Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1937-08-06 · Heft 666 (6.8.1937) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 666 (6.8.1937)
Date
1937-08-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3053752-3054338-3054422--6846-3062748
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Wien, Freitag, 6. August 1087. — Nr. 868. Dü tTIMMI Seit« 5 Hof gaste in früher Westend, jetzt Gaststätte Anderka 3 Minuten vom Kurhaus I Streng rituell u. A. d. S di i ff sch ul Wien, la Wiener KOche, günstige Pension*- arrangements in Zimmern und Thermal* bSdern mit jedem Komfort, fließendes Wasser usw. Mäßige Preise, über die hohen Feiertage geöffnet..— Gefl. Anfragen an Georg Wolff, Haus Anderka, Hofgasfein Die Hechaluz-Weltkonferenz Zürich, 2. August. (JTA.) Nach Entgegennahme der Send orberichte aus den einzelnen Ländern hat die Weltberatung des Hechaluz beschlossen: Im Einklang mit der Lage in Palästina und der Notwendigkeit, die Ki'busoh-Positionen der jüdischen Arbeiterschaft Erez Israels in Stadt und Dorf, auf der See, bei den Regierungsarbeiten und bei der Verteidigung des Jißchuw zu stärken, fordert die Weltberatung des Hechaluz vom XX. Zionistenkongreß, den Anteil der chalu ziehen Alija an der allgemeinen Zertifikate Alija zu vergrößern. Die Weltberatung betont die Notwendigkeit, die ch.aiuzisc.he Haehscharah zu vergrößern und fordert des halb, daß der Zionistenkongreß das Budget für die Haehscharah auf 15.000 Pfund jährlich erhöhe. Die Weltberatung begrüßt die Schaffung des „Brit Hahistadrujot Hechaluziot“ und beschließt, nach dem Kongreß eine gemeinsame Beratung mit Vertretern aller chalu zischen Organisationen einzuberufen. Ihrem Vizepräsidenten Herrn <JMax Bannet, Wien anläßlich seiner Vermählung mit Fräulein Heia Blonska, Tarnow übermittelt die herzlichsten Glückwünsche Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Italienische Konsulate in Transjordanien und Palästina Jerusalem, 4. August. (JTA.) Es verlautet daß die italienische Regierung die Absicht Regierung habe, ein Konsulat in Transjordanien und Vizekonsulate in Jaffa und Tel-Aviv zu errichten. Amerikanische christliche Politiker gegen die Teilung Palästinas Paris, 4. August. (Privat.) „Agence Radio“ meldet aus New York: In einer großen Versammlung der „Christlichen Konferenz über jüdische Fragen“, an welcher sich eine große Anzahl führender Politiker beteiligte, wurden eingehende Referate über die zwei Hauptprobleme gehalten: die Palästina frage und die Lage der Juden in Europa. Die Konferenz sandte an den Völkerbund eingehend begründete Kundgebungen, in der sie gegen den Plan einer Teilung Palästinas protestiert und ebenso gegen die Verfolgungen der Juden in einigen europäischen Staaten. Unterschrieben ist die Kundgebung unter anderem von dem New-Yorker Bürgermeister La Guardia, von den Gouverneuren von sechs Staaten, von den Senatoren Wagner und Copland, sowie von dom Führer der amerikanischen Gewerkschaften William G r o e n. Eino gleiche Kundgebung wurde von dem amerikanischen Pro- Pa 1 ä s t i n a - K om i t. o o angenommen, dem eine Reihe von Bischöfen aller christlichen Konfessionen angchörten. Ein Palästina-Plan Beeks? London, 4. August. (JTA.) Wie „Star“ berichtet, soll der polnische Außenminister Bock eine eigene Lösung für das Palästinaproblem ausgearbeitot haben, mit der er horauszukommen gedenke, falls der britische Aufteilungsplan auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen sollte. Beh konz Realbüro Ing.M.Mühlbauer Kau) und Verkaul von Realitäten, Hypotheken I., II. und III. Sälze, Bau- und Zwlsdienkredile Gebäudeverwalfung Büro; h dnz-Jose|s-Kai 11 Id R-25-U-M Wohnung: II., Vorgarfenslr- 150.Tel. R-41-8-88 Eine zweite Rede Ormsby Gores eingehende Genf, 2. August (Priv.). Wie die Jüdische Telegraphenagenfcur meldet, hat Kolonienminister Ormsby Gore auch in der zweiten (vertraulichen) Sitzung der Mandatskommission