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Die Stimme · 1937-08-13 · Heft 668 (13.8.1937) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 668 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Soll» 4 DII 8TIMMI Nr. 668. — Wien, Freitag, 18. August 1887. Ben Gurion: Der Jüdische Staat In der Freitagsitzung legte Ben G u r i o n in fast zweistündiger Rede folgendes dar: Hinter dem Rücken des jüdischen Volkes wird versucht, sein Recht, auf Erez Israel zu verschachern. Gewiß hat jeder Jude das Recht auf seinen Glauben und seine Meinung, aber denen, welche die »Selbständigkeit des jüdischen Volkes in sei* nem Lande nicht wünschen, sagen wir: Hände -weg! In der Debatte im Oberhaus hat ein Jude von hohem Rang er* klärt, daß Ere? Israel Teil eines großen arabischen Imperiums werden soll und daß die Juden sich mit einer Einwanderungsgrenze von 40% zufrieden geben mögen. Gegen Herbert Samuel Wenn Lord Samuel als Jude sprach, so hat er öffentlich die tiefsten Hoffnungen seines Volkes verleugnet. Wenn er als Engländer sprach, so hat er dem englischen Volke den schlechten Rat gegeben, seine feierliche Verpflichtung zu brechen. Ein Echo seiner Rede hörten wir vor einigen Tagen in einer Äußerung der Regierung des I r a k( an den V ölkerb und, nach welcher die jüdische Einwanderung fortdauern dürfe, aber Palästina ein arabischer Staat werden und die Juden eine Minorität bleiben müßten. Was eine Minorität im Irak bedeutet, hat uns das Schicksal der Assyrer gelehrt. Der Vorschlag Samuels kommt einem Pogrom gleich. Den Gedanken einer Minorität in einem Großarabien werden wir nicht akzeptieren. Erez Israel bleibt für uns die einzige und vollständige Lösung der Judenfrage, nicht, weil ein geistiges Zentrum eine schlechte Sache Ist, sondern weil Israel nicht bloß ein geistiges Zentrum sein kann. Wir Juden haben nie geglaubt, daß der Geist abgelöst vom Körper des einzelnen oder des Volkes existieren kann. Wird es ein selbständiges Volk Erez Israel geben, so wird es für seinen Geist sorgen. Der Gesichtspunkt der Kolonisationsmöglichkeiten allein ist bei der Behandlung des Problems ebenfalls unzulänglph. Mit Frankreich und Belgien vergleichen die Antizionisten Erez Israel, uns schrecken die geläufigen Begriffe von Bevölkerungsdichte nicht im mindesten — Mlschmar Haemek und Ejn Charod haben niemals Kolonisationsvorschläge auf Grund der Bevölkerungsdichte von Frankreich gemacht. Wenn das dichtbevölkerte Belgien in die Lage käme, für unglückliche Volksgenossen von auswärts Aufnahmemöglichkeiten in Belgien schaffen zu müssen, es würde sie finden. Das arme Griechenland hat eine halbe Million seiner Volksangehörigen aufnehmen können, als es darauf ankam. An den großen Möglichkeiten, die wir in Palästina erwarteten und deren Vorhandensein wir durch unsere Arbeit bewiesen haben, hat sich nichts geändert. Welche Aufnahmsfähigkeit haben die Bevölkerungsexperten den öden Sanddünen bei Jaffa beigemessen — und leben heute nicht 150.000 Juden in Tel-Aviv und können wir Tel-Aviv und Haifa nicht noch gewaltig vergrößern, wenn wir neue Industrien schaffen? Die Araber haben ihre menschlichen Rechte, wir haben unsere nationalen Rechte, und der Zionismus war nie der Ansicht, daß moralisch, politisch, kolonisatorisch ein Widerspruch zwischen der Existenz der Araber und unserer Einwanderung bestehe. Die Zionistische Organisation