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Die Stimme · 1937-07-30 · Heft 664 (30.7.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 664 (30.7.1937)
Date
1937-07-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 4 Oll STIMM! Nr. 664. — Wien, Freitag, 30. Juli 1987. und Sti damerikan er, die Vertreter Boliviens. Chiles und Ecuadors einnehmen. England rechnet vor allem auf die Unterstützung Frankreichs, mit dem ee seit langem nicht in so enger Entente war wie jetzt. Ee erwartet gleichfalls wegen seiner engen politischen Verbindung keine direkte Oppoeition seitens der Türkei, trotzdem diese ein mohammedanischer Staat ist. Italien wird vielleicht vertreten sein, aber auch hier dürften sich dessen jetzt fühlbare, wieder bedeutend gebesserte Beziehungen zu England hinter den Kulissen geltend machen. Von Neuseeland darf Großbritannien naturgemäß Hilfe erwarten. Dasselbe gilt aber auch von Polen und Rumänien, eventuell von Spanien, Schweden und Lettland. Jedenfalls rechnet England damit, daß es bei keinem dieser Staaten auf offenen Widerstand stoßen wird, und daß jene, die dem Plan der Aufgabe des Mandates grundsätzlich widerstreben, sich der Stimme enthalten, wenn es sich um eine allgemeine Stellungnahme handelt. Selbstverständlich wird der Rat die gleichen Vorbehalte machen wie das englische Parlament und zunächst eine weitere Detaillierung der Vorschläge abwarten, so daß keinesfalls schon auf der nächsten Völkerbundtagung das letzte Wort gesprochen werden kann und weitere Verhandlungen bis zur nächsten ordentlichen Ratstagung des Völkerbundrates im Jänner 1938 verschoben werden müssen. Man nimmt in den Völkerbundkreisen an, daß auch der 20. Zionietenkongreß, der am 3. August in Zürich beginnt, gegenüber dem Aufteilungsplan schroffe Formulierungen vermeiden wird. Allerdings ist er an die Erklärung des Aktionskomitees gebunden, das auf seiner Jerusalemer Tagung im Mai d. J. „entschlossenen Widerstand des jüdischen Volkes gegen jeden Versuch der Beschränkung der Rechte, der Möglichkeiten und des Umfanges des jüdischen Nationalheimes“ angekündigt hat. Man hält es aber, wie aus zionistischen Kreisen verlautet, für wahrscheinlich, daß der Kongreß innerhalb dieses Rahmens der Exekutive und ihrem Vorsitzenden, Professor Weizmann, einen Spielraum für weitere Verhandlungen in der Form einer ziemlich umfangreichen Vollmacht lassen wird. Die Zionistische Bezirkssektion Vill./IX. Währingerstraße 6—8 veranstaltet zu in ihren Sälen einen Festgottesdienst n«rnwn «mia nv Kartenbestellungen bei den usschußmltgliedern und In der Sektion, Montag^bls Donnerstag von 7 bis 9 Uhr abends, Tel. R 62-0-12 Sb Bis zur TeUungi Einwanderung und Bodenverkaufs-KontroIIe HOTEL - PENSION BRISTOL SAUERBRUNN, Brgld. 1 AUTOSTUNDE VON WIEN / PRIMA KÜCHE / RUHIGE LAGE / ZIMMER •VON S 2.50 AN / TELEPHON A 11-5-89 Beginn der IX. WlZO-Jahreskonferenz in Zürich Zürich, 28. Juli (JTA.). Im Kursaal zu Zürich wurde am 27. Juli die IX. Jahreskonferenz der WIZO (Weltorganisation zionistischer Frauen) eröffnet. Die Präsidentin der WIZO, Frau Vera Weizmann, forderte in der Eröffnungsansprache die zionistischen Frauen in der ganzen Welt zur Intensivierung deT Tätigkeit für Palästina auf. Im Tätigkeitsbericht wurde bekanntgegeben, daß während des letzten Jahres die Landesorganisationen der WIZO in Italien, Syrien und der Türkei verboten und in Griechenland und Spanien aufgelöst worden sind. Dennoch ist die Mitgliederzahl der WIZO im Berichtsjahre um 5000 gewachsen. In Palästina mußte im Hinblick auf die gespannte Situation die Werbearbeit unterbrochen werden. Die Mitgliederzahl der WIZO in China ist entsprechend dem Rückgang der jüdischen