eine Reihe von Ausführungen tische über den Verteilungsplan gemacht, Der Minister gab dabei eine Schilderung der Lage der Juden in der ganzen Welt, die eine Ordnung der Verhältnisse in Palästina erfordert. Auch die politischen Verhältnisse in der Umgebung des Heiligen Landes, namentlich in A r abien und Ägypten, machen dies erforderlich, um Unruhen zu vermeiden. Der .Minister bedauert, daß die Bestrebungen hach einem Parlament in Palästina erfolglos blieben. Beide Nationen hätten sich gegen den „legislativen Rat“ ausgesprochen. — Der Minister forderte sodann, daß auch gleich die technischen Probleme der eventuellen Teilung beraten werden, um die Arbeit des Plenums des Völkerbundes in der Herbstsession zu erleichtern. Gegen diese Vorschläge sprachen sich jedoch eine Reihe von Mitgliedern der Kommission aus, die der Meinung sind, es müssen erst die Berichte über die vergangenen Jahre — 1935 und 1936 — geprüft werden, ehe prinzipiell zu dem Vorschlag der „Vereinigten Kommission“ Stellung genommen werden könne. Dazu gehöre namentlich der Bericht über die Unruhen von 1936. In dieser Form faßte dann die Kommission auf Antrag des Vorsitzenden die Beschlüsse über die Fortsetzung ihrer Arbeit. Debatte werde man sich bemühen, die Zustimmung der Juden und Araber zu dem Plan zu erlangen. Die Erklärung des Kolonienministers vor der Mandatskommission, daß die briegierung nicht eine sofortige Entscheidung über die Teilung Palästinas erwarte und auf den von der Königlichen Kommission vorgeschlagenen besonderen Plan nicht festgelegt sei, wurde in Kongreßkreisen mit einem Gefühl der Erleichterung ausgenommen. Man glaubt, daß nach diesen Erklärungen die unmittelbare Gefahr der Teilung beseitigt ist und eine Atempause geschaffen werde, die zur Erlangung besserer Bedingungen ausgenutzt werden kann. Kommission und Kongreß Der Klub i}Erez Israel“ übermittelt seinem Vizepräsidenten Herrn uHax Bannet, Wien die herzlichsten Glückwünsche anläßlich seiner Vermählung mit Fräulein Heia Blonska, Tarnow Kongresses stark beeinflußt gegen werden. * die Teilung In Völkerbundkreisen äußerte man anläßlich des Beginns der Tagung der Mandatskommission die Ansicht, daß die Stellungnahme der Kommission zu dem Teilungsplan wesentlich davon abhängen wird, wie der Zionistenkongreß, dessen Beratungen vierzehn Tage dauern werden, ebenso lange wie voraussichtlich die der Mandatskommission, sich zu dem Plan verhalten wird. Nach Ansicht gut eingeweihter Persönlichkeiten würde die Mandatskommission durch eine feste Haltung des Die Abordnungen des Waad Leumi und der Neuzionistischen Organisation haben Besprechungen abgehalten, um eine einheitliche Stellungnahme herbeizuführen. Dieser Versuch ist nach langen Debatten mißlungen. Vor der Abreise nach Zürich haben die Mitglieder der Abordnung des Waad Leumi eine Reihe von Beratungen mit den Mitgliedern der Mandatskommission abgehalten. x Dr. Stephan S. W i s e ist vom britischen Kolonienminister Ormsby Gore in Audienz empfangen worden, dem er den Standpunkt der amerikanischen Juden!] eit hinsichtlich des Teilungsplanes auseinandersetzte. Generaldebatte auf der WIZO-Konferenz Nach der Rede des Ministers entwickelte sich eine lebhafte Aussprache. Mehrere Mitglieder der Kommission wiesen darauf hin, daß es nicht zweckmäßig wäre, die Sache i n so großer Eile zu behandeln. Es müsse auch die festgesetzte Tagesordnung gewahrt werden. Diese sehe vor, daß zuerst die Berichte der Palästina-Verwaltung für 1935 und 1936 und die eingereichten Petitionen beraten werden sollen. Erst dann werde die Prüfung des Berichtes der Königlichen Kommission und der britischen Regierungserklärung vorgenommen und eine Stellungnahme darüber, ob der Teilungsplan die einzige Lösung des Palästina-Problems darstellt, möglich sein. Nur wenn die Mandatskommission zu der Überzeugung kommen sollte, daß es tatsächlich keinen anderen Ausweg gibt, werde man sich mit den