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Die Stimme · 1937-07-13 · Heft 659 (13.7.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
10 (1936-1937)
Issue
Heft 659 (13.7.1937)
Date
1937-07-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite z D1C 8TIMMI Nr. 650. — Wien, Dienstag, 13. Juli 1937. ———— 1 mündig geworden ist, daß es aus dem Mandat entlassen werden kann. Gleichzeitig aber legt die Rache der Bureattkraten der jüdischen Entwicklung Bremsschuhe an. Sie preßt den Staat in enge Grenzen, demütigt das Volk, bindet es an den Karren der britischen Reichspolitik und baut ihm im Rücken einen größeren arabischen Staat auf, was für die Zukunft an die jüdische Politik die härtesten Nervenanforderungen stellen muß. Es ist anzunehmen, daß die in Genf nun einsetzenden Verhandlungen, die zur gleichen Zeit mit dem Züricher Zionistenkongreß laufen, diesen Stand der Dinge klarstellen werden. Es wird verhandelt und — das kann nicht deutlich genug hervorgehoben werden — die Grundlage ist und bleibt von nun ab die jüdische Eigenstaatlichkeit. Es sind große und schwere Tage, die wir durchleben. Vierzig Jahre nach dem ersten Kongreß stehen wir vor der Erfüllung, aber in einem so engen Rahmen, daß uns das Atmen schwer gemacht -wird. Die geschlossene Front aller Zionisten und aller Juden muß die Verstümmelung Palästinas ablehnen und dagegen mit allen Mitteln kämpfen. Nur wer dem jüdischen Volk da3 Grab schaufeln will, kann Englands Teilungsplan annehmen. Der Kampf um ein ungeteiltes Erez Israel beginnt. Niemand weiß, wann er enden wird. Wir Zionisten aber wissen, daß einmal der Tag kommen wird, wo Palästina so jüdisch sein wird, wie England englisch ist. Gegen die Teilung Palästinas Protest der Jewish Agency HINTERBRÜHL Pension Portin, Haupfs'raße 41, Tel. 117 Pension BrQhlegg, Hauptstraße 114, Tel. 7 Erstklassi-e Häuser / Beste Küche / Mäßige Preise Das Araberkomitee an die Fürsten Jerusalem, 9. Juli. Das Oberste arabische Komitee hat von Jerusalem aus einen Aufruf an die arabischen Könige und Fürsten gerichtet, in dem es ßie um Unterstützung gegen die geplante Aufteilung ersucht. Der Aufruf hat folgendst 'Wortlaut: „Der Bericht der Königlichen Kommission und die Politik der englischen Regierung enthalten den Vorschlag, das geheiligte Palästina in einer derartigen Weise aufzuteilen, daß die fruchtbarsten und wichtigsten Gebiete an der Küste und im Norden Palästinas, einschließlich Haifa, Safed, Akko und Tiberias, den Juden gegeben worden sind, um dort eine jüdische Regierung aufzurichten. 300.000 Araber werden der Regierung dieses jüdischen Staates unterworfen sein, Jerusalem, das die Aksa-Moschee und andere heilige Stätten enthält, ebenso wie Bethlehem und Nazareth, bleiben unter einem dauernden britischen Mandat. Die Araber werden auf den Rest des Landes 'zurückgedrängt, der sich aus hügeligem unfruchtbarem Gebiet und Jaffa zusammensetzt. Das Land wird dadurch in schlechtester Weise aufgeteilt, ungeachtet des Versprechens der britischen Regierung den arabischen Königen gegenüber, daß den Arabern Gerechtigkeit widerfahren würde. Die arabisch« Nation bittet daher die Höchsten um Rat und Führung in dieser komplizierten Situation, in der wir uns befinden. Das arabische Volk appelliert an sie im Namen Mohammeds Und des geheiligten Landes, namens ihrer religiösen Pflicht alles in ihren Kräften Stehende zu tun, um das Land vor dem Unheil einer Kolonisiorung durch das 'Judentum und einer Aufteilung zu bewahren.