Bevölkerungszahl gesunken. Es folgten Referate über die Tätigkeit der WIZO auf den Gebieten der Kinderfürsorge und der Mädohen-Hachscharah. In der Nacht zum 27. Juli wurden an das Kurhaus, in dem die WIZO-Konferenz tagt, zahlreiche Hakenkreuze angemalt. Die Polizei entfernte die Hakenkreuze und fahndet nach den Tätern. PEHSIOH ECKSTEIN neu renoviert Die Ermordung des Ingenieurs Zwanger Jerusalem, 27. Juli. Wegen der Ermordung des Ingenieurs Jakob Zwanger wurde der Grundstückmakler Reuben S o»h e n z w i 11 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Während des größten Teiles des Prozesses war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. f London, 27. Juli (JTA). Der Abgeordnete Colonel Wedgwood rbhfcete am 26. Juli im Unterhaus an Kolonienminister Ormeby-Gore die Anfrage, ob er in der Lage sei, eine Aufstellung der Reformen zu geben, die entsprechend den Empfehlungen der Königlichen Kommission von der Regierung innerhalb der Verwaltung Palästinas bald in Kraft zu setzen beabsichtigt seien. Der Kolonienminister erwiderte, daß eine Änderung der Einwanderungsgesetze in Palästina und Bestimmungen der notwendigen Vollmachten für den High Commissioner, die Bodenkäufe zu kontrollieren, gegenwärtig in Vorbereitung seien. Auch in der Organisation der lokalen Verwaltung werden Änderungen erfolgen, doch werde er vorher mit dem High Commissioner, auch im Zusammenhang mit den anderen Empfehlungen des Peel-Berichtes, darüber Beratungen abhalten; außerdem seien die Änderungen von einer Reihe finanzieller Erwägungen abhängig und, in vielen Fällen, von dem Ergebnis der bevorstehenden Prüfung des Jahresberichtes für 1936 und des Berichtes der Königlichen Kommission durch die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes. Auf die Frage Wedgwoods, ob das bedeute, daß alle Empfehlungen der Königlichen Kommission, die sich auf die Reform der Palästinaverwaltung beziehen, z urückgestellt werden, bis die Teilung durchgeführt oder endgültig beschlossen wurde, und daß nur solche Empfehlungen realisiert werden sollen, die für die Juden nachteilig sind, erwiderte Ormsby-Gore, daßdieskeineswegsde.rFall sei. Es sei jedoch vollkommen unmöglich, über die Vorschläge der Königlichen Kommision zu diskutieren; die Ständige Mandatskommission habe eine außerordentliche Tagung einberuferi, um den Bericht der Palästinaregierung für das Jahr 1936, in das die Unruhen fallen, und die Führung der Verwaltung in Palästina zu behandeln. Es sei nicht möglich, die Vorschläge zu erörtern, ehe die Bedürfnisse des Landes, das die britische Regierung im Aufträge des Völkerbundes verwalte, ihr nicht bekannt seien. Die Agitation des Mufti Auf eine weitere Frage des Abgeordneten Wedgwood, ob Schritte unternommen worden sein, um der weiteren Agitation des Mufti vorzubeugen, erwiderte Ormsby- Gore, die Palästinaregierung sei mit Unterstützung der militärischen Behörden über alle Schritte des Mufti informiert und beobachte genau die Situation; er sei überzeugt, daß alle Maßnahmen getroffen werden würden, um eine den Frieden, die Ordnung in Palästina bedrohende Agitation, wo immer sie sich zeigen würde, im Keime zoi ersticken. Auf eine weitere Frage Wedgwoods, ob der Mufti in Freiheit bleiben oder ob er verhaftet werden wird, antwortete Ormsby-Gore, dies hänge davon ab, wie sich der Mufti verhalten werde; er könne dies im Augenblick daher nicht beantworten. Wie bekannt, hat sich der Mufti, um ungestört hetzen zu können, in der Omar- Moschee einquartiert. Die Jerusalemer Behörde respektiert das Asylrecht. §T HINTERBRtlHL Ren *1 o n Forti n, Hauptamt 41, Tel. in Pension Brütllegg, Hauptstraße 114, Tel. 7 Erstklassige Häuser / Beste Küche / Mäßige