Einzelheiten der Durchführung befassen können, wie dies der Kolonienminister gefordert habe. Das offizielle Communiqug über die Beratungen, die am Vor- und am Nachmittag des 2. August fortgesetzt wurden, teilt mit, daß die Anhörung der Vertreter der Mandatsmacht zunächst unterbrochen worden sei, um der Kommission zu ermöglichen, ihr Arbeitsprogramm zu prüfen. Auf Grund eines längeren Meinungsaustausches wurde folgender Plan auf gestellt: 1. Prüfung der Mandatsverwaltung in den letzten zwei Jahren; 2. soll festgestellt werden, ob das der Kommission vorliegende Material ausreicht, um dem Rat eine Meinungsbildung über uas Problem als Ganzes und auch über die verschiedenen vorgeschlagenen Lösungen zu ermöglichen. Erforderlichenfalls soll der Vertreter der Mandatarmacht gebeten werden, das vorliegende Material im Laufe der Tagung zu ergänzen; 3. soll dem Völkerbundsrat ein Bericht über die Vor- und Nachteile jeder der verschiedenen Lösungen erstattet werden, nämlich a) die Beibehaltung des bestehenden Mandats, b) Abänderungen des Mandats, c) Kantonisierung, das heißt Beschränkung der jüdischen Einwanderung auf bestimmte, näher zu bezeichnende Be zirke Palästinas, d) Teilung, e) sonstige Möglichkeiten, die sich aus der Aussprache ergeben. Im Laufe der Prüfung des vorliegenden Materials soll ferner untersucht werden, ob das Mandat, wie es im Jahre 1922 geschaffen wurde, an sich durchführbar ist, oder ob hinzugekommene Umstände es unmöglich gemacht haben, seine Durchführung ohne grundlegende Änderungen in Aussicht zu nehmen. Im Prinzip für Teilung? Zuverlässigen Berichten zufolge, die in den maßgebenden Kongroßkreisen aus Genf eingetroffen sind, wird die Mandatskommission don Teilungsgrundsatz als beste Lösung der gegenwärtigen Lage in Palästina annehmen, jedoch Vorschlägen, daß die britische Regierung einen detaillierten Plan vorlege. Dieser neue Plan würde abermals der Mandatskommission zu unterbreiten sein, die dann ihrerseits dem Völkerbundrat Vor- Zürich, 2. August. Eine lebhafte Generaldebatte über die Berichte der Exekutiven füllte die ersten zwei Sitzungstage (28. und 29. Juli) der WIZO- Konferenz bis in die späten Abendstunden. Viel Aufmerksamkeit wurde den Fragen der Organisation und Propaganda gewidmet, Frau Iiomana Goodman, die Vorsitzende des Londoner Organisation- und Pro paganda-Departements, stellte fest, daß es der WIZO trotz aller Bemühungen noch nicht gelungen ist, die jüdische Frauenwelt in ihre Organisation einzureihen. Immerhin habe man erhebliche Fortschritte gemacht. Die WIZO zählt jetzt 85.475 Mit glieder. Jede jüdische Frauenorganisation in der Welt müßte dafür gewonnen werden einen gewissen Prozentsatz ihrer Einkünfte dem Werk der WIZO für die jüdische Frau und das jüdische Kind zuzuführen. Die Schatzmeisterin, Mrs. A1 m a n, verlangte ein ausgeglichenes Budget. Die Budgets einiger Institutionen, zum Beispiel der Schule in N aha 1 a 1, haben sich während der letzten Jahre fast verdoppelt. Auch Ayanot (Ness Ziona) braucht ein erhöhtes Budget, ebenso die Haushaltungsschule und die neue Mutterschule. Die Mitvorsitzende der Exekutive der WIZO, Mrs. Rebecca D. S i e f f, richtete aus Tel Mond, wo sie jetzt weilt, an die Delegierten der WIZO-Konferenz eine Botschaft, in der sie eine Reihe von Vorschlägen, be treffend die Frage der Transferierung der gesamten exekutiven Verantwortlichkeit nach Palästina, Ausdehnung der Propagandaarbeit, die von der Palästina-Exekutive für die Galuth lind Erez-Israel durch geführt wird, Verstärkung der Organisation der Palästina-Föderation (Hißtadruth nasohim zioniot) usw. macht. Die WIZO müsse ein wichtiger Zweig der zionistischen Welt bewegung werden. Die Zahlung des zionistischen Schekels durch alle Mitglieder der WIZO, damit die Bekundung der Zugehörigkeit zur Zionisti sehen Weltorganisation als Verpflichtung jedes vollberechtigten WIZO - Mitglieds, wurde von mehreren Rednerinnen