Ist keine bloße Kolonisationsgesellsohaft und sieht ihre Probleme nicht nur vom Standpunkt der Ansiedlungskosten an. Der Zionismus ist eine Bewegung, welche das Land wirklich aufbauen und nicht nur von Erez Israel reden will. Nicht die Frage, ob wir in Erez Israel eine ständige Minorität bleiben sollen oder ob wir einen Judenstaat in einem Teil von Erez Israel bekommen sollen, steht vor uns, sondern eine realpolitische Frage: Mandat oder Judenstaat. Englisches Mandat über ganz Erez Israel oder Judenstaart in einem Teil von Erez Israel? Es handelt sich um kleine Frage der Ewigkeit. Wir können Fragen der Ewigkeit nicht entscheiden. Kein Anhänger des Mandats denkt an ein Mandat für ewig,. und kein Anhänger des Judenstaates in einem Teil von Erez Israel denkt für ewig nur an diesen Judenstaat. Und da sage ich, nicht als Vertreter der Exekutive und nicht als Vertreter einer Partei, sondern als Mitglied des Zionisienkongresses im vollsten Bewußtsein meiner zionistischen Verantwortung: Wir nehmen den Vorschlag des Judenstaates in einem Teil von Erez Israel an. Welcher Wieg wird uns schneller — nicht zum Endziel, zur vollen V erwirkllfihung, ßonderp, zur nächsten Stufe im. Aufbau Erez Israels führen? loh muß gestehen, daß es mich tief ergriffen hat, wenn nicht etwa Demagogen oder unverantwortliche Politiker, sondern eine Macht vom Range Englands offiziell \ms den Judenstaat anbietet. Ich weiß, die Behauptung, das Mandat sei undurchführbar, ist falsch. Aber das ändert, nichts an der Tatsache, daß die englische Regierung eine solche Erklärung abgegeben hat. Wir können einigermaßen die Umstände abschätzen, welche die nahe Zukunft begleiten. Gewisse Faktoren haben sich z u unserem Gunsten geändert und verheißen ein schnelleres Tempo der Arbeit. Die erste Änderung ist, daß wir jetzt eine größere Kraft sind und Palästina durch mehr Menschen und mehr Erfahrung sichern können, als zu Beginn des Mandates. Wir sindalsKraftanerkannt, unsere Arbeit wird ge sch ätzt — der beste Beweis dafür ist der Bericht der Kommission. Solche Dinge haben wir bisher niemals in englischen Dokumenten zu lesen bekommen. Es gibt leider noch eine Änderung, die für eine Beschleunigung unserer Arbeit spricht, das ist die Änderung der jüdischen Lage in der Welt. Die Not ist brennender als vor 17 Jahren und die treibenden Kräfte sind stärker als früher. Auch sonst haben sich Bedingungen gegen uns geändert: 1. Nach den offiziellen Erklärungen, die nach gründlicher Untersuchung von. der Kommission und vom englischen Kabinett abgegeben wurden, ist das Mandat undurchführbar. 2. Alle A-Mandate sind abgeschafft. 3. Alle arabischen Länder um Erez Israel sind selbständig geworden: Ägypten, Irak, Syrien. 4. Der Kampf der arabischen Bewegung gegen uns wird immer intensiver. 5. Von Tag zu Tag wird der Bodenkauf in Erez Israel noch erschwert. 6. Die internationale Lage wird immer schlimmer, es besteht die Gefahr sehr ernster Verwicklungen, vielleicht eines neuen Weltkrieges. 