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Die Stimme · 1937-08-13 · Heft 668 (13.8.1937) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 668 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seit* 6 DII 8TIMMI Nr. 668. — Wien Freitag, 13. August 1937. Araber auf den Jischuw gerade durch dessen rasches Wachsen ausgelöst worden. Die Vorschläge der Königlichen Kommission seien eine Beleidigung für das jüdische Volk. Man müsse d i e neuen Pläne der englischen Regierung abwarten. Der Kongreß solle der Exekutive die Möglichkeit zur Weiterführung der Verhandlungen und zur Prüfung des Problems geben, damit, die Exekutive vor einen neuen Kongreß mit einem annehmbaren Plan treten könne. D r. Mayer Ebner (Weltvereinigung) sprach sich für Erteilung der Vollmacht an die Exekutive aus und warnte vor einer Ablehnung von Verhandlungen, da eine solche zu einem Stillstand im Aufbau führen würde. R i w k i n (Haschomer Hazair) empfahl Ablehnung des Teilungsplanes. Dr. Rosmarin (Weltverband) protestierte gegen die Vertraulichkeit der politischen Diskussion, gegen den Ausschluß der Öffentlichkeit und Presse und empfahl im Hinblick auf die kritische ökonomische und politische Lage des Jischuw die Erteilung der Vollmachten an die Exekutive. Ein kleines Palästina, sagte er, ist ein Unglück, das Mandat aber, wie es von England verwaltet w i r d, ist ein größeres Unglück. Das polnische Judentum ist der unglücklichste Teil des jüdischen Volkes. Die Lösung des Palästinaproblems durch Schaffung eines jüdischen Staates liegt in dem besten Interesse des jüdischen Volkes. Ab. G o 1 d b e r g (New York, Weltvereinigung) hält die Schaffung des Judenstaates für eine Sache von ungeheurer Wichtigkeit und empfiehlt die Erteilung der Vollmacht an die Exekutive. Ein „Nein“ in diesem Augenblicke würde einen Fehler bedeuten, der historisch sich nicht mehr wird gutmachen lassen. Dr. A. K a t z n e 1 s o n (Arbeiterpartei) sprach für die Teilung und wies auf das Wachsen der Bevölkerungszahl der Araber hin. Ein jüdischer souveräner Staat sei einem binationalen Staat vorzuziehen. Um die Sicherheit braucht man nicht besorgt zu sein. Dr. J. Szyper (Weltvereinigung) sprach ebenfalls für den Plan. I. Tabenk i n (Arbeiterflügel) sprach sich gegen die Teilung aus und verlangte die Einberufung einer alle Teile des jüdischen Volkes repräsentierende Versammlung, die über die Teilungsfrage entscheiden soll. Im gleichen Sinne sprach Miß Goldie M e i e r s o n (Arbeiterflügel). Der Sprecher der Mehrheit der amerikanischen Delegierten, Rabbi Barnett B r i c kn e r, schlug vor, der neuen Exekutive eine gebundene Marschroute zu geben; sie solle die Verhandlungen unter bestimmten Bedingungen führen und sodann dem neuen Kongreß Bericht erstatten. Lew Stern (Jugoslawien) sprach für den Teilungsplan, jedoch für Erkämpfimg von Entwicklungsmöglichkeiten für den neuen Staat. Die Wortführ er in der Hadassah, Frau B. E. Sola de Pool, teilte mit, ihre Organisation habe beschlossen, den Bau des Universitätshospitals in Jerusalem fortzusetzen, obwohl Jerusalem laut dem Peel-Bericht in dem jüdischen Staat nicht eingeschlossen ist; die Hadassah sei überzeugt, daß m a*n Jerusalem den Juden nicht n ekrü e n wird. Der südafrikanische Delegierte Moses Morris verlas den Beschluß der kürzlich abgehaltenen Konferenz der südafrikanischen Zionisten, der gegen den Teilungsplan Protest erhebt. Mosche Shertok, der politische Dezernent der Jerusalemer Exekutive, erklärte, man müsse für den J u rl e n s t a a t k ä m p f e n, wenn man ihn