches arisches Geschäft —» Juden unerwünscht.“ Dadurch wurde in diesen Städten der Verkauf von Lebensmitteln an die Juden unterbunden. Juden konnten daher nur durch christliche Mittelsmänner Lebensmittel erhalten, Neben diesen Schildern sind in einer Reihe von Orten, so zum Beispiel in Kreuzburg, Langendorf, Gleiwitz, Transparente über die Straßen gespannt: „Wer bei Juden kauft, haßt das deutsche Volk“. Am Rathaus ln Gleiwitz befindet sieh ein Plakat: „Deutsche Volksgenossen, geht nur mim deutschen Arzt, Rechtsanwalt und Kaufmann“, während an dem größten Hotel Gleiwitz’ „Haus GberfiChlefiien“ ZU lesen ist: „Der Jude lebt mit der Lüge und Stirbt mit der Wahrheit“. In einem kleinen Dörfchen, Altbahdendörf, ist das Piakat „Kauft nicht bei Juden“ unmittelbar vor dem Geschäft des einzigen jüdischen Kaufmannes mit einem Pfeil auf seinen Laden angebracht. Von Tag zu Tag wurde der Boykott intensiver. Besonders an den Markttagen wurden die jüdischen Geschäfte durch poetenstehende „Stürmer“ - Verkäufer belästigt uftd die Kundschaft an dem Betreten von jüdischen Geschäften verhindert. Ee wurde hötographiert, teilweise wurde geroht, die Kunden zu filmen. Der Umsatz in allen jüdischen Geschäften fiel urü 7Ö%. Am 26. Juli kam es in Beut-hen zu großen Ausschreitungen. Hinter allen diesen antisemitischen Ereignissen steht der „Stürmer“. „Stürmer“-Käöten werden überall aufgestellt. Die Aufstellung ist in der Regel von einer Feierlichkeit, wie bei einer Denkmalsenthüllung, begleitet, wobei Musikkapellen aufspielen. Außer den schon bekannten Aufschriften auf diesen Kästen finden eich auch solche, wie „Der ,Stürmer* ist die beste Waffe gegen das jüdische Verbrechertum“. Die Polizeipresseötelle Gleiwitz („Ostdeutsche Morgenpost“, Gleiwitz vom 29. Juli 1937) hat, wie üblich, der vollkommen machtlosen jüdischen Minorität die Schuld an den schweren Ausschreitungen in die Schuhe geschoben und auch die Behauptung, daß P r o v o k a t e u r e aus dem Auslände tätig seien, auf* gestellt. Büch« an F*anz Beimheim Die letzte Liste der laut Verfügung des deutschen ' Reich«inne flministers Ausgebürgerten, die der „Deutsche Reichsanzeiger“ soeben veröffentlicht hat, führt als Nummer 6 ah: B e r n h e i m, Franz, geb. am 15. September 1899 in Salzburg (Österreich). Die „Berüheim-Petitioh“ hatte seinerzeit die Öffentlichkeit in der Welt sehr beschäftigt; die Angelegenheit endete mit einer schweren Niederlage der deutschen nationalsozialistischen Regierung.' Die deutschen Behörden in Obenschlesien hatten im Jahre 1988 unbeschadet des Bestehens der vom Völkerbund kontrollierten polnisch-deutschen Konvention betreffend gegenseitigen Schutz der Rechte der nationalen und religiösen Minderheiten begonnen, auoh die in Dentsoh-Öberschlesien ansässigen Juden zu verfolgen und zu entrechten. Jüdische Beamte wurden entlassen, jüdische Anwälte und Ärzte wurden an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert, gegen die Jüdische Geschäftswelt setzt© ein scharfer Boykott ein. Im Namen eines der entlassenen jüdischen Beamten, der ans Ausland ging und sich vorübergehend in Prag niederiieß, Franz Bernheims, reichte Rechtsanwalt Dr, Emil Margu- 1 i © s, Leitmerita, eine Petition an den Völkerbund edn, in welcher unter Hinweis auf die Oberschlesien-Konvention die Widerrechtlichkeit der Maßnahmen der deutschen Behörden gegen die Juden Oberschlesiens aachgewiesen wurde. Die Behandlung der Petition vor dem Völkerbund wurde in allein Ländern der Welt mit größter Spannung verfolgt; sie endete mit einer sohweren juristieohen und moralischen Niederlage des deutschen Standpunktes, den der deutsche Vertreter v, Koller — Deutschland gehörte damals noch dem Völkerbund an — verfochten hatte. Schließlich hat der deutsche Vertreter einon Rückzug auf allen Linien angetreten, indem er im Namen seiner Regierung erklärte, daß diese die Juden und Nichtarier itn deutschen Teil Obers eh lceiena in ihren staatsbürgerlichen Rechten beläßt, Natürlicherweise konnto Franz Bernheim von den