7. Die Lage der Juden in verschiedenen Ländern hat sich verschlechtert, ihre finanzielle und politische Kraft ist vielfach zerstört. Doch nehmen wir an, wir werden unter gleichbleibenden Bedingungen in demselben Tempo während der nächsten fünfzehn Jahre Weiterarbeiten, weitere 240.000 Juden hineinbringen und weitere 700.000 Dunam Boden erwerben und so insgesamt zwei Millionen Dunam besitzen. Dazu müßte der arabische Terror völlig aufhören und die Araber müßten uns Boden verkaufen wollen. Im selben Zeitraum wird der natürliche Zuwachs der Araber 30.000 Menschen jährlich betragen. So würde die Zahl der Araber durch natürlichen Zuwachs in fünfzehn Jahren um 450.000 Seelen zuniehmen, und es stünden 1,300.000 Araber 700.000 Juden gegenüber, das heißt, die Juden wären 35% der Bevölkerung und hätten 7 %% des Bodens von Westpalästina. Aber in dieser Zeit könnte a/ueh ein Legislative Council kommen, es könnte vielleicht ein zweiter, noch größerer Araberaufstand aiisbrechen. Die arabischen Staaten können aktiver werden, vielleicht kommt, Gott behüte, e i n Weltkrieg, vielleicht wird ein neues jüdisches Zentrum ruiniert wie in Rußland. Die Zeit ist ein fataler Faktor im Zionismus, weil mit dem Wachstum unserer Kräfte auch die gegnerischen Kräfte wachsen. Was kann uns die Alternative Judenstaat geben? Wir haben zwei wichtige Erklärungen der Kommission, erstens die Proklamation eines Judenstaates, schon heute. Diese Tatsache ist ein internationales politisches Aktivum, Bisher war die jüdische Einwanderung von Beamten der Mandatarmacht abhängig, für die sich jetzt begeisterte Anhänger unter denen finden, welche nooh vor kurzem erklärten, daß die Beamten da« Mandat sabotieren. Wenn wir die Wahl haben zwischen dier besten Mandatarmaoht und einer jüdischen Regierung, die selbst bestimmen soll, wieviel Juden ins Land kommen können, so ist für mich die Entscheidung klar. Wir wollen die maximalste Einwanderung der Juden, die abhängig ist von der Not, vom Willen und von der Kraft des Volkes und nicht abhängen darf von der Laune von Nichtjuden und vom Druck des Mufti. Das jüdische Volk muß selbst die Zahl der Einwanderer fiestsetzen. Jüdische Beamto werden die Gesetze des Landes, die von Juden bestimmt werden, durchführen. Der jüdische Staat wird Verträge absohlleßen und die jüdische Industrio schützen. Auf diesem Gebiete gibt es ungeheure Möglichkeiten für Hunderttausend« von Juden, Wir hatten im letzten Jahre erbitterte Kämpfe, aber wir haben auch etwas Großes errungen, die legale jüdische Selb st wehr. Sie genügt jedoch nicht, um das jüdische Leben zu schützen, well äußere Kräfte gegen uns arbeiten. Jetzt werden wir zum erstenmal seit der Zerstörung des Tempels eine eigene jüdische Armee in Erez Israel haben. Als Menschen und als Juden ist mir der Friede heilig, ein organischer Bestandteil meines Glaubensbekenntnisses. Daher ist Militarismus nicht mein Ideal, aber er ist eine traurige Notwendigkeit. Wir sind ein schwache« Volk, umgeben von einer Welt von Feinden. Die Araber sind einmal da, kein Mandat kann sie abschaffen, aber es sind nicht nur die Araber da, sondern auch eine unehrliche, doppelztingigeund oft verräterische Administrative. Nur in einem eigenen Judenstaat werden wir mit einer eigenen Armee uns verteidigen können. Man fragt, wie wir die arabische Minorität behandeln werden. Wir haben die Leidien von 2000 Jahren nicht vergessen und werden nicht die Wege unserer Peiniger gehen. Ich glaube weder an einen großen noch an einen kleinen Judenstaat, in dem nicht unsere großen moralischen Grundsätze lebendig wären. Wir werden der Welt zeigen, wie eine Minderheit behandelt werden soll. Es wird bei uns keine Gesetze gegen die Araber geben. Es wird auch arabische Polizisten geben, aber wenn ein