Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 10 (1936-1937)
- Issue
- Heft 664 (30.7.1937)
- Date
- 1937-07-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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S«!t« 4 Nr. 661. — Wten,Freltae, 66. Juli ttflT. BAL MOUSSAF mit schöner Stimme für die Hohen Feiertage gesucht Schrillt. Offert« »n die Adm. d. Bl. unter „IX. Bezirk" (Verlag Dr. Heinrich Glanz, Wien.) Eine Idee ist so lange 1 e b e n d i g, als sie sich immer weiter fortpflanzt in neue Herzen und Hirne, als eie sich unaufhörlich regeneriert durch die befruchtende Auseinandersetzung mit anderen Ideenkreisen. Weil der Zionismus „ein ewiges Ideal“ ist, wie os mit Herzig eigenen Worten im Vorwort zu dem soeben erschienenen ersten H e r z 1 - J a h r- 'b u c h heißt, erschien es dem Herausgeber dieser bahnbrechenden Publikationenreihe Dr. Tulo Nuseenblatt, notwendig, alles Wissenswerte, Aufbauende, Weiterhelfende, das den Traum und die Tat Theodor Herzls den heranwachsenden Geschlechtern versinnbildlichen oder neue Wege durch das Dickicht der jüdischen Existenz aufzeigen könnte, in einem Sammetbuch zu vereinigen, um also dankbar und pietätvoll Sehnsucht. Tat. Erfüllung, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch das Symbol gültiger Worte unzerreißbar zu verknüpfen. Von ganz besonderem Wert, sind die im ersten Teil des Buches veröffentlichten Herzl-Dokumente: Auszüge aus seinem Jugendtagebuch, unbekannte Aufsätze und vor allem die Briefe H e r z 1 s, an verschiedene Persönlichkeiten gerichtet, Wiener KINDiR-LIDO 25 Minuten vom Zentrum, hochgelegen. Beim Hause: Schwimmbad, kalte u. warme Duschen, Sport- und Spielplatz, Liegewiesen. Heller, 180 m* großer Saal, bei Schlechtwetter. Jnkl. reicht. Miltagessen, Jause und Fahrt S 18*50 pro Woche. Auskunft: Telephon ü 14-908 nur von 8 bis 9 Uhr abends. die der Herausgeber seit Jahren in aller Welt gesammelt und hier mm eretenmal veröffentlicht. ha.t: Briefe an Sonnenthal, Bahr, Professor Belkowsky, Adolf Stand, Professor Gott-heil, Kreaneneaky, Marmorek und andere. Aber auch Martin Bubet, Rafael Edelmann, Josef Patai und Leo W o h 1 m a n n haben Herzl-Brief e beigesteuert, während Franz K o b 1 e r diese Abteilung mit einem zusammerfassenden Essay über „Herzl als Briefschreiber“ abschließt. Wertvolles, wenig bekanntes Material zum Verständnis der Geschichte de« Frühzionisnnue bringen die Aufsätze von Markus Ehrenpreis, Nathan Gesang, Alfred Werner („Heinrich Heine und der Frühzioniemus“) und Magnus Davidsohn („Die Entstehung der Hatikwah“). Von besonderem Interesse sind gerade in diesem Jahre neben den Dokumenten der Frühgeschichte (z. B. das Memorandum der „K a d i m a h“ an die Wiener Israelitische Kultusgemeinde aus dem Jahre 1884), die Materialien zur Geschichte des ersten Zionistenkongresees 189 7: ein Rundschreibe4i des Büros, die Einladung an den Regierungsrat des Kantons Basel, das Protokoll der Karlsbader Vorkonferenz, die Liste der Delegierten, Teilnehmer und Journalisten am Kongreß (zum erstenmal zur Gänze zusammengestellt), ein Brief Achad Haams an Leib Jaffe über diese bedeutungsvollen Tage sowie aufschlußreiche Beiträge von Walter Kölner und Abraham Salz. Den größten Raum des Buches nehmen die Würdigungen und Erinnerungen ein: gleichsam der Spiegel, worin die Persönlichkeit Herzls in ihrem irdisch-unirdischen Kampf um Israel uns wiederersteht. Da sind die Zeitgenossen Herzls wie Monz Reiehenf e 