wiedererkämpften Rechten für sieh selbst keinen Gebrauch mehr machen; eine Rückkehr nach «einer Heimat wäre für ihn trotz des RechtöSiegeß mit den schwersten Gefahren verbunden gewesen. Er blieb in Prag. Jetzt, nachdem die Obcraclilseien-Konvention erloschen ist und die Nürnberger Gesetze auch in D&utfich-Obemhlcfeien zu gölten begonnen halben, erinnerte sich die deutsche Regierung de« Franz Bernheim, der nach Aufhebung der Konvontion ebenfalls rechtlos Würde, und bürgerte ihn aus. Dies, obwohl er nichts weiter getan hat, als für sein Recht und das Recht seiner jüdischen Mitbürger m. kämpfen, wobei das internationale Forum seinem Rechtskampf durch eine Entschuldung zu seinen Gunsten sanktioniert hatte. Eidinger gegen den Rassenwahn In dem von Lord Beavöfibroök herausgegebenen „Daily Expre ß“, der meistgelesenen englischen Zeitung (Auflage etwa drei Millionen Exemplare), die als hitlerfreitndlich gilt, nimmt Georg Edinger in einem aufsehenerregenden großen Leitartikel „Auch Sie haben jüdisches Blut in den Adern“ Stellung gegen den Rassewahn und verweist dabei auf die hohen Verdienst© jüdischer Persönlichkeiten um Kunst, Politik und Wirtschaft England«. Georg Edinger beginnt mit einer Anekdote: er erzählt, wie eines Tages der König von Portugal, Johann V., «einen Premierminister beauftragt habe, festzustellen, wer jüdisches Blut ln Portugal habe und all© Judenstämmliüge mit einer gelben Kappe zu kennzeichnen. Wenige Tage später sei der Minister erschienen Und habe zwei Kappen im der Hand gehabt: „Die eine ist für Sie, Majestät, die andere für Ihre Gattin und die meine ist auch bereit« in Arbeit!“ Der Autor schreibt dann, es gäbe in England zirka 3ÖO.Ö0Ö Juden, also etwa ein halbe« Prozent der Einwohnerschaft; aber abetammungsgemäß sei der jüdische Prozentsatz überhaupt nicht festzustellen. Er betont, daß sich die lebende Generation sehr gut des Vizekönigs von Indien Lord R e a d i n g erinnert, den Minister der Home Office, Lord Samuel und den jetzigen Kriegsminister H o r e-B e 1 i« h a kennt, u»nd nennt den Gouverneur vön Australien Sir Tsaac Isääcs, den englischen General während des Krieges Sir John Monaöh, Sit Michael M y e r s, den Chef des Justiz- Wesen« von' Queensland, und Sidney Abrahams, den von Ceylon, die all© reine Juden sind. Er widerlegt die Behauptung, die Juden beherrschten da« Bank- und Kapital Weßen, indem er beweist, daß die fünf großen Banken Englands unter 105 Direktoren nur drei jüdischer Abkunft haben. Elf reine Juden sitzen im englischen Oberhaus — „aber Sie können länge suchen, wohn Sie in diesem Hause elf reine Arier finden wollen!“ erklärt der Autor, „Wäre unsere Wirtschaft nicht «ehr viel ärmer, wenn cs den Chef von Lyons Sir Isidore S a 1 ni o n nicht gäbe, Lord H i r s t von der General Electric, Benjamin Drage, Sir B u r t o n und Lord Me lohett?“, fragt George Edinger, der selbst zugibt, daß auch er irgendwie jüdisches Blut in den Adern habe. Natürlich läßt er auoh den Anteil an der englischen Schauspielerschaft nicht aus und nennt Maurice Moscovitch, Leon M. Lion, Ernest Milton, Julia Neilson, M. Rawlings, Constauce Collier, von den Amerikanern: Chaplin, Muni, Sidney, Fairbanks, Eddie Cantor und Harold Lloyd. Schließlich untersucht der Autor den hohen Adel Großbritanniens und kommt zu dem Ergebnis, daß fiel bet der Duke von Norf olk jüdisches Blut habe, weil nämlich 1877 durch eheliche Verbindung mit den Trevee eine reinjüdisohe Linie in das alte Geschlecht gekommen sei. Überhaupt weist Edinger nach, daß im Hochadel Englands der jüdische Einfluß — nicht immer »um Schaden der Abkömmling© — ziemlich groß sei. Gerichte in Polen Warschau, 16. August. (JTA.) Das Wilna er Gericht verurteilte die beiden jungen Juden David Gördon und Chaim Riemer zu je zwei Jahrou. G e f ängn i s, weil sie am Tage des Protestes gegen den Pogrom von Przytyk versucht hatten, ©ine Protestversammiung zu organisieren. Zwölf Banditen, die sich im Juni an dem Pogrom in Czonstochau beteiligt hatten, standen am 11. August