arabischer Polizist einen Verrat begeht, so wird er ebenso unbarmherzig bestraft werden wie etwa ein jüdischer, der Araber schützen würde, wenn sie, Gott behüte, von einem jüdischen Räuber überfallen würden. Wie wird der Judenstaat auf das jüdische Volk wirken? Ich glaube, er wird einen neuen Glauben wecken, neue Mittel schaffen, eine neue Jugend hervorbringen, uns eine neue Stellung in der Welt schaffen. Schon jetzt, seit uns der Vorschlag gemacht wurde, ist die Achtung vor dem jüdischen Volk gewachsen. Mag auch ein Staat klein sein, er hat formell dasselbe Recht wie eine Großmacht. Wir werden noch lange von England abhängig sein, aber in anderer Weise als bisher, denn wir werden mit England in einem Vertragsverhältnis stehen. Nicht eine Organisation, die nicht einmal das Recht hat, eine Petition an den Völkerbund direkt zu übersenden, wird mit England verhan- Anläßlich der Hohen Feiertage findet wie alljährlich Im Prachteaal zum „Auge Gotte»“, IX.« Nußdorforslrafie 75, ein feierlicher Gottesdienst statt. Karloitvurkouf ab 22. August dortsei bst täglich von 3 bis 6 Uhr nachm., Sonn- und Feiertage von 9 bis 12 Uhr vorm. Erstklassige Kantoren. Karton von S 3.— aufwärts, Vorstand des Tempelvereines, Wien, IX., MUllnergasee, Vorstand des Vereines b'Sirr TI153 Wien, IX., Liechtensteinstraße 113 dein, sondern ein Staat. Das entscheidende Faktum ist jedoch folgendes: Ich sehe die Möglichkeit, in den nächsten fünfzehn Jahren 1H Millionen Juden nach Erez Israel zu bringen. Dann wird aber in Erez Israel ein größerer jüdischer Jischuw sein als die ganze arabische Bevölkerung im Ost- und Westjordanland. Für mich ist der kleine Staat nicht nur ein Mittel für vergrößerte Einwanderung, er dient auch der Vertiefung und Verstärkung des Bewußtseins der Menschheit von der wirklichen Verbundenheit de« jüdischen Volkes mit Erez Israel. Dieser Staat ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Die Stadt, welche den Namen Jerusalem trägt, wird als ein Teil des jüdischen Staates, als seine Krone, ungeheuer viel für das menschliche Bewußtsein bedeuten, daß Erez Israel ein jüdisches Land ist.. Wir müssen dafür kämpfen, daß das neue Jerusalem uns gehört. Ich wünsche der Exekutive, welche diesen Kampf aufnimmt, sie möge der nächsten Zusammenkunft des jüdischen Volkes die große Botschaft bringen, daß der jüdische Staat, wenn wir ihn annehmen, morgen zur Tatsache wird. Das jüdische Volk wird eine solche Exekutive segnen. Das wird der Anfang der Erlösung sein, auf die wir 2000 Jahre gewartet haben. (Beifall.) Alleinstehender älterer Herr oder Frau (event. Ehepaar) wird von streng orthodoxer Familie im Burgenland gegen eine einmalige Abfindungssumme in die Familie aufgenommen. Unter „Sorgenfrei" an die Adm. Die Lage der Juden in Sowjetrußland Aus dem Bericht der zionistischen Exekutive an den Kongreil Der Bericht der Zionistischen Exekutive an den XX. Zionistenkongreß enthält auch ein Kapitel über die Lage der Juden in Sowjetrußland. Die Assimilation unter den Juden Sowjetrußlands schreitet mit Riesenschritten fort. Die Nationalitätenpolitik der herrschenden Partei hat die Judenfrage als nationales Problem nicht gelöst. Die Versuche der „Jewsekzia“ (der inzwischen aufgehobenen „jüdischen Sektion“ der kommunistischen Partei), ein jüdisches Erziehungssystem zu schaffen, blieben ohne Erfolg. Die jiddische Erziehung konnte die