“ Der Rundfunksender von Bari London, 10. Juli. Wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph“ erfährt, hatte der britische Außenminister zu Beginn der Woche eine Aussprache mit dem (italienischen Botschafter Grafen G r a n d i geführt, in deren Verlauf er an die italienische Regierung die Bitte richtete, darauf Ihinzuwirken, daß die italienischen Rundfunkstationen in ihren arabischen Sendungen sich aller unfreundlichen Kritiken an den Palästinabericht enthalten sollten. Graf Grandi konnte nun im Namen des Duce dem Außenminister versichern, daß die italienische Regierung alle erdenklichen Schritte ergriffen habe, um den fenglißchen Wünschen zu entsprechen. London, 8. Juli. Die Exekutive der Jewish Agency für Palästina hat am Abend des 7. Juli die folgende Kundgebung erlassen: Der Bericht der Königlichen Kommission schlägt eine Reihe Palliativmittel vor, die ein radikales Abweichen von den seitens der britischen Regierung auf Grund des Mandates übernommenen internationalen Verpflichtungen bedeuten. Die Kommission empfiehlt eine endgültige Auflösung des Mandates von 1922 und eine Teilung des Landes. Bevor von unserer Seite eine wohlerwogene Stellungnahme erfolgt, muß dieses lange und komplizierte Dokument eingehend studiert werden. Innerhalb eines Monats werden die obersten Vertretungskörperschaften der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency zusammentreten, um den Plan zu erörtern und eine Entscheidung zu treffen. Heute aber schon müssen wir der Schluß folgerung des Berichtes, daß das Mandat an sich undurchführbar sei, scharf wider sprechen. Die Kommission hat mehrere Mo nate in Palästina verbracht und eine Unter Buchung durchgeführt, wie sie in so kurzer Zeit sorgfältiger gar nicht möglich war Aber sie weilte in Palästina zu einer Zeit, da die gesamte Administration im Zusammenbruch begriffen war. Nie hätte man es zulassen dürfen, daß die Dinge so weit treiben. Bei einem solchen Ausmaß an Schwäche, wie es die Palästina-Administration in der letzten Zeit an den Tag gelegt hat, hätte jedes Land der Anarchie entgegengeführt werden können. v Wir haben unsere Arbeit, unbeschadet der unwilligen und wenig hilfsbereiten Verwaltung, getan, und einen großen Erfolg erzielt. Palästina ist ein außerordentlicher Fall prosperierender Entwicklung in der Nachkriegszeit. Als Ergebnis unserer Bemühungen hat sich im Lande ein Lebensstandard entwickelt und unter dem ständigen Anwachsen der Bevölkerung bewährt, der Juden und Arabern in gleicher Weise zugute kam. Weit mehr hätte für beide Völker erreicht werden können, wenn die Politik des Mandatars getreu dem Geiste des Mandates durchgeführt worden wäre. In dieser Überzeugung steht heute unsere Bewegung einig da und fordert, daß das Mandat loyal und folgerichtig durchgeführt wird. Die von der Königlichen Kommission vorgeschlagenen Heilmitteln, vor allem der Plan einer Teilung Palästinas, sind absolut unvereinbar mit dem Mandat von 1922. Bevor man diese Pläne durchführen kann, muß erst das Mandat durch den Völkerbund geändert und das Palästinaproblem vor einem internationalen Forum neuerdings geprüft werden. Wir sind angesichts dessen im höchsten Maße erstaunt darüber, claß die britische Regierung das Prinzip der Aufnahmefähigkeit des Landes als Regulativ für die jüdische Einwanderung völlig beiseite schiebt und ein politisches Maximum festsetzt, das einen Verletzung unserer Rechte und der uns in der Vergangenheit gemachten Versprechungen, sowie der von der Regierung wiederholt gegebenen autoritativen Interpretationen, insbesondere des Weißbuches von 1922, welches dem Völkerbund unterbreitet wurde, darstellt. Wir melden unseren schärfsten Protest gegen eine so verzerrte Anwendung des Berichtes der Königlichen Kommission seitens der britischen Regierung an. Der Bericht der Kommission kommt zfl einem Zeitpunkt, da für Millionen verfolgter Juden Palästina die einzige Hoffnung auf Rettung darstellt. Der nächste Zionistenkongreß und der Rat der Jewish Agency werden nach sorgfältigem Studium des Kommissionsberichtes und der Erklärung der britischen Regierung unsere eigene Politik zu beschließen und festzulegen haben. In der Zwischenzeit appellieren wir an das jüdische Volk, ruhig zu bleiben, ln die Gerechtigkeit unserer Sache Vertrauen zu haben und den Stolz über unsere Errungenschaften in Palästina zu bewahren. Wir appellieren an das Volk, alle unsere Kräfte zur Verteidigung unserer unveräußerlichen Rechte auf unser historisches Vaterland und unsere nationale Zukunft ln Erez Israel zu vereinigen. 