vor dem Czonstochauer Bezirksgericht. Vier Angeklagte wurden zu je acht Monaten Gefängnis, einer zu einem Monat Gefängnis, verurteilt, die übrigen wurden froigesprofih.en. Mord und Friedhof Schändung in Ostgalizien Lemberg» 12. August (JTA.). In Bialagona bei Tarnopol haben Bauern den jüdischen Händler Perl Schwarz überfallen und schwer verletzt. Schwarz wurde in hoffnungslosem Zustand Ins Tarnopoler Krankenhaus gebracht. In Rabrowaf bei Buczacz haben drei mit Messern und Eisenstäben bewaffnete Banditen den jüdischen Händler Markus S c h e c litt 8 r und dessen Frau überfallen und schwer verletzt. Schechner ist bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus von Buczacz seinen Verletzungen erlegen. Im Städtchen W o 1 b o z haben unbekannte Täter des Nachts die Umzäunung des jüdischen Friedhofes niedergerissen und zahlreich© Grabsteine umgeworfen. Elf Prozent jüdische Hörer an den österreichischen Hochschulen Nach einer soeben veröffentlichten Statistik der Unterrichtsverwaltung betrug die Zähl der jüdischen Hörer an den österreichischen Hochschulen kn vergangenen Sommersemester 1937 11% der Gesamthörerschaft. Gegenüber dem vorletzten Semester wird ein Rückgang der Hörer aus dem Ausland um 8% festgestellt. Sitzung des. Weltverbandes jüdischer Ärzte in Paris Paris, 15. August. (JTA.). Am 26. und 27. August wird in Paris vor Beginn des Kongresses der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden „OSE“ eine Exekutivsitzung aller auf dem Weltkongreß jüdischer Ärzte in Tel-Aviv im Jahre 1936 gewählten Leitungsmitglieder des Weltverbändes jüdischer Ärzte stattfinden. Auf der Sitzung werden organisatorische Fragen behandelt und Berichte über die Lag© der jüdischen Ärzte in verschiedenen Ländern erstattet werden. Die Ermordung des Irak-Generalstabsdiefs Bagdad, 13. August. (JTA.) Der Generalstäbsehef des Irak, General Bekr Sidky, und der Chef der Luftflotte, Mahmud Jawaud, sind in Mossu 1 auf der Reise nach Ankara, wo sie an den türkischen Manövern teilnehmen sollten, ermordet worden. Man vermutet, daß der Mord aus politischen Motiven verülbt wurde. Der Attentäter ist ein irakischer Soldat, der vor einem Zelt der Mossuler Fliegerstatiön Posten stand. Generäl Bekr Sidky war einer der Vorkämpfer des Einschlüsse« de« Irak in den vorderasiatischen Staatenbund der moslemitisohen, aber nichtarabischen Staaten, und Gegner des Pauarabismus. Mau nimmt an, daß auch die geplante Teilnahme an den türkischen Manövern der Festigung der Beziehungen des Irak zur Türkei dienen sollte. Man hält e« jedenfalls für auffallend, daß unweit von Mossul, wo der Mord geschah, der Freischärierführer F a u z i B e y ©1 Kaukädyi könfiniert ißt, der als Anführer der arabischen Terrorbanden vön den vorjährigen Unruhen in Palästina her bekannt ist. Für ihn und seine Partisanen war Bekr Sidky ein Verräter, da er ein Gegner der pauaraibischen Bewegung ist. Türkisches Denn Tschechoslowakischen Preßbüro wird aus Ihstanbul gemeldet, daß etwa zehn deute ohe Juden, die Deutschland wegen der Judenverfolgungen verlassen haben, von den türkischen Behörden den Befehl erhalten haben, da« türkische Gebiet zu verlassen, weil «ie als u n e r w ii nsohto Personen angesehen werden. Nach zahlreichen Interventionen habe man sich auf folgende Regelung geeinigt: Der Befehl zum Verlassen der Türkei könne auf Grund einer von den Juden auf Empfehlungen einflußreicher Persönlichkeiten hin zu treffenden Entscheidung, sich hl der Türkei n a t. u r a 1 isier©n zu lassen und gleichzeitig zum mohammedanischen Glauben ü her zu treten, aufgehoben werden. Diejenigen, welche sich diesen Bedingungen nicht unterwerfen, hätten die Türkei zu verlassen. Dl© Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt veranstaltet in den Räumen des Zentral lokal«, II., Taborstraße 8a, anläßlich der höhen Feiertage einen feierlichen Gottesdienst unter Mitwirkung des bekannten Oberkantors Israel Rabinowiez. Kartenverkauf täglich von 10 Uhr vownitags bis Ö Uhr abend« ab Mittwoch, den 18. d. M.