wolle. Der Peel-Plan müsse auf alle seine Vorzüge und Mängel hin geprüft werden. Der Vorschlag sei gewiß nicht gut, aber er biete Möglichkeiten und Verbesserungen. Das Mitglied der Exekutive und Vertreter der Jewish Agency beim Völkerbund Doktor Nahum Goldmann setzte sich sehr warm für Fortführung der Verhandlungen mit der englischen Regierung über den Peel- Plan ein und sagte, die Verwirklichung des erhabenen Gedankens eines souveränen Judenstaates bereite eine große Zukunft Vom Jarlcon zum Jordan Eine Reise zu den neuesten Siedlungen Von Manfred Geis (lei»Aviv) Tel-Aviv Wir, die wir im fünften Jahre in dieser Stadt leben — wir lieben dieses Tel-Aviv. Wir haben die Stadt lachen und weinen sehen, uns ah ihren Erfolgen gefreut und über Rückschläge getrauert. Unser Lokalpatriotismus ist dem der Jerusalemer und Haifaer längst gewachsen. Und dennoch — eines Nachmittags, in einem Cafe, fällt es uns auf, inmitten der Kaffeehausbesucher, Damen, nach der letzten Mode gekleidet, die mit Puder und Lippenstift etwas allzu verschwenderisch mnzugehen scheinen, Herren, die um eine Spur zu elegant sind: dieses Tel-Aviv, es ist nicht Palästina, ist nicht Erez Israel, das wir finden wollten, als wir vor mehr als vier Jahren Europa hinter uns ließen. Wir merken plötzlich, daß etwas nicht in Ordnung ist, daß eben diese Angleichung an „internationales“ Format es ist, die das „Heimatgefühl“ in gewisse Distanz rückt. Es gibt für diese Stimmungen ein Heilmittel: durchs Land zu reisen, Erez Israel zu erleben, lim dann, für lange Zeit gestärkt, in den städtischen Wirkungskreis zurückzukehren. eine vor. itiiniiiiimnmMmimiiMiimiiinnmiinmmiinmminiiimniiiinninniinniiiiiiniiiniinininHiiiiiinniiiiiiiimiMiniii Die Kongreßzeitung in der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt. Tn der Zionistischen Bezirk-Sektion Leopoldstadt, II.. Praterstraße Nr. 1:3, liegt die Zeitung des XX. Zionißten- Kongresses, Zürich, auf. Le&ezeit täglich von 6 bis 9 Uhr abends. Mineralwassertrinkkuren „Preblauer Sauerbrunn“ hat einen hohen therapeutischen Wert, so daß ihm seit alteTs her ein weiter Indikationskreis zukommt: die katairhalischerj Affektionen der Luftwege, Erkrankungen des Magens und des Darmes, namentlich hyperazider Natur, der Leber und der Gallenblase,’ Entzündungen dei Nieren, des j Tel-Aviv—Tiberias Wir verlassen zu viert in einem Auto Tel- Aviv. Unsere Absicht ist es, die im ersten Halbjahr 1937 errichteten Siedlungspunkte im Jordantal und Beth-Schan-Gebiet zu besuchen. Obwohl niemand von uns darüber spricht, sind wir alle ein wenig im Zweifel, ob wir dieses Programm durchführen können. Die neue Straße Tel-Aviv—Chedera, die später bis Haifa führen wird und eine Umgehung des „kritischen“ arabischen Bezirkes Kalkilje—Tul Kerem—Djenin gestattet, ist noch nicht fertiggestellt, das Beth- Schan-Gebiet galt von jeher — und besonders nach dem Mord an dem letzten jüdischen Einwohner, dem Arzt Dr. Joseph Lehrs — als gefährliche Gegend für jüdische Reisende. Eine Querstraße der Allenby bringt uns, den Rothschild-Boulevard kreuziend, auf die Chaussee. Wir fahren über die enge Musrara-Brücke, vorbei an Ramath-Gan, an den am Wege liegenden anderen jüdischen Siedlungen und Pardessim, durch das neuerdings „Stadt“ gewordene Petach-Tikwah. Eine eiserne Brücke über den Jarkon führt in die Scharon-Ebene. Wir biegen scharf rechts ab, fahren durch die — mangels eines Bürgersteiges — allzu enge Hauptstraße Kfar Sabas und haben die Harej Ephrajim, die samaritanische Bergkette, vor uns. Mit Kfar Saba verläßt man jüdisches