Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 668 (13.8.1937)
- Date
- 1937-08-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 666. — Wien, Freitag, 13. August 1937. DÜ STIMMl Salto 3 Streng "1^3 Villen-Pension Kreuzberg, Breitenstein a/S. Leitung: Lola Schiff. Hohe Feiertage geöffnet. Auskunft: Wien, II., Krummbaumg. 1, Telephon A 44-4-62, U 10-800 und Frau Lola Schiff, Breitenstein a/S., Telephon 11. Auf Verlangen Prospekt Wiederum Attentate In Palästina Havas meldet aus Jerusalem: Eine Reihe verschiedener Attentate bestätigt aufs neue, daß sich in Palästina ständig eine gespannte Situation erhält. Samstag früh wurde ein englischer Beamter entwaffnet, abends wurde ein Mitglied der Geheimpolizei schwer verletzt. In Jaffa hat eine Gruppe Bewaffneter einen Angriff auf das Haus des Advokaten Iman Ragnes unternommen, dessen Schwester getötet und dessen Neffen schwer verletzt. Streng rituell! Unter Aufsicht Sr. Ehrw. H. Rabb. H. Schenk Kurpension Dr. Hecht NEBEN PALACE-HOTEL SEMMERING Ermäßigte Nachsaisonpreise. — Zu den hohen Feiertagen eigener Gottesdienst. Auskunft in Wien: ERBER, Telephon A 48-3-30 Zwei neue Kibuzim auf Keren Kajemeth-Boden Jerusalem, 9. August. (JTA.) Am 5. August sind a.uf dem Boden des Keren Kajemeth bei Kfar Jehoscliua im Emek Jesreel zwei neue Kibuzim angesiedelt worden, deren Mitglieder früher dem Kibuz „Akiba“ angehörten. ÄS*-“*' SteHiwr (Eäfrtfd)Uttg§flCttcmf <3>auee&Ytmn Juden im Schweizer Heer Das „Israelitische Wochenblatt für die Schweiz“ schreibt: Bei den jüngst in Luzern stattgefundenen schweizerischen Unteroffizierstagen nahmen auch jüdische Soldaten teil. Anwesend waren auch die höchsten Offiziere des Landes,' um den Wettkämpfen beizuwohnen. Soweit die Resultate bekannt sind, war die .von dom jüdischen Wachtmeister Bernhard Riemer geführte Maschinengewehrgruppe des Unteroffiziersvereines Zürich erfolgreich. Note: Vorzügliche Leistungen und dritter Rang unter den 21 Kampfgruppen dieser Waffengattung. Restaurant Stefanie II., Taborstr. 12 — Tel. R 48-4-49 Hugo und Julie Herlinger, geb. Zöllner Erstklassige renommierte Küche 0 Große Auswahl, reichhaltige Menus von S 1.60 aufw. # Exakte Bedienung, schöner schattiger Garten 0 Angenehmer Aufenthalt Isr. Kinderbewahranstalt. Wie alljährlich, findet auch heuer in den Räumen der Isr. Kinderbewahranstia.lt (Wien, II., Sckiffamtegasse 15) anläßlich der hohen Feiertage ein feierlicher Gottesdienst , unter Mitwirkung erstklassiger Kantoren statt. Restliche Karben sind im Sekretariat der Isr. Kinderbewahranstalt erhältlich. Telephon A 45-0-79. Die Jubiläumssitzung in Basel .~“‘'"'w-'nr,‘HTfn"rrmooMfflomiooivirf '225282* mm v : * * » /*•/ Dr. Schallt mit der Fahne des 1. Kongresses Über die schon kurz gemeldete Festsitzung in Basel, die am 8. August stattfand, liegt uns der folgende ausführliche Bericht vor: Die Delegierten und Teilnehmer des XX. Zionistenkongresses hatten sich aus Zürich mit einem Sonderzug nach Basel begeben. Die Zionistische Exekutive war korporativ erschienen. Ebenso nahmen an der Feier eine Reihe von Ehrengästen, unter ihnen die noch lebenden Delegierten des I. Kongresses und zahlreiche Journalisten aus allen Ländern teil. Der Sonderzug, der die Festteilnehmer aus Zürich nach Basel brachte, war dekoriert und mit Aufschriften versehen, die auf die historische Feier hinwiesen. Die Eisenbahnbilletts, die die Verwaltung der Schweizer Bundesbahnen für diesen Sonderzug ausgegeben hatte, wiesen den Text auch in hebräischer Sprache und das Abzeichen des XX. Zionistenkongresses auf. Der Kasinosaal in Basel war mit Blattpflanzen, Blumen, Teppichen und zionistischen Fahnen reich geschmückt. Über zweitausend Menschen füllten den Saal und die Galerien bis auf den letzten Platz. Präsident Dr. Weizmann lud die Teilnehmer des I. Kongresses und die übrigen Ehrengäste ein, am Präsidiumstisch Platz zu nehmen. Nachdem der Züricher jüdische Gesangsverein „Hasamir“ unter Orgelbegleitung einige Festgesänge zum Vortrag gebracht hatte, wurde die eigentliche Feier durch Hammerschläge eröffnet, die Doktor S c h a 1 i t ausführte, einer der engsten Mitarbeiter Herzls, der schon den I. Kongreß in gleicher Weise eröffnet hat. Tiefe Ergriffenheit herrschte im Saal, als der Präsident des XX. Kongresses und des Zionistischen Aktionskomitees, M. M. Ussischkin, das Wort ergriff. Vor vierzig Jahren, so führte Ussischkin aus, stand auf dieser Tribüne ein Mann, der mit dem Adlerflug seinesgroßen Gedankens das jüdische Volk