1 d, Heinrich Glücksmann, Max Jungmann, Gustav Seidemann, Pauline Wengeroff (die Verfasserin der „Memoiren einer Großmutter“, aus denen ein unveröffentlichter Abschnitt hier publiziert wird), Samuel Bettelheim, Emma GottheÜ und Dr. Egon Zweig, die ans der Fülle Ihrer Erlebnisse mit Herzl schöpfen, während die Eiiben Herzls die Prismen sind, welche die Strahlen seines Geistes fortentwickeln in die Ewigkeit: der Heral-Biograph Alex Bein, der Keller- Forscher Jonas F r ä n k e 1 („Theodor Herzte Feuiiilletonfcunst“), Josef F r ä n k e 1, Theodor Monteser („Erinnerungen an Herzl von Hanoi Niese, Karl Goldmark, Wilhelm Kresse“), Leo GoldhammeT („Theodor Herzl und Sigmund Freud“), Henooh Sohar, Ernst Müller, Lavoelav Sik („Bei den väterlichen Ahnen Theodor Herds“), Dr. WolfGuttmann („Herzls Todeskrankheit“, eine tiefschürfende medizinische Analyse), Gisela A1 c a 1 a y. Würdigungen Herzig enthalten auch die hier abgedruckten Briefe Marmorek*, Nordaus und Chasanowitz*. Ausdruck der Dankbarkeit und Pietät sind die Beiträge Prof. Max Eislers („Das Bahrtuch für die Überführung der Gebeine Herzls“) und Dr. Oekare^Grlinbaum* („Für ein Herzl-Institut“), während der Herausgeber, von dem der einleitende Aufsatz über Herzls Weg stammt (Die Geburt der Idee in Paris!), das Buch mit einer Zusammenstellung der Ehrungen Herzls beschließt, die diie Liebe des Volkes zu dem großen Toten zeigen. In diesem Zusammenhänge seien die hier zum ersten Male veröffentlichten letztwilligen Verfügungen Herzls und Wolffsohns erwähnt. Das Buch enthält wertvolles Bildermaterial au« der Zeit und aus dem Kreise Herzls; Literaturangaben und Register verleihen dieser Publikation, die im einzelnen noch ausführlich besprochen werden soll, wissenschaftlichen Charakter. Im Vorwort wird es als unsere Pflicht hingestellt, Leben und Tat Herzls zu erforschen: „Dieser Aufgabe soll das Herzl-Jahrbuch dienen. Der vorliegende Band stellt nur den Anfang zur Erreichung dieses weiten Zieles dar.“ Beh. konz. Realbüro Ing. M. Mühlbauer Kaut und Verkaul von Realitäten. Hypotheken (I. und 111. Satze, Bau* und Zwlsdtenkredlte Gebaudeverwaltung * Büro: Franz-Josefs-Kal 11 fei. R-25-0-44 Wohnung» ll* Vorgariemlr. lßO. Tel. R-41-8-88 Oskar Baum: Da« Volk dee harten Schlafs. Ein fast unbekanntes Stüok Weltgeschichte mit fesselnden Konflikten, die aus der Gegenwart geschnitten scheinen, hat hier ein Erzähler von europäischem Niveau zu einem Dokument von bleibender Bedeutung gestaltet. Ein Roman von bunter spannun^sredoher Handlung und zugleich Wahrheit metoriseben Berichts. Eine seltsame Zeit und seltsame Gestalten. Heidnische, christliche und jüdische Gedankengänge ringen in einem gewaltigen Volk, das ein viertel Jahrtausend den europäischen Osten von der Wolgamündung ans beherrschte, den Chazaren. Der Sieg der Gerechtigkeit, Wahrheit und Menschenliebe durch richtig verstandene nationale und religiöse Ideale fand noch nie ein treffenderes Beispiel. R. Löwdt-Verlag, Wien und Jerusalem. Wir werden auf den Roman noch ausführlich zurückkommen. Mitteilungen der Israelitischen Kultusgemeinde. Für einen armen Mann, dem beide Füße amputiert werden mußten, wird ein Selbstfahr wagen dringend gebraucht. Gefällige Mitteilungen wesen Überlassung eines solchen Wagens, eventuell gegen mäßige Bezahlung, am die Filrsongezemtrale der Kultusgemeinde, I., Seitenste ttengaese 2, 1. Stock, erbeten. Die Tageszeitung des XX Zionistenkongresses in Zürich (12 bis 13 