Preise Samuel, der Mann der Araber Die Dinge rings um den Teilungsplan haben sich wieder geändert. Es ist sehr fraglich geworden, ob die britische Regierung ihren Antrag aufrechterhalten kann. Sie ist im Unterhaus nur durch die Gefälligkeitsresolution, die von Lloyd George und Churchill buchstäblich im letzten Moment vorgeschlagen worden war, einer Niederlage entgangen. Aber in Genf wirkt sich dies ganz anders aus. Die Mandatskommission muß sich daran halten, daß der Palästina-Antrag nicht von der englischen Volksvertretung gedeckt ist; wenn sie zu Anträgen kommt, so müßten diese dann vor das britische Parlament, und diesen Gang will man in Genf lieber vermeiden. Die Hast, mit der die koloniale Bürokratie bei Ausarbeitung ihrer Vorschläge vorgegangen ist, hat eine für Englands Prestige böse Situation geschaffen. Es stellt sich heraus, daß die Angelegenheit diplomatisch nicht untermauert worden ist. Weder die Signatarstaaten von San Remo noch die Amerikanische Union sind vorher befragt worden. Sie wurden lediglich über die Anträge informiert, und so steht Ormsby Gore einem unvorbereiteten Gremium gegenüber, das die von ihm beantragte Lösung mit unfreundlichen Augen ansieht. Eine weitreichende Vertagung, die für neuerliche Untersuchungen Raum t, ist noch das Beste, was England erreichen kann. Italien wird wahrscheinlich fernbleiben, Polen und Rumänien werden mit einer Kritik des Planes vorgehen, in der sie sich als wohlwollende Freunde der Juden vorstellen, und von der ganzen Mühe Englands wird wohl nur das Resultat übrig bleiben, daß die Juden der ganzen Welt verstimmt sind und daß Englands Autorität einer schweren Belastung im vordem Orient ausgesetzt wurde. Die rasche und einheitlich-entschiedene Art, in der die zionistische Organisation auf den Teilungsplan reagiert hat, ist nicht ohne Wirkung geblieben. Die Einwendungen der Juden, die sich durch die sogenannte Unabhängigkeit nicht haben I bestechen lassen, hat dazu geführt, daß Idas Parlament aufmerksam wurde und sich gegen die Schaffung einer vollzogenen Tatsache gestemmt hat. Auch die Abgeordneten und Lords, die für den Antrag der Regierung eintraten, taten dies unter ausdrücklicher Betonung des „kleineren Übels“ und die wuchtige und tapfere Rede Lord Melchetts übte stärksten Eindruck. Dieser Mann sprach für die Wahrheit und deshalb fand er das Gehör des Hauses. Er hatte es nicht leicht. Vor ihm hatte Viscount Samuel gesprochen, der erste jüdische Oberkommissär, dem die Araber soviel schulden. Er hat, wie man sich noch erinnert, Transjordanien abgeschnürt, er hat nach den Unruhen von 1921 den wegen Mordverdacht verhafteten Mufti aus dem Kerker geholt und die jüdische Einwanderung eingestellt. Er hat die Errichtung des jüdischen Nationalheims ganz offen bekämpft und die Wurzeln für die heutige unheilvolle Situation liegen in seiner Tätigkeit. Im Oberhaus nun hat Samuel, der sich als der gewesene Oberkommissär vorstellte, die Partei der Araber genommen. Die Araber müßten, sagte er, beruhigt werden, und die Juden müßten Opfer bringen, indem sie der Beschränkung der Einwanderung zustimmen und einen Prozentsatz von 40% annehmen. Ferner sollten sie sich — nicht etwa als Nation oder Staat, sondern als Minorität — einer großarabischen Föderation anschließen und sich mit Kapital daran beteiligen. Diese sehr erstaunliche Rede ist in den arabischen Kreisen als „hervorragendes Beispiel realistischen Denkens“ gefeiert worden. Das Gewicht des Redners hätte leicht großen Schaden stiften können, aber die Engländer sind ihm an realistischem Denken voraus. Sie haben den Plan der Kommission zerpflückt und insbesondere die Gefahr für eine unter arabischer Hoheit stehende jüdische