mit sich fortgerissen und eine mächtige Bewegung geschaffen hat. Groß sind die Erfolge dieser Bewegung. Herzls großer Traum vom Judenstaat nähert sich der Verwirklichung. Wir stehen bereits am Vorabend des Judenstaates. Weizmanns Rede Außerordentlich bewegt, mit leiser, verhaltener Stimme, sprach Weizmann. Er gab einen Überblick über die Entwicklung des Zionismus in den vierzig Jahren des Bestehens der organisierten politischen Bewegung. Herzls mühevolle Arbeit in den ersten Jahren des politischen Zionismus sei eine Arbeit „für uns, aber nicht mit uns gewesen“. Herzl habe versucht, an die Türen der jüdischen Barone und Reichen zu klopfen, aber die erwartete Antwort von dieser Seite sei ausgeblieben. Dann habe er sich an die „k 1 e i- BANKGESCHÄFT Dr. OFFENBERGER Wien, I., Freyung’ 1 Telephon: U 27-2-11 U 28-2-55 Durchführung sämtlicher Banku. Börsetransaktionen nen Leute“ gewandt. Wir, die kleinen Leute aus Odessa, Warschau und anderen Städten, sagte Weizmann, haben der Bewegung ihre Breite gegeben. Der jetzige Kongreß, der in so verantwortungsschwerer Stunde zusammengetreten ist, sei f r e i von Parteikampf und geladen mit jener Spannung der Idee, die die Bewegung seit Herzls Zeiten kennzeichnet. Dr. Weizmann beglückwünschte Ussischkin sodann herzlich zu seinem 74. Geburtstag, den er heute feiert, und widmete einige Worte seiner 50jährigen fruchtbaren und erfolgreichen Arbeit für den Zionismus und den Palästinaaufbau. Zum Schluß dankte er der Stadt Basel für die Gastfreundschaft, die sie vom I. Kongreß an so vielen zionistischen Kongressen gewährt [ Für WEEKEND und REISE bestbekannten EISEN FEINWURST UND SELCHWAREN Zentrale und Postversand II., Rotensterngnsso 12 hat, und durch die sie mit der Geschichte der zionistischen Bewegung unzertrennlich verknüpft worden ist. Die Fahne des I. Kongresses wird nach Jerusalem gebracht Es erfolgte hierauf die feierliche Übergabe der Fahne des I. Zionisten-Kongresscs an den Präsidenten Ussischkin. Die Fahne, die bisher in der Schweiz aufbewahrt worden ist, soll jetzt n a c h J e r u s a 1 e m g ebracht werden. Alle Teilnehmer der Festversammlung erheben sich von den Plätzen. Ussischkin nimmt die Fahne entgegen und erklärt feierlich, sie werde in Jerusalem als Symbol der Proklamierung des politischen Zionismus treu behütet werden. Ein Vertreter der Schweizer B u ndesregierung hielt eine Ansprache, in der er daran erinnerte, daß neun Zionisten- Kongresse bereits in Basel abgehalten worden sind. Er lud die Führung der zionistischen Bewegung ein, auch die künftigen Kongresse in der Schweiz zu veranstalten. Es sprach dann der Vertreter der Baseler Jüdischen Gemeinde. Er teilte mit, daß die Gemeinde beschlossen habe, den I. Kongreß in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds einz utragen. Die letzte Begrüßungsansprache hielt ein Vertreter des Schweizer Zionistenverbandes. Zwei Generationen Eine längere Rede hielt der Stockholmer Oberrabbiner Dr. Markus Ehrenpreis. Er hob hervor, daß auf diesem Jubiläumsfestakt eine Begegnung zwischen zwei Generationen, der von 1897 und der von 1937, stattfinde. Er appelliere an die^ junge Generation, der es vergönnt ist, d Fe Befreiung zu verwirklichen, den Idealen treu zu bleiben, die der alten Generation auf ihrem- Wege voranleuchteten, der Generation, die den Weg zu dem Sieg des Zionismus gebahnt hat. Dr. David Färb stein gab Erinnerungen über den I. Kongreß, auf dem er das Referat über die wirtschaftliche Lage der Juden in der Welt gehalten hatte. Weitere bemerkenswerte Erinnerungen teilte Prof. Dr. Heinrich L o e w e aus Jerusalem mit, der auf dem I. Kongreß Delegierter aus Palästina war. Als letzter Redner sprach der Direktor des Keren Hajessod, Leib J a f f c, über die Aufgaben der Jugend,; deren Vertreter er auf dem I. Kongreß gewesen ist. Mit der Hatikwa klang* die Erinnerungsfeier aus. Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt veranstaltet in den Räumen des Zentrallokals, II., Taborstraße Sa, anläßlich der hohen Feiertage einen feierlichen Gottesdienst unter Mitwirkung des bekannten Oberkantore Israel Rabinowicz. Kartenverkauf täglich von 10 llhr vormittags bis 9 Uhr abends ab Mittwoch, den 18. d. Die hebräische Schule, IT., Praterstraße 13, veranstaltet in ihren Räumen anläßlich der hohen Feiertage ein Minjam. Kartenverkauf ab Mittwoch, den IS. d., von 4 Uhr bis 10 Uhr abends. ln der Mitte von Dr. &cbeätt Wjmmann, Ussi&h&in L ' J Das Auditorium üi vrt; || V v<: >'-V’ ‘V; . s; •* c\ , i