Gebiet. Die Durchfahrtstraße des arabischen Dorfes Kalkilje ist gesperrt. Wir müssen von der Chaussee auf einen engen, ungepflasfcerten Seitenweg abbiegen, der durch das Dorf führt. Ohne ernstliche Zwischenfälle gelangen wir wieder auf die Chaussee in Richtung Tul Kerem, das wir als nächsten Ort zu passieren haben und das als Schauplatz terroristischer Akte auch in den letzten Monaten viel von sich reden machte. Die Stadt bot indes das gewohnte Bild, auch das Polizeiaufgebot schien nicht stärker als sonst. Hinter Tul Kerem. kurz vor Sebastia, dem alten Schomron, berühmt durch seine Ausgrabungen, trifft die Straße, die von Jerusalem über Sohechem (Nablus) ins Emek führt, auf die unsere. Durch die Berge fahren wir auf der langsam sich senkenden Chaussee nach Djenin, der ehemaligen, wundervoll gelegenen Levifcen-Stadt Ejn G-anim. Hier im Gebirge gibt es weite Strecken unbewohnten und unbearbeiteten Landes, das Hunderttausenden Aufnahme gewähren könnte. Hier lagen auch die Höhlen, die während der Unruhen den arabischen Banden so ausgezeichnet Deckung und Unterschlupf boten und die dem britischen Militär so viel zu schaffen machten. Ein Teil dieser Höhlen wurde gesprengt. Man sieht die Spuren deutlich an Form und Farbe des Gesteins, das, weißlichgra/u schimmernd, erst in einiger Zeit Palästina angenommen haben wird. Wo der städtische Bezirk beginnt, werden Reisen hier im allgemeinen auf das Mitführen von Orangen kontrolliert, das vom Norden nach dem Süden des Landes auf diesem Wege verboten ist. Hinter Djenin beginnt das Emek Jesreel. Mit einem Schlag verändert sich die Landschaft. Rechts und links breiten sich Folder aus, grün, goldgelb und dunkelbraun bilden sie Muster eines farbenprächtigen Teppichs. Tiere verschwinden fast unter ihnen. Es sieht aus, als hätte das Heu Beine bekommen und trabe alleine nach Hause. Ganz im Osten liegen die Berge Gileads im fernen blauen Dunst, nordöstlich und fast greifbar nahe das Gilboa-Gebirge. Rechts vom Wege zeigen sich nun wieder erstmalig jüdische Siedlungen. Wir fahren in Afule ein. Als größerer jüdischer Stadtsiedlung, als Schnitt punkt der Eisenbahn und mehrerer wichtiger Straßen kommt Afuie gewisse Bedeutung zu Trotzdem haben sich die Hoffnungen, die man in seine Entwicklung als „Tel-Aviv des Emek“ setzte, nicht erfüllt. Über Afule sind daher viele ironische Anekdoten im Umlauf man spricht von einem — natürlich nicht existenten — „Platz vor der Oper“. „Ma täte“ plädierte für einen „Hafe in Afule“ usw. Immerhin befindet sich in seiner un mittelbaren Nähe das zentrale Krankenhaus des Emek. das der „Histadruth“ gehört In Erez Israel haben wir so viele Über raschungen erlebt, daß auch an dem end liehen Aufschwung dieses strategisch wichtigen Punktes nicht zu zweifeln ist. Von Afule bis an den Fuß der Berge von Nazareth zieht sich, in fast 10 Kilometer Länge, eine schnurgerade Straße hin, die man mit einem guten Wagen im 100-Kilometer-Tempo durchrasen kann, eine Versuchung, der fast kein passionierter Autofahrer widersteht, denn die Gefahr, hier einen „Rapport“ zu bekommen, ist gleich Null. (Während der gesamten Fahrt begeg nete uns eine einzige Polizei-Motorrad Patrouille.) Ein Wegweiser zeigt rechts zum Berg Tabor. In Serpentinen fahren wir die Berge hinauf, von deren Kamm sich noch einmal ein wunderbarer Rückblick auf das grünende, fruchttragende Emek Jesreel und seine jüdischen Siedlungen bietet, die wie aus einem Kindbaukasten heraus in die Ebene gestellt zu sein scheinen. Eine Kamel karawane zieht in stoischem Trott vorüber, geführt von