Massen nicht anziehon; die Zahl der Schulen, in denen in jiddischer Sprache unterrichtet wird, ist zurückgegangen; sogar diese wenigen Schulen können an vielen Orten nur darum bestehen, weil wegen Mangels an anderen Schulen die Juden gezwungen sind, ihre Kinder in die jiddischen Schulen zu schicken. In der Regel ziehen es die jüdischen Eltern vor, ihre Kinder die allgemeinen Schulen besuchen zu lassen. Die jüdische Jugend, sei es nun, daß sie allgemeine oder jiddische Schulen besucht, wächst ohne jede Kenntnis der jüdischen Geschichte und ohne jüdisches Vodksbewußtsein auf; ja, es entwickelt sich in ihrer Seele ein Gefühl des Hasses gegen jede „nationalistische“ Bewegung, zu denen auch die zionistische Bewegung gezählt wird. Die Einführung des Hebräischen als Universitätsgegenstand in Moskau ist g a n z bedeutungslos, da jeder, der sieh des Hebräischen bedient, gewärtig sein muß, verfolgt zu werden. Zwei hebräische Dichter, die ihre Werke im Ausland veröffentlicht haben, sind von der G. P. U. z u G efängnis und Verbannung verurteilt worden. Während der letzten Jahre, heißt es In dem Bericht weiter, ist es immer schwerer geworden, die zionistische Bewegung in Rußland als nationale Organisation am Leben zu erhalten. Die fortwährenden Verfolgungen zersplitterten die Organisation In ihre einzelnen Fraktionen und zerstörten ihre Existenzgrundlage. Dennoch lebt die Bewegung noch in zahlreichen Orten der Sowjetunion. Viele, die nach außen hin nicht wagen, ihr Interesse an den jüdischen Dingen zu zeigen, verfolgen doch mit großer Aufmerksamkeit den zionistischen Aufbau in Palästina und bleiben in steter Fühlung mit dem, was in Palästina vor sich geht. Immer wieder kommen Verhaftungen von Zionisten vor; zu Hunderten werden sie ins Exil und in die Konzentrationslager verschickt. Unter den Im Exil lebenden Zionisten gibt es solche, die von der politischen Polizei scharf überwacht werden; die anderen, die bereits 8, 9 und 10 Jahre im Exil leben, dürfon sich freier bewegen. Die Lage derer, die ihre Freiheit wiedererlangen und aus dem Exil zurückkehren, ist tragisch; in vielen Fällen zwingt man sie, „freiwillig“ wieder ins Exil zu gehen, indem man sie praktisch daran hindert, in ihre früheren Heimatorte zu kommen oder sich in einer der großen Städte ansässig zu machen. Auch die wirtschaftliche Lage der Verbannten ist außerordentlich schwer. Nicht allen gelingt es, Arbeit zu finden; den meisten wird keine Arbeitsbewilligung erteilt. Nicht einmal im Exil hören die Verfolgungen der Zionisten auf; Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Viele verhaftete Zionisten worden von der G. P. U. auf drei, ja auf fünf Jahre in Konzentrationslager verschickt, in denen sie Zwangsarbeit verrichten müssen. Die Verbannten sind aber nach Jahren des Exils und langjährigen Gefängnisstrafen physisch kaum imstande, die Zwangsarbeit auszuhalten. Viele von ihnen erkranken ernstlich; Skorbut ist Infolge der elenden Ernährung unter ihnen stark verbreitet, dabei ist an ärztliche Hilfe nicht zu denken. Es besteht koine Hoffnung, daß sich die Lage der Verbannten und Gefangenen bessern wird; vielmehr ist das Gegenteil zu erwarten. Ihre Leiden, hervorgerufen durch Unterernährung und die schlechten klimatischen Verhältnisse in den Gegenden, in denen die Konzentrationslager unters*

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