NumiSäSXt: RATH & CO. II., Taborstraße 20 a, Telephon Nr. R 45-305, einzeln oder im Gesamtabonnement zu haben DIE KINDER-STIMME REDIGIERT VON LILIAN GRÜNWALD „Der Mann mit dem großen Bart“ Unlängst las ich irgendwo den Bericht eines Mädelchens aus Deutschland, das nach Palästina geflüchtet war und dort in einer landwirtschaftlichen Schule Aufnahme gefunden hatte. Es berichtete seinen Verwandten nach Europa von seiner so neuen Umgebung. Unter anderem schrieb es: „... Jetzt kann ich mich schon recht gut mit meinen Kameradinnen verständigen, neulich haben sie mich aber recht ausgelacht. Sie fragten mich, ob ich wüßte, wer Theodor Herzl gewesen sei, und da sagte ich: Ja, der Mann mit dem großen Bart. Denn zu Hause in Deutschland hatte Mama ein Bild von Herzl im Schlafzimmer hängen: ein Mann mit einem großen Bart und der sei Herzl, das wußte ich.. Sehr nachdenklich bin ich beim Lesen dieses Briefes geworden. Könnt Ihr euch denken weshalb? er ein Jude war. Die Regierung wollte dem französischen Volk zeigen, daß sie nicht für die Juden eingenommen sei. Und der christliche Vorgesetzte des Dreyfus, der selbst das Verbrechen begangen hatte, wollte sich und seine Ehre retten und sah zu, wie der unschuldige Dreyfus zur lebenslänglichen Deportation auf die Teufelsinsel — so genannt wegen ihres teuflischen und mörderischen Klimas — verbannt wurde. Herzls Gerechtigkeitsgefühl empörte sich, aber da stand er nicht allein: auch unter den Franzosen gab es gerechte Männer, allen voran Emil Zola, ein französischer, christlicher Dichter, der öffentlich für den jüdischen Hauptmann einzutreten wagte! Entflammt war Herzl gegen die Ungerechtigkeit, entflammt war aber auch sein Stolz. „Ich bin ja vom selben Blut und Stamm, wie dieser Jude da“, mußte er denken. „Welche Schmach tut man uns an und wir können uns nicht wehren!“ Und mit Seherblick erschaute er nicht nur das Martyrium gerade des einen Juden. Er sah die ganze Nation verfolgt, entehrt, schmachbedeckt. Er sah, er fühlte es voraus: daß es noch ärger kommen würde und nur zum schimpflichsten Untergang. Nun hätte er ja das tun können, was so viele taten und auch heute noch tun: ein bißchen schaudern... und dann sich die Augen zudeoken, die Ohren verstopfen und denken: das ist der Welt Lauf eben, und denen das Unglück passiert, die werden schon irgendwie selber schuld daran sein. Und er tat das, was jeder echte Seher tut; er vergaß an sich, seine persönliche Bequemlichkeit, an seine schöne Karriere und wollte den anderen die Augen öffnen, ihnen den Weg weisen und ebnen, der heute ins Gelobte Land führt. Wie wurde er ausgelacht, verspottet, seine besten Freunde glaubten, er sei verrückt geworden. Nur seine Eltern hielten stete treu zu ihm. Nach und nach gewann {seine Idee, die er in der Schrift „Der Judenstaat“ niederlegte, Anhänger. Gemeinsam mit ihnen schuf er die Einrichtung des zionistischen Kongresses, der das erstemal in Basel im Jahre 1897 tagte, wo die zionistische Weltorganisation geschaffen wurde, wohin das jüdische Volk durch seine, von ihm selbst gewählten Vertreter Zusammentritt und Beschlüsse faßt. Heuer wird der zwanzigste Kongreß abgehalten. Er findet in Zürich statt. Aus allen Ländern, wo Juden wohnen, kommen ihre Abgesandten dorthin. Herzl gewann Fürsten für die Idee des „Judenstaates“ — aber gleich Moses, der Befreiung seinem Volke bringen wollte, erging es ihm: Das Volk war halsstarrig, freute sich gedankenlos an den Fleischtöpfen