1. Im Falle des neuerlichen Ausbruohes von Unruhen in Palästina proklamiert die Regierung Lande. sofort den Kriegszustand im Montag, den 12. Juli, im Repräsentantenhaus zur Sprache bringen werde. Staatssekretär Cordell Hüll hat bisher noch keine offizielle Stellungnahme zum Bericht der königlichen Kommission veröffentlicht. Das Außenministerium ist gegenwärtig . mit dem Studium des ihm vom britischen zentralen und lokalen Polizei-, Botschafter überreichten Berichtes beschäf- Dle Alternattvvorschlage der Kommission In dem von der Königlichen Kommission erstatteten Bericht finden sich neben dem Teilungsplan die folgenden Anträge für den Fall, daß der Plan nicht angenommen wird: 2. Im Falle de-s Ausbruches von Unruhen entwaffnet die Regierung die Bevölkerung, und zwar zuerst die Araber und dann die Juden. 3. In gemischten Gebieten, wo Araber und Juden wohnen, werden britische Distrikteoffiziere ernannt. 4. Die reserven werden vergrößert, die berittene Polizei erhält Verstärkung. 5. Die jüdische Einwanderung nach Palästina wird auf die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit. des Landes beschränkt und soll keinesfalls die Ziffer von 1 2.000 Einwanderern jährlich während der nächsten fünf Jahre übersteigen. 6. Die Kommieison unterstreicht die Bedeutung der Erziehung der arabischen Bevölkerung und empfiehlt, daß das derzeit zwischen Arabern und Juden bestehende Budgetverhältnis im Unterrichtswesen nicht geändert werde. 7. Der High Commissioner erhält das Recht, denBodenverkaufan Juden in gewissen Gebieten zu untersagen. 8. Im Falle des Verkaufes von Boden hat die Regierung für die Wahrung der Inte ressen des arabischen Verkäufers Sorge zu tragen. 9. Bodenverkauf wird nur in jenen Gegenden erlaubt, wo die extensive Landwirtschaft durch eine intensive ersetzt werden kann, d. h. nur in den Tälern, nicht aber in den bergigen Teilen des Landes. Das Dokument ist von allen sechs Mitgliedern der Kommission — Lord Peel als Vorsitzendem, Sir Horace R u m b o 1 d als Vizevorsitzendem, Sir Laurie H a m o n d, Sir Morris Carter, Sir Harold Morris und Prof. Reginald Coupland — unterschrieben. Die Kommissionsmitglieder stellen ausirüoklich fest-, daß der Bericht durch sie einstimmig angenommen worden ist. Der „Negew“ - arabische Siedlimgsreserve Die Grenzziehung für den jüdischen Staat, wie sie in dem Bericht der Peel-Kommission vorgesehen ist, läßt den Negew (Süd-Palästina), der von den Juden stets als Kolonisationsreserve erhofft worden war, außerhalb des jüdischen Staates; der Negew, sowie die unerschlossenen Gebiete jenseits des Jordan bleiben gemäß dem Bericht für die Ansiedlung von Arabern aus den jüdischen Teilen Palästinas reserviert. Die Regierungserklärung sagt dazu: Es soll sofort eine Untersuchung über die Bewässerungs- und Landentwicklungsmöglichkeiten Transjordaniens, des Beershebadistrikts und des Jordantales unternommen werden. Wenn es sich herausstellt, daß ein wesentliches Ausmaß an Boden für die Wiederansiedlung von Arabern, die in dem jüdischen Gebiet leben, bereitgestellt werden kann, dann sollen im Interesse der beiden beteiligten Parteien Anstrengungen gemacht werden, um ein Abkommen über Boden- und Bevölkerungsaustausch herbeizuführen. Amerikas Haltung Autocarrelse zum XX. Zionistenkongreß. Die Lese- und Redohalle jüdischer Hoch- Schüler in Wien veranstaltet am 25. Juli und am 1. August Aut.nearre'sen in einem Luxusautobus zum XX. Zionistenkongreß nach Zürich (für die Dauer des Kongresses;. Preis: Wien—Zürich—Wien S 70.