einem auf einem Esel voranreitenden Araber. Auf der Höhe gabelt sich der Weg, links führt er nach Haifa, rechts nach Nazareth hinunter, dessen Anblick immer wieder bezaubert. Zwischen Hügeln eingebettet, den Berghang hinuntergebaut, bietet sich in verhältnismäßig großer Ausdehnung diese historisch so bedeutsame Stadt dar Hohe Zypressen, in einer Reihe nebeneinan der stehend, heben sich majestätisch gen Himmel. Am 19. April 1936, von Haifa kommend, fuhr ich die gleiche Straße nach Jerusalem. Das Wetter war mild und frühlingsmäßig, nachdem tagszuvor ein fürchterlicher Chamssin das Land fast zu verbrennen drohte. Araber standen hier, in Djenin, in Nablus, ruhig an der Chaussee, gaben bereitwillig Auskunft auf meine Frage nach dem Weg. Kaum ein Wagen kam uns entgegen. Als ich mittags in Jerusalem wohlbehalten und glücklich von der schönen Fahrt ankam, war die Stadt, mit Hochspannung geladen. Mehr als zehn Juden waren in Jaffa ermordet worden. Die Telephon leitungen waren gestört, der Verkehr unterbrochen. Ich galt in Tel-Aviv 24 Stunden lang als vermißt. Nazareth wirkt heute friedlich wie damals. Wir fahren durch die Stadt, in die Berge Galiläas. Das Dorf Kana, der Schauplatz der „Hochzeit zu Kana“, macht einen verwahrlosten, armseligen Eindruck und ruft gegen Veroneses bekanntes Gemälde Widerspruch wach. Granatäpfel und Mandelbäume gedeihen prächtig in dieser Gegend. Eine halbe Stunde hinter Nazareth, vor einer scharfen Biegung der aufsteigenden Bergstraße, ist es, als ob man in die Wolken fährt, die — weiß, merkwürdig viereckig und ineinandergeschachtelt sich herniedersenkend — ein Ziel zu bedeuten scheinen. Überraschend plötzlich liegt im Tal, umgeben von Bergen, der Kinnerethsee in seiner tiefen Bläue spiegelglatt vor uns. Links liegt die durch die „Ica“ begründete kleine Kolonie Mizpa, wo kürzlich eine Viehherde geraubt wurde, deren Verbleib bis heute nicht geklärt ist. Eine Tafel besagt, kurz vor Rirjat Sohmuel, daß wir nun die Höhe des Meeresspiegels erreicht haben. Tiberias liegt 200 Meter tiefer. Immer weiter abwärts führt die Straße, durch eine Palmenallee hindurch, zum Ufer des Sees. Wir sind in Tiberias, der Hauptstadt Untergaliläas, in der Juden und Araber zusammen wohnen. Sie ist von Geschichte umwittert, von Sagen umwoben, Jahrtausende alt, durch Kriege und Naturkata Nierenbeckens, der Harnblase, Konkrementj Kleine schwarze und graue Esel begegnen | Strophen zerstört, immer wiedor erbaut. Ara bi klungen, Gicht, Diabetes usw. Uflfi, beladen mit riesigen HeubündÄ Dia Ufer dee Seee Festung*, und Mauerruinen aus dem 18. Jahrhundert, errichtet aus den schwarzen Basaltfiteinen dieser Gegend, wie ein Teil der Häuser, die einen interessanten Kontrast zu den modernen Betonbauten bilden. Vor mehr als drei Jahren wurde Tiberias von furchtbaren Wolkenbrüchen heimgesucht und überschwemmt. Die Wassermassen stürzten von den Bergen ins Tal hinunter, vernichteten einen Teil der Altstadt, 35 Menschenleben waren zu beklagen. Spuren der Katastrophe sind noch sichtbar. Aber wir haben Reute keine Zeit für einen Rundgang durch die Stadt, keine Zeit für die heiligen Gräber oder die heißen Quellen, für die nahen Klöster oder die wunderbaren Ausgrabungen der uralten Synagoge in Kapernaum. Wir müssen unserem Wagen und uns kurze Rast gönnen, Informationen einziehen über die Wege (und ihre Sicherheit), die wir von hier aus zu wählen haben, um zu den neuen Siedlungspunkten zu gelangen. Während wir beim Mittagessen die Landkarte studieren und überlegen, ob es ratsam ist, im Halbkreis über Beth Schau