Minderheit hervorgehoben. Außerdem mußte sofort auf die Balfour-Erklärung zurück-1 gegriffen werden, die fest stellt, daß die Juden kraft ihres Rechtes in Palästina sind und daß sie niemals in den Status einer geduldeten — und von Arabern geduldeten! — Minderheit gelangen dürfen. Sogar die Royal Commission hat dies anerkannt, der jüdische Oberkommissär bestreitet unser Recht. Seine Argumentation hat den begeisterten Applaus der Assimilanten gefunden, die Araber haben ihm gedankt — die Juden wissen nun genau, wo der Viscount Samuel steht. Auch die Engländer haben ihn zurückgewiesen. Der Kongreß wird sich mit der neuen Situation zu befassen haben. Die zionistische Organisation wird ihren Standpunkt nicht ändern und sie hat dies jetzt wohl auch nicht nötig. Ihre ganze Energie muß sie darauf richten, daß der Gedanke des Judenstaates, der einmal von England selbst in die Debatte gestellt worden ist, lebendig bleibt und nicht hinter irgend einem Vorhang der Opportunität verschwindet. Ein Judenstaat, wie ihn die Kommission und die Regierung vorschlagen, ist ein Reservationsgebiet für 54% Juden und 46% Araber. Wir müssen dies aus Gründen der nationalen Zukunft und der Selbstachtung ablehnen. Wir verlangen aber den Juden Staat, so wie er bestanden hat und in unserer Geschichte lebt: von Dan bis Berseheba. Hausu. KäckeHQecäU Glas- und Porzellanwaren. Edelkeramik Bleikristalle. Komplette Ausstattungen In bester Qualität Samuel Zuckermann Wien, II., Im Werd 1, Telephon A 41-6-45 Neue Zertifikate? Warschau, 26. Juli. (JTA.) Nach Meldungen der jüdischen Presse Polens sollen die 8000 PaUistina-Einwanderungszertitikate für die Zeit vom 1. August 1937 bis 1. August 1938 von der britischen Regierung der Exekutive der Jewish Agency sofort ausgefolgt werden. 60 Prozent der Zertifikate, die nicht für Einzelpersonen, sondern für Familien bestimmt sind, sollen auf Polen entfallen. BLAU-WEISS - Zünder (Keren-Kajemeth- Zünder) erhältlich bei: Viktor Adlersberg, Trafik- und Haushaltartikel, Wien, VI., Millergaese 44, Tel. B 23-002. England interveniert im Irak London, 27. Juli. (JTA.) In Erwiderung auf eine Anfrage von Colonel Wedgwood, ob die englische Regierung auf Grund des Vertrages zwischen England und dem Irak den verfolgten Juden dieses Landes Schutz gewähren wolle, erklärte der Außenminister Anthony E d e n im Unterhaus, er habe beim englischen Gesandten in Bagdad Informationen über die kürzlich aus dem Irak berichteten antijüdißohen Unruhen angefordert; inzwischen habe der Irak-Gesandte in London diese Berichte dementiert. Der Vertrag zwischen England und dem Irak, fuhr Minister Eden fort, enthalte keine Klauseln betreffend den Schutz der Minderheiten. In einer Erklärung an den Völkerbund habe die Irak-Regierung seinerzeit den Schutz der Minderheiten in ihrem Lande garantiert. Unbeschadet dessen werde er, Minister Eden, die Irak-Regierung auf die Wichtigkeit des Minderheitenschutzes aufmerksam machen. Restaurant Billet Bestrenommierte Küche ^3 Reichhaltige Menüs a S 1*90 u. 2*60 ll.,Hammerpurgstallgasse3 (nächst Salztorbrücke) Fahrpreisermäßigung für Kongreßteil' nehmer auf den österr. F1" '^bahnen Die Generaldirektion der ö(viehischen Bundesbahnen gewährt Kongreßteilnehmern bei Vorweis der Kongreßlegitimatlon eine 25prozentige Ermäßigung III. Klasse und eine 33prozentige Ermäßigung I. und II. Klasse. Nähere Auskünfte über die Fahrpreisermäßigung bei Herrn Dr. P i c k h o 1 z, Zionistisches Landeskomitee, I., Marc-Aurel- Straße 5. Tel. U 22-2-11, täglich zwischen 10 und 13 Uhr vormittags. Kongreßlegltimationen im Büro des Landeskonütees zum Preise von S 1,— erhältlich.

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