—. — Anmeldungen und Auskünfte: Reisebureau ..Mondial1, Wien, I., Kärntnerring 12, Tel. U 40-301. tigt. Erklärung Dr. Wises Washington, 11. Juli. (JTA.) In einer am 9. Juli abgehaltenen Pressekonferenz erklärte Staatssekretär Cordell Hüll, er habe von einer Reihe jüdischer Organisationen telegraphische und briefliche Proteste gegen den Plan einer Teilung Palästinas erhalten. Die Frage sei Gegenstand von Besprechungen mit der britischen Regierung. Amerika sei bestrebt, so weit wie möglich zwischen den Parteien zu vermitteln. Cordell Hüll versprach weiter, er werde in kurzem eine Erklärung veröffentlichen, in der er alle Aspekte der Palästina-Frage behandeln werde; er habe seit langer Zeit sämtliche Phasen des arabisch-jüdischen Problems in Palästina aufmerksam verfolgt. In einer Erklärung an die Jüdische Telegraphen-Agentur kündigte Senator Warren H. Austen aus Vermont, der als einer der vier amerikanischen Senatoren vor kurzem Palästina besucht bat, an, daß er die Frage der Teilung Palästinas im amerikanischen Senat aufrollen werde. Das Mitglied des amerikanischen Kongresses, Samuel D1 c k s t e i n, kündigte an, daß er die Frage der Teilung Palästinas am „Wir sind betrogen“, erklärte der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, Dr. Stephan S. W i s e, anläßlich der Veröffentlichung des Peel-Berichtes. „Wir haben tuiser Vertrauen in England gesetzt, jetzt erhalten wir den Lohn für dieses Vertrauen. Die Völker, nicht nur der Völkerbund, werden über die Teilung gehört werden.“ Dr. Wise bezeichnete den Teilungsplan als „ein furchtsames Ausweichen der Regierung, die niemals gescheitert ist, weil sie niemals versucht hat, die Durchführung des Mandates zu erzwingen“. Dem England von heute fehle ein Lord Balfour. England drängt auf schnelle Entscheidung in Genf Genf, 9. Juli. Die englische Regierung hat idem Völkorbundsokretariat den Wortlaut Idee Berichtes und der Vorschläge der Royal Commission über die Teilung Palästinas zugestellt. Sie beabsichtigt, die Entscheidung (über diese Vorschläge möglichst zu «beschleunigen. Der englische Außenminister Eden hat darum schon gestern mit idem Londoner Gesandten von Ekuador, Q u e v e d o, der der jetzt amtierende Präsident des Völkerbundrates ist, Fühlung gekommen, um durch telegraphische Befragung aller Ratsmitglieder zu erreichen, daß •der Völkerbund rat die Mandatskommission, Idie am 30. Juli zusamm en treten wird, beauftrage, schon während der außerordentlichen IPalästinatagnng die Vorschläge der Royal (Commission über eine Teilung des Landes teu prüfen und sich zu ihnen gutachtlich zu äußern. Die Mandatskommission, die nur IXontrollfunktionen hat, kann dies nur auf lausdriickliohen Wunsch des Völkerbund- 'rates tun.) Es besteht hier kein Zweifel darüber, daß der Völkerbundrat, dessen Mitgliedern vom Generalsekretär telegraphisch die Anregung des englischen Außenministers mitgeteilt worden ist, dieser Anlegung entsprechen werde. ff Oebirgsferienheim der , Brüderlichkeit'' Zum Waldbauer" für Kinder u. Jugendliche Annaberg, N.-O. 1100 Meter, herrlichste Gegend, vorzügliche Verpflegung, 5 Mahlzeiten streng rituell S Vla Referenzen Auskünfte: Wien, II., Malzgasse 14/3 Schwierigkeiten von Seite Italiens Wie deT römische Korrespondent des „Daily Telegraph“ meidet, könnte die Durchführung der Empfehlungen der Königlichen Kommission auf unerwartete Schwierigkeiten von italienischer Seite stoßen. Diplomatische Kreise in Rom seien der Auffassung, daß sich die italienische Regierung nicht die Gelegenheit entgehen lassen werde, Englands Interesse an der Durchführung der Aufteilung Palästinas zu Konzessionen auf anderen Gebieten der italienischen Politik, wie zum Beispiel hinsichtlich der Forderung’ nach Anerkennung der Eroberung Abessiniens, auszunützen. Die Möglichkeit, daß der italienische Vorsitzende der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes mit Untenstützung des japanischen, portugiesischen und vielleicht auch des Schweizer Bevollmächtigten die Angelegenheit verschleppen und die rechtzeitige Weiterleitung an den Völkerbundrat für die September-Tagung verhindern kann, hält man in diesen Kreisen für ein genügend starkes Druckmittel, um England zur Gewährung bedeutender Konzessionen zu bewegen. Zum XX. Zionistenkongreß nach Zürich und retour nach Wien im Luxusautocar um S. 78.—. Auskünfte erteilt täglich von 17 bis 19 Uhr der Verband der Judenstaatszionisten Österreichs, U., Praterstraße 30. Telephon R 45-1-60 U.

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