nach Ejn Charod zu fahren, wo wir übernachten wollen, oder lieber den längeren Weg zu wählen. der wieder über Tiberias und Afule zurückführt, treffen wir Freunde, Männer, die. in dieser Gegend zu Hause, die neuen Siedlungen und Wege kennen. Groß und breitschultrig sind sie, die Gesichter, von nadelfeinen Falten durchzogen, zeigen die Bräune von Menschen, die in freier Luft leben. Es strahlt eine überlegene Ruhe von ihnen aus, die weder Mangel an Temperament noch an Energie bedeutet, die vielmehr typisch ist für den palästinensischen Pionier, der gewohnt ist, auf gefährdetem Posten zu stehen. Sie wirken wie Abgesandte eines neuen jüdischen Menschenschlages, dem wir auf unserer weiteren Reise immer wieder begegnen. Sofort bieten sie uns ihre Führung und Begleitung an, die wir dankbar akzeptieren. Ein zweiter Wagen mit einem wegkundigen Chauffeur, der voranfährt, ist bald gefunden. In jedem der Autos sitzt einer unserer Begleiter. Zu den Siedlungspunkten Wir fahren auf der zunächst unverändert ausgezeichneten Straße in südlicher Richtung immer am Ufer des herrlichen Tiberias- Sees entlang. Rechts liegt die „Pica“-Griindung Kinnereth, Daganja Aleph, die erste Kwuzah auf Nationalfondsboden (mit dem Grabe A. D. Gordons), Daganja Beth und die Kwuzah Beth Sera. Dort, wo der Jordan in den Tiberias-See sich ergießt, fahren wir über die Jordan-Briicke. Der erste Staudamm des Ruthenbergschen Elektrizitätswerkes zeigt an, daß wir uns in der Nähe von Naharajim und Gescher befinden. Hinter einer baufälligen arabischen Polizeistation hört die Straße auf, der voranfahrende Wagen wirbelt Staubwolken auf — auch der unsere, aber das stört uns weniger —, wir bewegen uns in Richtung der transjordanischen Berge. Der Staub ist fürchterlich, bedeckt die Schutzscheibe, hemmt fast jede Sicht, obwohl wir schon unserem Vordermann einen gewissen Vorsprung gewährt haben. Weiter Zurückbleiben wollen wir nicht, um den Anschluß nicht zu verlieren. Von „Gegend“ ist wenig zu erkennen. Was rechts und links von dem schwärzlichen Feldweg liegt, sind halbverdorrte, kniehohe Distelkräuter. Massada—Ain Hakoreh Mitten in dieser Wüste steht eine rechtwinklige Bretterwand. (Der erste Gedanke ist: „Holz? Und das soll ein Schutz sein?“) Wir kommen näher, passieren eine Stacheldrall tahsperrung, einige Meter weiter die Einfahrt, die im Zickzack ins Innere der im März 1937 angesiedelten Kwuzah führt. Am Tor auf einem Brett, mit Blaustift gemalt, steht „Massada“. (Der Name hat Tradition. Flavius Josephus berichtet über den heldenhaften Verteidigungskampf der Juden gegen die römischen Belagerer der alten Massada- Festung, am Ufer des Toten Meeres gelegen.) Wir werden herzlich begrüßt, dürfen den 12 Meter hohen Wachtturm besteigen, auf dessen Posten am Projektor, der nachts die Gegend ableuchtet, die Chawerim und Chawerotih sich in der Wache ablösen. Von hier oben wirkt die Landschaft drohend und einsam. Einzig die gleich junge Siedlung Ain Hakoreh grüßt — ein zweiter Vorposten im öden Land — aus nicht allzu weiter Entfernung herüber. In unmittelbarer Nähe setzen die.transjordanischen Berge einerseits, französisches Mandatsgebiet anderseits dem heutigen Palästina die Grenze. (Fortsetzung folgt.) Das Dr.-Krüger-Helm sucht für eine vierzehnjährige Vorzugsschülerin, mit Maschinsclireib- und Stencgiaphiekonntnissen einen Posten als Bfiropraktikanlin in großem Geschäftshaus, uni dem besonders braven Waisenmädchen eine Zukunft aufzubauen. II., Malü* gasse 7, TeJ. A 48-0-77, w

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