Ägyptens und murrte oder spottete. Gleich Moses konnte er nicht ins verheißene Land zu dessen Aufbau kommen, die Früchte jubelnd mitzuemten. Nur wünschen, hoffen für die Seinen und leiden und kämpfen für sie, das scheint das Los aller Führer zu sein. Kinder! Strebt eurer Führer würdig zu sein! Die Stimme des Jungen Erez Israel spricht (Aus: Schlre Erez Israel. Deutsche Übersetzung von L. G.) Moses Und vielleicht... gibt es hier in Wien, in der Stadt, wo Herzl wirkte und begraben liegt, ... auch jüdische Kinder, die nicht mehr von ihm wissen..., als daß er ein Mann mit einem großen Bart war. Denen könnt ihr erzählen: Herzl war ein Mensch, der ein angenehmes Leben führte. Sein freier Beruf als Journalist, als Berichterstatter der „Neuen Freien Presse“, führte ihn in das bunteste Leben, er konnte Reisen machen, interessante Menschen und Begebenheiten erleben und dabei genug Geld verdienen, um sorgenfrei leben zu können. Verständnisvolle, liebende Eltern, die ihm nichts in den Weg gelegt hatten, und Freunde, die ihn schätzten, hatte er — und das alles setzte er aufs Spiel — um seinen verfolgten Stammesgenossen Hilfe zu bringen. Und das kam so: Der Berichterstatter einer Zeitung muß auch bei den Vorgängen, die sich Im öffentlichen Leben abepielen, dabei sein, um darüber dann den Lesern genaue Mitteilungen machen zu können. Dazu gehört der Besuch von Parlamentssitzungen, Versammlungen, Kunstdarbietungen, aber auch gerichtlicher Prozesse. In jener Zeit wurde ein Prozeß gegen einen jüdischen Hauptmann namens Dreyfus geführt. Er war angeklagt, Hochverrat und Spionage gegen den französischen Staat, in dessen Armee er einen verantwortungsvollen Posten bekleidet hatte, getrieben zu haben. Je länger der Prozeß dauerte, um so klarer wurde allen Leuten, die nicht diwnm oder verblendet waren, daß Hauptmann Dreyfus unschuldig war und daß man Iten nicht glauben schenken wollt o, weil kwor 2a V« Usrt-mAe^tur.itz )Ü toi, .arw or ha/Wir», q - tock mo .lc <kt bay - jwm,? s. r fJ - -"ifpri r Ic. teor I mV, bfuA-Ulr u wearneX Mim.-Lr-tat Ul- * * m ( lib-U M» a; mfi» öd Zwischen Bergen schon die Sonne glühet, Und im Tale funkelt noch der Tau. Heimat, dir, nur dir gilt unser Sehnen, Sei’s in Freude, Milbe — sei’s in Tränen. Von den Hängen Libanon, ja, bis zum Salzmeer Wollen wir mit Pflügen dich durchziebn, Neu bepflanzen, neu erbaun wir dich noch, 0 wie sehr verschönern wollen wir dich doch! fittnbo «teufri las d'in vy-, * V ' Tt *T * ** ♦San ijjrü Hy »rrAie Jini# d»3Mh uh V* >T •** T Tßto /.inöWs nbttn oi iy |D3Vi /)1iii#ö -nWinös ijjjIk 113)» #i£ .13351y»i Hy i3H i ifc» wim nw UK \ <T V-J * Von Daniel Friedrich Schubart „Gürte dich als wie ein Mann, Nebo zu ersteigen: Dem ick will dir Kanaan Von der Spitze zeigen. Diese Buhe nach der Not Sou dein Auge sehen; Dann erst wirst du durch den Tod 7m den Vätern gehen.* Moses höret, was er spricht, Gott vom WolkemUzc; EUt mit rotem Angesicht Auf zu Nebos Spitze; Schaut das honigreiche Land, Das die Seinen erben; Sinket dann in Gottes Hand, Seinen Tod zu sterben. Soll den Berg des Todes Mer Ich dereinst ersteigen; 0, so wolle Gott auch mir Die Gefilde zeigen, Wo für den erlösten Geist, Nach dem Kampf des Todes, Wein und Milch und Honig fleußt ln dein Garten Gottes. Wo vom Elend ungeplagt Keine Tränen fließen; Wo die Lippen, die geklagt, Ewig Jauchzen müssen. Müder Wandrer, steige fort, Um das Land zu schauen, Wo wir mit den Vätern dort Friedens hatten batten.