mit großem Nachdruck befürwortet. Die Wortführerin hierin war Frau Esther S m o i r a, die unterstützt wurde von Frau P a ß w e g (Österreich), Frau Jettka Levy - Stein (Deutschland), Frau Ladyszensky (Palästina), Sußmann u. a. m. Die bessere Fürsorge der Senior-WIZO für ihre Jugendorganisation, die Jung-WIZO war ein Hauptthema der Debatte, mit Wärme und Eindringlichkeit verfochten von Frau Olga Epstein, Leiterin des Jngenddopartements der Londoner Exekutive, Frau Marie Pollak, der Schöpferin der Jung- WIZO, Frau Fini Brada (Tschechoslowakei), Frau Henny Lichtenstein-Rappaport (Wien), Frl. Spillman (England). Die zentrale Forderung war die nach Schaffung eines Sekretariats der Jung-WIZO in Erez Israel. Die Palästina-Debatte konzentrierte sich hauptsächlich auf Fragen der Schulung (Haehscharah) zu physischer Arbeit und fachlicher Leistungsfähigkeit. Frau Hanna Steiner (Tschechoslowakei) stellte die Forderung budgetärer Hilfe aller WIZO- Föderationon zu planvoller fachlicher Ausbildung der Jugend, besonders der Mädchen, auf, die in Zusammenarbeit mit dem Die Notwendigkeit der Abschaffung der Kinderarbeit in Palästina war eine weitere Frage, die die Konferenz lebhaft behandelte. Die Schweizer Föderation forderte auch zusammen mit der tschechoslowakischen Föderation eine Aktion zur Regelung der rechtlichen Stellung der jüdischen Frau in Erez Israel. Die Anträge der Leitung angenommen Für die Exekutive hielt Frau Dr. Vera Weizmann das Schlußwort. Sie verwies nochmals auf ihre Vorschläge, die sie im Namen der Exekutive in ihrem Eröffnungsvortrag begründet hatte: die Schaffung eines Frauendepartements an der Jewish Agency, das sich mit allen Fragen praktischer Frauenarbeit zu befassen hätte, auf die Ausdehnung der Einwanderungsaktion für die Jugend — die Jugendalijah (bisher nur 15- bis 17jährige aus Deutschland), auch auf diese Alterskategorie in Polen, auf eine Aufforderung an den XX. Zionistenkongreß, die Haehscharah (Palästma-Vorbereitungsarbeit) in der Galuth systematisch durchzuführen, auf eine Aufforderung an die palästinensische Regierung, die erzieherische, berufliche und soziale Arbeit der WIZO zu unterstützen, auf eine Aufforderung an die Jewish Agency und den Waad Leumi das WIZO-Werk durch konkrete und finanzielle Hilfe zu fördern, und schließlich auf eine Aufforderung an den Keren Kajemeth, die WIZO-Propaganda in der Galuth zu unterstützen. Alle diese Anträge wurden von der Konferenz unter lebhaftem Applaus gutgeheißen. * Nach Bericht des Legitimationsausschusses beträgt die Zahl der Konferenz-Delegierten 100 — davon sind 12 Jung-WIZO- Delegierte — und die Zahl der anwesenden Exekutive-Mitglieder 20. Weltverband der Allgemeinen Zionisten Zürich, 3. August. Gestern wurde hier die Weltkonferenz des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten unter zahlreicher Beteiligung von Dr. Schwarzbart eröffnet. Dem zu der Beratung erschienenen Präsidenten Ussischkin wurden lebhafte Ovationen dargebracht. Dr. Schwarzbart umriß in seiner Begrüßungsansprache die historische Situation des Kongresses und des Weltverbandes. Nach ihm hielt Ussischkin ein politisches Referat. Die folgende Debatte beschäftigte sich bisher nur mit der Teilungsfrage. Über Einladung des Präsidiums des Weltverbandes referierte Ben Gurion über die Teilungsfrage. Nach Abschluß der politischen Debatte wird sich die Weltkonferenz organisatorischen und propagandistischen Fragen, insbesondere der Jugend- und Arbeiterfrage, zuw'mden und Neuwahlen durchführen. schlüge machen würde* In der Zwischenzeit1 Hechaluz durchgeführt werden soll. Großes Gartenfest in Sauerbrunn. Wegen schlechter Witterung wurde das für den 1. ds. an gesetzte Gartenfest endgültig auf Sonntag, den 8. ds.. veivehobon: es findet um 5 T’lir nachmittags in Ilönigsbergs Garten-Cafe 6tatt. Sämtliche Gesinnungsgenossen sind herzlich eingeladen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.